Angelo De Augustine, ein Engel fliegt vorbei

Der Schützling von Sufjan Stevens veröffentlicht ein Meisterwerk des Folk...

Von Sandra Zoor | Video des Tages | 24. Januar 2019
Meinung äußern
Qobuz

Die Stimme lähmt einen von Anfang an. Man hat kaum Zeit, kräftig durchzuatmen, derart magnetisierend wirkt Angelo De Augustines kristallklares Organ, das an Elliott Smith und Sufjan Stevens erinnert, der für ihn Pate gestanden hatte… Dieser bärtige Kalifornier schmiedet für uns einen wunderschönen, minimalistischen, manchmal kammerrockartigen Folk, den er in der nördlichen Vorstadt von Los Angeles komponiert und einspielt, und zwar in Thousand Oaks, wo er aufgewachsen ist. Tomb erscheint in Form eines ausführlichen und intensiven Herzschmerz-Albums, da es einer Trennung zu verdanken ist, die De Augustine 2017 durchgemacht hat. Dadurch kommt auch das zum Ausdruck, was damit einherging: monatelange Traurigkeit, Trostlosigkeit und Introspektion. Er fragt sich, welche Fehler er gemacht hat. Durchblättert auch sein Familienalbum. Und das alles mit verblüffender Feinfühligkeit.

Da dieser junge Songwriter aber in meisterhafter Weise auf alle Nuancen achtet, verwandelt er diese Trostlosigkeit in pure Schönheit. An den Reglern stand noch dazu Thomas Bartlett alias Doveman, der sich als Produzent schon bei zahlreichen, stilistisch hervorragenden Leuten hervorgetan hat, wie eben Sufjan Stevens, aber auch Anna Calvi, Glen Hansard, The National, Sam Amidon, Rhye, St. Vincent oder Nico Muhly. Er verstand es, auf schlichte und damit ideale Art dieses allein schon in seinem Rohzustand vor lauter Leidenschaft überquellende Material zu verherrlichen. Überwältigend.





HÖREN SIE TOMB VON ANGELO DE AUGUSTINE AUF QOBUZ


Um nichts von Qobuz zu verpassen, folgen Sie uns auf Facebook !

Von Ihnen gelesene Artikel