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Auf dem Prüfstand

Klipsch The Fives: Test eines Aktivlautsprecherpaares, um Musik in jeder Situation genießen zu können

Von Alban Amouroux |

Klipsch ist einer der Hauptförderer von erschwinglichen aktiven Hi-Fi-Sprechern. Sie haben die schöne Gewohnheit, das System zu vereinfachen, indem sie mancherlei periphere Elektronik entfernen. Alles ist in den Lautsprecher integriert, sodass er fast autonom ist. Nichtsdestotrotz sind Klipsch The Fives vollständig verbunden, um eine zentrale Rolle sowohl für Audio- als auch für Videoquellen zu erfüllen. Sie können in jeder Konfiguration verwendet werden, von PC-Lautsprechern bis zu den Hauptlautsprechern im Wohnzimmer.

Der aktive Lautsprecher erlebt ein starkes Comeback. Er wurde durch die explosionsartige Entwicklung des Marktes für kabellose Lautsprecher, der per Definition dank eines integrierten, die Lautsprecher direkt versorgenden Verstärkers aktiv sind, stark gefördert. Aktivlautsprecher sind Hi-Fi-Lautsprecher, die mit Strom versorgt werden, jedoch an sich nicht Wi-Fi-befähigt sind. Das unterscheidet sie von kabellosen Lautsprechern. Für den Zugriff auf digitalisierte Musik und Abonnementmusikdienste wie Qobuz benötigen sie ein zusätzliches externes Element: ein Smartphone, einen Streamer oder einen PC.

Klipsch bietet seit einiger Zeit drei Aktivlautsprecherpaare an: zwei in der PM-Serie, mit einem 10 cm oder 13 cm Tieftöner, und die Sixes mit einem 16,5 cm Tieftöner. Die Auswahl ist groß. Die Fives vervollständigen das Angebot, um einen in dieser Kategorie noch seltenen Anschluss, eine HDMI-Buchse. Die Absicht ist klar: die Verwendung dieser Lautsprecher für Videozwecke als direkte Alternative zu einer Soundbar. Es ist eine ausgezeichnete Idee, die sich in der Zukunft wahrscheinlich stark entwickeln wird.

Merkmale

● Preis: 899 €
● Lautsprecher: 1x 25 mm-Hochtöner mit Tractrix-Horn, 1x 11,5 cm Tieftöner
● Verstärkung: 2x 20 W + 2x 60 W
● Frequenzgang: 50 - 25 000 Hz
● Merkmale: Autonome Lautsprecher mit Verstärker, DAC 24/192, Infrarot-Fernbedienung, manuelle Steuerung oben
● Konnektivität: Bluetooth, 1x HDMI ARC-Eingang, 1x analoger Miniklinken-Eingang, 1x optisch-digitaler Eingang, 1x analoger RCA-Line/Phono-Eingang, 1x USB-B, 1x Mono-Subwoofer-Ausgang
● Gewicht: 10,2 kg
● Größe (B x H x T): 165 x 305 x 235 mm 

Übersicht über den Fives

Die Klipsch The Fives sind Teil der Heritage-Reihe, ebenso wie die imposanten The Sixes. Sie sind aus Nussbaumholz gefertigt und mit Vintage-Akzenten versehen. Sie sind auch im dezenteren Mattschwarz erhältlich. Die Lautsprecher sind durch ein Gitter geschützt, das mit einem Stoff bespannt ist, der ebenfalls an die 60er erinnert. Ein Medaillon mit dem alten Klipsch-Logo ist unten auf den Gittern angebracht.

Hinter diesem Gewebe befindet sich ein Tieftöner mit 11,5 cm Durchmesser und einer Kompositmembran. Die Aufhängung mit hoher Auslenkung verspricht eine hervorragende Widergabe des Bass, unterstützt durch einen laminaren Luftauslass auf der Rückseite. Sein spezifisches Format trägt den Titel Tractrix, ein Begriff, der identisch auf die Hochtöner angewandt wird. Die Hochtöner sind mit einem Titankonus ausgestattet.

Alle Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite des Hauptlautsprechers. Es können sechs Quellen gleichzeitig angeschlossen werden: eine analoge an die Minibuchse, eine analoge an RCA, eine optisch-digitale, einmal USB, eine HDMI-Videoquelle und ein Bluetooth-Gerät. Der RCA-Eingang ist doppelt vorhanden: Über einen Schalter kann ein RIAA-Vorverstärker aktiviert werden, um einen Schallplattenspieler direkt anzuschließen.

Die Verstärkung ist in vier Kanäle aufgeteilt. Zwei Kanäle je 20 W sind für die Hochtöner vorgesehen, zwei weitere 60-Watt-Kanäle versorgen die Tieftöner. Nur der Hauptlautsprecher ist an die Stromversorgung angeschlossen. Ein Kabel mit einem verriegelbaren Stecker verbindet die beiden Lautsprecher. Der Hauptlautsprecher sollte auf der rechten Seite installiert werden. Wenn Sie einen Fehler machen, können Sie mit einer Taste die Lautsprecherbelegung wechseln, ohne sie zu bewegen.

Merkmale der Fives

Im oberen Teil des Hauptlautsprechers befinden sich zwei Bedienknöpfe im Retro-Look. Einer regelt die Lautstärke, der andere dient zur Auswahl der Quelle. Kleine weiße LEDs leuchten neben dem Namen der gehörten Quelle auf. Dieselben LEDs zeigen den Lautstärkepegel an.

Eine Infrarot-Fernbedienung bietet einige zusätzliche Bedienelemente wie das Ein- und Ausschalten der Lautsprecher, Stummschaltung und eine Pause/Play-Taste. Es gibt auch Tasten mit der Bezeichnung „sub“. Ihr Zweck ist es, den Basspegel der Lautsprecher anzupassen. Auf der Rückseite findet sich ein Subwoofer-Ausgang: Bei Anschluss eines Subwoofers, beeinflussen diese Tasten die Lautstärke des Subwoofers.

Um auf Qobuz zuzugreifen, haben wir ein MacBook Pro an den USB-Audioanschluss der Fives angeschlossen. Wir haben die native Qobuz-Anwendung sowie Roon und Audirvana verwendet – Qobuz wurde in diese integriert. Der Mac erkannte die Lautsprecher per Anzeige ihrer Namen perfekt. Wir konnten ihre Wiedergabefähigkeiten im Audirvana überprüfen, das die für die Hi-Res erwarteten 192 kHz und 24 Bit anzeigte.

Kommen wir noch einmal auf den ARC HDMI-Eingang zurück, der dem Anschluss an einen Fernseher dient. Die Fives empfangen so den Ton von allen angeschlossenen Quellen (Blu-Ray, Spielkonsole, u.a.) sowie von intelligenten TV-Anwendungen (Netflix, myCanal, usw.). Insgesamt sind die Fives universell einsetzbar und können gleichzeitig ein Hi-Fi-System, einen Heimkinoverstärker oder auch eine Soundbar ersetzen.

Das Hörerlebnis

Standardmäßig ist die Basseinstellung auf 4 von 6 eingestellt. Für unseren Geschmack ist das zu viel, aber vielen Benutzern wird dies sicherlich gefallen. Das Bassvolumen, die aus diesen Tieftönern von nur 11,5 cm herauskommt, ist beeindruckend. Sie liefern nicht nur demonstrativen Bass, sondern eben auch die gewünschte Grundlage und Rundheit mit einem kraftvollen Tief-Mitteltonbereich. Dies ist interessant, und die Fives haben viel Spaß an elektronischer Musik, ohne jemals vor der Anstrengung oder bei irgendeiner Tonlage zu murren. Die Kraft in den tiefen Frequenzen auf dem Stück Pili Pili von Polo & Pan aus ihrer letzten EP ist bereit, die Wände zum Einstürzen zu bringen. Dennoch haben wir die Basseinstellung auf 1 von 6 abgesenkt, um eine bessere Ausgewogenheit zu erreichen. Diese Einstellung verkauft sich weniger gut, ist aber angenehmer.

Die Klangbühne ist breit gefächert. Sie bildet ein nahtloses Ganzes. Der Ton bleibt nie an den Lautsprechern haften. Er wirkt nie so, als sei er projiziert worden, ist eherdunkel mit extremen, oft schüchternen Höhen, was uns bei den Hornlautsprechern nicht missfällt. Der Mitteltonbereich ist leicht gefärbt, was einen Überschuss an Präsenz und Wärme mit sich bringt, der nicht unangenehm ist, wenn auch nicht ganz wiedergabegetreu. Sobald die hohen Mitten erwachen, zum Beispiel auf den akustischen Gitarren von Eric Clapton und BB King bei Key to the Highway, erlaubt uns die chirurgische Präzision der Fives am oberen Ende des Spektrums, dem Anschlag jeder Saite dieser beiden Blues-Monster zu folgen.

Was den klassischen Musikbereich anbelangt, sind die Lautsprecher weniger zu empfehlen, denn es fehlte die Finesse, um die Pracht und die verschiedenen Instrumente eines Orchesters wiederzugeben. Wir sind mit dem Titel Sharp Dressed Men von ZZ Top auf einen der Lieblinge der Lautsprecher zurückgekommen. Auf vertrautem Terrain fühlen sich die Fives wohl - mit Gitarren, die ohne Aggression vorhanden sind, und einem Schlagzeug, das nicht zu verwechseln ist, wo andere Lautsprecher an die Grenzen kommen und Saiten nicht von Schlagzeug unterscheiden können.

PRO:
Überströmend vor Vitalität
Konnektivität vom Feinsten
Hochauflösende Wiedergabe 24/192
Hübsche Vintage-Ästhetik

CONTRA:
Ausgeprägte Klangsignatur
Es fehlt nur noch ein eingebauter Streamer

Fazit

Im Hörvergleich mit Konkurrenten versuchen die Fives definitiv zu bezaubern. Und sie bringen dazu sehr gute Argumente ins Spiel. Ohne es sich dabei zu einfach machen zu wollen, können wir diese amerikanischen Lautsprecher eindeutig mit einem bekannten Hersteller großer Motorräder desselben Kontinents vergleichen: mit einem herrlichen Klang, der die reine Leistung der sorgsamen Arbeit seiner japanischen Kollegen überlässt. Sie haben alles, was man braucht! Sie bieten ein warmes, aber nicht erzwungenes Hörerlebnis, indem sie uns mit explodierendem Bass und opulenten Tiefmitteltönern zufriedenstellen. Und schließlich ist ihr Platzbedarf minimal, ihr Stil zeitlos und ihr HDMI-ARC-Stecker entschieden modern. Wer sollte den Fives nicht verfallen?