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100 % Lianne La Havas

Von Marc Zisman |

Auf ihrem dritten Album zeigt sich die britische Sängerin ganz ohne Filter und veröffentlicht ein ganz besonders persönliches Album.

Seit fünf Jahren hatte sich Lianne La Havas rar gemacht, aber jetzt meldet sie sich erneut zurück und das hört sich wie ein kleines Wunder an. Blood, Blut, ihr Blut. So hatte sie ihr 2015 erschienenes zweites Album (Qobuzissime!) genannt. Die griechischen Wurzeln ihres Vaters und jamaikanischen Einflüsse ihrer Mutter hat Lianne mit ein paar made in England-Elementen versetzt, da die Sängerin in London zur Welt kam. So reihte man sie auch (allzu?) schnell in die Nähe von Künstlern wie Sade, Lauryn Hill, Jill Scott, Erykah Badu und Alicia Keys ein... Lianne La Havas präsentierte aber nicht nur samtweichen, gefühlsgeladenen Groove, bereits mit ihrem Erstlingswerk Is Your Love Big Enough? im Jahre 2012 zeigte sie einen nachdrücklichen Hang zu Folk, Pop, Jazz und sogar Rock. Unterwegs von einem Album zum nächsten sollte sie sogar einem gewissen Prince über den Weg laufen und ihn verzaubern, sodass er die rauhe Stimme daraufhin in sein Nest, ins Paisley Park Studio in Minneapolis einlud…



Im Jahr 2020 sieht es nun so aus, als hätte Lianne La Havas reinen Tisch gemacht. Vor allem zeigt sie sich dermaßen offenherzig, dass sie dieses dritte Album sogar nach sich selbst benannt hat. Der Kern der Platte zählt eher zum Folk als zum Soul; oft von einer einfachen, glasklaren Gitarrenlinie getragen, die von der Sonne kaum ausgeblendet wird. Die Britin hat nur das Wesentliche vor Augen und ohne jedweden Missbrauch weicher Rhythmen erzählt sie uns mit vertrauter Stimme etwas über die Liebe. Sie sagt, immer wieder Milton Nascimento gehört zu haben und das brasilianische Erbe springt zeitweise wirklich ins Auge, besser gesagt in die Ohren, übrigens eher inhaltlich als rein äußerlich. Ununterbrochen zieht einen ihre Stimme wie ein Magnet an. Ganz wie auf Green Papaya und Courage, wo ihr Organ alle möglichen Instrumente zum Klingen bringt. Jedes Wort, jede Silbe, jede Nuance und jeder Exkurs erzeugen ein hypnotisierendes Gefühl, was sich in etwa so anhört wie Joni Mitchells Platten Anfang der 70er Jahre.



Auf halber Strecke bringt Lianne La Havas auch eine überraschende Coverversion von Radioheads Weird Fishes unter, und diese wirkt sehr persönlich, weil sie den Rhythmus extrem verlangsamt… Es ist dieses Verlangsamen, das die Platte ausmacht. Geradezu, als würde Lianne jeden einzelnen von uns dazu einladen, immer wieder von neuem hinzuhören, bis wir von der Tiefe ihrer Seele ganz vereinnahmt sind…





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