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Rubrik :
Hi-Fi

Test Kopfhörer Bowers & Wilkins PX7 S2: Generation PX

Von Julian Kienzle (*STEREO) |

Bowers & Wilkins läuten mit dem PX7 S2 die dritte Generation ihrer Noise-Cancelling-Over-Ears ein. Wir klären, was die Neuen so auf dem Kasten haben.

Das Design kennen wir doch? Anders lässt sich unsere Reaktion bei Ankunft des neuen PX7 S2 der britischen Edelschmiede Bowers & Wilkins wohl nicht beschreiben – und es war keineswegs abfällig gemeint, im Gegenteil. Denn die überarbeitete Version des PX7, mit dem B&W schon seine dritte Generation von Noise-Cancelling-Over-Ears an den Start bringt, erinnert uns an einen alten Bekannten und den Urvater des PX7 S2: den PX!

In der Tat scheint B&W hier optisch von dem komplett abgerundeten Design des PX7 zu der vertrauteren Optik mit abgesetztem Mitteilteil auf den Ohrmuscheln, wie wir es vom ersten PX oder auch dem PX5 kannten, zurückgekehrt zu sein.

Letzterer – der kleine Bruder des PX7, der gleichzeitig mit diesem eingeführt wurde – ist zwischenzeitlich übrigens ausgelaufen. Stattdessen will B&W sein Line-Up hochwertiger Noise-Canceller noch in diesem Jahr genau in die andere Richtung mit einem deutlich teureren PX8 erweitern – wir sind gespannt!

Der PX7 S2 kommt mit einem hochwertigen, sehr stabilen und erfreulich flachen Case.

Was gibt‘s Neues?

Genug um den heißen Brei geredet: Sie wollen sicherlich wissen, was sich mit dem Update neben dem Design getan hat. Das ist so einiges, und die vielen kleinen und großen Detailverbesserungen und Optimierungen machen unisono einen deutlichen Unterschied zum Vorgänger.

Der beim original PX7 zum Einsatz kommende Kohlefaser-Verbundwerkstoff für die Bügelarme etwa wich beim S2 einer klassichen Kunststoff-Konstruktion, die sich aber B&W-typisch exzellent anfässt. Besonders schick finden wir auch den neu hinzugekommenen Akzentstreifen aus silbernem oder goldenem Metall zwischen Polster und Ohrmuschel. Überarbeitete Mikrofone samt verbesserter Rauschunterdrückung sorgen beim PX7 S2 für frustrationsfreie Telefonate, da die Stimme zwar teils etwas leise, aber immer klar und gut verständlich übermittelt wird.

Im Inneren des Case gibt es eine per Magnet geschlossene Kammer für die beiden Kabel (USB-C auf USB-C sowie USB-C auf 3,5-mm-Klinke).

Eine weitere Veränderung, die uns gut gefällt, ist die stärker separierte Anordnung der drei Tasten zur Wiedergabe-Steuerung. Durch die zusätzliche haptische Schraffierung des mittleren Buttons ist es hier so noch etwas einfacher, die korrekte Taste zu finden. Der Button auf dem linken Hörer ist per App programmierbar und steuert entweder den Sprachassistenten oder das Noise Cancelling – das seinen Job übrigens ausgeprochen gut und angenehm unaufrdinglich macht. Ist Letzteres gewählt, wechselt man mit jedem Klick durch die drei vorhandenen ANC-Modi: Aus, An und Umgebungsdurchschaltung. Letztere erlaubt etwa Bahn-Durchsagen oder dem Straßenverkeht auch ohne Absetzen des Hörers zu folgen und überzeugte durch angenehm natürlichen Klang.

Die schraffierte Oberfläche des mittigen Play/Pause-Buttons ermöglicht es, auch „blind“ leicht den richtigen Knopf zu ertasten.

Da steckt »Music« drin

Feintuning ist an diesen drei Funktionen hier im Gegensatz zu den Vorgängern zwar nicht mehr möglich, dafür gibt es in der nun zur Einrichtung verwendeten „Music“-App, mit der auch die Geräte von B&Ws smarter Formation-Serie bedient werden, aber nun einen einfachen 2-Band-Equalizer, der ermöglicht, Bass und Höhen mit jeweils maximal plus/minus sechs Dezibel zu personalisieren.

Notwendig war das unserer Ansicht nach keineswegs: Der PX7 S2 überzeugt bereits „out of the box“ mal wieder auf ganzer Linie, was den Klang angeht – wir hatten bei den hohen Standards, die der erste PX7 gesetzt hatte, auch nichts anderes erwartet.

Neben dem schwarzen Ton unseres Modells gibt es den PX7 S2 auch in dezentem Grau und einem – wie wir finden – extrem schicken Blau mit Gold-Akzent.

Das Klangprofil ist recht neutral, mit knackigem, vollem Bass und feinen, seidigen Höhen sowie transparenten Mitten. Der Song „Clown“ des deutschen Prog-Gitarristen Manuel Gardner Fernandes etwa zeigt sich über den PX7 S2 dynamisch und sauber mit klar umrissenen Kanten und dennoch Punch im Bass. Auch „Shofukan“ der amerikanischen Fusion-Truppe Snarky Puppy kann sich über den PX7 S2 mit Groove und Swing entfalten, wobei trotz der großen Zahl verschiedener Protagonisten, die hier live eingespielt haben, stets die Kontrolle gewahrt und die Präsentation strukturiert bleibt.

Erfreulich auch, dass die klangliche Darbietung verhältnismäßig wenig unter der Aktivierung des Noise Cancelling leidet und dass die etwa 30 Stunden Akkulaufzeit auch für wiederholt längere Hörsessions geeignet sind. Der zwar spürbare, aber nicht unangenehme Anpressdruck der Hörer sowie die anschmiegsam-weichen Ohrpolster aus Memory-Schaum machen dies auch problemlos möglich. Wir wollten den PX7 S2 jedenfalls kaum noch absetzen!

Die Playlist mit Tracks, mit der die STEREO-Redaktion Audiogeräte in der Ausgabe 10/22 getestet hat, finden Sie hier.

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