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Elliott Smith - New Moon

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New Moon

Elliott Smith

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Kein Singer/Songwriter hat mich neben Nick Drake so berührt wie Elliott Smith. Er verstand es wie kaum ein anderer, schmerzlich-zärtliche Lieder in ergreifende Melodien zu packen. Der Multi-Instrumentalist begleitete diese zumeist mit fantastischem Fingerpicking und trug sie mit sanft-brüchiger Stimme vor. Das trug zu einer manchmal verstörenden Unmittelbarkeit seiner Songs bei, in die der Musiker sein Innerstes legte, einfach so, weil er nicht anders konnte. Schwermut und Melancholie waren immer mit im Spiel und fester Bestandteil des musikalischen Schaffens des Amerikaners. Das alles gibt es nicht mehr, seit Smith 2003 34-jährig auf tragische Weise ums Leben kam. Nun bin ich immer skeptisch, wenn ich von einer Zusammenstellung bisher unveröffentlichter Songs eines Musikers höre, handelt es sich dabei doch allzu oft um musikalische Merkwürdigkeiten und Skurrilitäten verminderter Qualität, denen nur der ergebene Fan etwas abgewinnen kann. Im Falle des mit einem ausführlichen Booklet ausgestatteten posthum-Album "New Moon" liegen die Dinge anders. Die Doppel-CD beinhaltet 24 Songs, die in der Zeit von 1994 und 1997 während den Aufnahme-Sessions zu "Elliott Smith" und "Either/ Or" entstanden sind. Freund und Archivar Larry Crane hat die Songs sauber produziert und, wenn nötig, behutsam überarbeitet und zu einem runden Ganzen zusammengefasst. Jedes dieser Lieder hätte sich auch nahtlos in ein reguläres Smith-Album eingefügt. Die meisten Songs hat Smith mit einem 4- oder 8-Spur-Aufnahmegerät eingespielt, die Instrumentierung ist weitgehend karg und auf eine Gitarre reduziert, was im Elliott Smith-Universum aber keine Besonderheit darstellt. Mit "See You Later" und "Half Right" sind zwei Stücke aus seiner Zeit mit der Band Heatmiser dabei, mit "Thirteen" von Big Star eine Coverversion und eine frühe Version von "Miss Misery", das ihm 1998 eine Oskar-Nominierung für den besten Film-Song in Gus van Sants "Good Will Hunting" einbringen sollte. Zwei weitere Tracks sind bereits auf Compilations erschienen, "Pretty Mary K" existiert schon in einer anderen Fassung; alle anderen Tracks sind Erstveröffentlichungen. Und die offenbaren noch einmal die ganze Größe dieses einzigartigen, introvertierten Songwriters. Ich staune über die wunderbare Melodik von Nummern wie "Angel In The Snow", "New Monkey", "Looking Over My Shoulder" oder das verhalten optimistische "All Cleaned Out" und wundere mich, dass diese Songs keinen Platz auf einem seiner Alben gefunden haben. Andere gäben ihre Seele für solche Lieder. Und immer wieder dieser gedoppelte Gesang wie in "First Timer" oder "Go By", der eine unwiderstehliche, ergreifende Faszination ausübt. Da ist zudem das betörende, mit Keyboardklängen unterlegte "Either/Or", die vielseitigen und grandios gespielten Tracks "Almost Over" und "Big Decision" und das folkige "Georgia, Georgia" das mit dem "What a plan, suicide"-Text Diskussionen über das Ableben Smiths entfachen wird. So geht das auf qualitativ hohem Niveau weiter, es findet sich kein Stück, das dem Fluss des Albums abträglich ist. Für Fans ist diese äußerst gelungene und zeitlose Zusammenstellung mit 24 traurig schimmernden Perlen sowieso ein Muss, für alle anderen ein geeigneter Einstieg, sich die musikalische Frühphase dieses zu früh verstorbenen, melancholischen Indie-Helden anzueignen. Danke, Elliott. Ein Teil der Einnahmen von "New Moon" geht übrigens an eine soziale Einrichtung in Portland, die obdachlose Kinder und verarmte Erwachsene unterstützt. Nur ein weiterer Grund, sich "New Moon" zuzulegen.
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1
Angel in the Snow
00:02:38

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

2
Talking to Mary
00:03:42

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

3
High Times
00:03:11

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

4
New Monkey
00:03:12

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

5
Looking Over My Shoulder
00:03:39

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

6
Going Nowhere
00:03:51

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

7
Riot Coming
00:03:43

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

8
All Cleaned Out
00:02:57

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

9
First Timer
00:02:41

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

10
Go By
00:03:46

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

11
Miss Miserly Early version
00:02:56

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

12
Thirteen
00:02:43

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

DISC 2

1
Georgia, Georgia
00:01:46

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

2
Whatever (Folk Song in C)
00:02:17

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

3
Big Decision
00:02:00

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

4
Placeholder
00:02:30

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

5
New Disaster
00:04:10

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

6
Seen How Things Are Hard
00:03:21

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

7
Fear City
00:03:29

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

8
Either / Or
00:02:27

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

9
Pretty Mary K Other version
00:03:24

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

10
Almost Over
00:02:11

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

11
See You Later
00:02:54

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

12
Half Right
00:03:50

Elliott Smith, interprète

2007 Domino Recording Co Ltd

Albumbeschreibung

Kein Singer/Songwriter hat mich neben Nick Drake so berührt wie Elliott Smith. Er verstand es wie kaum ein anderer, schmerzlich-zärtliche Lieder in ergreifende Melodien zu packen. Der Multi-Instrumentalist begleitete diese zumeist mit fantastischem Fingerpicking und trug sie mit sanft-brüchiger Stimme vor. Das trug zu einer manchmal verstörenden Unmittelbarkeit seiner Songs bei, in die der Musiker sein Innerstes legte, einfach so, weil er nicht anders konnte. Schwermut und Melancholie waren immer mit im Spiel und fester Bestandteil des musikalischen Schaffens des Amerikaners. Das alles gibt es nicht mehr, seit Smith 2003 34-jährig auf tragische Weise ums Leben kam. Nun bin ich immer skeptisch, wenn ich von einer Zusammenstellung bisher unveröffentlichter Songs eines Musikers höre, handelt es sich dabei doch allzu oft um musikalische Merkwürdigkeiten und Skurrilitäten verminderter Qualität, denen nur der ergebene Fan etwas abgewinnen kann. Im Falle des mit einem ausführlichen Booklet ausgestatteten posthum-Album "New Moon" liegen die Dinge anders. Die Doppel-CD beinhaltet 24 Songs, die in der Zeit von 1994 und 1997 während den Aufnahme-Sessions zu "Elliott Smith" und "Either/ Or" entstanden sind. Freund und Archivar Larry Crane hat die Songs sauber produziert und, wenn nötig, behutsam überarbeitet und zu einem runden Ganzen zusammengefasst. Jedes dieser Lieder hätte sich auch nahtlos in ein reguläres Smith-Album eingefügt. Die meisten Songs hat Smith mit einem 4- oder 8-Spur-Aufnahmegerät eingespielt, die Instrumentierung ist weitgehend karg und auf eine Gitarre reduziert, was im Elliott Smith-Universum aber keine Besonderheit darstellt. Mit "See You Later" und "Half Right" sind zwei Stücke aus seiner Zeit mit der Band Heatmiser dabei, mit "Thirteen" von Big Star eine Coverversion und eine frühe Version von "Miss Misery", das ihm 1998 eine Oskar-Nominierung für den besten Film-Song in Gus van Sants "Good Will Hunting" einbringen sollte. Zwei weitere Tracks sind bereits auf Compilations erschienen, "Pretty Mary K" existiert schon in einer anderen Fassung; alle anderen Tracks sind Erstveröffentlichungen. Und die offenbaren noch einmal die ganze Größe dieses einzigartigen, introvertierten Songwriters. Ich staune über die wunderbare Melodik von Nummern wie "Angel In The Snow", "New Monkey", "Looking Over My Shoulder" oder das verhalten optimistische "All Cleaned Out" und wundere mich, dass diese Songs keinen Platz auf einem seiner Alben gefunden haben. Andere gäben ihre Seele für solche Lieder. Und immer wieder dieser gedoppelte Gesang wie in "First Timer" oder "Go By", der eine unwiderstehliche, ergreifende Faszination ausübt. Da ist zudem das betörende, mit Keyboardklängen unterlegte "Either/Or", die vielseitigen und grandios gespielten Tracks "Almost Over" und "Big Decision" und das folkige "Georgia, Georgia" das mit dem "What a plan, suicide"-Text Diskussionen über das Ableben Smiths entfachen wird. So geht das auf qualitativ hohem Niveau weiter, es findet sich kein Stück, das dem Fluss des Albums abträglich ist. Für Fans ist diese äußerst gelungene und zeitlose Zusammenstellung mit 24 traurig schimmernden Perlen sowieso ein Muss, für alle anderen ein geeigneter Einstieg, sich die musikalische Frühphase dieses zu früh verstorbenen, melancholischen Indie-Helden anzueignen. Danke, Elliott. Ein Teil der Einnahmen von "New Moon" geht übrigens an eine soziale Einrichtung in Portland, die obdachlose Kinder und verarmte Erwachsene unterstützt. Nur ein weiterer Grund, sich "New Moon" zuzulegen.
© Laut

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