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Weyes Blood

"Weyes Blood is for lovers". Verführerisch pointiert die kalifornische Singer- und Songwriterin Natalie Mering auf ihren Online-Profilen die Zielrichtung der eigenen Musik, die große Gefühle vom Einzelschicksal bis zu den Wallungen der Welt umspannt. "Musik und Melodie sind Emotionen für mich. Als Musiker erfüllst du eine Mission, wenn du es schaffst, die Essenz des Leids zu etwas Schönem zu destillieren", erzählt Mering dem Pitchfork Magazin. Genauer erörtert sie ihr Geheimrezept bei einem Promo-Interview: "Ich glaube, es ist wie Alchemie. Es braucht einen Kanal außerhalb von dir, um etwas wahrhaft Schmerzhaftes zu nehmen und es in eine transzendente Erfahrung für die Leute zu verwandeln, wie eine Katharsis. Ich finde, dass die beste Musik das macht". Geboren am 11. Juni 1988 in Santa Monica, Kalifornien, und aufgewachsen in Doylestown, Pennsylvania, beginnt Natalie Mering ihre Liebesbeziehung zur Musik schon sehr früh. In einer musikalischen Familie, in der die Mutter Songs schreibt und der Vater als New Wave-Musiker für Furore sorgt, erfindet Natalie ihren ersten Song im Alter von vier Jahren beim Fahrradfahren im Kreis. Wenig später singt sie im Kirchenchor, spielt Klavier und Gitarre. Schon im frühen Teenageralter wächst der Wunsch nach einer Musikerinnenkarriere. Neben der Teilnahme an mehreren Chören schreibt Natalie eigene Akkordfolgen auf der Gitarre und nimmt auf dem Vierspurrekorder ihres Vaters erste Songs auf. 2003, im Alter von 15 Jahren, stellt Natalie neben der High School erstmals eigenes Material vor. Ihren Künstlernamen - ursprünglich noch Weyes Bluhd - entlehnt sie Flannery O'Connors Gothic-Roman "Wise Blood". Dabei dient die abgewandelte Schreibweise dazu, eventuelle Namensstreitigkeiten mit der Industrial-Band Wiseblood zu vermeiden. Merings Werdegang steht im Zeichen einer bemerkenswerten künstlerischen Verwandlung. Bevor die Musikerin beim klassisch orientierten Folk-Songwriting landet, unternimmt sie ihre ersten Karriereschritte – inspiriert von einem Konzert der Detroiter Band Wolf Eyes – im experimentellen Noise-Underground. Nach ihrem Umzug nach Portland für ein Musikstudium, das sie schnell wieder abbricht, spielt Mering bei Bands wie Jackie-O Motherfucker, Nautical Almanac und Satanized und veranstaltet unter der Namensvariante Weyes Blood And The Dark Juices eine abgedrehte Noise-Extravaganza. "Ich war von Noise so begeistert, dass bei meinen Shows Verzerrung, Lautstärke und Geschrei auf der Tagesordnung standen, bis sich mein Songwriting verfeinert hat", erinnert sich die Musikerin im Gespräch mit dem kanadischen Kult-Moderator Nardwuar. "Am Ende dachte ich 'Weißt du was? Eigentlich bin ich besser darin, Songs zu schreiben, als jede Nacht wie am Spieß zu schreien"". In ihrer Diskographie durchläuft Weyes Blood eine deutliche stilistische Transformation. Ihre drei ersten regulär veröffentlichten Longplayer "The Outside Room", "The Innocents" und "Front Row Seat To Earth" erkunden Folkmusik über experimentelle, psychedelische Klanglandschaften, die an den Stil der Freak-Folk-Bewegung der 60er Jahre anknüpfen. Mit ihrem vierten Album "Titanic Rising" gelingt Weyes Blood der Durchbruch bei Kritikern und Musikfans. Veröffentlicht auf Sub Pop, verlässt die Sängerin die Weird-Americana-Sphäre und exponiert ihre volle, warme Stimme innerhalb von opulenten, nostalgischen Folk- und Soft-Rock-Arrangements in der Laurel Canyon-Tradition legendärer 70s-Singer- und Songwriterinnen wie Joni Mitchell und Carole King. "Ich liebe die Zeit, als Jazz, Klassik und Folk-Musik zu populären Liedern verschmolzen", beschreibt Mering ihre vielfältige poetische Ausrichtung im Gespräch mit Uncut, um sie dann auf einen Slogan zu bringen: "Bob Seger meets Enya!". Als Erzählerin lenkt Natalie Mering den Blick aufs große Ganze. "Gemeinsame Mythen sind Teil unserer Psychologie und unseres Überlebens", betont sie. Ambitioniert eröffnet "Titanic Rising" eine Trilogie über die Dramen unserer Zeit. Natalies fünftes Album "And in the Darkness, Hearts Aglow" steigert die Szenerie inhaltlich und stilistisch zu zehn sphärischen Folk-Elegien. "In 'Titanic Rising' ging es darum, Dinge zu beobachten, die passiert sind, darum, den Alarm zu läuten", erklärt die Kalifornierin, "Dieses Album zeigt das Leben inmitten des dröhnenden Alarms". Bei allen existenziellen Härten schließt die Trilogie bewusst mit einem hoffnungsvollen Ausblick. Merings groß angelegte Musik bewegt sich zwischen vielen Bezügen. Vereinzelt spiegeln die Klangwelten nomadische Erfahrungen zwischen Kalifornien, Oregon, Kentucky, New Mexico und New York. Dazwischen entstehen mythische Reflexionen irgendwo zwischen dem US-Forscher Joseph Campbell und dem deutsch-schweizerischen Schriftsteller Hermann Hesse. Weyes Bloods filmische Dimensionen speisen sich aus der Begeisterung für Soundtracks von "The Wizard of Oz" bis "Jaws", Horrorfilme und den chilenischen Kult-Filmemacher Alejandro Jodorowsky. In die Bezugsvielfalt hinein spielen immer wieder Kollaborationen mit Künstlern wie John Cale und Lana del Rey.
© Laut
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