Die Alben

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Symphonien - Erschienen am 28. September 2018 | Tonkunstler Orchestra

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Symphonieorchester - Erschienen am 24. August 2018 | Sony Classical

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Symphonieorchester - Erschienen am 10. August 2018 | Warner Classics

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - Gramophone Record of the Month - Außergewöhnliche Tonaufnahmen
Auch wenn Leonard Bernstein einer der größten Dirigenten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war, so hat seine Aktivität als Interpret nie die des Komponisten überdeckt. Aber der weltweite und dauerhafte Erfolg der West Side Story hat ihn oft geärgert, weil dieser den Rest seines reichhaltigen und abwechslungsreichen Werkkatalogs in den Schatten stellte. Antonio Pappano hatte den guten Einfall, die drei Bernstein-Sinfonien in einem Album zusammenzustellen. Er hat dieses im Laufe mehrerer Konzerte mit seinem Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom aufgenommen, das unter seiner Leitung international bekannt geworden ist. Bernstein hatte zu diesem Ensemble, mit dem er regelmäßig zusammenarbeitete, ein besonders enges Verhältnis. Bernsteins erste Sinfonie, Jeremiah, stammt aus dem Jahr 1944. Er war damals 26 Jahre alt und schrieb im gleichen Jahr sein erstes Ballett für den Broadway, Fancy Free. Er mischte gerne die musikalischen Gattungen. Diese Praxis wurde zu seinem Markenzeichen und irritierte eine ganze Reihe misstrauischer Musikliebhaber, die nicht verstehen konnten, dass diese Dichotomie die Frucht seines Genies war. Diese erste, auf Hebräisch gesungene Sinfonie prangert das Grauen des Holocausts in Europa an. 1949 entstand The Age of Anxiety (Das Zeitalter der Angst), seine eigenartige, zweite Sinfonie nach einem langen und schwierigen Gedicht von W. H. Auden. Diese wegen ihres heiklen Klaviersolos selten gespielte Symphonie besteht aus einer Abfolge von "Themen und Variationen". Sie flirtet zu Beginn noch mit der europäischen Kunstmusik, insbesondere der von Prokofjew, um dann in einer synkopierten Sentimentalität nach Art der großen Hollywood-Filme zu enden. Die ausgezeichnete Pianistin Beatrice Rana (die für Warner Classics mit demselben Dirigenten ein sehr spannendes Zweites Klavierkonzert von Prokofjew sowie in jüngerer Zeit eine eher umstrittene Aufzeichnung der Goldberg-Variationen von J. S. Bach realisiert hat) erweist sich hier als brillante und überzeugende Interpretin. Die dritte Sinfonie, Kaddish, die 1963 geschrieben und dem Präsidenten Kennedy gewidmet wurde, ist zweifellos das persönlichste Werk dieser Trilogie. Die für Bernstein so typische, heterogene Musik begleitet ein aus seiner Feder stammender Text, der aufgrund seiner ikonoklastischen Arroganz einen Skandal ausgelöst hat - denn Bernstein erteilt Gott Ratschläge darüber, wie er die Menschen besser regieren sollte... Da er mit seinem Text unzufrieden war, hat der Komponist sein Werk mehrfach überarbeitet, um ihm die heute allgemein übliche Form zu geben. © François Hudry/Qobuz
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BläserKonzerte - Erschienen am 6. Juli 2018 | Chandos

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason
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Quintette - Erschienen am 6. Juli 2018 | BIS

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason
Welch ein Unterschied zwischen dem Ersten Bläserquintett, das der finnische Komponist 2006 für die Solisten des Orchesters von Turku in Finnland geschrieben hat und dem Zweiten, dass 2014 für die Solisten der Berliner Philharmoniker konzipiert wurde. Abgesehen davon, dass im Zweiten ab und zu das Piccolo anstelle der Flöte und das Englischhorn anstelle der Oboe verwendet wird, erscheint dieses letzte Werk weitausholend, lyrisch, melodisch, eigentlich klassischer als das Erste – ein bewegtes, lautes Werk, das aus heftigen Kontrasten und Stimmungswechseln besteht. Zur Erinnerung: Aho (geb. 1949) hat bei dem berühmten finnischen Meister Einojuhani Rautavaara und in Berlin bei Boris Blacher studiert. Wir verdanken ihm vor allem große Werke – er hat bisher siebzehn Sinfonien, fünf Opern, eine Reihe von Quintetten, Quartetten und viele weitere Stücke komponiert: sein Werkkatalog ist sehr beeindruckend. Seine Tonsprache weist neoklassische Züge auf, beruht auf einem soliden kontrapunktischen Fundament - manchmal mit einem Hauch von Ironie, so dass man ihn zum Beispiel als Nachfolger Schnittkes, Mahlers und natürlich seines Meisters Rautavaara betrachten kann. Es spielt das Bläserquintett der Berliner Philharmoniker. © SM/Qobuz
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Gesamtaufnahmen von Opern - Erschienen am 22. Juni 2018 | Decca Music Group Ltd.

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - Choc de Classica - Qobuzissime
Es gibt tatsächlich eine neue Partitur von Bernstein zu entdecken, nämlich die von Garth Edwin Sunderland bearbeitete kammermusikalische Fassung von A Quiet Place. Sie wurde zum ersten Mal durch den Dirigenten Kent Nagano im Konzertsaal der Maison Symphonique in Montréal aufgeführt und mitgeschnitten. Das letzte Bühnenwerk des amerikanischen Komponisten war 1983 in der Houston Grand Opera uraufgeführt worden. Es wurde anschließend durch den Librettisten Stephen Wadsworth und den Komponisten überarbeitet, der Passagen des Einakters Trouble in Tahiti von 1951 einfügte. Anschließend wurde die Oper noch zweimal uraufgeführt (an der Scala in Mailand und in Washington). 1986 leitete der Komponist selbst die Uraufführung einer weiteren – und diesmal endgültigen – Version an der Wiener Staatsoper. Dieses Werk ist in jeder Hinsicht faszinierend, eine Art zeitgenössisches Intermezzo von Strauss. Es spiegelt in der Einsamkeit und der Existenzkrise eines Ehepaares (Trouble in Tahiti) und später der ganzen Familie die amerikanische Gesellschaft wider. In der Struktur orientierte sich Bernstein an Mahler und schuf einen letzten Satz voll „würdevoller Noblesse“, der an die Dritte und Neunte Sinfonie seines verehrten Vorbilds erinnert. Wie so oft bei ihm bewirkt die Verwendung verschiedenster Stile (Jazz, Chor, Broadway, Mahler, Berg, Britten, Copland…) einen explosiven Mix, der eher zu einem musikalisch untermalten Gespräch als zur großen Oper passt. Aber paradoxerweise wird genau dadurch dieses Werk so besonders … und spannend. Sie können es mit seinem ehemaligen Schüler und Getreuen Kent Nagano an der Spitze ausgezeichneter Solisten neu entdecken und werden verstehen, wo der „stille Ort“ liegt, an dem „uns die Liebe Harmonie und Vergebung lehren wird“. © Franck Mallet/Qobuz
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Klassik - Erschienen am 15. Juni 2018 | Aparté

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Choc de Classica
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Klassik - Erschienen am 4. Mai 2018 | Chandos

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - Außergewöhnliche Tonaufnahmen
Absolute Jest, 2011 komponiert und kurz darauf überarbeitet, ist eines der unwiderstehlichsten Werke von John Adams. Der Komponist macht ganz ungeniert Anleihen bei Beethoven, bei den Streichquartetten, aber auch bei der Neunten Sinfonie, und liefert im Handumdrehen eine perfekt orchestrierte Partitur. Zusätzlich zum Streichquartett, welches das Werk zu einer Art Konzert macht, hat Adams dem Orchester eine Harfe und ein Klavier, beide mitteltönig gestimmt, beigefügt und dadurch das tonale und klangliche Bild verzerrt. Im letzten Satz wird übrigens Strawinsky mit seiner Sinfonie in drei Sätzen zitiert. Das hoch originelle Absolute Jest war ursprünglich für Michael Tilson Thomas und das San Francisco Orchestra komponiert worden (es hat im Sommer 2015 unsere Auszeichnung „Qobuzissime“ erhalten), aber offensichtlich kann man in jeder neuen Interpretation wieder andere Facetten entdecken. Dasselbe gilt auch für Naïve and Sentimental Music, das Adams für das Los Angeles Philharmonic geschrieben hatte (es gibt eine fantastische Aufnahme von Salonen bei Nonesuch). Ganz nebenbei, dieses Werk ist weder naiv noch sentimental, sondern vielmehr wild und originell. Der Titel stammt eindeutig von Schiller (Über naive und sentimentalische Dichtung), der laut seinen eigenen Worten Shakespeare und Homer zu den naiven Dichtern zählte. Unter diesen leicht ungewöhnlichen Klängen findet man eine elektrische Gitarre und ein mit einem Sampler verbundenes Klavier … © SM/Qobuz
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Violinkonzerte - Erschienen am 27. April 2018 | Nonesuch

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - Gramophone Editor's Choice
Das Violinkonzert von John Adams wurde 1994 uraufgeführt. Das Werk ist von einer erstaunlichen Virtuosität und zeichnet sich durch eine freudige Atmosphäre mit einer starken Rhythmik aus, die auf seine ursprüngliche Konzeption für das New York City Ballet hinweist. Der erste Satz erinnert mit seinen fließenden, schwer greifbaren Harmonien und seiner traumartigen Atmosphäre an das Konzert „Dem Andenken eines Engels“ von Alban Berg. Dem ansonsten klassisch besetzten Orchester wurden zusätzliche Schlagzeuge sowie zwei Synthesizer hinzugefügt, deren Klangfarben die traumartigen und fremden Klänge noch verstärken. Im Jahr dieser Uraufführung debütierte die Geigerin Leila Josefowicz (geb. 1977) in der Carnegie Hall mit dem Violinkonzert von Tschaikowsky mit Marriner und begann damit ihre internationale Karriere. Für eben diese Leila Josefowicz schrieb Adams seine dramatische Sinfonie für Violine und Orchester, Scheherazade.2 – wie ist die Welt doch klein. Zwischen der Solistin und dem Komponisten besteht eine starke Bindung. Daher kommt ihre Interpretation dem Konzept von Adams so nahe wie man sich nur vorstellen kann. © SM/Qobuz
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Symphonien - Erschienen am 20. April 2018 | ECM New Series

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - 5 Sterne Fono Forum Klassik
Pärt hat seine vier Sinfonien über einen Zeitraum von 45 Jahren, die ersten beiden zwischen 1964 und 1966, die dritte 1971 und die vierte erst 2008, geschrieben. Seine ersten Schritte in der Welt der Sinfonie waren von der Zwölftontechnik geprägt, auch wenn Pärt eventuell auftauchende tonale Pole, die bei zufälligen Begegnungen zwischen einzelnen Tönen und zusammenklingenden Harmonien entstanden, zuließ. Insgesamt blieb seine Tonsprache jedoch den modernistischen Prinzipien stark verbunden, auch wenn er nebenbei die alten Gattungen Präludium und Fuge oder auch die Polyphonie erforschte. Mit seiner Zweiten Sinfonie endete Pärts avantgardistische Phase. Von den 1970er Jahren an änderte Pärt seine Kompositionsweise von Grund auf, interessierte sich für mittelalterliche und religiöse Musik, verwarf in seiner Dritten Sinfonie die Zwölftonmusik und ihre Theorien völlig und entwickelte stattdessen eine tonale Schreibweise: melodisch und vor allem modal (entsprechend den alten Kirchentonarten). In Folge dieser persönlichen Revolution entwickelt Pärt seinen Tintinnabuli-Stil, den er in der Vierten Sinfonie anwendet. Diese ist für Streicher, Harfe und Schlagzeug konzipiert: eine weite meditative Welt, schwebend, irreal, nicht greifbar, von Grund auf tonal, in der sich die Entwicklungen von einem Phänomen zum anderen sehr langsam vollziehen, so dass der Hörer jeden einzelnen Moment genießen kann. © SM/Qobuz
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Kammermusik - Erschienen am 15. April 2018 | Arion

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Kammermusik - Erschienen am 13. April 2018 | NoMadMusic

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason
Selbstverständlich richtet sich ein Album mit der Gesamteinspielung der Sonaten für Solobratsche von Hindemith nicht an ein breites Publikum. Und trotzdem, was für eine herrliche Musik, streng und leicht zugleich, nach dem Bild des Komponisten, der unter der Fassade eines der Familie Addams entkommenen seinen zu Scherzen aufgelegten Geist versteckte, und neben seiner Liebe zu Modelleisenbahnen eine große Vorliebe für gutes Essen besaß. Die vier Sonaten werden hier in umgekehrter Reihenfolge ihrer Entstehung präsentiert: 1937, 1932, 1922 und 1919. Im Jahr 1919 entschied übrigens der Schott-Verlag spontan, den jungen, 24-jährigen Komponisten unter Vertrag zu nehmen, mit einem bemerkenswerten Gespür, auch wenn der immense Erfolg von Hindemith nur editoriale Gelüste wecken konnte. In dieser ersten Sonate befinden sich alle Elemente der Kunst des Meisters: formale Strenge und Kontrapunktierung, unwiderstehliche Rhythmen, immer ein Hauch von Ironie und Selbstironie und ein wunderbarer Sinn für das Thematische. Sein Vorbild hieß natürlich Bach, zumindest, was den Aufbau und die Durchführung der Komposition betrifft, auch wenn diese Musik ganz modern bleibt, oft sogar ihrer Zeit voraus. Ein kleines Detail für die letzte Sonate von 1937: Hindemith hat sie selbst aufgenommen und sich dabei einige Freiheiten gegenüber der gedruckten Partitur erlaubt. Die Bratschistin Ruth Killius hat sich dazu entschlossen, das Original wieder herzustellen, und nimmt sich ihre eigenen Freiheiten, statt die von Hindemith zu imitieren, von dem man weiß, dass er gerne spontan experimentierte… Killius, eine Schülerin von Ulrich Koch und Kim Kashkashian, ist Stammgast bei den Salzburger Festspielen, beim Orchester des 18. Jahrhunderts von Frans Brüggen, bei den Diapasons d’or und den Gramophone Awards, bei Beethoven, Elliott Carter, Isang Yun, Bruckner oder Bartók, und hat mit ihrem Mann Thomas Zehetmair das Zehetmair-Quartett gegründet, das weltweit mit allen erdenklichen Repertoires auftritt. © SM/Qobuz
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Instrumentalmusik - Erschienen am 6. April 2018 | PentaTone

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - 5 Sterne Fono Forum Klassik
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Symphonieorchester - Erschienen am 6. April 2018 | Chandos

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - Gramophone Editor's Choice
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Symphonien - Erschienen am 6. April 2018 | BIS

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Diapason d'or - Gramophone Editor's Choice - Außergewöhnliche Tonaufnahmen
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Symphonieorchester - Erschienen am 16. März 2018 | Printemps des Arts de Monte-Carlo

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Klaviersolo - Erschienen am 16. März 2018 | Printemps des Arts de Monte-Carlo

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason
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Duette - Erschienen am 23. Februar 2018 | Indésens

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 étoiles de Classica
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Symphonieorchester - Erschienen am 9. Februar 2018 | Ondine

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - Außergewöhnliche Tonaufnahmen
„Reise“ – diese Metapher wird oft verwendet, um die Musik des estnischen Komponisten Erkki-Sven Tüür (geboren 1959) zu beschreiben. Er bezeichnet sein Konzert für Viola Illuminatio als eine „Pilgerreise zum ewigen Licht“, und weist in seiner Achten Sinfonie auf die Bedeutung der Idee hin, „ständig unterwegs zu sein“. Damit wird viel über Dynamik, Wachstum und Entwicklung seiner Musik gesagt und um die Aussage noch etwas weiter zu fassen, kann man behaupten, dass Tüürs gesamte Karriere eine Art Reise ist. Während seiner beruflichen Laufbahn, seit den 1980er-Jahren, hat er seine musikalischen Idiome und Prinzipien ständig umgestaltet und korrigiert. Seine anspruchsvolle Reise hat… bei der Rockmusik begonnen, auch wenn er gleichzeitig am Konservatorium Flöte, Schlagzeug und Komposition studierte. Seit 1992 hat er sich als „Freelance“-Komponist niedergelassen. Zu Beginn seiner Karriere entwickelte er einen „polystilistischen“ Ansatz, der zwei einander anscheinend widersprechende, bzw. antagonistische Aspekte miteinander verband: Minimalismus und Tonalität auf der einen Seite, Modernismus auf der anderen in einer musikalischen Sprache, die aus Kontrasten und aus Synthese besteht. Zu Beginn des neuen Jahrhunderts hat er seine Kompositionsweise zu einer neuen Sprache hin verändert, bei der “die gesamte Komposition in einem Quellcode enthalten ist – einer Art Gen, das im Laufe seiner Entwicklung alle Punkte zu einem einzigen Gewebe verbindet, aus dem das Werk in seiner Gesamtheit entsteht.“ Alle auf dem vorliegenden Album enthaltenen Werke stammen aus dieser neuen Periode. Zu den Angelpunkten in Tüürs Werk gehört die Orchestermusik (darunter neun Sinfonien und zahlreiche Konzerte) sowie die Kammermusik und seine Vokalkompositionen. Während das Viola Concerto als Reise betrachtet werden kann, so ist Whistles and Whispers from Uluru („Pfeifen und Flüstern aus Uluru“) aus dem Jahr 2007 für Blockflöten und Kammerorchester von einem Land – Australien – und einem Klang – dem der Blockflöten inspiriert. Das Werk wurde vom Australian Chamber Orchestra für die Flötenvirtuosin Genevieve Lacey bestellt, die auf der vorliegenden Aufzeichnung alle Flöten spielt, von der Sopranino- bis zur Bassblockflöte, deren Klänge zum Teil elektronisch verändert wurden. Wenn ein Komponist nicht weniger als neun Sinfonien schreibt, so kann man daraus schlussfolgern, dass diese Gattung für ihn eine gewisse Bedeutung hat. Tüür versteht „sinfonisch“ im weitesten Sinn, nicht wie eine formal strenge Gattung, sondern eher als eine einzigartige und unabhängige Struktur für jedes seiner sinfonischen Werke. Seine neun Sinfonien bilden das Herzstück seiner Arbeit, von der ersten aus dem Jahr 1984 bis zur jüngsten von 2017. Die Achte aus dem Jahr 2010 wurde durch das Scottish Chamber Orchestra in Auftrag gegeben. Im Hinblick auf die Besetzung dieses Ensembles hat sich Tüür auf eine Instrumentierung eher in der Art einer „Sinfonietta“ als der einer großen Philharmonie beschränkt. Daher die allgemeine Struktur von oft kammermusikalischer Natur. © SM/Qobuz
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Gesamtaufnahmen von Opern - Erschienen am 9. Februar 2018 | Cypres

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 5 de Diapason - 4F de Télérama - Choc de Classica
Neunzehn Musiker im Orchestergraben, drei auf der Bühne, eine entschieden tonale Musik, die gezielt auf das Erbe von Strawinsky, Prokofjew, Martinů und Weill zurückgeht, ein französischer Text, der öfter deklamiert als gesungen wird – von französischsprachigen Sängern/Schauspielern angeführt von Stéphane Degout, Vincent Le Texier, Yann Beuron und Chloé Briot: diesen Rahmen hat Philippe Boesmans seiner jüngsten Oper Pinocchio gegeben, die uns hier in der Live-Aufnahme einer Aufführung in der Oper La Monnaie in Brüssel vorliegt. Das Libretto stammt von Joël Pommerat, der in einem Quasi-Melodrama von eineinviertel Stunden auf der Grundlage des im 19. Jh. sehr beliebten Modells die unglaubliche Vielfalt von Collodis Werk darstellen wollte, man muss sagen mit durchschlagendem Erfolg. Pommerat wollte nicht unbedingt einen rein opernhaften Pinocchio schreiben, sondern mit dem Brecht‘schen Verfremdungseffekt eine Oper in der Oper entstehen lassen, eine Art Theater im Theater, in dem sich Momente „realer“ Handlung und erzählende Beschreibungen dessen, was gerade passiert oder gleich passieren wird, abwechseln. Zweifellos ein wichtiges Werk der zeitgenössischen Szene, ein würdiges Pendant im 21. Jahrhundert zur Zauberflöte mit seiner märchenhaften, initiatorischen Welt aus falschem Schein, Prismen und verschiedenen Interpretationsebenen, kurz ein Meisterwerk. Man kann sich eigentlich nur wundern, dass das Thema seit seiner ersten Erscheinung 1881 nicht noch mehr Komponisten inspiriert hat. Nur Kino und Fernsehen (sowie der Zeichentrickfilm von Disney, der die Geschichte sehr verniedlicht) haben sich ernsthaft damit beschäftigt, mit einer einzigen Ausnahme: The Adventures of Pinocchio von Jonathan Dove aus dem Jahr 2007. © Marc Trautmann/Qobuz