Kategorie:
Warenkorb 0

Ihr Warenkorb ist leer

Portishead - Dummy

Mes favoris

Cet élément a bien été ajouté / retiré de vos favoris.

Dummy

Portishead

Verfügbar in
16-Bit CD Quality 44.1 kHz - Stereo

Musik-Streaming

Hören Sie dieses Album mit unseren Apps in hoher Audio-Qualität

Testen Sie Qobuz kostenlos und hören Sie sich das Album an

Hören Sie dieses Album im Rahmen Ihres Streaming-Abonnements mit den Qobuz-Apps

Abonnement abschließen

Hören Sie dieses Album im Rahmen Ihres Streaming-Abonnements mit den Qobuz-Apps

Download

Kaufen Sie dieses Album und laden Sie es in verschiedenen Formaten herunter, je nach Ihren Bedürfnissen.

Musiker definieren keine Begriffe. Sie orientieren sich an Idolen, Antihelden, Moden und Gegentrends. Als die Musikkritik Mitte der 90er Jahre den Begriff "Trip Hop" inflationär gebrauchte, um Portisheads "Dummy" als vorläufige Krönung dieses Genres zu bezeichnen, konnte der bescheidene Geoff Barrow nur klein beigeben: "Die größte Kunst im Popgeschäft besteht darin, einen Hype zu überleben." Den "Sound Of Bristol", der sich aus der Mixtur der dort ansässigen Massive Attack, dem Sprechgesang Trickys und eben Portishead ergab, münzte man in der Folge schnell in den Allgemeinplatz Trip Hop um. Freilich war jeder dieser Akteure ein Wegbereiter für den anderen. Doch es gelang Portishead (benannt nach ihrem Heimatstädtchen), die Apartheid von Electronica und Hip Hop, von Breakbeat, Soul, von Dub und Jazz so weit aufzuheben, dass die Globalisierung der populären Musik eine neue Dimension annahm. Aus einem Flickenteppich eine sinnstiftende Einheit zu formen war bei den Zuckungen und Verstörungen, die Barrows Programmiertechnik heraufbeschwor, bereits ein kleines Kunststück. In Beth Gibbons fand er seine kongeniale Mitspielerin, die sich federleicht wie einst Joni Mitchell gebärdete, aber schon mit 29 Jahren so vollgesogen war von Schwermut, dass sie auch mit einer Mitchell und ihrem Konzeptwerk "Both Sides Now" aus dem Jahr 2000 verwandt war. Ihre stimmliche Einzigartigkeit lässt sich mit "It Could Be Sweet" belegen, wenn sie sich von den mechanischen Drum-Schablonen absondert und engelsgleich über ihnen schwebt. Niemals wog sich die Sängerin in Sicherheit, sie schrie sogar den Weltschmerz heraus – doch niemand hörte sie: "Can't make myself heard / No matter how hard I scream", tritt es in "Biscuit", das mit dem Sample "I'll Never Fall In Love Again" von Johnny Ray aufgeladen ist, niederschmetternd aus ihr hervor. Die liebenswürdige Melancholikerin hatte man deswegen so gern, weil sie jedweder Sentimentalität so schnell entkam. Auch Adrian Utley ist nicht zu vergessen. Sein lautmalerisches Gitarrenspiel, die oft nur minimalen Prägungen und Einstreuungen, prägte "Dummy" vom ersten bis zum letzten Atemzug. "Mysterons" mutet mit dem von Utley bedienten Theremin so außerweltlich wie sein Titel an, der in der britischen Science-Fiction bei "Captain Scarlet and the Mysterons" und "Gerry Anderson's New Captain Scarlet" fiktionale Außerirdische meinte, die den Planeten Mars bewohnen. Das eigentliche Kuriosum dieser LP war jedenfalls, sie zunächst sterben zu 'hören', bevor sie alsbald wieder künstlich zum Leben erweckt werden konnte. Ein Grund für die unerträgliche Leichtigkeit des Seins sind die ersten Schwingungen des Fender Rhodes Piano am Anbeginn von "Roads", einem der prominentesten Prototypen für musisches Trauerspiel. Das Bittersüße wird dann ganz deutlich, wenn Beth "How can it feel this wrong?" wimmert und ein Satz Streicher sich dazu erhebt. Eine unglaubliche Wallung, die ihresgleichen sucht, jedoch selten findet. "Glory Box" schleicht sich langsam ein, knistert wie Papas abgenutzte Lieblingsplatte und verschenkt Gedanken, die die französische Intellektuelle Simone de Beauvoir ihrerzeit verstreut haben könnte: "So don't you stop being a man / Just take a little look from our side when you can / Sow a little tenderness / No matter if you cry / Give me a reason to love you / Give me a reason to be here / A woman / It's all I wanna be is all woman." Portishead zeigten die ganze Herrlichkeit des Schwarzen Lochs. Sie fühlten sich dem Unbekannten und Dunklen so angezogen, dass sie nicht anders konnten, als zu lernen, wie man damit umgehen musste. In dieser Black Box entstanden dann, völlig unpathetisch, die hellsten Momente der Neunziger.
© Laut

Weitere Informationen

Dummy

Portishead

launch qobuz app Ich habe die Qobuz Desktop-Anwendung für Windows / MacOS bereits heruntergeladen Öffnen

download qobuz app Ich habe die Qobuz Desktop-Anwendung für Windows / MacOS noch nicht heruntergeladen Downloaden Sie die Qobuz App

Kopieren Sie den folgenden Link, um das Album zu teilen

Sie hören derzeit Ausschnitte der Musik.

Hören Sie mehr als 70 Millionen Titel mit unseren Streaming-Abonnements

Hören Sie dieses Album und mehr als 70 Millionen weitere Titel im Rahmen Ihres Streaming-Abonnements mit unseren Apps.

1
Mysterons
00:05:04

Geoff Barrow, ComposerLyricist - Adrian Utley, Producer, ComposerLyricist - Beth Gibbons, ComposerLyricist - Portishead, Producer, MainArtist

℗ 1994 Go! Discs Ltd.

2
Sour Times
00:04:11

Geoff Barrow, Music Production, Programming, AssociatedPerformer, ComposerLyricist - Adrian Utley, Guitar, Music Production, AssociatedPerformer, ComposerLyricist - Beth Gibbons, Vocals, AssociatedPerformer, ComposerLyricist - Portishead, Producer, MainArtist - Dave McDonald, Engineer, StudioPersonnel - Neil Solman, Hammond Organ, Rhodes , AssociatedPerformer

℗ 1994 Go! Discs Ltd.

3
Strangers
00:03:57

Geoff Barrow, ComposerLyricist - Adrian Utley, Producer, ComposerLyricist - Wayne Shorter, ComposerLyricist - Beth Gibbons, ComposerLyricist - Portishead, Producer, MainArtist

℗ 1994 Go! Discs Ltd.

4
It Could Be Sweet
00:04:16

Geoff Barrow, ComposerLyricist - Adrian Utley, Producer - Beth Gibbons, ComposerLyricist - Portishead, Producer, MainArtist

℗ 1994 Go! Discs Ltd.

5
Wandering Star
00:04:52

Geoff Barrow, ComposerLyricist - Adrian Utley, Producer - Lee Oskar, ComposerLyricist - Gerald Goldstein, ComposerLyricist - Lonnie Le Roy Jordan, ComposerLyricist - Sylvester Thomas Allen, ComposerLyricist - Howard E. Scott, ComposerLyricist - Beth Gibbons, ComposerLyricist - Morris Dewayne Dickerson, ComposerLyricist - Charles William Miller, ComposerLyricist - Portishead, Producer, MainArtist - Harold Ray Brown, ComposerLyricist

℗ 1994 Go! Discs Ltd.

6
It's A Fire
00:03:45

Geoff Barrow, ComposerLyricist - Adrian Utley, Producer, ComposerLyricist - Beth Gibbons, ComposerLyricist - Portishead, Producer, MainArtist

℗ 1994 Go! Discs Ltd.

7
Numb
00:03:54

Geoff Barrow, ComposerLyricist - Adrian Utley, Producer, ComposerLyricist - Beth Gibbons, ComposerLyricist - Portishead, Producer, MainArtist

℗ 1994 Go! Discs Ltd.

8
Roads
00:05:03

Geoff Barrow, ComposerLyricist - Adrian Utley, Producer, ComposerLyricist - Beth Gibbons, ComposerLyricist - Portishead, Producer, MainArtist

℗ 1994 Go! Discs Ltd.

9
Pedestal
00:03:39

Geoff Barrow, ComposerLyricist - Adrian Utley, Producer, ComposerLyricist - Beth Gibbons, ComposerLyricist - Portishead, Producer, MainArtist

℗ 1994 Go! Discs Ltd.

10
Biscuit
00:05:01

Geoff Barrow, ComposerLyricist - Adrian Utley, Producer - Beth Gibbons, ComposerLyricist - Portishead, Producer, MainArtist

℗ 1994 Go! Discs Ltd.

11
Glory Box Album Version
00:05:07

Geoff Barrow, ComposerLyricist - Adrian Utley, Producer, ComposerLyricist - Issac Hayes, ComposerLyricist - Isaac Hayes, ComposerLyricist - Beth Gibbons, ComposerLyricist - Portishead, Producer, MainArtist - Dave McDonald, Engineer, StudioPersonnel

℗ 1994 Go! Discs Ltd.

Albumbeschreibung

Musiker definieren keine Begriffe. Sie orientieren sich an Idolen, Antihelden, Moden und Gegentrends. Als die Musikkritik Mitte der 90er Jahre den Begriff "Trip Hop" inflationär gebrauchte, um Portisheads "Dummy" als vorläufige Krönung dieses Genres zu bezeichnen, konnte der bescheidene Geoff Barrow nur klein beigeben: "Die größte Kunst im Popgeschäft besteht darin, einen Hype zu überleben." Den "Sound Of Bristol", der sich aus der Mixtur der dort ansässigen Massive Attack, dem Sprechgesang Trickys und eben Portishead ergab, münzte man in der Folge schnell in den Allgemeinplatz Trip Hop um. Freilich war jeder dieser Akteure ein Wegbereiter für den anderen. Doch es gelang Portishead (benannt nach ihrem Heimatstädtchen), die Apartheid von Electronica und Hip Hop, von Breakbeat, Soul, von Dub und Jazz so weit aufzuheben, dass die Globalisierung der populären Musik eine neue Dimension annahm. Aus einem Flickenteppich eine sinnstiftende Einheit zu formen war bei den Zuckungen und Verstörungen, die Barrows Programmiertechnik heraufbeschwor, bereits ein kleines Kunststück. In Beth Gibbons fand er seine kongeniale Mitspielerin, die sich federleicht wie einst Joni Mitchell gebärdete, aber schon mit 29 Jahren so vollgesogen war von Schwermut, dass sie auch mit einer Mitchell und ihrem Konzeptwerk "Both Sides Now" aus dem Jahr 2000 verwandt war. Ihre stimmliche Einzigartigkeit lässt sich mit "It Could Be Sweet" belegen, wenn sie sich von den mechanischen Drum-Schablonen absondert und engelsgleich über ihnen schwebt. Niemals wog sich die Sängerin in Sicherheit, sie schrie sogar den Weltschmerz heraus – doch niemand hörte sie: "Can't make myself heard / No matter how hard I scream", tritt es in "Biscuit", das mit dem Sample "I'll Never Fall In Love Again" von Johnny Ray aufgeladen ist, niederschmetternd aus ihr hervor. Die liebenswürdige Melancholikerin hatte man deswegen so gern, weil sie jedweder Sentimentalität so schnell entkam. Auch Adrian Utley ist nicht zu vergessen. Sein lautmalerisches Gitarrenspiel, die oft nur minimalen Prägungen und Einstreuungen, prägte "Dummy" vom ersten bis zum letzten Atemzug. "Mysterons" mutet mit dem von Utley bedienten Theremin so außerweltlich wie sein Titel an, der in der britischen Science-Fiction bei "Captain Scarlet and the Mysterons" und "Gerry Anderson's New Captain Scarlet" fiktionale Außerirdische meinte, die den Planeten Mars bewohnen. Das eigentliche Kuriosum dieser LP war jedenfalls, sie zunächst sterben zu 'hören', bevor sie alsbald wieder künstlich zum Leben erweckt werden konnte. Ein Grund für die unerträgliche Leichtigkeit des Seins sind die ersten Schwingungen des Fender Rhodes Piano am Anbeginn von "Roads", einem der prominentesten Prototypen für musisches Trauerspiel. Das Bittersüße wird dann ganz deutlich, wenn Beth "How can it feel this wrong?" wimmert und ein Satz Streicher sich dazu erhebt. Eine unglaubliche Wallung, die ihresgleichen sucht, jedoch selten findet. "Glory Box" schleicht sich langsam ein, knistert wie Papas abgenutzte Lieblingsplatte und verschenkt Gedanken, die die französische Intellektuelle Simone de Beauvoir ihrerzeit verstreut haben könnte: "So don't you stop being a man / Just take a little look from our side when you can / Sow a little tenderness / No matter if you cry / Give me a reason to love you / Give me a reason to be here / A woman / It's all I wanna be is all woman." Portishead zeigten die ganze Herrlichkeit des Schwarzen Lochs. Sie fühlten sich dem Unbekannten und Dunklen so angezogen, dass sie nicht anders konnten, als zu lernen, wie man damit umgehen musste. In dieser Black Box entstanden dann, völlig unpathetisch, die hellsten Momente der Neunziger.
© Laut

Informationen zu dem Album

Auszeichnungen:

Verbessern Sie diese Seite

Qobuz logo Warum Musik bei Qobuz kaufen?

Aktuelle Sonderangebote...

Debussy – Rameau

Víkingur Ólafsson

Debussy – Rameau Víkingur Ólafsson

The Köln Concert (Live at the Opera, Köln, 1975)

Keith Jarrett

Philip Glass: Piano Works

Víkingur Ólafsson

Philip Glass: Piano Works Víkingur Ólafsson

Prokofiev: Piano Concerto No.3 / Ravel: Piano Concerto In G Major

Martha Argerich

Mehr auf Qobuz
Von Portishead

Chase the Tear

Portishead

Chase the Tear Portishead

Portishead

Portishead

Portishead Portishead

Roseland NYC Live

Portishead

Roseland NYC Live Portishead

Third

Portishead

Third Portishead

Magic Doors

Portishead

Magic Doors Portishead
Das könnte Ihnen auch gefallen...

Fall To Pieces

Tricky

Blue Lines

Massive Attack

Blue Lines Massive Attack

Mezzanine

Massive Attack

Mezzanine Massive Attack

Mezzanine (20th Anniversary Deluxe Edition)

Massive Attack

Monometric (2020 Edition)

Kognitif

Panorama-Artikel...
Der Trip-Hop in 10 Alben

Im Morgengrauen der 90er Jahre schwappt die Welle des Trip-Hop mit der elektronischen Musik, die von jamaikanischer Klängen und Beats des Hip-Hop beeinflusst ist, nach Großbritannien. Massive Attack, Portishead, Tricky und Morcheeba erfinden eine Art dunklen, futuristischen und beinahe kinematografischen Soul aus verträumten Rhythmen und beklemmenden Atmosphären. Nehmen wir die zehn wichtigsten Alben des Genres der verschwimmenden Grenzen einmal genauer unter die Lupe.

Massive Attack - eine Traumreise

Auch noch 25 Jahre, nachdem er in Bristol entstanden ist, zieht der Trip Hop fast jeden in seinen Bann. Und wie sein Erzeuger Massive Attack ist er weit davon entfernt, seinen Misch-Experimenten von Soul, Dub, Rap und New Wave ein Ende zu setzen.

Aktuelles...