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Die Alben

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 1994 | DGC

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
11 Studioalben in 18 Jahren haben The Roots veröffentlicht, davon mindestens neun Volltreffer. Und selbst die vermeintlich schwachen Platten fallen nur in Relation ab, für andere Bands wären "Rising Down" und "The Tipping Point" absolute Hausmarken. Die Frage ist also nicht, ob die Truppe aus Philadelphia einen Meilenstein erhält, sondern welcher Teil der Diskographie für diese Würdigung herhalten darf. Für "Things Fall Apart" spräche die Single "You Got Me" – neben vielen weiteren Klassikern wie "The Next Movement" oder "Dynamite" – und damit der erste große Schritt ins Rampenlicht einer noch breiteren Öffentlichkeit als der internationalen Hip Hop-Szene. "Phrenology" markierte 2002 den endgültigen Durchbruch, "The Seed 2.0" ist noch zehn Jahre nach Veröffentlichung ein Tanzflächenfüller. "Game Theory" erreichte diese Klasse nicht ganz, "How I Got Over" und "Undun" sind zu jung. Im Laufe der Zeit nahm die mittlerweile in der Tat Legendary Roots Crew eine bemerkenswerte Entwicklung an. Zuletzt eher den Singern und Songwritern zugeneigt, standen zwischenzeitlich Gäste wie Erykah Badu, Jill Scott oder Cody Chesnutt beispielhaft für die Souleinflüsse der Kombo um Mastermind Questlove. Der Funk war ohnehin immer immanent, an den Rändern der "Phrenology" bahnten sich gar Rock und Punk den Weg. Zu Beginn stand jedoch der Jazz: "Organix" aus dem Jahr 1993 und sein Nachfolger zwei Jahre später, dessen Verwandtschaftsverhältnis schon im Intro geklärt wird: "You are all about to witness some organic Hip Hop-Jazz!" "Do You Want More" nannte er sich, gefolgt von einer Horde Satzzeichen: ?!!!??! Es konnte sich nur um eine rhetorische Frage handeln. Wer die 75 Minuten voll Groove und Spielfreude hinter sich gebracht hat, dürfte kaum umhin kommen, die Play-Taste ein weiteres Mal zu betätigen. Denn Durchhänger hat "Do You Want More?!!!??!" ebenso wenig wie echte Highlights. Vielmehr schwebt die Scheibe konstant auf einem Niveau, das selbst in einem ereignisreichen Jahr wie 1995 heraussticht. Und das will einiges heißen, schließlich eröffnete "Do You Want More?!!!??!" zu Beginn des Jahres einen wahren Reigen weiterer Klassiker: GZAs "Liquid Swords", "The Infamous" von Mobb Deep, "Labcabincalifornia" der Pharcyde und ODBs Meisterstück "Return To The 36 Chambers: The Dirty Version" stammen aus demselben Jahr – um nur einige zu nennen. Sie alle belegen in der imaginären Hip Hop-Hall of Fame zu recht einen der vorderen Plätze. GZA und Mobb Depp mit atmosphärisch dichten Meisterwerken, Pharcyde mit Golden Era-Hymnen wie sie danach kaum mehr geschrieben wurden und ODB, weil er einfach ein alter dreckiger Bastard ist. Musikalisch kann es aber keine der genannten Platten mit "Do You Want More?!!!??!" aufnehmen. Keine der sonstigen Legenden hat eine derart talentierte Musikertruppe im Rücken, die die Genres so spielend einfach verquickt, wie es davor und danach keiner Band mehr gelungen ist. Samples brauchen The Roots nicht. Die Frage stellt sich: Ist das eigentlich Jazz garniert mit Rap oder Rap beeinflusst von Jazz? Die Antwort ist einfach: Es handelt sich um reinen Hip Hop der echten, unprätentiösen, grenzenlosen und lebendigen Sorte. Ganz so, wie er sein soll. Aber Hand aufs Herz: Wer sich bei Questloves staubigen, punktgenauen Drums und Scott Storchs großartigen Keys tatsächlich über Schubladen Gedanken macht, hat The Roots wahrscheinlich nicht verstanden. Und wem der Einsatz eines Dudelsacks im Titeltrack spanisch vorkommt oder wer mit der virtuosen Saxophonkunst des Gastes Steve Coleman in "Datskat" nichts anfangen kann, sollte sich ohnehin eine andere Band suchen. Für alle anderen definiert Leonard "Hub" Hubbard am Bass den Groove neu, während Beatboxer Rahzel seine Stimmbänder scheinbar malträtiert ("Lazy Afternoon", "? vs. Rahzel", "The Lesson Part 1"). Irgendwo dazwischen winden sich die Raps der beiden MCs Malik B. und Black Thought im Offbeat um die gegebenen Klangwelten, als habe es noch nie Hip Hop ohne Jazz gegeben. Es sind diese wertvollen und sonst seltenen Momente, in denen von Musik bis Lyrics und Atmosphäre einfach alles perfekt passt, die "Do You Want More ?!!!??!" haufenweise zu bieten hat – und die es unmöglich machen, einzelne Titel aus dem Gesamtkunstwerk hervorzuheben. Allenfalls "Essaywhuman?!!!??!" sei genannt, das in gewisser Weise symbolisch dafür steht, weshalb Black Thought als Rapper wie kein anderer unterschätzt wird. Der Mitbegründer der Combo ist kein auffälliger Frontmann, sondern Teil des Ganzen. In "Essaywhuman?!!!??!" wird seine Stimme mittels einer Art Scat-Rap endgültig zum Instrument der Jamsession: "Bass check one-two, keys check one-two, drums check one-two. It's The Roots!" Black Thoughts größte Leistung ist es, seinen Partner im Laufe der Jahre vergessen gemacht zu haben. Bei "Do You Want More?!!!??!" merkt man erst, welch herber Verlust Maliks Ausstieg nach "Illadelph Halflife" war. Erst zu "Game Theory" kehrte er 2006 als Featuregast zurück, was die Truppe mit einem knappen aber aussagekräftigen "Welcome Home" in den Liner Notes kommentierte. Zu diesem Zeitpunkt waren The Roots längst zu einem Big Player im Geschäft geworden. Mit verändertem Sound zwar, aber im Gegensatz zu vielen anderen Bands, die ihren schleichenden Niedergang gebetsmühlenartig mit dem Ausdruck "Weiterentwicklung" verteidigen, nahmen die Amerikaner eine wirkliche Entwicklung. Eine, die auf dem festen, unumstößlichen Fundament "Do You Want More?!!!??!" basiert. Und eine, die Black Thoughts Überlegung in "Proceed" einfach machte: "I shall proceed and continue to rock the mic." Alles andere wäre auch nicht hinnehmbar gewesen. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2010 | Def Jam Recordings

Auszeichnungen 4F de Télérama
Was nur schwer vorstellbar war, wurde vor zwei Jahren tatsächlich wahr: Die Roots veröffentlichten ein schwaches Album. Gemessen an ihren Standards zumindest, so manch andere Band hätte mit "Rising Down" wohl einen kleinen Durchbruch gefeiert. Die organischen Sounds, die Questlove und Konsorten seit dem passend betitelten "Organix" so unverwechselbar machen, gingen beinahe vollständig unter. Die Masse an Gästen trug ihr Übriges dazu bei, jegliches Charakteristikum zu verschleiern. Hand aufs Herz: Innovation und Abwechslung hin oder her, vergleichsweise harte Rapstücke und Instrumente, die sich hinter einem eisernen Synthie-Vorhang verstecken - wer will so was auf Albenlänge von der Legendary Roots Crew hören? Zumindest einen dieser Kritikpunkte stellt "How I Got Over" vollständig auf den Kopf. Übermäßig elektronische Hilfsmittel gibt es kaum, satte, klare und live eingespielte Sounds bilden das Gerüst des Albums. Immer begleitet, teilweise beinahe überschattet von Questloves unverwechselbarem Schlagzeugspiel. Besonders deutlich wird das in "Radio Daze ft. Blu, P.O.R.N. & Dice Raw". Wenn Quest auf seine Becken kloppt, ist ihm Aufmerksamkeit sicher. Die MCs können einem fast leid tun. Dabei gibt es derer abermals einige: Blu, Peedi Peedi, der vor einigen Jahren beinahe ganz bei The Roots eingestiegen wäre, Little Brothers Phonte Coleman und der immer wieder gern gesehene Dice Raw. Um nur einige zu nennen. Im Gegensatz zum Vorgänger sind die Features jedoch in eine Platte mit klarer Struktur integriert, so dass dem Nachfolger trotz vieler Gäste kein unterschwelliger Compilation-Geruch anhaftet. Insgesamt ist "How I Got Over" eine ruhigere Angelegenheit geworden mit weitgehend entspannten Tunes, irgendwie "Back to The Roots" von 1995. Weniger vom Jazz als vom Pop geprägt zwar, aber doch anknüpfend an "Do You Want More?!!!??!". Und die Scheibe ist eine Liebeserklärung an Singer/Songwriter und den Indie-Pop. Mit den Monsters Of Folk und Joanna Newsom finden sich gleich zwei herausragende Vertreter dieses Genres auf der Platte wieder. "Dear God 2.0 ft. Monster Of Folk" wurde bereits vor ein paar Wochen veröffentlicht und frisst sich seither unaufhörlich durch Netz und Blogosphäre. Ein Update zum Original soll die Roots-Version darstellen. Die Harfe der verträumten Ursprungsversion verliert dabei leider deutlich an Signifikanz, trockenere Drums holen die Neuinterpretation weiter ins Diesseits. Eine qualitative Verbesserung, wie sie mit einem Update einhergehen sollte, stellt das nicht unbedingt dar, dafür aber ein hochklassiges Add-On. Joanna Newsom hingegen bekommt richtig Feuer unterm Hintern. Ihr feenhafter, fast fragiler und zärtlicher Klampfenpop wird in einen astreinen Hip Hop-Zwirn gehüllt. Zum Schluss ist nicht mehr viel übrig von "The Book Of Right On", dafür geht die Rootsversion direkt in die Nackenmuskulatur. Wenn man so möchte ist "Right On ft. Joanna Newsom & STS" ein Mittelding zwischen "Don't Say Nuthin'" und "The Next Movement": direkte Snares, organische Grooves und ein Black Thought, der den Titel routiniert abwickelt. Überhaupt klingt "How I Got Over" abgeklärt und ausgereift, ohne jedoch in Langeweile abzudriften. Das ist der Sound, der das Attribut "Legendary" überhaupt erst ermöglicht hat. Im Herbst soll John Legends neues Album erscheinen, die Roots stehen als Produzenten und Backing Band Pate. Wenn "The Fire ft. John Legend" und "Doin' It Again", ein Remake von Legends "Again", nur der Aperitif sind, wird "Wake Up" ein Festmahl der besonderen Sorte. "The Fire" geht zurück auf einen gemeinsamen Auftritt im Rahmen der diesjährigen Olympischen Winterspiele in Vancouver. Einen passenderen Ort für ein Konzert kann es eigentlich gar nicht geben. Nach dem ungewohnt durchwachsenen "Rising Down" festigt eine der besten Livebands der Welt ihren Platz im Olymp des Hip Hop. 2010 könnte das Roots-Jahr überhaupt werden. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2011 | Def Jam Recordings

Booklet Auszeichnungen Sélection Les Inrocks
Am Anfang steht der Tod. Der gleichmäßige Piep-Ton eines Kardiographen, der Adrenalinrausch kurz vor dem Ableben. "Dun". Am 21. Oktober 1999 um 11:59 nimmt das unfertige Leben des Redford Stephens sein vorzeitiges, tragisches Ende mit einem Schuss. Es ist nicht das einfachste Thema, das sich The Roots für ihr elftes Studioalbum in 18 Jahren ausgesucht haben. Immerhin behandelt "Undun" nicht weniger als die philosophisch-soziologischen Fragen nach dem Ursprung des Bösen und dem Spannungsverhältnis zwischen eigenem Willen und alltäglicher Realität. Dass sie für die Beantwortung ein Konzeptalbum gewählt haben, ist ein längst überfälliger Schritt. Sie können auch das. Schließlich sind die Platten der legendären Kombo in der Regel ohnehin Gesamtkunstwerke. Wer angesichts des Themas eine verkopfte, musikalisch untermalte Vorlesung befürchtet, irrt. Rapper Black Thought und Kollegen sowie verschiedene Gäste nähern sich dem Thema biographisch anhand der fiktiven Figur Redford Stephens, einem "Street-Kid, das in die Kriminalität abrutscht, obwohl er ganz und gar nicht als Verbrecher auf die Welt kam", so Drummer Questlove im Vorlauf der Veröffentlichung: "Dieser Typ ist umsichtig, weder ein Opfer, noch ein Held, halt irgendein Junge, der sein Leben immer gerade so interpretiert, wie es der jeweilige Moment von ihm verlangt." Und der leider eine falsche Entscheidung trifft, die ihn später das Leben kosten wird. Dramaturgisch an Filme wie "Memento" oder "Irréversible" angelehnt, erzählen die Roots ihre Geschichte aus Sicht der Hauptperson rückwärts. Seinen Anfang nimmt das Drama im zehnten Titel. "Tip The Scale" erzählt von einem jungen Menschen, der sich der Ausweglosigkeit seines Seins bewusst wird. Große Träume stoßen auf die kleine, elende Wirklichkeit seines Viertels, in dem Drogen und Gewalt an der Tagesordnung sind. Die Zukunft ist düster, billiges Gras und billiger Alkohol helfen nicht weiter. Suizidgedanken rücken näher ("I Remember"), Hilfe und Halt sind nicht in Sicht ("Lighthouse"). Weil sich das gesetzestreue Leben mit ordentlichen, aber schlecht bezahlten Jobs nicht mit den Träumen vereinbaren lässt, rutscht Redford Stephens auf die schiefe Bahn. Ständige Rückschläge, gesellschaftliche Hürden und fehlende Perspektive treiben ihn in die Drogenkriminalität ("Stomp ft. Greg Porn"). Dort läuft es zunächst gut, statt Maloche steht Spaß und Zeit an der Tagesordnung, die Drogen werden besser, die Klamotten teurer, die Mädchen hübscher – doch die Feinde zahlreicher und Zufriedenheit stellt sich nach wie vor nicht ein. "Living on borrowed time / I'm paying the extra charge", rappt Greg Porn in "Kool On". Die Höhe des Zuschlags ist bekannt. Questlove lehnte sich schon vor der Veröffentlichung weit aus dem Fenster. "Ich wage zu sagen, dass 'Undun' so gut ist, wie die Roots sein können", frohlockte er im Interview mit dem Magazin Spin, "unser Songwriting kann nicht besser werden, unsere Produktion kann nicht besser werden." Er behält Recht. Tatsächlich agieren Black Thought und seine zahlreichen Gäste auf höchsten Niveau. "Undun" strotzt vor klugen Metaphern, rutscht stellenweise ins Poetische ab. Ein harter Brocken für Nicht-Muttersprachler, der sich allerdings zu entschlüsseln lohnt, um die Geschichte der Hauptfigur in allen Aspekten nachzuvollziehen. Zum Beispiel Redford Stephens innere Zerrissenheit, die er im Laufe seines Lebens an den Tag legt. "Even if I'm going to hell I'm gonna make an entrance", rappt Black Thought etwa in "The OtherSide". Im Angesicht des Todes ist das Selbstbewusstsein verflogen: "If there's a heaven I can't find a stairway" ("Make My"). Dass Zeilen wie "Feared in all streets / so if you ever see me out in y'all streets / Find another one to occupy" aus "One Time" aktueller kaum sein können, liegt an der kurzen Produktionszeit der Platte. Erst im Oktober fasste die Truppe den Entschluss zu "Undun". Schon beim Vorgänger "How I Got Over" kristallisierte sich die neue Vorlieben der Kombo aus Philadelphia für Singer/Songwriter heraus. Für die aktuelle Platte steht Sufjan Stevens Pate, dessen "Redford (For Yia-Yia & Pappou)", ein kleines Interlude auf "Michigan", den Ausschlag für die Geschichte gegeben hat. Die Roots sezieren das ursprünglich nur zwei Minuten lange Stück, dehnen es auf vier Akte und rund fünf Minuten aus. Stevens spielt zunächst den Originaltitel, bevor ihn ein Streicherquartett interpretiert ("Possibility (2nd Movement)"). In "Will To Power (3rd Movement)", dem dritten Akt, befassen sich Questlove und der Avantgarde-Pianist D.D. Jackson mit dem Titel, schweifen in den Free-Jazz ab, um in "Finality (4th Movement)" wieder von Streichern aufgefangen zu werden. Die Instrumentalstücke sind die einzigen Momente, in denen die musikalische Untermalung deutlich hervortritt. Stephens Rückblick auf sein Leben gerät ansonsten ungemein entspannt. Insbesondere Questlove hält sich über fast die komplette Spielzeit vornehm zurück, um den Fokus nicht zu verrücken. Damit gelingt The Roots das, woran Konzeptalben häufig scheitern. Geschichte und Untermalung sind auf "Undun" eine Einheit, ergänzen sich, wenn in "Stomp" kantige Gitarren und eine drohende, monotone Basslinie den entscheidenden Wendepunkt zum vermeintlich Besseren unterlegen. Wenn sich in "I Remember" der Gedanke des Suizids verfestigt und ein Cello in einer Textpause Stephens Depression verdeutlicht oder wenn in "Make My" luftige Keys und eine entspannte Gitarre seine Wehrlosigkeit kurz vor dem Tod verdeutlicht. "One Time" verhelfen hallende Becken und ein einfaches Piano zu Größe, bei "Kool On" setzen The Roots auf D.J. Rogers, dessen Klassiker "Where There's A Will (There's A Way)", und damit zum einzigen Mal auf ein Sample. Musikalisch ist "Undun" der Soundtrack zu einem Kopfkino, das gesellschaftlich aufrütteln und gleichzeitig unterhalten soll. Ungewöhnlich orchestral, jedoch ohne pompösem Bombast, kommt die neue Scheibe der Legendary Roots Crew daher. Unaufdringlich, überlegt und doch vereinnahmend. Und The Roots haben Blut geleckt. "Vielleicht gehen wir beim nächsten Album weiter und arbeiten mit einem vollwertigen Orchester", blickt Questlove bei Spin voraus. Es wäre wünschenswert, wenn am Ende ein intelligentes Meisterwerk wie "Undun" steht. © Laut
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HI-RES30,99 €
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Hip-Hop/Rap - Erscheint am 25. Juni 2021 | Geffen

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Reissue
Original release October 24, 1994 (USA) and January 17, 1995
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 19. Mai 2014 | Def Jam Recordings

Auszeichnungen Top du mois de Jazznews
Selten hat ein Cover den Inhalt des dazugehörigen Albums so treffend widergespiegelt wie im Fall von "...And Then You Shoot Your Cousin". Ebenso bruchstückhaft wie das 1964er-Artwork von Collagen-Künstler Romare Bearden präsentiert sich der elfte Langspieler der Roots. Wenn bereits nach 33 Minuten, und damit noch einmal fünf Minuten früher als beim famosen Vorgänger "Undun", das letzte Rauschen in "Tomorrow" das Ende der Platte andeutet, stellt sich unweigerlich die Frage: Was war das? So viel vorweg: Mit "...And Then You Shoot Your Cousin" haben The Roots ein Album erschaffen, das ihre eigenen Spuren teils noch stärker verwischt als die 2013er-Kollabo mit Elvis Costello. Der erste Durchlauf von "ATYSYC" gestaltet sich so unbefriedigend wie nie zuvor bei einem Werk der Combo aus Philadelphia. Zu verwirrend, zerstückelt und vertrackt bahnt sich die Platte den Weg aus den Boxen. Die einzige Antwort auf die vielen aufgeworfenen Fragen: das Album erneut hören. Immer und immer wieder. Doch auch nach mehreren Anläufen löst sich die Sperrigkeit nicht in Luft auf. Die einzelnen Fragmente lassen sich weiterhin nur mühsam zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Das müssen sie aber auch gar nicht. Wie Rapper Tarik "Black Thought" Trotter bereits im Vorfeld ankündigte, handelt es sich bei "ATYSYC" erneut um ein Konzept-Album. Anders als "Undun" beschreibt der elf Tracks umfassende Langspieler die Gesellschaft jedoch aus mehreren verschiedenen Perspektiven, die sich in den zahlreichen Features wiederfinden. Jederzeit bestimmen die Gastbeiträge die einzelnen Songs, in rund der Hälfte der Stücke hält sich Black Thought gar komplett zurück. Aus der erzählerischen Multiperspektivität resultiert so auch musikalisch großer Facettenreichtum. "Theme From The Middle Of The Night", das Nina Simones "Middle Of The Night" sampelt, läutet eine melancholische Grundstimmung ein, die sich im weiteren Verlauf zur düsteren Abwärtsspirale entwickelt: "Spirallin' down, destined to drown." Das nächtliche Thema setzt sich in "Never" fort, wenn Patty Crash, begleitet von Chören und Keys, in den Schlaf wiegt, bevor Questlove an den Drums gemächlich Fahrt aufnimmt. Nach einem kurzen instrumentellen Interlude, das fast schon an die verstörenden Spätwerke Scott Walkers erinnert, setzt endlich Black Thought ein. Erhellend wirkt sein Vortrag jedoch kaum: "I was born faceless in an oasis / Folks disappear here and leave no traces / [...] I'm stuck here can't take a vacation / So fuck it, this shit is damnation", beschreibt er die Sicht eines Charakters, der sich der Ausweglosigkeit seines Lebens hingegeben hat. Freudige Zukunftsaussichten kann der MC als "sex-addicted introvert" in der ersten Single "When The People Cheer" genauso wenig bieten. Mit spärlichen Klavier-Klängen und gängiger Verse-Hook-Struktur erweist sich der Song aber deutlich zugänglicher und stellt eines der Highlights der Platte dar. Dazu zählt ohne Zweifel auch "Understand", das mit souliger Orgel und Handclaps erstmals nicht nur das Tempo, sondern auch die Stimmung anhebt. Dabei reiht sich "Understand", getragen von seinem kirchlichen Soundgerüst, nicht nur klanglich, sondern auch textlich in die vielen Songs auf "ATYSYC" ein, die ein göttliches Motiv aufgreifen. Gastrapper Dice Raw beschreibt mit sarkastischem Unterton die Hoffnung auf eine höhere Macht, gleichzeitig aber das fehlende Vertrauen in eben jene: "People ask for God 'till the day he comes / See God's face - turn around and run." Überhaupt tragen Dice Raw, der auch im jazzlastigen "Black Rock" die Hauptrolle spielt, und Greg Porn mindestens genauso viele Rap-Parts bei wie Black Thought selbst, lassen letztendlich aber den beherrschenden Gesangsparts den Vortritt. Mit Stücken wie der Piano-Ballade "The Coming" von Mercedes Martinez, die in experimentellem Tastengehämmer endet, oder dem von Raheem DeVaughn vorgetragenen "Tomorrow" schaffen The Roots einmal mehr ein Klangbild, das ihre eigene Definition von Hip Hop weiterentwickelt. Hinzu kommen das obskur avantgardistische Geräusch-Wirrwarr des französischen Komponisten Michel Chion in "Dies Irae" und Mary Lou Williams' "The Devil", zwei Stücke, die den Hörfluss von "ATYSYC" zwar unterbrechen, die düstere Stimmung aber ausgezeichnet untermalen. Diese Zwischenspiele wirken zwar merkwürdig deplatziert, passen so aber wiederum bestens in das facettenreiche Mosaik aus vielseitiger Instrumentierung und experimentellen Ansätzen, die hier und da mehr nach Live- als nach Studioalbum klingen. Keine Frage, "...And Then You Shoot Your Cousin" ist das bislang sperrigste Werk der Roots, das nach einiger Eingewöhnungszeit aber eine erstaunliche Sogwirkung entwickelt. Angetrieben von mitreißenden Tracks wie "When The People Cheer", "Understand" und "The Dark (Trinity)" entpuppt sich das Album als spannende und abwechslungsreiche Mixtur aus vielen Elementen, die erst nach dem zigsten Durchlauf eine lose musikalische Collage ergeben. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 23. Februar 1999 | Geffen

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2004 | Geffen

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 13. Juli 2004 | Geffen*

"The Tipping Point". Nein, nicht "der tippende Punkt", sondern Titel des Albums und eines Buches von Malcolm Gladwell. Gladwell untersucht dort jenen magischen Moment, der aus einer kleinen Idee eine modische oder soziale Lawine werden lässt. Ob The Roots mit ihrem siebten Album eine solche auslösen können, bleibt fraglich. Die Jungs um Rhythm-Machine ?uestlove und Mic-Boss Black Thought werfen auf "The Tipping Point" einen ganz und gar schamlosen Blick Richtung Westcoast. Auf der Single "Don't Say Nuthin'" holt Scott Storch, Ex-The Roots und momentan angesagtester Produzent, Knight Rider-Synthies aus seinem Rechner, die sich mit der roots'schen Groove Armada zu einem Cruise-Inferno vereinen. Etwas vorsichtigerer G-Funk ertönt bei "Stay Cool" und "Somebody's Gotta Do It". Während die Aufforderung "Bleib Cool" selbst in Philly die Sonne chillen lässt, sorgt letzteres dank zartem Elektro-Geflüster und Soul-Refrain für nachdenkliche Stimmung. Höhepunkt der Lowrider-Orgie ist jedoch "Guns Are Drawn". Das Beatfundament erinnert an live eingespielte Dr. Dre-Klassiker, der genuschelte Reggae-Hook bringt die sozialkritische Message von Black Thought zur Geltung, der mahnt: "stop running around in Circles". Überhaupt spuckt Black Thought einige Asse aus seinem Mund. Gelungenster Reimclou ist auf dem Sly And the Family Stone sampelnden Opener "Star" die Ansage an die ganze Star Search-Scheiße im allgemeinen und P. Diddys "Making The Band" im speziellen: "You know why we all stars, and we higly evolved. Hip Hop is not Pop like Kylie Minogue." Selbst bei einen Club-Brenner wie "Duck Down". Bei nur zehn Tracks fallen die etwas minder talentierten Tunes jedoch schwerer ins Gewicht. "Boom" langweilt mit abgenudelten Old School-Breaks, "Web" kopiert zu offensichtlich treibende RZA-Styles, und "Why" blubbert belanglos nett und smooth ins Ohr rein und raus. Im Endeffekt zählt jedoch: "I don't care as long as the bass line thumping, the drum line banging away." Trotz der gebremsten Lawine ist den Roots wieder ein großer Wurf gelungen. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2012 | DGC

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 22. November 2011 | RBC Records

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 1999 | Geffen*

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 16. September 2011 | Geffen

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2005 | Geffen

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2006 | Def Jam Recordings

Ein Album der Roots zu kritisieren: eine undankbare Aufgabe. Am Werk einer derartig integeren Crew, die seit Jahren ein qualitativ hochwertiges Hip Hop-Schmankerl nach dem anderen auf den Tisch legt, auch nur Ansätze für Nörgeleien zu finden, gestaltet sich mehr als schwierig. Hartes Brot für die Kritiker-Zunft, dennoch möchte ich mich letztlich nicht um den Genuss (denn nichts anderes bietet "Game Theory") bringen. In den Reihen der Roots gehen unglaublich talentierte MCs an den Start, soviel sollte mittlerweile weithin bekannt sein. Geboten wird Lyrik mit Tiefgang, technisch einwandfrei verpackt. Gehaltlose "Wir sind die Derbsten"-Zeilen sind von diesen Herren auch dann nicht zu erwarten, wenn sie - wie in "Long Time" - ihre Heimatstadt abfeiern. Ja, ich teile die Überzeugung Peedi Peedis (der, was bereits reichlich Diskussionen nach sich zog, als neues Roots-Mitglied gehandelt wird): "It's something in the water where I come from." Irgendwas muss in Philly wohl tatsächlich im Trinkwasser sein, das Musikalität und Rhythmusgefühl begünstigt, sonst könnte diese Stadt nicht zuhauf Poeten wie Ursula Rucker, Rapper vom Schlag eines Black Thought oder einen Ausnahme-Schlagzeuger wie Ahmir ?uestlove Thompson hervorbringen. Dessen prägnante Drums führen wie ein roter Faden durch "Game Theory", verleihen jeder einzelnen Nummer ein solides Rückgrat und verbinden die Tracks zu einer Einheit. Getragen von den organischen Beats entfaltet sich textlastig, kritisch und abwechslungsreich der typische Sound, dessen einziges Manko darstellt, dass man genau diesen von den Roots erwartet und schon tausendmal gehört zu haben scheint. Zurückhaltend und trotzdem vielschichtig gestaltet sich der Unterbau zu "False Media". Der Titeltrack "Game Theory" hebt mit soulig gesungenem Einstieg an. Zuweilen verleihen Gitarren zusätzlichen Nachdruck, Pianoeinsprengsel setzen Akzente. In "Take It There" durchbricht ein Spoken-Word-Zwischenspiel den beständigen Fluss der Reime. Im Anschluss daran explodiert der Track förmlich in ein energisches, wütendes Statement. "Here I Come" kombiniert das alles beherrschende Schlagzeug mit synthetischem Plastiksound. "They say the music is strong and too militant"? Recht haben sie! Fühlt man sich bei "In The Music" anfangs noch in eine Fabrikhalle versetzt, breitet sich der blecherne, mechanische Klang im Verlauf des Tracks zu dunkler Tiefe aus. Reichhaltig, warm, nahezu schwül drückt das Instrumental aufs Trommenfell. Die Nachbarn rufen nach der Polizei - kein Wunder. Derartige Bässe wabern ungebremst durch die Wände. "Atonement" mit kitschigen Streichern: In meinen Ohren der einzige Durchhänger. Die Nummer gerät so getragen (um nicht zu sagen lahm), dass man sich zurück in die glorreichen Vinyl-Zeiten wünscht, um diesen Track auf 45 umschalten zu können. Während es in "Baby" beschwingt und melodiebetont zugeht, setzt "Clock With No Hands" auf besinnlichen Rückblick: "I might forgive but I do not forget": nicht das übelste Konzept. Das Gedenken an J. Dilla umspannt "Game Theory" mit einem feierlichen Rahmen: Nachdem über "Dilltastic Vol. Won(derful)" ein überaus angenehmer Einstieg glückt, beschließt "Can't Stop This" den Reigen. Die Liebeserklärung an Hip Hop als nicht aufzuhaltende Macht ("even if it gets worse") schließt einen schier endlosen Nachruf auf die verstorbene Produzentenlegende mit ein, der trotz Überlänge in keiner Weise gezwungen oder peinlich wirkt. "Gimme the Oscar!" heißt es zu Recht unbescheiden in "Here I Come". Ja. Mach das doch bitte endlich mal jemand! © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2008 | Def Jam Recordings

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 1994 | Geffen

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 20. September 2019 | Active Driveway LTD

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2004 | Geffen*

"The Tipping Point". Nein, nicht "der tippende Punkt", sondern Titel des Albums und eines Buches von Malcolm Gladwell. Gladwell untersucht dort jenen magischen Moment, der aus einer kleinen Idee eine modische oder soziale Lawine werden lässt. Ob The Roots mit ihrem siebten Album eine solche auslösen können, bleibt fraglich. Die Jungs um Rhythm-Machine ?uestlove und Mic-Boss Black Thought werfen auf "The Tipping Point" einen ganz und gar schamlosen Blick Richtung Westcoast. Auf der Single "Don't Say Nuthin'" holt Scott Storch, Ex-The Roots und momentan angesagtester Produzent, Knight Rider-Synthies aus seinem Rechner, die sich mit der roots'schen Groove Armada zu einem Cruise-Inferno vereinen. Etwas vorsichtigerer G-Funk ertönt bei "Stay Cool" und "Somebody's Gotta Do It". Während die Aufforderung "Bleib Cool" selbst in Philly die Sonne chillen lässt, sorgt letzteres dank zartem Elektro-Geflüster und Soul-Refrain für nachdenkliche Stimmung. Höhepunkt der Lowrider-Orgie ist jedoch "Guns Are Drawn". Das Beatfundament erinnert an live eingespielte Dr. Dre-Klassiker, der genuschelte Reggae-Hook bringt die sozialkritische Message von Black Thought zur Geltung, der mahnt: "stop running around in Circles". Überhaupt spuckt Black Thought einige Asse aus seinem Mund. Gelungenster Reimclou ist auf dem Sly And the Family Stone sampelnden Opener "Star" die Ansage an die ganze Star Search-Scheiße im allgemeinen und P. Diddys "Making The Band" im speziellen: "You know why we all stars, and we higly evolved. Hip Hop is not Pop like Kylie Minogue." Selbst bei einen Club-Brenner wie "Duck Down". Bei nur zehn Tracks fallen die etwas minder talentierten Tunes jedoch schwerer ins Gewicht. "Boom" langweilt mit abgenudelten Old School-Breaks, "Web" kopiert zu offensichtlich treibende RZA-Styles, und "Why" blubbert belanglos nett und smooth ins Ohr rein und raus. Im Endeffekt zählt jedoch: "I don't care as long as the bass line thumping, the drum line banging away." Trotz der gebremsten Lawine ist den Roots wieder ein großer Wurf gelungen. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 4. November 2016 | Atlantic Records

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 22. November 2019 | Passyunk Productions