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Ben Harper — Vom Blues zum Soul

Von Stéphane Deschamps |

Mit dem brillanten "Bloodline Maintenance" vollzieht der kalifornische Bluesman eine großartige Soul-Wendung, die auf seine älteren Kollegen Otis Redding, Curtis Mayfield und Marvin Gaye schielt, ohne sie jemals zu plagiieren.

Seit jeher ist Blues der Nährboden für die Musik von Ben Harper. Seit seinem Debüt Welcome To The Cruel World in 1994 hat er den Klassiker um 15 Alben bereichert, die voller Einflüsse von Rock, Folk, Soul oder Gospel sind. Sein sechzehntes Album Bloodline Maintenance jedoch ist anders. Aufgenommen ohne seine Blues Rock-Band Innocent Criminals, wendet sich der amerikanische Gitarrist und Sänger auf diesem Album dem Soul hin. Es wirkt, als hätte er von dieser Platte geträumt, nachdem er sich durch ein “Best Of” der großen Soulklassiker von Sam Cooke, Otis Redding, Curtis Mayfield und natürlich Marvin Gaye durchgehört hat. Mehrfach schleichen sich Erinnerungen an What’s Going On in die Songs auf Bloodline Maintenance ein — oder sie dienen als deren Inspiration. Harmonien, ein tanzendes Gitarrenriff oder ein weinendes Saxofon sind Harpers Helfer dabei, auf subtile und sinnliche Art von der Sorge zu singen.

Trotzdem ist Bloodline Maintenance kein verfälschter Schnickschnack eines der zahlreichen Revivalisten dieses Genres. Der kluge Ben Harper weiß, dass in Sachen Soul nichts jemals so gut sein wird wie die Originale. Er singt den Soul auf seine Art, bringt andere Erfahrungen mit und behandelt Themen wie Rassismus und Umwelt. Seine bluesigen Instrumente klingen eher akustisch und rustikal und verzichten auf Ausschweifungen in Motown-Manier. So erfindet Ben Harper einen neuen harmonischen, aber nüchternen Soul, der, passend zum Zeitgeist, an Effekten spart. Vom in Gospel-Tradition stehenden Acapella-Opener bis hin zum letzten Track Maybe I Can’t, einer wunderschönen Melodie, die frei von jeglichen Einflüssen floriert, hat Ben Harper hiermit eines seiner besten Alben geschrieben — eines, in dem er es schafft, sich neu zu entdecken, ohne sich jemals zu verleugnen.

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