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Die Alben

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Rock - Erscheint am 19. November 2021 | Columbia - Legacy

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Alternativ und Indie - Erscheint am 12. November 2021 | Columbia - Legacy

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 8. Oktober 2021 | Columbia - Legacy

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Rock - Erschienen am 17. September 2021 | Columbia - Legacy

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Bob Dylan und die 1980er Jahre, das passt nicht recht zusammen. So zumindest eine verbreitete Meinung, dabei machte Dylan zu der Zeit genau das gleiche wie in den zwei Jahrzehnten zuvor, nämlich stapelweise Songs schreiben und die Bühnen dieser Welt beackern. Doch die Welt hatte sich verändert, auch die musikalische: MTV und Keyboards traten einen Siegeszug an, der Dylan unbeeindruckt ließ. In der Folge verschwand er aus der Wahrnehmung, zumindest bei einem jüngeren Publikum. Doch gibt es auch andere Meinungen. Nick Cave etwa coverte 1996 auf "Murder Ballads" mit Kylie Minogue, PJ Harvey und den Mitgliedern seiner Bad Seeds ein Stück, das Dylan 1983 aufgenommen und 1988 veröffentlicht hatte, "Death Is Not The End". Während des ersten Corona-Lockdowns nahm Chrissie Hynde von den Pretenders ein Album mit neun Dylan-Stücken auf, von denen gleich fünf aus den 1980er Jahren stammten. "Was auch immer Bob macht, er schafft es jedes Mal, dich zum Lachen zu bringen, denn er ist vor allen Dingen ein Komiker. Er ist immer lustig und hat immer etwas zu sagen", erklärte sie die Wahl. Vielleicht hilft die vorliegende 16. Zusammenstellung von Dylans Archivmaterial, diese Zeit neu zu bewerten. Inhaltlich geht es um die Alben "Shot Of Love" (1981), "Infidels" (1983) und "Empire Burlesque" (1985), wobei das mittlere als das beste aus dieser Zeit gilt. Mangelndes Engagement kann man Dylan nicht vorwerfen, holte er sich doch für "Infidels" namhafte Hilfe ins Studio, darunter Mick Taylor, der Brian Jones bei den Rolling Stones ersetzte, Benmont Tench von Tom Pettys Heartbreakers und als Co-Produzent Mark Knopfler, der mit seinen Dire Straits ein Jahr später eines der Alben für die Ewigkeit aufnehmen würde, "Brothers In Arms". Bevor er sich für Knopfler entschied, hatte Dylan David Bowie, Frank Zappa und Elvis Costello in Erwägung gezogen. Alle Stücke des Albums sind hier mit alternativen Versionen vertreten, bis auf drei. Große Unterschiede sind nicht festzustellen, doch wie gewohnt blieben einige Lieder übrig, die es nicht auf die Scheibe schafften. Warum sich Dylan für das laue Southern-Rock-Stück "Union Sundown" entschied statt für das so epische wie großartige "Blind Willie McTell", bleibt sein Geheimnis. Wie drei weitere Stücke aus den Sessions erschien es 1991 auf "Bootlegs Vol. 3". Die Version, die hier zu hören ist, ist etwas schneller, mit einer schönen Gitarrenbegleitung Knopflers. Eine Überraschung bietet "Enough Is Enough", gleich in dreifacher Hinsicht: Es handelt sich um ein Stück, das Dylan nur wenige Male live spielte, bevor es in der Schublade verschwand; bei dieser Aufnahme aus dem irischen Slane Castle unterhält er sich tatsächlich auch mal mit dem Publikum; Mick Taylor liefert ein astreines Solo ab und verleiht dem Stück eine mitreißende Chuck-berrige Note. Auch bei "Shot Of Love" bleiben mehrere Stücke übrig, von denen schon einige auf den ersten drei Bootleg-CDs 1991 (in anderen Versionen) erschienen sind. Obwohl es als das dritte und letzte von Dylans "Born Again"-Alben gilt, widmete sich Dylan nicht nur religiösen Themen. Gospelig blieb das Material, nun aber mit einer ordentlichen Prise Rhythm And Blues. "Need A Woman" ist vom Text her plump, zeigte aber offenbar Wirkung, schließlich zeugte er mit der hier beteiligten Backgroundsängerin Carolyn Dennis später ein Kind und war sechs Jahre lang mit ihr verheiratet. Ob sie nach der Trennung die Hausschuhe mitgenommen hat, wie Dylan im wohl nicht ganz ernst gemeinten Blues "Fur Slippers" beklagt? "Don't Ever The Yourself Away" spielt mit Reggae (und erinnert an "Durango"), "Yes Sir, No Sir" klingt so, als hätte Dylan Basslauf und Riffs von Iron Maiden ausgeliehen, während der Frauenchor im Hintergrund "Halleluja" singt. Mutet schräg an - und klingt auch so. "Empire Burlesque" geriet einige Spuren zu anbiedernd. Vielleicht wollte Dylan doch irgendwie auf "modern" machen? Zwei Stücke seien hier erwähnt. Das epische, elfminütige "New Danville Girl" war ein Text, bei dem er immer wieder Hand anlegte, bevor er ihn mit dem Autor und Schauspieler Sam Shepard zu Ende schrieb und als "Brownville Girl" 1986 auf dem Folgealbum "Knocked Out Loaded" veröffentlichte. Und natürlich "Dark Eyes". Eines Abends sei ihm in Plaza Hotel in New York eine junge Frau entgegen gekommen, erzählte Dylan in einem Interview, offenbar eine Prostituierte, offenbar nicht in bester Verfassung. Nachdem sie mit einem leeren Weinglas und der Bemerkung, sie brauche noch mehr, an ihm vorbeizogen war, schrieb Dylan das Stück, das er mit Akustikgitarre und Mundharmonika aufnahm. Zurück zu den Wurzeln, also, "A million faces at my feet, but all I see are dark eyes". Die hier ausgewählte Version klingt nicht wesentlich anders als das Original, doch bleibt es eines von Dylans schönsten Liedern. Auch diesmal gibt es also wieder viel zu entdecken. Und auch einiges zu vergessen. Den furchtbaren Billig-Reggae von "Tight Connection To My Heart" auf "Enough Is Enough" folgen zu lassen, grenzt an Körperverletzung, "Foot Of Pride" klingt nicht wesentlich besser, "Emotionally Yours" ist vielleicht nicht ganz so schlimm wie auf dem Album, wirkt aber immer noch wie die nicht erfolgreiche Bewerbung zu einer Casting-Show. Andere Ausgaben der Bootleg-Serie fallen vom Material her hörenswerter aus, doch auch diese bereitet wie gewohnt Freude. Wer es ganz genau wissen will, holt sich das 5CD/4 LP-Paket mit dickem Begleitbuch und vielen Fotos. Doch auch die 2 CD/2 LP-Version bietet genügend Material für den einen oder anderen gemütlichen Abend auf dem Sofa. © Laut
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Rock - Erschienen am 17. September 2021 | Columbia - Legacy

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Für seine Fans ist es nichts Neues - Bob Dylans Bootlegs Series richten sich in erster Linie an… seine Fans! Im Archiv des Zim sind Alternative Takes, Live-Aufnahmen, Raritäten und sonstige erstmals veröffentlichte Werke zu finden und das erweist sich wie ein Fass ohne Boden. Diese 16 Titel umfassende Ausgabe mit dem Titel Springtime in New York entsteht in den Jahren zwischen 1980 und 1985, also in der Zeit seiner Alben Shot of Love (1981), Infidels (1983) und Empire Burlesque (1985). 57 Tracks und damit 4 Stunden und 20 Minuten Musik sowie wie erwartet unzählige Outtakes von unveröffentlichten Nummern, Alternative Takes, Proben, Live-Mitschnitten etc. Ein wahrlich beeindruckender Haufen, bei dem man so großen Hausnummern wie Mark Knopfler, Mick Taylor, Sly Dunbar, Robbie Shakespeare, Jim Keltner und in der erstaunlichen Coverversion von Elvis’ Mystery Train sogar einem gewissen Ringo Starr über den Weg läuft…Diese Epoche zu Beginn der achtziger Jahre hat bei so legendären Größen wie Dylan etwas Seltsames an sich. Die Leute seiner Generation wollen “modern” klingen und scheuen nicht davor zurück, sich mit Leib und Seele auf die modischen Synthies (und auf den entsprechenden Sound) zu stürzen, wodurch Alben entstehen, denen man das Alter ansieht und welcher eher schlecht zu verdauen sind. Der Zim hatte jedoch zum Glück an den Maschinen nie so richtigen Spaß gehabt. Von den drei hier angesprochenen Werken ist Empire Burlesque jenes, dem vielleicht die für die achtziger Jahre typische Produktion ganz schlecht bekommt, weil sie manchmal immerhin recht ausgezeichnete Songs lahmlegt. Springtime in New York: The Bootleg Series, Vol. 16 / 1980-1985 kehrt aber einen wichtigen Punkt hervor: dieser 80/85er Dylan ist alles Mögliche, aber keinesfalls außer Atem. Natürlich geht es hier nicht darum, Vergleiche mit seinen einzigartigen Meisterwerken Highway 61 Revisited, Blonde On Blonde oder Blood on the Tracks anzustellen, aber seine Texte sind nach wie vor einmalig und diese lukullische Kompilation mit erstmals veröffentlichten Werken ist ein Beweis dafür. Und wenn es offensichtlich wird, dass er auf der Suche nach sich selbst ist, dann ist das wie immer faszinierend, wie etwa in Yes Sir, No Sir, einem Überbleibsel aus den Sessions für Shot of Love, wo seine Leidenschaft für den Gospel mit einem irgendwie seltsamen Rock zusammenkracht. Kurz und gut, man muss diese sechzehnte Ausgabe durchstöbern, auf sich wirken lassen und immer wieder von neuem hineinhören, bis sich dann letzten Endes herausstellt, dass es gar nicht so belanglos ist, wie man zuerst vermutet hatte... © Marc Zisman/Qobuz
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 13. August 2021 | Columbia - Legacy

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 12. August 2021 | Columbia - Legacy

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Pop - Erschienen am 6. August 2021 | Columbia - Legacy

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Pop - Erschienen am 23. Juli 2021 | Columbia - Legacy

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Pop - Erschienen am 16. Juli 2021 | Columbia - Legacy

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Jazz - Erschienen am 25. Juni 2021 | Columbia - Legacy

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Rock - Erschienen am 5. Mai 2021 | Columbia - Legacy

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Rock - Erschienen am 26. Februar 2021 | Columbia - Legacy

Sesam, öffne dich! – damit kann uns Ali Babob Dylan nach wie vor überraschen, denn er hat noch einige Schätze auf Lager. 1970 lautet der recht nüchterne Titel des neuesten davon, der drei Platten mit alternativen Takes enthält, die bei den Sessions im März, Mai, Juni und August 1970 für sein Album New Morning und sein Doppelalbum Self Portrait aufgenommen worden waren. Titel, die in den New Yorker Columbia Studios eingespielt wurden, die aber nicht in der 2013 erschienenen Box The Bootleg Series Vol. 10: Another Self Portrait enthalten waren. Insgesamt also 74 Tracks, eher etwas für die Hardcore-Fans des einstigen Herrn Zimmerman. Die Krönung bilden neun Titel mit George Harrison aus der Zeit, als es mit den Beatles zu Ende ging. Im Duett singen sie Songs von Dylan selbst (One Too Many Mornings, Gates of Eden, Mama, You Been On My Mind) und ein paar Neuinterpretationen wie All I Have to Do Is Dream von den Everly Brothers und Carl Perkins‘ Matchbox . In Begleitung von Bob Johnston, Al Kooper, Charlie Daniels, Buzzy Feiten, David Bromberg, Stu Woods, Alvin Rogers, Ron Cornelius und Russ Kunkel präsentiert Dylan hier seine Musik in einer wesentlich vom Laid-back-Sound geprägten Atmosphäre. Das Jahr war für ihn eigentlich genauso sonderbar gewesen wie für seine Fans. Da er wie ein Guru (der er nie sein wollte) keinen leichten Stand hat, aber viele fabelhafte Alben, scheint er außer Atem und etwas verloren… Es wird noch immer erzählt, der Kritiker Greil Marcus, immerhin ein Mega-Fan seines Oeuvres, hätte seine Rezension zu Self Portrait angeblich mit den Worten „Was soll dieser Scheiß?“ eingeleitet. Dieses Doppelalbum mit fast ausschließlich Coverversionen, die zwar alles andere als blamabel waren und ein originelles Spiel bewiesen, war natürlich unter aller Würde für den Autor eines Highway 61 Revisited. Das interessantere New Morning unmittelbar danach startet mit dem grandiosen If Not for You (auch auf All Things Must Pass, George Harrisons erstem und genialem Soloalbum zu hören). Mit der Zeit hat sich diese Platte wieder hochgerappelt, insbesondere dank der Coen-Brüder, die The Man in Me 1998 in der legendären Szene ihres Films The Big Lebowski untergebracht hatten. Auf diesem 1970 jedoch keine Spur davon. © Marc Zisman/Qobuz
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Soul - Erschienen am 16. Februar 2021 | Columbia - Legacy

Pop - Erschienen am 11. Februar 2021 | Columbia - Legacy

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Lounge - Erschienen am 4. Dezember 2020 | Columbia - Legacy

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Rock - Erschienen am 22. Oktober 2020 | Columbia - Legacy

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Rock - Erschienen am 2. Oktober 2020 | Columbia - Legacy

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Alles beginnt mit dem unverkennbaren Herzschlag von 1973. Und so muss das ja auch sein. Wie sonst sollte Roger Waters seine erste Tournee nach dem "The Wall Live"-Zyklus beginnen als mit dem "Dark Side"-Opener "Speak To Me". Doch – ein Sakrileg? – schon nach dem ersten "I've been mad for fucking years" flüstert Waters Zeilen seines jüngsten Studioalbums "Is This The Life We Really Want?" dazwischen. Wir wissen Bescheid, "Us + Them" ist Rogers Big Show. Und zwar nur Rogers. Das gilt natürlich auch, wenn sich die Setlist nahezu exklusiv aus Material von Pink Floyd speist. Waters unterscheidet da ohnehin nicht, im Gegenteil, schon vor Jahren versuchte er sein Soloalbum "Amused To Death" als dritten Eckpfeiler einer erträumten Meilenstein-Trilogie aus "The Dark Side Of The Moon" und "The Wall" zu verkaufen. Dass seine musikalischen Schöpfungen nicht immer mit dem tonnenschwer lastenden Erbe mithalten können, soll über eines jedoch nicht hinwegtäuschen: Der Mann weiß einfach Shows und Setlists mit beeindruckendem Spannungsbogen zu konzeptionieren. So unterbricht sich das den Abend einklammernde "Dark Side"-Konzept schon nach "Breathe" von selbst und tauscht das Elektro-Geschnetzel "On The Run" gegen das ähnlich kultig-monotone "One Of These Days". Für Floyd-Kenner ist "Us + Them" aber noch aus einem ganz anderen Grund interessant: Und der nennt sich "Animals". Als wirklicher Progressive Rock-Meilenstein kläglich übersehen, haben auch Gilmour und Waters selbst das 1977 zwischen "Wish You Were Here" und "The Wall" veröffentlichte Album in ihren Setlists mit schändlicher Regelmäßigkeit übergangen. Doch sei es Altersmilde, willkommene "Trump, das Schwein"-Metaphorik oder der Unmut darüber, dass wohl keine "Animals"-Deluxe-Edition mehr erscheinen wird: Waters ebnet den Longtracks "Dogs" und "Pigs" den Weg zurück auf die Bühne – in letzterem Fall erstmals seit 1987. Klanglich trifft "Us + Them" damit perfekt in die Mitte zwischen der 70er-Floyd-Hochphase und dem angesprochenen "Is This The Life You Really Want?" – das ja durchaus als schwächeres(!) Floyd-Rest-Material der Waters-geprägten Phase durchgehen könnte. Gerade Beck- und R.E.M.-Drummer Joey Waronker sorgt mit seinem flachen Schlagzeugsound für mächtiges Retro-Timbre. (Rototoms im "Time"-Intro = Liebe!) Father John Misty-Gitarrist Jonathan Wilson gibt dazu nicht nur klanglich, sondern auch optisch den blutjungen Gilmour und selbst die Background-Sängerinnen agieren meist erfreulich zurückhaltend. Aufgepumpte Arrangements sucht man erfreulicherweise vergebens. Doch natürlich hält Roger Waters den Ball nur in musikalischer Hinsicht flach: Zu "Dogs" ragt dann nämlich gleich eine bedrohlich rauchende Nachbildung der Battersea Power Station (vom "Animals"-Artwork) aus der Saalmitte empor. Nicht ganz das cineastische "The Wall"-Niveau, aber macht schon einiges her – und spricht zugleich deutlich für die Anschaffung der BluRay-Variante. Mauerwerk gibt's auf "Us + Them" logischerweise nur in abgespeckter Form. Durchaus zu betrauern jedoch, dass fürs Release nicht etwa "Another Brick In The Wall (Part 2)", sondern das natürlich nicht minder überfrequentierte "Comfortably Numb" der Schere zum Opfer fällt. Dabei wäre im Zugabenblock noch so viel mehr zu holen gewesen: Etwa das auf dieser Tour seine Live-Premiere feiernde "Two Suns In The Sunset" ("The Final Cut", 1983). Aber zum Glück findet mit den "Animals"-Tracks sowie "Welcome To The Machine" und dem wutgeladenen, skandalös unterschätzten "Another Brick In The Wall (Part 3)" ja auch eine Handvoll Tracks ihren Weg in die Stadien, die man so nicht auf jedem Gilmour- oder Australian-Pink-Floyd-Tribute-Gig zu hören bekommt. Fein zudem, dass Waters uns auch auf ursprünglich nicht von ihm eingesungenen Tracks wie "Time" und "Wish You Were Here" mit seiner ungeschliffenen, altersrauen Stimme beglückt. Muss man mögen (genau wie "The Final Cut"), aber hier sorgen die beispielsweise in "The Last Refugee" klagenden Quietscher noch immer für Gänsehaut – und bestätigen zudem, dass Waters vieldiskutierte Vocal-Backup-Tracks auf diesem Live-Release wenn, dann wohl nur bedingt zum Einsatz kommen. Doch in erster Linie ist "Us + Them" ja ohnehin ein audiovisuelles Gesamtkunstwerk. Klar, da gibt es den Waters, der sich in Backstage-Szenen beim Abklatschen mit den tanzenden "Another Brick"-Kids in Szene setzt und natürlich den Waters, dessen Gesicht vom Frontcover bis zum Vinyl-Inner-Sleeve jede einzelne Produktfläche ziert. Und natürlich gibt es diesen genialen Regie-Kniff, die bewegten Gesichter der ersten Reihe großzügig abzubilden, wie sie in Slow-Motion jedes Wort dieser zeitlosen Lyrics mitsingen. "Was ein Songwriter!", brüllen die Synapsen, und verdammt, natürlich haben sie recht. Die Art und Weise, in der Waters seine simplen, aber doch erschreckend weisen Texte mit den teils bekannten "Dark Side"-Visuals, verfilmten Flüchtlingsdramen und ungeschönten Kriegsszenen vermischt, geht wieder einmal mächtig unter die Haut. Und natürlich kommt eine Waters-Show an dieser Stelle auch nicht ohne die vieldiskutierten Palästina-Bezüge aus. Doch das Konstrukt ist ein so viel Größeres: "Us + Them" ist eine große, wenn auch mit Pathos aufgeblähte Antikriegsbotschaft – schlussendlich manifestiert im zu "Eclipse" leibhaftig im Raum stehenden XXL-Prisma, das das singulär Weiße auffächert in die endlos bunten Floyd-Facetten. Wen derartige Musical-Theatralik nicht kickt und zudem die "Animals"-Schwäche des Rezensenten nicht unbedingt teilt, der ist mit Gilmours musikalisch womöglich voluminöserem "Live At Pompeii" gewiss besser bedient. Doch diese Schwäche hat eben auch Gewicht: Denn solange The Band Formerly Known As Pink Floyd das legendäre "Oakland 1977"-Bootleg nicht offiziell pressen lässt, ist "Us + Them" eben die beste, weil einzige Möglichkeit, "Pigs" und "Dogs" als legale Vinyl-Live-Versionen zu erwerben. Und das sind nur zwei von 20 verdammt guten Gründen. © Laut
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Pop - Erschienen am 2. Oktober 2020 | Columbia - Legacy

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Als Mariah Carey im Juni 1990 ihr gleichnamiges Debütalbum veröffentlichte, ließ der Erfolg auf sich warten. Erst nach fast sechs Monaten und ihrer Performance bei den Grammy Awards im darauffolgenden Jahr verschlug es der ganzen Welt den Atem, sodass sie auf den ersten Platz vorrückte. Inzwischen hat sie sich zur größten Plattenverkäuferin der neunziger Jahre gemausert, machte sich mit ihrer ungezügelten Persönlichkeit einen Namen und verbuchte mehr als fünfzehn Alben auf ihrem Konto. Anlässlich ihrer nun dreißigjährigen Erfolgsgeschichte veröffentlicht die Pop-Diva eine Autobiografie und diese Kompilation mit dem Titel The Rarities. Das erste Tracklisting besteht aus erstmals veröffentlichen Aufnahmen, Remixen und B-Seiten, die den Zuhörern bisher vorenthalten geblieben waren. Bestimmte Titel darunter waren für die wichtigen Alben der Sängerin nicht in Frage gekommen, und das manchmal aus unerklärlichen Gründen, zum Beispiel Here We Go Again (1990) oder I Pray (2005), obwohl sie durchaus Mariah Careys Sound der damaligen Zeit entsprachen. Das ist sicherlich der interessanteste Teil dieser Kompilation, weil wir so erahnen können, welch umfangreiches Material sie in ihren besten Zeiten produziert hatte. Die B-Seiten Do You Think Of Me (1993), mit allen Synthesizern vorne weg, oder Slipping Away (1996), mit eindeutigen R’n’B-Anleihen, lösen einander mit Neuinterpretationen bereits veröffentlichter Titel ab. Der 1997 auf dem Album Butterfly erschienene Close My Eyes vor allem, der zeigt, wie sehr sich die Stimme der Sängerin verändert hat, oder die Single aus dem Projekt Save The Day mit dem Feature Lauryn Hill, die 2011 schon eingespielt worden war. Zu erwähnen ist auch der zweite Teil von The Rarities, nämlich das 1996 im Tokyo Dome (Baseballstadion) mitgeschnittene Live-Album, das sie bestens im Griff hatte. Diese Neuerscheinung ist ein Box-Set, das nicht auf Kundenfang aus ist oder eine Art Mausefalle darstellt, wie man es vielleicht erwartet hätte. Es handelt sich um ein ernsthaftes Angebot, das die Karriere einer der bedeutendsten Sängerinnen des internationalen Pop in ein neues Licht rückt. © Brice Miclet/Qobuz