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Das Kaleidoskop der Fatma Said

Von Pierre Lamy |

Auf ihrem zweiten Album 'Kaleidoscope' begeistert die ägyptische Sopranistin mit Stücken, die von Jules Massenet, Carlos Gardel und Jacques Offenbach bis hin zu Astor Piazzolla, Charles Gounod, Kurt Weill sowie Serge Gainsbourg reichen. Ein musikalisches Selbstporträt!

Die 20 Titel, die dieses Kaléïdoscope bilden, scheinen wie die vielen Facetten der Persönlichkeit Fatma Saïd. Die Sopranistin, deren erstes Album El Nour uns 2020 so sehr in seinen Bann gezogen hatte, dass wir ihm ein Qobuzissime verliehen haben, schlüpft mit ihrem stets samtig-runden Timbre mit gleicher Freude in vielfältige vokale Persönlichkeiten.

© James Bort

Auf dieser Reise durch verschiedene Landschaften begegnet man gerne mal Offenbach, Massenet, Weill, oder Gardel. Im Booklet folgt man mit größter Aufmerksamkeit den Erklärungen der Autorin, wie sie die Stücke ausgewählt hat. “Schon seit meiner zarten Kindheit hat mich Tanz immer durchs Leben begleitet und ich lernte selbst mehrere Tanzstile. (...) Auf der Suche nach potenziellem Material für dieses Album haben mich Lieder aus verschiedenen Ländern und von verschiedenen Völkern angesprochen, die alle von starken Tanzelementen geprägt sind - manchmal in ihren Texten und ausnahmslos in ihrer Musik. Es ist schwierig, sich Musik ohne Tanz vorzustellen oder Tanz ohne Musik. Für mich ist beides untrennbar miteinander verbunden.

© James Bort

Tatsächlich liegt ein Gefühl der luftigen Leichtigkeit über jedem einzelnen Track, über den Fatma Saïd uns in ihr völliges Loslassen lockt. Es ist mehr als erfreulich ihr dabei zuzuhören, wie sie sich in Operettenregistern, besonders in diesem Bolero aus Massenets La fiancée en Loterie mit seinen reizenden hispanischen Farben, entfaltet. Kaléïdoscope dokumentiert auf hervorragende Weise den Beruf der Sängerin und die damit verbundene Dimension des Schauspielens, wobei Saïds Stimme sich jeder Stimmung und jedem Stil perfekt anpasst: schmachtend in der Barkarole aus Hoffmanns Erzählungen, ausgelassen in I Could Have Danced All Night (ein unvergesslicher Titel aus dem ebenso unvergesslichen Film My Fair Lady), geheimnisvoll und zurückhaltend in Youkali. Noch mehr verblüfft sie uns, indem sie in Cheek to Cheek jazzige Seitenwege einschlägt.

© James Bort

Dieses Kaleidoskop ist weit davon entfernt, in einen Katalog-Effekt zu verfallen und präsentiert uns ein sehr schönes Porträt einer Gesangskünstlerin.

HÖREN SIE "KALEIDOSCOPE" VON FATMA SAID AUF QOBUZ

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