Qobuz Store wallpaper
Kategorie:
Warenkorb 0

Ihr Warenkorb ist leer

MGMT|Little Dark Age (Matthew Dear Album Remix) (Matthew Dear Remix)

Little Dark Age (Matthew Dear Album Remix) (Matthew Dear Remix)

MGMT

Verfügbar in
16-Bit CD Quality 44.1 kHz - Stereo

Musik-Streaming

Hören Sie dieses Album mit unseren Apps in hoher Audio-Qualität

Testen Sie Qobuz kostenlos und hören Sie sich das Album an

Hören Sie dieses Album im Rahmen Ihres Streaming-Abonnements mit den Qobuz-Apps

Abonnement abschließen

Hören Sie dieses Album im Rahmen Ihres Streaming-Abonnements mit den Qobuz-Apps

Download nicht verfügbar

Eigentlich ist es ein kleines Wunder, dass MGMT immer noch bei Columbia Records unter Vertrag stehen. Entweder haben die Label-Menschen das Duo aus Brooklyn einfach irgendwie gern, oder Andrew VanWyngarden und Ben Goldwasser haben ihre Seelen schon lange an die oberste Instanz der Illuminaten-Echsenmenschen aus Hohlerde verkauft. Anders lässt sich kaum erklären, dass sie auch nach zwei experimentellen, formlosen Hipster's-Wet-Dream-Platten ohne jegliche kommerzielle Ambition auf den Mainstream-Durchbruch immer noch nicht vom Major-Hof gejagt worden sind. Ausgerechnet Donald Trump soll MGMT jetzt zurück zur Popmusik bringen. "Little Dark Age" heißt das neue, zynische und tatsächlich deutlich griffigere Album der Band, die drei Jahre nach der eher durchwachsenen Self-Titled LP eine beeindruckende Rückkehr zu alter Form hinlegt. Popmusik, das ist hier allerdings auch eher relativ zu verstehen. Dass MGMT 2018 neben Acts wie Ed Sheeran oder Halsey spielen werden, das erwartet ja auch keiner. Trotzdem fühlt sich "Little Dark Age" so rhythmisch und strukturiert an, wie die Band zuletzt auf "Oracular Spectacular" geklungen hat. Das typische Neopsychedelia-Reportoire mit Anleihen aus den späten Sechzigern reichern MGMT mit Synth Pop-Bombast an, der seltsam deutlich auf so manchen New Wave-Act der Achtziger zu verweisen scheint. Der Titeltrack nimmt eine fantastische analoge Bassline und schustert einen Refrain darauf, der dem Pop-Appel der "Electric Feel"-Tage nur in der gewissen Sturköpfigkeit nachsteht, einen zertifizierten Hit nicht ohne subversiven Rückverweis an Kraftwerk und The Cure veröffentlichen zu können. Es gibt eine ganze Reihe bemerkenswerter Momente über die knapp vierzigminütige Laufzeit des Projekts. "Days That Got Away" fährt eine ganze Parade an Geräuschen auf, wie sie müde und melancholische Roboter in einem von Aphex Twin gedrehten Steampunk-Film aus dem Jahre 2048 machen würden, um sie gegen eine schlichte, organische Bassgitarre auszuspielen. Opener "She Works Out Too Much" klingt dagegen quirlig und klamaukig, hat fast etwas von dem guten Vaporwave-Material unserer Zeit. Musik, um sich ironisch die Haare zu shampoonieren. Man kann an dieser Stelle die Vergleichspunkte und möglichen Referenzen nach Belieben in den Raum werfen. Alles hat etwas von allem, so ganz falsch wird auch nichts sein. "Me And Michael" klingt wie Wham! auf MDMA, "TSLAMP" samplet Michael Jacksons "Stranger in Moscow" zu einer synthetischen Ballade über die Schattenseiten moderner Zeiten. Gerade letzteres Motiv taucht immer wieder auf: Übersättigung von Swipes und Likes, Beklommenheit über all die am Handy verlorene Zeit. Was anno 2018 wie abgedroschenes Technologie-Bashing klingen könnte, nimmt im Kontext von "Little Dark Age" eine ganz andere Rolle ein. MGMT beantworten den politischen Status Quo der Vereinigten Staaten mit ihrem bis dato zynischsten Album. Kein sperriger Anti-Trump-Protestsong, viel mehr tausend kleine Sticheleien gegen den Zeitgeist. Absurdistische Gedanken über das Sterben und die Liebe wechseln sich mit polternden Binsenweisheiten über Smartphones und Workouts ab, großer Weltschmerz suhlt sich im kleinen Drama. Als wolle man Aktivismus und Passivität von Popmusik gleichzeitig vor den Zug werfen, während sich der Sound selbst in einer nostalgischen Spirale der Referenz an vergangene Zeiten im Kreis dreht. Tracks wie "When You Die" oder "When You're Small" - letzteres fühlt sich ein wenig wie ein komprimierter Throwback auf das "Congratulations"-Herzstück "Sibirian Breaks" an – finden in einem Beach Boy-esken Stadium der psychedelischen Popmusik statt, aber selbst die Ästhetik des Acidtrips durchdringt auf "Little Dark Age" eine gewisse postmoderne Ironie. Man kann ja auch gar nichts einfach mal in Ruhe lassen: "I'm not that nice, I'm mean and I'm evil / Don't call me nice, I'm gonna eat your heart out / I got some work to do", heißt es zum Beispiel auf "When You Die". Muss man alles nicht so ganz verstehen, kann man vermutlich auch gar nicht. Die zehn Anspielstationen fangen dahingehend ziemlich genau ein, wie sich Leben in 2018 ohnehin anfühlt: laut, chaotisch, alle brüllen durcheinander und niemand weiß so genau, was eigentlich passiert. MGMT wirken im Tohuwabohu ihres eigenen Schaffens mehr im Einklang mit sich selbst als je zuvor. Absolut nicht Pop, aber trotzdem Pop, haareraufend Hipster und damit okay, musikalisch anspruchsvoll und voller kleiner Referenzen, aber doch intuitiv und eingängig. Verkopfte Nerd-Musik und sofortiger Spaßfaktor passieren dieses Mal endlich gleichzeitig. "Little Dark Age" nimmt den Groove von "Oracular Spectacular" und den Anspruch von "Congratulations" und liefert endlich genau das MGMT-Album, auf das Fans die ganze Zeit gewartet haben.
© Laut

Weitere Informationen

Little Dark Age (Matthew Dear Album Remix) (Matthew Dear Remix)

MGMT

launch qobuz app Ich habe die Qobuz Desktop-Anwendung für Windows / MacOS bereits heruntergeladen Öffnen

download qobuz app Ich habe die Qobuz Desktop-Anwendung für Windows / MacOS noch nicht heruntergeladen Downloaden Sie die Qobuz App

Kopieren Sie den folgenden Link, um das Album zu teilen

Sie hören derzeit Ausschnitte der Musik.

Hören Sie mehr als 70 Millionen Titel mit unseren Streaming-Abonnements

Hören Sie dieses Album und mehr als 70 Millionen weitere Titel im Rahmen Ihres Streaming-Abonnements mit unseren Apps.

1
She Works Out Too Much (Matthew Dear Remix)
00:03:53

Andrew VanWyngarden, Composer, Lyricist, Drums, Programmer, Synthesizer, Vocal - Ben Goldwasser, Composer, Programmer, Bass, Synthesizer, Background Vocal - Dave Fridmann, Producer, Engineer, Mixing Engineer - Patrick Wimberly, Producer, Engineer - Matthew Dear, Re-Mixer - Miles Benjamin Anthony Robinson, Engineer - MGMT, Producer, Engineer, MainArtist, AssociatedPerformer - Ariel Pink, Synthesizer, Background Vocal - Danny Meyer, Saxophone - Cellars, Vocal - Matt Estep, Assistant Engineer - Celso A. Estrada, Assistant Engineer - Tyler Karmen, Assistant Engineer - Josh Da Costa, Drums - Eric Lagg, Mastering Engineer

(P) 2018 Columbia Records, a Division of Sony Music Entertainment

2
Little Dark Age (Matthew Dear Remix)
00:02:17

Andrew VanWyngarden, Composer, Lyricist, Programmer, Synthesizer, Vocal - Ben Goldwasser, Composer, Programmer, Synthesizer - Dave Fridmann, Producer, Engineer, Mixing Engineer - Patrick Wimberly, Producer, Engineer - James Richardson, Bass - Matthew Dear, Re-Mixer - Miles Benjamin Anthony Robinson, Engineer - MGMT, Producer, Engineer, MainArtist, AssociatedPerformer - Matt Estep, Assistant Engineer - Celso A. Estrada, Assistant Engineer - Tyler Karmen, Assistant Engineer - Eric Lagg, Mastering Engineer

(P) 2018 Columbia Records, a Division of Sony Music Entertainment

3
When You Die (Matthew Dear Remix)
00:04:03

Andrew VanWyngarden, Composer, Lyricist, Guitar, Percussion, Vocal - Ben Goldwasser, Composer, Flute, Synthesizer, Vocal - Dave Fridmann, Producer, Engineer, Mixing Engineer - Patrick Wimberly, Producer, Engineer, Percussion - Matthew Dear, Re-Mixer - Miles Benjamin Anthony Robinson, Engineer - MGMT, Producer, Engineer, MainArtist, AssociatedPerformer - Sébastien Tellier, Background Vocal - Ariel Pink, Composer, Lyricist, Guitar, Background Vocal - Connan Mockasin, Background Vocal - Matt Estep, Assistant Engineer - Celso A. Estrada, Assistant Engineer - Tyler Karmen, Assistant Engineer - Eric Lagg, Mastering Engineer

(P) 2018 Columbia Records, a Division of Sony Music Entertainment

4
Me and Michael (Matthew Dear Remix)
00:08:26

Andrew VanWyngarden, Composer, Lyricist, Drums, Guitar, Programmer, Synthesizer, Vocal - Ben Goldwasser, Composer, Programmer, Synthesizer - Dave Fridmann, Producer, Engineer, Mixing Engineer - Patrick Wimberly, Producer, Engineer, Vocal - Matthew Dear, Re-Mixer - Miles Benjamin Anthony Robinson, Engineer - MGMT, Producer, Engineer, MainArtist, AssociatedPerformer - Matt Estep, Assistant Engineer - Celso A. Estrada, Assistant Engineer - Tyler Karmen, Assistant Engineer - Eric Lagg, Mastering Engineer

(P) 2018 Columbia Records, a Division of Sony Music Entertainment

5
TSLAMP (Matthew Dear Remix)
00:06:05

Andrew VanWyngarden, Composer, Lyricist, Drums, Guitar, Bass, Synthesizer, Vocal - Ben Goldwasser, Composer, Synthesizer - Dave Fridmann, Producer, Engineer, Mixing Engineer - Patrick Wimberly, Producer, Engineer - James Richardson, Composer, Synthesizer - Matthew Dear, Re-Mixer - Miles Benjamin Anthony Robinson, Engineer - MGMT, Producer, Engineer, MainArtist, AssociatedPerformer - Matt Estep, Assistant Engineer - Celso A. Estrada, Assistant Engineer - Tyler Karmen, Assistant Engineer - Eric Lagg, Mastering Engineer

(P) 2018 Columbia Records, a Division of Sony Music Entertainment

6
James (Matthew Dear Remix)
00:02:19

Andrew VanWyngarden, Composer, Lyricist, Drums, Vocal - Ben Goldwasser, Composer, Programmer, Synthesizer - Dave Fridmann, Producer, Engineer, Mixing Engineer - Patrick Wimberly, Producer, Engineer - James Richardson, French Horn - Matthew Dear, Re-Mixer - Miles Benjamin Anthony Robinson, Engineer - MGMT, Producer, Engineer, MainArtist, AssociatedPerformer - Matt Estep, Assistant Engineer - Celso A. Estrada, Assistant Engineer - Tyler Karmen, Assistant Engineer - Eric Lagg, Mastering Engineer

(P) 2018 Columbia Records, a Division of Sony Music Entertainment

7
Days That Got Away (Matthew Dear Remix)
00:02:18

Andrew VanWyngarden, Composer, Lyricist, Percussion, Bass, Vocal - Ben Goldwasser, Composer, Organ, Programmer - Dave Fridmann, Producer, Engineer, Mixing Engineer - Patrick Wimberly, Producer, Engineer, Percussion, Bass - James Richardson, Guitar, Recorder, Synthesizer - Matthew Dear, Re-Mixer - Miles Benjamin Anthony Robinson, Engineer - MGMT, Producer, Engineer, MainArtist, AssociatedPerformer - Connan Mockasin, Composer, Guitar - Jonathan Patrick Wimberly, Composer - Matt Estep, Assistant Engineer - Celso A. Estrada, Assistant Engineer - Tyler Karmen, Assistant Engineer - Eric Lagg, Mastering Engineer

(P) 2018 Columbia Records, a Division of Sony Music Entertainment

8
One Thing Left to Try (Matthew Dear Remix)
00:02:27

Andrew VanWyngarden, Composer, Lyricist, Drums, Guitar, Programmer, Synthesizer, Vocal - Ben Goldwasser, Composer, Programmer, Synthesizer - Dave Fridmann, Producer, Engineer, Mixing Engineer - Patrick Wimberly, Producer, Engineer - Matthew Dear, Re-Mixer - Miles Benjamin Anthony Robinson, Engineer - MGMT, Producer, Engineer, MainArtist, AssociatedPerformer - Matt Estep, Assistant Engineer - Celso A. Estrada, Assistant Engineer - Tyler Karmen, Assistant Engineer - Eric Lagg, Mastering Engineer

(P) 2018 Columbia Records, a Division of Sony Music Entertainment

9
When You're Small (Matthew Dear Remix)
00:03:26

Andrew VanWyngarden, Composer, Lyricist, Drums, Bass, Background Vocal - Ben Goldwasser, Composer, Lyricist, Keyboards, Synthesizer, Vocal - Dave Fridmann, Producer, Engineer, Mixing Engineer - Patrick Wimberly, Producer, Engineer, Vibraphone - James Richardson, Composer, Guitar, Bass - Matthew Dear, Re-Mixer - Miles Benjamin Anthony Robinson, Engineer - MGMT, Producer, Engineer, MainArtist, AssociatedPerformer - Matt Estep, Assistant Engineer - Celso A. Estrada, Assistant Engineer - Tyler Karmen, Assistant Engineer - Eric Lagg, Mastering Engineer

(P) 2018 Columbia Records, a Division of Sony Music Entertainment

10
Hand It Over (Matthew Dear Remix)
00:05:21

Andrew VanWyngarden, Composer, Lyricist, Drums, Guitar, Keyboards, Programmer, Bass, Synthesizer, Vocal - Ben Goldwasser, Composer, Keyboards, Programmer, Synthesizer - Dave Fridmann, Producer, Engineer, Mixing Engineer - Patrick Wimberly, Producer, Engineer - Matthew Dear, Re-Mixer - Miles Benjamin Anthony Robinson, Engineer - MGMT, Producer, Engineer, MainArtist, AssociatedPerformer - Matt Estep, Assistant Engineer - Celso A. Estrada, Assistant Engineer - Tyler Karmen, Assistant Engineer - Eric Lagg, Mastering Engineer

(P) 2018 Columbia Records, a Division of Sony Music Entertainment

Albumbeschreibung

Eigentlich ist es ein kleines Wunder, dass MGMT immer noch bei Columbia Records unter Vertrag stehen. Entweder haben die Label-Menschen das Duo aus Brooklyn einfach irgendwie gern, oder Andrew VanWyngarden und Ben Goldwasser haben ihre Seelen schon lange an die oberste Instanz der Illuminaten-Echsenmenschen aus Hohlerde verkauft. Anders lässt sich kaum erklären, dass sie auch nach zwei experimentellen, formlosen Hipster's-Wet-Dream-Platten ohne jegliche kommerzielle Ambition auf den Mainstream-Durchbruch immer noch nicht vom Major-Hof gejagt worden sind. Ausgerechnet Donald Trump soll MGMT jetzt zurück zur Popmusik bringen. "Little Dark Age" heißt das neue, zynische und tatsächlich deutlich griffigere Album der Band, die drei Jahre nach der eher durchwachsenen Self-Titled LP eine beeindruckende Rückkehr zu alter Form hinlegt. Popmusik, das ist hier allerdings auch eher relativ zu verstehen. Dass MGMT 2018 neben Acts wie Ed Sheeran oder Halsey spielen werden, das erwartet ja auch keiner. Trotzdem fühlt sich "Little Dark Age" so rhythmisch und strukturiert an, wie die Band zuletzt auf "Oracular Spectacular" geklungen hat. Das typische Neopsychedelia-Reportoire mit Anleihen aus den späten Sechzigern reichern MGMT mit Synth Pop-Bombast an, der seltsam deutlich auf so manchen New Wave-Act der Achtziger zu verweisen scheint. Der Titeltrack nimmt eine fantastische analoge Bassline und schustert einen Refrain darauf, der dem Pop-Appel der "Electric Feel"-Tage nur in der gewissen Sturköpfigkeit nachsteht, einen zertifizierten Hit nicht ohne subversiven Rückverweis an Kraftwerk und The Cure veröffentlichen zu können. Es gibt eine ganze Reihe bemerkenswerter Momente über die knapp vierzigminütige Laufzeit des Projekts. "Days That Got Away" fährt eine ganze Parade an Geräuschen auf, wie sie müde und melancholische Roboter in einem von Aphex Twin gedrehten Steampunk-Film aus dem Jahre 2048 machen würden, um sie gegen eine schlichte, organische Bassgitarre auszuspielen. Opener "She Works Out Too Much" klingt dagegen quirlig und klamaukig, hat fast etwas von dem guten Vaporwave-Material unserer Zeit. Musik, um sich ironisch die Haare zu shampoonieren. Man kann an dieser Stelle die Vergleichspunkte und möglichen Referenzen nach Belieben in den Raum werfen. Alles hat etwas von allem, so ganz falsch wird auch nichts sein. "Me And Michael" klingt wie Wham! auf MDMA, "TSLAMP" samplet Michael Jacksons "Stranger in Moscow" zu einer synthetischen Ballade über die Schattenseiten moderner Zeiten. Gerade letzteres Motiv taucht immer wieder auf: Übersättigung von Swipes und Likes, Beklommenheit über all die am Handy verlorene Zeit. Was anno 2018 wie abgedroschenes Technologie-Bashing klingen könnte, nimmt im Kontext von "Little Dark Age" eine ganz andere Rolle ein. MGMT beantworten den politischen Status Quo der Vereinigten Staaten mit ihrem bis dato zynischsten Album. Kein sperriger Anti-Trump-Protestsong, viel mehr tausend kleine Sticheleien gegen den Zeitgeist. Absurdistische Gedanken über das Sterben und die Liebe wechseln sich mit polternden Binsenweisheiten über Smartphones und Workouts ab, großer Weltschmerz suhlt sich im kleinen Drama. Als wolle man Aktivismus und Passivität von Popmusik gleichzeitig vor den Zug werfen, während sich der Sound selbst in einer nostalgischen Spirale der Referenz an vergangene Zeiten im Kreis dreht. Tracks wie "When You Die" oder "When You're Small" - letzteres fühlt sich ein wenig wie ein komprimierter Throwback auf das "Congratulations"-Herzstück "Sibirian Breaks" an – finden in einem Beach Boy-esken Stadium der psychedelischen Popmusik statt, aber selbst die Ästhetik des Acidtrips durchdringt auf "Little Dark Age" eine gewisse postmoderne Ironie. Man kann ja auch gar nichts einfach mal in Ruhe lassen: "I'm not that nice, I'm mean and I'm evil / Don't call me nice, I'm gonna eat your heart out / I got some work to do", heißt es zum Beispiel auf "When You Die". Muss man alles nicht so ganz verstehen, kann man vermutlich auch gar nicht. Die zehn Anspielstationen fangen dahingehend ziemlich genau ein, wie sich Leben in 2018 ohnehin anfühlt: laut, chaotisch, alle brüllen durcheinander und niemand weiß so genau, was eigentlich passiert. MGMT wirken im Tohuwabohu ihres eigenen Schaffens mehr im Einklang mit sich selbst als je zuvor. Absolut nicht Pop, aber trotzdem Pop, haareraufend Hipster und damit okay, musikalisch anspruchsvoll und voller kleiner Referenzen, aber doch intuitiv und eingängig. Verkopfte Nerd-Musik und sofortiger Spaßfaktor passieren dieses Mal endlich gleichzeitig. "Little Dark Age" nimmt den Groove von "Oracular Spectacular" und den Anspruch von "Congratulations" und liefert endlich genau das MGMT-Album, auf das Fans die ganze Zeit gewartet haben.
© Laut

Informationen zu dem Album

Verbessern Sie diese Seite

Qobuz logo Warum Musik bei Qobuz kaufen?

Aktuelle Sonderangebote...

Everyday Life

Coldplay

Everyday Life Coldplay

A Head Full of Dreams

Coldplay

A Rush of Blood to the Head

Coldplay

Ghost Stories

Coldplay

Ghost Stories Coldplay
Mehr auf Qobuz
Von MGMT

In The Afternoon

MGMT

Little Dark Age

MGMT

Oracular Spectacular

MGMT

Congratulations

MGMT

MGMT

MGMT

MGMT MGMT
Das könnte Ihnen auch gefallen...

Music Of The Spheres

Coldplay

My Universe

Coldplay

My Universe Coldplay

Happier Than Ever (Explicit)

Billie Eilish

WHEN WE ALL FALL ASLEEP, WHERE DO WE GO?

Billie Eilish

Terra Firma

Tash Sultana

Terra Firma Tash Sultana
Panorama-Artikel...
Die Black Keys in 10 Songs

Seit 2001 erinnern uns die Black Keys mit ihrem gradlinigen Sound, der auf jeglichen Schnickschnack und überflüssige Soli verzichtet, an den Ursprung des Blues. Zwei Musiker: wild, brutal, minimalistisch und unverblümt. Ein einmaliger Stil, den Dan Auerbach und Patrick Carney 20 Jahre lang weiterentwickelt haben, ohne jemals ihre Seele dem Teufel zu verkaufen, der am Mississippi-Delta ständig im Hinterhalt lauert. Zehn Songs zum Beweis.

Nirvana, Ende des Rock…

34 Jahre ist es nun her, dass Nirvana Ende des 20. Jahrhunderts das Licht der Welt erblickte. Als komplett unerwarteter Schlenker der Punkbewegung ereilte sie eine Blitzkarriere, internationale Hits, Fans in rauen Mengen und leider auch tragisches Nachspiel für einen in aller Welt bekannten Sonderling. Die Band von Kurt Cobain war vielleicht ganz einfach die letzte richtige Rockgruppe der Geschichte. Ein derartiges Phänomen einer ganzen Generation, wenn nicht sogar ihr letzter Mythos.

Die Frauen aus Nashville

Für Frauen ist es nicht leicht, sich in der chauvinistischen Szene der "Music City", der Wiege der Country-Musik, zu behaupten. Aber im Laufe der Jahre haben es doch einige geschafft, die starren Denkweisen aufzubrechen. Wie etwa diese zehn Pionierinnen und Revolutionärinnen, die in Nashville mit ihren Westernstiefeln auf die Tische gestiegen sind – und sich durchgesetzt haben.

Aktuelles...