Kategorie:
Warenkorb 0

Ihr Warenkorb ist leer

Iron Maiden|The Number of the Beast  (2015 Remaster)

The Number of the Beast (2015 Remaster)

Iron Maiden

Verfügbar in
logo Hi-Res
24-Bit 96.0 kHz - Stereo

Musik-Streaming

Hören Sie dieses Album mit unseren Apps in hoher Audio-Qualität

Testen Sie Qobuz kostenlos und hören Sie sich das Album an

Hören Sie dieses Album im Rahmen Ihres Streaming-Abonnements mit den Qobuz-Apps

Abonnement abschließen

Hören Sie dieses Album im Rahmen Ihres Streaming-Abonnements mit den Qobuz-Apps

Download

Kaufen Sie dieses Album und laden Sie es in verschiedenen Formaten herunter, je nach Ihren Bedürfnissen.

Nach fünf Jahren Auftritten in miesen Pubs, zahlreichen Mitgliederwechseln, zahllosen Streitereien und zwei Alben waren Iron Maiden Ende 1981 endlich da, wo sie Bandchef Steve Harris haben wollte: Kurz vor dem Durchbruch. Doch plagten den Bassisten zwei schwerwiegende Probleme: Er kam nicht mit dem Sänger zurecht und er hatte keinen einzigen neuen Song im Kasten. Paul Di'Anno war von Anfang an eine Notlösung gewesen, ein räudiger Bengel, der mit seiner gewalttätigen Ausstrahlung nicht so recht zum friedliebenden Harris passte. Auf dem starken Debüt "Iron Maiden" hatte er 1980 noch für Credibility gesorgt, schließlich war die Band zu Zeiten des Punk geboren, als harter Rock auf der Straße als Pussy-Musik galt. Doch auf dem Zweitling "Killers" (1981) war Di'Anno an seine Grenzen gestoßen. Was einerseits am wesentlich schwächeren Material lag, andererseits an der neuen Ausrichtung der Band. Punk war passé, Show war wieder in. Di'Anno fand das Maskottchen Eddie, mit dem er sich nun die Bühne teilen musste, einfach nur lächerlich. Dazu verfiel er dem Kokain. Er kam der Kündigung zuvor und verschwand bei einem Auftritt auf Nimmerwiedersehen von der Bühne. Sein Ersatz Bruce Dickinson war so ziemlich genau das Gegenteil: stark behaart, gebildet, mit der Stimmgewalt eines Opernsängers. Harris warb ihn kurzerhand bei Samson ab und setzte sich mit ihm hin, um vor der geplanten Aufnahmesession auf die Schnelle Lieder zu schreiben. Dickinson erwies sich sogleich als kongenialer Texter, auch wenn er in den Credits nur als 'moralischer Unterstützer' erwähnt wird. Offiziell war er noch Mitglied seiner alten Band, was zu vertraglichen Schwierigkeiten geführt hatte. Mit den Gitarristen Dave Murray und Adrian Smith sowie Schlagzeuger Clive Burr flogen Harris und Dickinson in die Karibik, um mit Produzent Martin Birch das dritte Maiden-Album aufzunehmen. Dass die ersten zwei Werke nur zum Aufwärmen gedient hatten, zeigt sich gleich beim Cover: War Maskottchen Eddie auf dem ersten Artwork noch ein verstrahlter Zombie mit Irokese und auf dem zweiten ein Massenmörder mit einer blutigen Axt, ist er hier der Fadenzieher des Teufels höchstpersönlich. Böser geht es nicht mehr, so die Botschaft auf der Vorderseite der Platte, die wie erwartet, hier und da für erboste Reaktionen sorgte, wie auch die Titel einiger Songs. Wer sich die Milchbubi-Gesichter der Bandmitglieder auf der Rückseite anschaute, dürfte aber auch damals schon beruhigt gewesen sein. Von diesen Jungs geht keinerlei Gefahr aus – höchstens fürs Trommelfell. Das Album, das Image und Sound der Band für immer definieren würde, beginnt ausgerechnet mit einem ihrer schwächsten Tracks überhaupt. Bass, Schlagzeug und Gitarren klingen so abgehackt, als handele es sich um eine Schülerband, Dickinson verpasst selbst im Studio seinen Einsatz. Kein Wunder, dass die Band das Stück live schon damals aussortierte, zusammen mit "Gangland" dem anderen Rohrkrepierer auf der Platte. Dass das wesentlich bessere "Total Eclipse" nur als B-Seite zum Einsatz kam, wurmt Harris heute noch. Ansonsten – wow. "Children Of The Damned" beginnt bedächtig und schraubt sich dann zu einer von Maidens besten Powerballaden hoch. "He's walking like a dead man, if he had lived he would have crucified us all", klagt Dickinson noch vor dem vereinten Solo von Murray und Smith, eines der einprägsamsten der Bandgeschichte. Hört sich an wie ein Horrorfilm – und ist es tatsächlich, denn den Titel lieh sich Harris bei einem ebensolchen Streifen aus. Filmreif auch "The Prisoner", mit einem Sample aus der gleichnamigen Fernsehserie, die Dickinson und Smith gerne schauten. Die 'bösen' Buben besuchen in "22, Acacia Avenue" einen Puff, wobei man die Geschichte der Hure Charlotte Paul Di'Anno, Dickinsons Vorgänger, eher abnahm. Eine lange Storyline, die 1980 mit "Charlotte The Harlot" begonnen hatte und mit "Hooks In You" (aus "No Prayer For The Dying", 1990) und "From Here To Eternity" ("Fear of the Dark", 1992) zwei weitere Fortsetzungen fand. Musikalisch solide Stücke, die den ersten Höhepunkt des Albums vorbereiten, jenes "Number Of The Beast", das in den USA zu Plattenzertrümmungen führte und Maiden den nie wirklich ernsthaften Ruf einbrachte, Satanisten zu sein. Zu Beginn darf Schauspieler Barry Clayton aus der Offenbarung des Johannes vorlesen. Eigentlich hatte sich die Band Horror-Superstar Vincent Price gewünscht, doch der hatte eine zu hohe Gage verlangt und war abgeblitzt. Der Text geht auf einen Alptraum von Bandleader Steve Harris zurück, den er passenderweise nach einem Horrorfilm hatte (und dazu noch einem ziemlich banalen, nämlich "Damien II"): Im Traum findet er heraus, dass der Teufel, Codename 666, die Welt übernommen hat. Er will davon rennen, doch unterliegt er der Faszination der 'singenden Massen' und tritt auf deren Seite über. Begleitet wird die simple Story mit effektiven Riffs, einem halsbrecherischen Tempo von Schlagzeug und Bass und Dickinson, der seine beeindruckende Stimme voll ausschöpft. Sein lang gezogener Schrei nach einer guten Minute ist nach wie vor ein Kernstück jedes Maiden-Konzerts. Und auch mit ein Grund, weshalb Zwischenersatz Blaze Bayley in den 90er Jahren bei den Fans kläglich scheiterte. Ein weiterer Maiden-Evergreen folgt auf dem Fuß. Schlagzeuger Clive Burr darf sich ein Denkmal setzen (beim folgenden Album wurde er von Nicko McBrain ersetzt), dann treibt Dickinson seine Mitstreiter in die epische Schlacht Indianer gegen Cowboys, in der er die Rolle der Indianer übernimmt und ihm nichts anderes übrig bleibt, als schleunigst das Feld zu räumen – "Run To The Hills" eben. Den epischen Abschluss bildet das zweite Stück Maidens, das bei keinem Konzert fehlen darf. Wieder ein horrorwürdiges Thema, diesmal die Geschichte in Ich-Form eines zum Tode Verurteilten auf seinem Weg zum Schafott. Live beginnt das Stück mit vier Schlägen auf dem Becken, hier mit einer Totenglocke. "The sands of time for me are running low" beklagt sich Dickinson zu Beginn. Das langgezogen 'looooooow' ist ein weiteres Muss bei jedem Konzert. In nur fünf Wochen aufgenommen und gemischt, hat das Album handwerkliche Schwächen, die einen Perfektionisten wie Harris nach wie vor schmerzen. So fehlt im eh schon schwachen "Gangland" eines der Soli – beim Abmischen war es einfach vergessen worden, und nun ist mitten im Song ein 15-sekündiges Schlagzeug/Bass-Intermezzo. Dennoch erreichte es Platz 1 der britischen Charts und etablierte Maiden als eine der Metal-Bands schlechthin. Einen Status, den sie sich im neuen Jahrtausend nach einer Schwächephase zurück erobert hat. Letztendlich ist das Album, wie auch die Bühnenshow, Kindergartenkram. Beim Hören kommt aber immer noch dieselbe Freude auf wie bei einem Kindergartenkind. Wenn bei Liveauftritten der Band die Totenglocke ertönt, bleibt auch nach über 30 Jahren keine Kehle still. Oder trocken.
© Laut

Weitere Informationen

The Number of the Beast (2015 Remaster)

Iron Maiden

launch qobuz app Ich habe die Qobuz Desktop-Anwendung für Windows / MacOS bereits heruntergeladen Öffnen

download qobuz app Ich habe die Qobuz Desktop-Anwendung für Windows / MacOS noch nicht heruntergeladen Downloaden Sie die Qobuz App

Kopieren Sie den folgenden Link, um das Album zu teilen

Sie hören derzeit Ausschnitte der Musik.

Hören Sie mehr als 70 Millionen Titel mit unseren Streaming-Abonnements

Hören Sie dieses Album und mehr als 70 Millionen weitere Titel im Rahmen Ihres Streaming-Abonnements mit unseren Apps.

1
Invaders (2015 Remaster)
00:03:23

Steve Harris, Bass Guitar, Writer - Dave Murray, Lead Guitar - Bruce Dickinson, Vocals - Martin Birch, Producer, Engineer - Iron Maiden, MainArtist - Adrian Smith, Lead Guitar - Nigel Hewitt-Green, SecondEngineer - Clive Burr, Drums - Ade Emsley, Remastering Engineer - Tony Newton, Remastering Engineer - Martin "Farmer" Birch, Producer, Engineer

© 1982 Iron Maiden LLP ℗ 1982, 2015 Iron Maiden LLP under exclusive license to Parlophone Records Ltd, a Warner Music Group Company (World ex. US) | 1982, 2015 Iron Maiden Holdings Ltd. Under exclusive license to Sanctuary Records Group Ltd., a BMG Company (United States)

2
Children of the Damned (2015 Remaster)
00:04:35

Steve Harris, Bass Guitar, Writer - Dave Murray, Lead Guitar - Bruce Dickinson, Vocals - Martin Birch, Producer, Engineer - Iron Maiden, MainArtist - Adrian Smith, Lead Guitar - Nigel Hewitt-Green, SecondEngineer - Clive Burr, Drums - Ade Emsley, Remastering Engineer - Tony Newton, Remastering Engineer - Martin "Farmer" Birch, Producer, Engineer

© 1982 Iron Maiden LLP ℗ 1982, 2015 Iron Maiden LLP under exclusive license to Parlophone Records Ltd, a Warner Music Group Company (World ex. US) | 1982, 2015 Iron Maiden Holdings Ltd. Under exclusive license to Sanctuary Records Group Ltd., a BMG Company (United States)

3
The Prisoner (2015 Remaster)
00:06:02

Steve Harris, Bass Guitar, Writer - Dave Murray, Lead Guitar - Bruce Dickinson, Vocals - Martin Birch, Producer, Engineer - Iron Maiden, MainArtist - Adrian Smith, Writer, Lead Guitar - Nigel Hewitt-Green, SecondEngineer - Clive Burr, Drums - Ade Emsley, Remastering Engineer - Tony Newton, Remastering Engineer - Martin "Farmer" Birch, Producer, Engineer

© 1982 Iron Maiden LLP ℗ 1982, 2015 Iron Maiden LLP under exclusive license to Parlophone Records Ltd, a Warner Music Group Company (World ex. US) | 1982, 2015 Iron Maiden Holdings Ltd. Under exclusive license to Sanctuary Records Group Ltd., a BMG Company (United States)

4
22 Acacia Avenue (2015 Remaster)
00:06:36

Steve Harris, Bass Guitar, Writer - Dave Murray, Lead Guitar - Bruce Dickinson, Vocals - Martin Birch, Producer, Engineer - Iron Maiden, MainArtist - Adrian Smith, Writer, Lead Guitar - Clive Burr, Drums - Ade Emsley, Remastering Engineer - Tony Newton, Remastering Engineer

© 1982 Iron Maiden LLP ℗ 1982, 2015 Iron Maiden LLP under exclusive license to Parlophone Records Ltd, a Warner Music Group Company (World ex. US) | 1982, 2015 Iron Maiden Holdings Ltd. Under exclusive license to Sanctuary Records Group Ltd., a BMG Company (United States)

5
The Number of the Beast (2015 Remaster)
00:04:50

Steve Harris, Composer, Bass Guitar, Writer - Dave Murray, Lead Guitar - Bruce Dickinson, Vocals - Martin Birch, Producer, Engineer - Iron Maiden, MainArtist - Adrian Smith, Lead Guitar - Clive Burr, Drums

© 1982 Iron Maiden LLP ℗ 1982, 2015 Iron Maiden LLP under exclusive license to Parlophone Records Ltd, a Warner Music Group Company (World ex. US) | 1982, 2015 Iron Maiden Holdings Ltd. Under exclusive license to Sanctuary Records Group Ltd., a BMG Company (United States)

6
Run to the Hills (2015 Remaster)
00:03:53

Steve Harris, Bass Guitar, Writer - Dave Murray, Lead Guitar - Bruce Dickinson, Vocals - Martin Birch, Producer, Engineer - Iron Maiden, MainArtist - Adrian Smith, Writer, Lead Guitar - Clive Burr, Drums

© 1982 Iron Maiden LLP ℗ 1982, 2015 Iron Maiden LLP under exclusive license to Parlophone Records Ltd, a Warner Music Group Company (World ex. US) | 1982, 2015 Iron Maiden Holdings Ltd. Under exclusive license to Sanctuary Records Group Ltd., a BMG Company (United States)

7
Gangland (2015 Remaster)
00:03:49

Steve Harris, Bass Guitar, Writer - Dave Murray, Lead Guitar - Bruce Dickinson, Vocals - Martin Birch, Producer, Engineer - Iron Maiden, MainArtist - Adrian Smith, Lead Guitar - Nigel Hewitt-Green, SecondEngineer - Clive Burr, Drums - Ade Emsley, Remastering Engineer - Tony Newton, Remastering Engineer - Martin "Farmer" Birch, Producer, Engineer

© 1982 Iron Maiden LLP ℗ 1982, 2015 Iron Maiden LLP under exclusive license to Parlophone Records Ltd, a Warner Music Group Company (World ex. US) | 1982, 2015 Iron Maiden Holdings Ltd. Under exclusive license to Sanctuary Records Group Ltd., a BMG Company (United States)

8
Hallowed Be Thy Name (2015 Remaster)
00:07:11

Steve Harris, Composer, Bass Guitar, Writer - Dave Murray, Lead Guitar - Bruce Dickinson, Vocals - Martin Birch, Producer, Engineer - Iron Maiden, MainArtist - Adrian Smith, Lead Guitar - Nigel Hewitt-Green, SecondEngineer - Clive Burr, Drums - Ade Emsley, Remastering Engineer - Tony Newton, Remastering Engineer - Martin "Farmer" Birch, Producer, Engineer

© 1982 Iron Maiden LLP ℗ 1982, 2015 Iron Maiden LLP under exclusive license to Parlophone Records Ltd, a Warner Music Group Company (World ex. US) | 1982, 2015 Iron Maiden Holdings Ltd. Under exclusive license to Sanctuary Records Group Ltd., a BMG Company (United States)

Albumbeschreibung

Nach fünf Jahren Auftritten in miesen Pubs, zahlreichen Mitgliederwechseln, zahllosen Streitereien und zwei Alben waren Iron Maiden Ende 1981 endlich da, wo sie Bandchef Steve Harris haben wollte: Kurz vor dem Durchbruch. Doch plagten den Bassisten zwei schwerwiegende Probleme: Er kam nicht mit dem Sänger zurecht und er hatte keinen einzigen neuen Song im Kasten. Paul Di'Anno war von Anfang an eine Notlösung gewesen, ein räudiger Bengel, der mit seiner gewalttätigen Ausstrahlung nicht so recht zum friedliebenden Harris passte. Auf dem starken Debüt "Iron Maiden" hatte er 1980 noch für Credibility gesorgt, schließlich war die Band zu Zeiten des Punk geboren, als harter Rock auf der Straße als Pussy-Musik galt. Doch auf dem Zweitling "Killers" (1981) war Di'Anno an seine Grenzen gestoßen. Was einerseits am wesentlich schwächeren Material lag, andererseits an der neuen Ausrichtung der Band. Punk war passé, Show war wieder in. Di'Anno fand das Maskottchen Eddie, mit dem er sich nun die Bühne teilen musste, einfach nur lächerlich. Dazu verfiel er dem Kokain. Er kam der Kündigung zuvor und verschwand bei einem Auftritt auf Nimmerwiedersehen von der Bühne. Sein Ersatz Bruce Dickinson war so ziemlich genau das Gegenteil: stark behaart, gebildet, mit der Stimmgewalt eines Opernsängers. Harris warb ihn kurzerhand bei Samson ab und setzte sich mit ihm hin, um vor der geplanten Aufnahmesession auf die Schnelle Lieder zu schreiben. Dickinson erwies sich sogleich als kongenialer Texter, auch wenn er in den Credits nur als 'moralischer Unterstützer' erwähnt wird. Offiziell war er noch Mitglied seiner alten Band, was zu vertraglichen Schwierigkeiten geführt hatte. Mit den Gitarristen Dave Murray und Adrian Smith sowie Schlagzeuger Clive Burr flogen Harris und Dickinson in die Karibik, um mit Produzent Martin Birch das dritte Maiden-Album aufzunehmen. Dass die ersten zwei Werke nur zum Aufwärmen gedient hatten, zeigt sich gleich beim Cover: War Maskottchen Eddie auf dem ersten Artwork noch ein verstrahlter Zombie mit Irokese und auf dem zweiten ein Massenmörder mit einer blutigen Axt, ist er hier der Fadenzieher des Teufels höchstpersönlich. Böser geht es nicht mehr, so die Botschaft auf der Vorderseite der Platte, die wie erwartet, hier und da für erboste Reaktionen sorgte, wie auch die Titel einiger Songs. Wer sich die Milchbubi-Gesichter der Bandmitglieder auf der Rückseite anschaute, dürfte aber auch damals schon beruhigt gewesen sein. Von diesen Jungs geht keinerlei Gefahr aus – höchstens fürs Trommelfell. Das Album, das Image und Sound der Band für immer definieren würde, beginnt ausgerechnet mit einem ihrer schwächsten Tracks überhaupt. Bass, Schlagzeug und Gitarren klingen so abgehackt, als handele es sich um eine Schülerband, Dickinson verpasst selbst im Studio seinen Einsatz. Kein Wunder, dass die Band das Stück live schon damals aussortierte, zusammen mit "Gangland" dem anderen Rohrkrepierer auf der Platte. Dass das wesentlich bessere "Total Eclipse" nur als B-Seite zum Einsatz kam, wurmt Harris heute noch. Ansonsten – wow. "Children Of The Damned" beginnt bedächtig und schraubt sich dann zu einer von Maidens besten Powerballaden hoch. "He's walking like a dead man, if he had lived he would have crucified us all", klagt Dickinson noch vor dem vereinten Solo von Murray und Smith, eines der einprägsamsten der Bandgeschichte. Hört sich an wie ein Horrorfilm – und ist es tatsächlich, denn den Titel lieh sich Harris bei einem ebensolchen Streifen aus. Filmreif auch "The Prisoner", mit einem Sample aus der gleichnamigen Fernsehserie, die Dickinson und Smith gerne schauten. Die 'bösen' Buben besuchen in "22, Acacia Avenue" einen Puff, wobei man die Geschichte der Hure Charlotte Paul Di'Anno, Dickinsons Vorgänger, eher abnahm. Eine lange Storyline, die 1980 mit "Charlotte The Harlot" begonnen hatte und mit "Hooks In You" (aus "No Prayer For The Dying", 1990) und "From Here To Eternity" ("Fear of the Dark", 1992) zwei weitere Fortsetzungen fand. Musikalisch solide Stücke, die den ersten Höhepunkt des Albums vorbereiten, jenes "Number Of The Beast", das in den USA zu Plattenzertrümmungen führte und Maiden den nie wirklich ernsthaften Ruf einbrachte, Satanisten zu sein. Zu Beginn darf Schauspieler Barry Clayton aus der Offenbarung des Johannes vorlesen. Eigentlich hatte sich die Band Horror-Superstar Vincent Price gewünscht, doch der hatte eine zu hohe Gage verlangt und war abgeblitzt. Der Text geht auf einen Alptraum von Bandleader Steve Harris zurück, den er passenderweise nach einem Horrorfilm hatte (und dazu noch einem ziemlich banalen, nämlich "Damien II"): Im Traum findet er heraus, dass der Teufel, Codename 666, die Welt übernommen hat. Er will davon rennen, doch unterliegt er der Faszination der 'singenden Massen' und tritt auf deren Seite über. Begleitet wird die simple Story mit effektiven Riffs, einem halsbrecherischen Tempo von Schlagzeug und Bass und Dickinson, der seine beeindruckende Stimme voll ausschöpft. Sein lang gezogener Schrei nach einer guten Minute ist nach wie vor ein Kernstück jedes Maiden-Konzerts. Und auch mit ein Grund, weshalb Zwischenersatz Blaze Bayley in den 90er Jahren bei den Fans kläglich scheiterte. Ein weiterer Maiden-Evergreen folgt auf dem Fuß. Schlagzeuger Clive Burr darf sich ein Denkmal setzen (beim folgenden Album wurde er von Nicko McBrain ersetzt), dann treibt Dickinson seine Mitstreiter in die epische Schlacht Indianer gegen Cowboys, in der er die Rolle der Indianer übernimmt und ihm nichts anderes übrig bleibt, als schleunigst das Feld zu räumen – "Run To The Hills" eben. Den epischen Abschluss bildet das zweite Stück Maidens, das bei keinem Konzert fehlen darf. Wieder ein horrorwürdiges Thema, diesmal die Geschichte in Ich-Form eines zum Tode Verurteilten auf seinem Weg zum Schafott. Live beginnt das Stück mit vier Schlägen auf dem Becken, hier mit einer Totenglocke. "The sands of time for me are running low" beklagt sich Dickinson zu Beginn. Das langgezogen 'looooooow' ist ein weiteres Muss bei jedem Konzert. In nur fünf Wochen aufgenommen und gemischt, hat das Album handwerkliche Schwächen, die einen Perfektionisten wie Harris nach wie vor schmerzen. So fehlt im eh schon schwachen "Gangland" eines der Soli – beim Abmischen war es einfach vergessen worden, und nun ist mitten im Song ein 15-sekündiges Schlagzeug/Bass-Intermezzo. Dennoch erreichte es Platz 1 der britischen Charts und etablierte Maiden als eine der Metal-Bands schlechthin. Einen Status, den sie sich im neuen Jahrtausend nach einer Schwächephase zurück erobert hat. Letztendlich ist das Album, wie auch die Bühnenshow, Kindergartenkram. Beim Hören kommt aber immer noch dieselbe Freude auf wie bei einem Kindergartenkind. Wenn bei Liveauftritten der Band die Totenglocke ertönt, bleibt auch nach über 30 Jahren keine Kehle still. Oder trocken.
© Laut

Informationen zu dem Album

Verbessern Sie diese Seite

Qobuz logo Warum Musik bei Qobuz kaufen?

Aktuelle Sonderangebote...

A Rush of Blood to the Head

Coldplay

Parachutes

Coldplay

Parachutes Coldplay

Everyday Life

Coldplay

Everyday Life Coldplay

Ghost Stories

Coldplay

Ghost Stories Coldplay
Mehr auf Qobuz
Von Iron Maiden

Senjutsu

Iron Maiden

Senjutsu Iron Maiden

Nights of the Dead, Legacy of the Beast: Live in Mexico City

Iron Maiden

Fear of the Dark

Iron Maiden

Fear of the Dark Iron Maiden

Seventh Son of a Seventh Son

Iron Maiden

Stratego

Iron Maiden

Stratego Iron Maiden

Playlists

Das könnte Ihnen auch gefallen...

Hard Skool

Guns N' Roses

Hard Skool Guns N' Roses

1984

Van Halen

1984 Van Halen

Appetite For Destruction (Super Deluxe) - 192 kHz

Guns N' Roses

Use Your Illusion I

Guns N' Roses

Use Your Illusion I Guns N' Roses

ABSUЯD

Guns N' Roses

ABSUЯD Guns N' Roses
Panorama-Artikel...
Metallica und der Weg in Richtung Mainstream

Mit 125 Millionen verkauften Alben weltweit, darunter ca. 30 Millionen Exemplare des "Black Album", ist Metallica eines der überraschendsten Phänomene der Popmusik in den letzten 50 Jahren. Wie hat es eine Metal-Band mit ihren komplizierten Songs geschafft, sich auf die Höhe von Madonna oder Michael Jackson hinaufzuschwingen? Durch Intuition und Entschlossenheit. Ein Blick zurück auf die Anfänge der wichtigsten Metal-Band der Geschichte.

Alice Cooper scheut keine Gefahr

Alice Coopers Werdegang ist vor allem ein besonderer Fall von gespaltener Persönlichkeit. Ähnlich wie in „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ hat sich der Sänger Vincent Furnier dem Showman Alice Cooper unterworfen. Wie er selbst eingesteht, bleibt derjenige, der in den Interviews immer in der dritten Person von Alice spricht, in seinem Privatleben ein durchaus einfacher und normaler Mensch, der mit diesen zahllosen ausschweifenden und provozierenden Bühnenauftritten wenig zu tun hat. Seine ganze vierundfünfzigjährige Karriere hindurch lässt sich angesichts seiner zahlreichen stilistischen Varianten außerdem eine gewisse Schizophrenie beobachten. Zwar wird ihm die Erfindung des Schock-Rock gutgeschrieben, er hat aber alles, oder fast alles mit mehr oder weniger viel Erfolg ausprobiert. Vom Pop, über den Heavy Metal, New Wave oder Industrial bis hin zu den Anfängen des Hardrock…

MTV: Video Killed the Radio Star

Seit dem allerersten Video – zu "Video Killed the Radio Star" von den Buggles –, das am 1. August 1981 um Mitternacht ausstrahlt wurde, etablierte sich MTV in den 1980er und 90er Jahren als treibende Kraft in der Musikszene. MTV unterstützte One-Hit-Wonder, ließ manche Karrieren wiederaufleben (und stempelte andere als Versager ab) und machte aus Bands, die vom Radio weitgehend ignoriert worden waren, Superstars. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Senders werfen wir einen Blick zurück auf die Songs, die MTV in seinen Anfangsjahren beliebt gemacht hatten.

Aktuelles...