Ihr Warenkorb ist leer!

Rubrik :
Aktuelles

Alphaville: Eternally Yours — für immer jung und ewig dein

Von Lena Germann |

40 Jahre nach ihren ersten Erfolgen kleiden Alphaville ihre größten Hits in ein symphonisches Gewand, zusammen mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg. Wir durften mit Frontsänger Marian Gold über dieses einmalige Riesenprojekt sprechen, welche Herausforderungen bewältigt werden mussten und warum ein Zufall manchmal einen Song retten kann.

Ihr Hit Forever Young sollte Anfang der 80er Jahre nicht nur ihr Fahrschein für eine steile Karriere werden. Auch heute ist der Name Programm. Alphaville — gegründet von Marian Gold, Bernhard Lloyd und Frank Mertens — schreiben 40 Jahre Bandgeschichte und wirken gleichzeitig so zeitlos wie nie zuvor. Von 80s Pop über musikalische Ausflüge in Rock, Electronic und Jazz, tauchen Marian Gold und seine Band nun ein in symphonische Gefilde und interpretieren ihre Hits zusammen mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg neu. Eternally Yours beschreibt ein neuartiges Alphaville, das gleichzeitig seinen Wurzeln treu bleibt und nicht davor scheut, die Vergangenheit mit der Gegenwart zu konfrontieren. "Stillstand wäre schrecklich", erklärt uns Gold, die rastlose Kraft und Schlüsselfigur der Band. In einem exklusiven Gespräch mit Qobuz erzählt der Frontsänger von der Entstehungsgeschichte dieser Mega-Produktion und kommt dabei auf die ein oder andere Alphaville-Anekdote zu sprechen…



Anfang der 80er Jahre fing alles an, jetzt schreiben wir Anfang der 2020er Jahre. Das heißt 40 Jahre Bandgeschichte, 40 Jahre Auf und Ab voller Erlebnisse und Veränderungen. Wie fühlt es sich nach diesen vielen Jahren an, die ersten Songs nochmal aufzunehmen?

Sehr gut! Aber es geht ja nicht nur um die ersten Songs, sondern um die lange Tour de Force durch das gesamte Repertoire von Alphaville. Du wirst ja praktisch auf jedem Konzert, was du gibst, mit deiner Vergangenheit konfrontiert. Man spielt, sagen wir, 30% ganz aktuelle Sachen, aber das restliche Zeug stammt aus den Alben, die du davor gemacht hast. Und da sind natürlich “notgedrungener” und wunderbarerweise die größten Erfolge von Alphaville mit dabei. Aber ja, ich find's toll, diese Chance zu haben, dieses ganz Oeuvre, was sich so in 40 Jahre angesammelt hat, nochmal mit einer symphonischen Orchesterbesetzung neu zu interpretieren. Das war eine Gelegenheit, auf dich ich schon irre lange gewartet habe. Und als sich dann die Chance ergab — weil so eine neue Superidee ist das ja nicht, als Band mit einem Symphonieorchester zusammenzuarbeiten — war unser Ansatz eben der, dass das Orchester die Songs und die Musik von Alphaville nicht nur spielt, sondern, dass dieser wunderbare, komplexe und mächtige Klangkörper der Star dieser Produktion wird. Und nicht, dass wir irgendwie vor einem Geigenvorhang rumdudeln…

Du bist ja als Künstler immer auf der Suche nach Dingen, von denen du gar nichts weißt und die du erstmal finden musst. Das ist für meinen Begriff eigentlich immer das Ur-Momentum jeder Produktion. Und das war in diesem Falle der Punkt: Was passiert, wenn wir unsere Songs transkribieren und auffächern in ein Orchester, das aus 60 Stimmen besteht? Das sind fast alles nur monophone Instrumente und du musst dir genau überlegen, welcher Akkord von ganz bestimmten Instrumentengruppen übernommen wird. Anschließend wird die Musik polyphonisch aufgefächert, wie so eine Leuchtrakete in der Nacht, die hoch schießt, explodiert und auseinandergeht. Das war ein ganz überwältigendes Erlebnis.


Kannst du uns genau erzählen, wie die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg zustande gekommen ist?

Wir hatten einfach Glück! Und sie hatten gerade Zeit. Ich will das nicht auf die gleiche Stufe stellen, aber versuch’ heute mal einen Handwerker zu kriegen! Du willst nicht irgendeinen, der deine Heizung repariert, sondern es gibt DEN Star-Handwerker, den du gerne hättest und dann bekommst du diesen auch noch. Wir waren sehr erpicht darauf, mit den Babelsbergern zusammenzuarbeiten. Sie sind natürlich keine Handwerker, sondern Künstler. Die Zusammenarbeit war vollkommen unproblematisch, was ich auch nicht anders erwartet hatte, denn diese Musiker sind Profis und wir sind es auch. Wir waren extrem gut vorbereitet, wir hatten zwei ausgebildete Arrangeure an unserer Seite, die im Prinzip die ganze Arbeit gemacht haben — auch im kreativen Bereich, weil uns das Know-how fehlt, so etwas professionell zu transkribieren. Wir waren im Prinzip zum ersten Mal in einer Position wie Regisseure: Wir waren umgeben von Schauspielern, von Beleuchtern usw. und wir haben nur gesagt, wo die Reise hingehen soll. Das ist alles ganz toll gelaufen und dann im Mix, als es dann alles zusammen kam — wir mussten immer einzelne Instrumentengruppen aufnehmen, weil aufgrund der Pandemie es ist nicht möglich war, immer das ganze Orchester zu haben — haben wir sozusagen erst ganz am Ende das Erlebnis gehabt, wie alle zusammen klingt und das war Wow!


Wie hast du es geschafft, dieses riesige Projekt mit dem Orchester während der Pandemie zu koordinieren?

Du stößt in jeder Produktion auf Probleme und die musst du lösen. Und manchmal entsteht durch die Lösung solcher Probleme etwas, was sonst nicht entstanden wäre und was eigentlich ganz toll ist. Ich kann das jetzt in Bezug auf unsere Produktion Eternally Yours nicht direkt übertragen, aber auf alle Fälle haben wir diese ganzen Probleme, die es gab — wie beispielsweise ganze Musikgruppen, die ausgefallen sind, weil sich alle angesteckt haben — irgendwie hingekriegt, auch innerhalb des Zeitrahmens, der uns zur Verfügung stand. Es war ein ziemlicher Zeitdruck, aber ich glaube, er hat sich eigentlich positiv ausgewirkt. Es ist nie gut, wenn man zu viel Zeit für etwas hat. Wenn du wenig Zeit hast, dann findet so ein ganz natürlicher Selektionsprozess statt, wo du Nägel mit Köpfen machen kannst, und dadurch bekommst du sehr schnell eine klare Vorstellung von dem, was du eigentlich wirklich willst. Insofern denke ich mal, war das einer der Faktoren, der zwar problematisch war, aber der sich letztendlich auch positiv auf das ganze Ding ausgewirkt hat. Das war das erste Mal, dass wir überhaupt so ein Projekt gemacht haben, wir waren ja totale Greenhorns, wir sind total innocent in diese Sache reingerutscht, abgesehen davon, dass wir es unbedingt wollten.


In Bezug auf den künstlerischen Prozess und das Konzept — zum Beispiel im Musikvideo von Big in Japan wird das alte Musikvideo von Anfang der 80er Jahre mit der heutigen Zeit gegenübergestellt. War das auch die Idee hinter dem ganzen Projekt?

Auf jeden Fall! Ich hatte große Probleme, das mit der Plattenfirma überhaupt durchzukriegen. Wir haben ein riesiges, privates Archiv und dort habe ich eine Filmrolle von Alphaville gefunden, auf der nicht verwendetes Material von diesem Video enthalten ist. Das war abgefahren! Und dann kam mir die Idee, anstatt, dass man mich in herrende Gewänder stellt und versucht alles daran zu setzen, damit ich nicht so alt aussehe, wie ich tatsächlich bin, machen wir das Gegenteil und sagen, es sind 40 Jahre vergangen. Wir haben hier diesen Song, der vor 40 Jahren entstanden ist und von diesem jungen Marian gesungen wird, und jetzt setzen wir den alten Goldmann daneben und die beiden machen irgendwie dieses Video klar. Das war die Idee, die ich hatte und ich fand sie eigentlich genial, aber es bedurfte einiger Überzeugungsarbeit (lacht).



Bei so einem Riesenprojekt wie Eternally Yours — 40 Jahre Bandgeschichte, Neuinterpretationen und Produktion mit einem Orchester, Musikvideos, Podcasts, usw. — sind unglaublich viele Menschen beteiligt. Wie behält man da den Überblick?

Glücklicherweise kümmere ich mich nicht um diese ganzen Zusammenhänge. Es gibt ein Management, es gibt eine Plattenfirma, es gibt Leute vom Team, die sich um diese ganzen Geschichten kümmern. Und ich sehe mich und die Band mehr oder weniger als so eine Art Takt- oder Ideengeber in diesem ganzen Zusammenspiel und gerade was diese Produktion angeht, ist uns unheimlich viel aus der Hand genommen worden. Es gibt einen Dirigenten, es gibt Librettisten, Leute, die Notationen schreiben, die ganze inbegriffene Technik — eine vollkommen andere Technik, die wir normalerweise haben, also sehr viel aufwendiger, sehr viel komplexer. Und wenn man das alles zusammenzählt, dann waren bestimmt mehr als 100 Menschen in dieser Produktion beteiligt, wie soll man da als Einzelner den Überblick behalten? Also ich jedenfalls kann das nicht.

Ich bin ein großer Teamworker. Die besten Sachen, an denen ich jemals die Ehre hatte, beteiligt zu sein, habe ich immer mit anderen Leuten zusammen gemacht. Ich kann auch alleine gute Songs schreiben, aber die besten Sachen waren immer die, die ich mit anderen zusammen gemacht habe und das gilt eben auch für Produktionen. Ich habe überhaupt kein Problem damit, Sachen zu delegieren. Ich war zum Beispiel immer ein großer Befürworter, dass alle in der Band singen, aber die wollen das nicht! Ich fand es immer klasse bei den Beatles, da haben alle gesungen. Und wenn einer wie Ringo Starr vielleicht nicht so ein großer Songwriter war, haben die anderen drei dann für ihn einen Song geschrieben. Und obwohl alle in meiner Band singen können — wenn wir auftreten, singen alle Back Vocals — wollen sie es nicht.


Die Bandkonstellation von Alphaville hat sich des Öfteren geändert, du bist jedoch der stetige Fels in der Brandung. Wie ist es für dich, als Hauptfigur und Zusammenhalt zu fungieren?

Ich bin halt der Sänger und deswegen halten mich die Leute für die Hauptfigur. Aber ich hätte nichts ohne die anderen Mitglieder in der Band tun können. Auch was diese ganzen kompositorischen Fragen angeht, die auch bei anderen Bands auftauchen. Ich finde es manchmal echt lachhaft, denn teilweise hängt die Entstehung von einem Song überhaupt nicht von demjenigen ab, der den Song geschrieben hat, sondern von irgendeinem blöden Zufall. Zum Beispiel Big in Japan war ein Song, den ich zusammen mit Bernd drei oder vier Jahre vor unserem ersten Plattenvertrag geschrieben habe. Und als wir dann unser Debütalbum produziert haben, meinte ich: “Also bitte nicht diese alte Kamelle!” Und er sagte nur: “Bist du wahnsinnig? Das ist doch ein toller Song!” Und ich dachte mir, der ist schon über drei Jahre alt, wir haben so viele andere tolle Songs geschrieben… Du siehst, manchmal hängt das von ganz anderen Leuten ab, ob ein Song überhaupt das Licht der Welt erblickt und deswegen haben wir immer alles untereinander geteilt. Wenn einer zufälligerweise gerade im Studio war, als wir Forever Young geschrieben haben, dann war der eben auch mit dabei (lacht).


Zum Glück! Sonst wäre der Song vielleicht doch im Archiv gelandet…

…oder weiß der Teufel wo! Das Gleiche gilt für gewisse Entscheidungen. Forever Young war zum Beispiel ursprünglich eine Uptempo-Nummer und die Entscheidung, daraus eine Ballade zu machen, hat unser damaliger Verleger getroffen, der, wie immer zu der Zeit, ins Studio kam, während wir das Album produziert haben und uns alle mit seinen unqualifizierten, blöden Bemerkung genervt hat. Wir saßen bereits drei Tage an Forever Young, als er wieder einmal kam und meinte: “Hey Leute, das geht so nicht, ihr seid schon seit drei Tagen an dem gleichen Stück. Das könnt ihr hier nicht machen, das ist ein professionelles Studio, das ich bezahle.” Und dann hat er sich einfach hinter den Mixer gesetzt und alle dachten sich, oh Gott, bitte nicht, und dann fragte er: “Wo sind jetzt die ganzen Regler, wo ist die Stimme, wo ist der ganze andere Kram?” Wir haben ihm alles gezeigt und er hat einfach alle Felder bis auf die Stimme und Strings heruntergezogen, hat auf den Knopf gedrückt, es laufen lassen und gesagt: “Das ist der Song.” Also, der hat das Stück gerettet! Und das ist auch wichtig, das muss man einfach anerkennen, sonst wären bestimmte Dinge ganz anders gelaufen.


Ihr wart ja auch sehr lange erstmal eine Studioband und habt eure ersten Konzerte erst nach fast 10 Jahren gegeben. Das funktioniert heute teilweise ganz anders…

Naja, was sind denn das auch für Konzerte heutzutage, das sind ja keine Liveshows. Aber das ist genau der Grund: Wir waren eben nicht dazu in der Lage, live zu spielen. Wir waren absolute Dilettanten, wir hatten keine instrumentalen Fähigkeiten, wir waren total abhängig vom Synthesizer oder Rhythmusmaschinen. Und ohne diese Sachen hätten wir überhaupt nicht komponieren können. Wir waren Fans und auf einmal gab es diese Spielzeuge und Michael oder Bernd meinte: “Lass doch mal selber was probieren.” Wir haben nie irgendwelche Bands oder Songs gecovert, sondern sofort angefangen, unser eigenes Zeug zu schreiben. Das hat dazu geführt, dass, als wir unser erstes Album fertig hatten, keiner von uns das jemals live auf der Bühne hätte aufführen können. Außer ich vielleicht, ich konnte es natürlich singen, aber ansonsten ginge das nicht. Unsere damaligen Optionen waren entweder Voll- oder Halb-Playback-Auftritte, für die uns auch Unsummen von Geld angeboten wurden, aber das kam für uns nicht in Frage, das war uns zu unauthenisch. Erst Mitte der 90er Jahre haben wir gesagt: Jetzt sind wir so weit. Und seitdem sind wir auf einer Art Never-ending-Tour, seit 1995 haben wir eigentlich nicht aufgehört zu spielen. Wir spielen jedes Jahr 30 bis 40 Konzerte und ich glaube nur 2001 und jetzt in diesen beiden Pandemie-Jahren hatten wir eine Pause.


In den letzten Jahren hat sich die Musikindustrie auch sehr zum Streaming hin entwickelt. Wie erlebt ihr als Band und du als Künstler diese Umbrüche?

Das ist eben so, der Kulturbetrieb entwickelt sich immer weiter und das ist ja gut so. Stillstand wäre schrecklich, sowohl was die Kultur als auch die Kunst angeht. Natürlich entwickelt sich die Musik immer weiter, sonst hätten die Plattenfirmen schon längst ein Rezept gefunden, wie man den perfekten Hit schreibt. Aber das geht nicht, weil alles immer in Bewegung ist — wenn man jetzt mal vom Deutschen Hip-Hop absieht, denn da scheint sich tatsächlich eine Rezeptur durchgesetzt zu haben. Ich kenne das ja von meinen Kindern, die stehen da alle irgendwie total drauf. Das ist wirklich ein sehr simples Schema, welches sich aber auch wahrscheinlich irgendwann weiterentwickeln wird. Und auch da gibt es tolle Künstler, überhaupt keine Frage. Aber ich bin mittlerweile zu alt, um mich noch zu verändern. Ich habe mich in diesen 40 Jahren permanent als Künstler weiterentwickelt (hoffe ich) und so langsam, muss ich sagen, bleibe ich am Wegesrand stehen. Ich möchte damit nicht sagen, dass Eternally Yours praktisch das letzte Statement von Alphaville ist, aber ich kann bestimmte Entwicklungen in der Musik mental oder emotional nicht mehr so richtig nachvollziehen, wie das früher der Fall war. Und das dann in meine eigenen Ideen zu integrieren, kriege ich bei bestimmten Sachen einfach nicht mehr hin. Ich finde es nach wie vor interessant, käme mir aber albern vor, wenn ich versuchen würde, es selber zu machen. Das liegt auch einfach daran, dass ich in zwei Jahren 70 Jahre alt bin! Irgendwann findet man irgendwie seinen Weg und seinen Stil und den kann man dann auch noch eine Weile fortführen und dann ist sowieso irgendwann mal Schluss. Aber im Moment sind wir noch ein bisschen weit davon entfernt, hoffe ich! (lacht)



Eternally Yours ist ja schon so etwas wie ein Höhepunkt oder das Zustreben auf eine Zielgerade in deiner Laufbahn, oder?

Produktionen sind Lernprozesse — also neben all dem anderen, was ich vorhin über Produktionen gesagt habe. Und ich habe in dieser Produktion wahnsinnig viel gelernt und möchte das Gelernte gerne auf zukünftige Produktionen anwenden. Denn es hat mir in bestimmter Hinsicht wirklich die Augen geöffnet, wie man zum Beispiel mit bestimmten akustischen Instrumenten umgehen kann, was es dort für Möglichkeiten gibt. Es war nicht so, dass mir das nicht ansatzweise klar gewesen wäre, aber jetzt weiß ich so viel mehr über Ausdrucksmöglichkeiten, die es gibt, dass du musikalische Subtexte schaffen kannst und noch viel mehr in die Musik an Informationen und Emotionen reinpacken kannst, als ich mir das jemals hätte vorstellen können. Insofern ist Eternally Yours wirklich ein ganz wichtiger Schritt für mich und die Band.


Gibt es denn noch weitere Ideen und Projekte, die in den nächsten Jahren geplant sind?

Das Ding ist, dass dieses Projekt so unheimlich lange dauert, das ist das einzige, was mich so ein bisschen daran nervt. Das liegt zum Teil an der Pandemie, aber auch an der Art dieses Projektes. Wir haben das Album Anfang dieses Jahres mit dem Babelsberger Filmorchester eingespielt, jetzt geht es das ganze Jahr über, bis nach Weihnachten, mit der Promotion für dieses Album weiter und dann, im nächsten Jahr, kommt die Tour. Das geht mindestens bis in den Sommer, möglicherweise auch in den Herbst und wir stehen alle da und denken, was ist denn jetzt mit dem nächsten Album? Wir wollen gerne wieder etwas Neues machen, wir sind auch dabei, dieses Album hat einen Arbeitstitel: Thunderbaby. Aber wann wird das jemals rauskommen? Wahrscheinlich nicht vor 2024, da denkt man dann, oh Gott, so lange soll das noch dauern? Das ist so ein bisschen das Nervende an dieser Eternally Yours-Produktion. Ein normales Rock-Album nimmst du auf, machst noch so ein halbes Jahr Promotion, in dieser Zeit tourst du mit dem Album und dann bist du damit durch, dann kannst du das nächste Ding starten. Und dieses hier zieht sich so extrem in die Länge aufgrund des Charakters, den dieses Projekt eben hat. Aber damit muss ich leben, das ist ein Luxusproblem.

Und was dieses nächste Album angeht, Thunderbaby, diese Produktion hat im Prinzip alle Vorstellungen, die wir gehabt haben, über den Haufen geschmissen. Und wir wissen momentan selber nicht, wie es weitergeht. Wir haben eine Menge Material geschrieben, wir treffen uns immer im Winter auf einer Nordseeinsel und mieten ein Haus und jammen dort rum und dort ist ganz erstaunliches, anderes Material entstanden, als das, was man von Alphaville sonst kennt. Und wie wir das jetzt mit den Erfahrungen aus dieser Produktion verbinden, ist mir überhaupt noch nicht klar. Wir werden sehen, wie sich das alles entwickelt, aber es wird sehr spannend.


Das Interview wurde geführt von Lena Germann, 6. September 2022.


HÖREN SIE ETERNALLY YOURS VON ALPHAVILLE AUF QOBUZ


Entdecken Sie hier unsere Alphaville-Playlist auf Qobuz


Nächstes Jahr gehen Alphaville mit Eternally Yours auf Orchestertournee:

13. April — Essen
14. April — Düsseldorf
15. April — Kassel
5. Mai — Frankfurt
19. Mai — Bremen
20. Mai — Hannover
27. Mai — Freiburg
28. Mai — Stuttgart
7. Juni — Leipzig
11. Juni — Hamburg
12. Juni — Berlin
13. Juni — Dresden
16. Juni — München
17. Juni — Nürnberg
20. Juni — Dortmund


Visuels © Paul Johnson/Kontor

Passend zum Artikel