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Soul - Erschienen am 1. Oktober 1976 | Motown

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung - Hi-Res Audio
Mit "Talking Book", "Innervisions" und "Fulfillingness' First Finale" platziert er drei Longplayer in Folge in den Top fünf. Den Grammy für das beste Album des Jahres hat er quasi abonniert. Längst schon verschwand der Zusatz "Little" aus seinem Namen. Stevie Wonder wähnt sich 1975 auf dem Zenit seines Erfolgs - vorschnell, wie sich herausstellen soll. Nicht nur in den USA, auch international betrachtet zählt er zu den populärsten Figuren im R'n'B- und Pop-Geschäft: ein Status, den sich Stevie Wonder über Jahre hinweg hart erarbeitet hat. Immer wieder trägt er sich trotzdem mit dem Gedanken, aus dem Hamsterrad der Unterhaltungsindustrie auszusteigen. Der Zeitpunkt erscheint günstig: Ein Fünf-Jahres-Vertrag mit dem Label Motown steht kurz vor dem Auslaufen. Stevie Wonder, soeben zum ersten Mal Vater geworden, stürzt sich in Wohltätigkeitsprojekte und sucht zugleich nach seinen Wurzeln, seinem afrikanischen Erbe. Er bereist den schwarzen Kontinent. Gerüchte machen die Runde, Stevie Wonder plane, nach Ghana auszuwandern, um dort eine Einrichtung für behinderte Kinder ins Leben zu rufen. Mit einem großen Abschlusskonzert will er seiner Karriere ein würdiges Ende setzen. Nichts deutet auf ein weiteres Album hin. Ob eine Reise nach Jamaika, wo er unter anderem mit Bob Marley und den Wailers zusammenarbeitete, den Ausschlag gab, doch noch einmal durchzustarten? Man weiß es nicht. In die USA zurück gekehrt, nimmt Stevie Wonder die Zügel jedenfalls wieder ganz energisch in die Hand. Er trennt sich von seinen langjährigen Produzenten Malcolm Cecil und Bob Margouleff. Für das anvisierte Doppelalbum vertraut er auf die Dienste von John Fishbach und Gary 'O' Olazabal. Zuvor jedoch schlägt die Stunde seines Anwalts Johann Vigoda. Der leistet ganze Arbeit: Am Ende harter Verhandlungen hat Stevie Wonder einen frischen Sieben-Jahres-Deal in der Tasche, der ihm neben 13 Millionen Dollar und einer bis dato beispiellos hohen Gewinnbeteiligung vollkommene künstlerische Freiheit sowie ein Vetorecht bei einem etwaigen Verkauf von Label oder Vertrieb zusichert. Den Zuschlag bekamen übrigens nicht Epic oder Arista, die ebenfalls Interesse bekundet hatten: "Das einzige wirklich lebensfähige Unternehmen in der Plattenindustrie, das sich in schwarzer Hand befindet, heißt Motown. Motown steht für Hoffnung und für Möglichkeiten, für neue wie bereits etablierte schwarze Künstler und Produzenten. ... Wir haben schon oft beobachten müssen, wie große Firmen die kleinen fressen, und ich will nicht, dass Motown das Gleiche widerfährt", erklärt Stevie Wonder, warum er auf wirkungsvollen Mitsprachemöglichkeiten bestand. Motown-Boss Berry Gordy schluckt all das und hat sein Geld wieder einmal ausgesprochen gewinnbringend investiert. Der Arbeit an einem neuen Stevie Wonder-Album - Arbeitstitel: "Let's See The Life The Way It Is" - steht nun nichts mehr im Wege. Nichts, außer Stevie Wonder und seinem ureigenen Perfektionismus. Die Monate ziehen ins Land. Außer dem mittlerweile in "Songs In The Key Of Life" umgeschriebenen Titel dringt kaum etwas ans Tageslicht. Stevie Wonder frickelt in Studios in Hollywood und Sausalito vor sich hin und arbeitet - als erster - auch in der Hit Factory in New York City. Eine dreitägige Session hat er bei Eigentümer Edward Germano gebucht. Es werden neun Monate daraus. "Wenn es bei mir läuft, bleibe ich dran, bis ich das Maximum herausgeholt habe", beschreibt Stevie Wonder seine Arbeitsweise. Essen oder Schlafen verkommen dann zur Nebensache. Gary Byrd, der den Text zu "Village Ghetto Land" beisteuert, erinnert sich genau. Drei Monate, nachdem er Stevie Wonder die Lyrics zukommen ließ, ruft dieser an: "Er war begeistert", so Byrd. "Er sagte: 'Ach, übrigens: Ich hab' noch eine Strophe drangehängt. Kannst du mir dafür auch noch Text schreiben und in zehn Minuten rüberschicken? Ich nehm' die Nummer jetzt auf.' Zehn Minuten später hat er dann tatsächlich schon wieder angerufen." Wer mit Stevie Wonder kooperieren will, muss Schritt halten können. Um so erstaunlicher, dass sich an die 130 Musiker fanden, die an "Songs In The Key Of Life" mitarbeiteten, darunter auch namhafte Kollegen: Herbie Hancock etwa, der Rhodes und Handclaps zu "As" beisteuert. Oder Funk Brother Eddie 'Bongo' Brown. Oder Minnie Riperton. Oder George Benson und seine Gitarre. Oder oder oder ... Der heimliche Star auf "Songs In The Key Of Life" trägt allerdings den sperrigen Namen Yamaha GX-1 - und kommt auch selbst entsprechend sperrig daher. Nur eine Handvoll Kollegen benutzten die kostspieligen Geräte, die zwischen 1973 und '77 gebaut wurden. Benny Anderson besaß eins, John Paul Jones oder Jürgen Fritz von Triumvirat. Keith Emerson überlässt seins später Hans Zimmer. Das in Aphex Twins Besitz gehörte einst Mickie Most, dem Boss von RAK Records. Stevie Wonder ist von dem neuartigen Synthesizer hingerissen. Er nennt den Kasten mit drei Keyboards, der es erlaubt, komplexe Arrangements in einem Take aufzunehmen, ohne mit mehreren sich überlagernden Spuren arbeiten zu müssen, "The Dream Machine". Man munkelt, er habe sich gleich zwei davon zugelegt. "Eins seiner größten Talente besteht darin, dass er gar nicht erst versucht, einen Synthesizer akustisch klingen zu lassen", kommentiert Herbie Hancock. "Er lässt sie statt dessen sein, was sie tatsächlich sind: synthetisch." Eine weitere Begabung: Stevie Wonder feilt zwar akribisch an seinen Kompositionen. Denen hört man die viele Arbeit am Ende allerdings gar nicht mehr an, so natürlich, luftig, leicht und locker perlen die Melodien. Der GX-1 avanciert zu Stevie Wonders neuem Lieblingsspielzeug, über dem man schon einmal die Zeit vergessen kann. Nie zuvor hat Stevie Wonder seine Fans so lange auf ein neues Album warten lassen. Die ständigen Nachfragen seines Labels, wann er denn endlich mit greifbaren Ergebnissen aufzuwarten gedenke, beantwortet er mit einem eigens angefertigten T-Shirt: "We're almost finished", verkündet der Schriftzug darauf. Bei Motown greifen sie, geschäftstüchtig wie eh und je, die Idee auf und verkaufen den dürstenden Fans ihrerseits Shirts mit dem Aufdruck: "Stevie's nearly ready". Die Vorbestellungen erreichen Rekord-Niveau. Schon bevor die Platte am 8. Oktober 1976 endlich in den Läden steht, erreicht sie Platin-Status. Der steigt bald auf Diamant-Niveau an - für über zehn Millionen verkaufte Einheiten allein in den Vereinigten Staaten. "Songs In The Key Of Life" schießt aus dem Stand an die Spitze der Billboard-Charts. Gleiches gelang vorher ausschließlich Elton John - der über Stevie Wonders Werk Folgendes mitzuteilen hat: "Lassen Sie es mich so sagen", entgegnet er auf die Frage nach seiner Lieblingsplatte, "Ich habe immer ein Exemplar von 'Songs In The Key Of Life' dabei. Meiner Meinung ist das das beste Album, das je aufgenommen wurde, und es lässt mich jedes Mal, wenn ich es höre, in völliger Verzückung zurück." Diese Meinung teilen zum Beispiel Michael Jackson, George Michael, Mariah Carey oder Whitney Houston - bei deren Trauerfeier Stevie Wonder "Love's In Need Of Love Today" spielt. Unzählige Kollegen covern oder samplen sich durch die über zwei LPs und eine beigelegte 7"-EP verteilten Songs. Auch der Urheber selbst klingt mehr als zufrieden mit seinem Schaffen: "Von allen meinen Alben bin ich mit 'Songs In The Key Of Life' am glücklichsten", sagt er 1995 mit Blick auf seine umfangreiche Diskografie. "Das lag auch an der ganzen Zeit, damals. Am Leben zu sein. Vater zu sein ... und sich dann gehen zu lassen und zu spüren, dass Gott mir die Energie und die Kraft gegeben hat, die ich brauchte." Diese göttliche Kraft, der sich auch der ungläubigste Zeitgenosse nur schwer verschließen kann, strömt dann auch aus jeder einzelnen Nummer. "Ich habe als Herausforderung betrachtet, so viele Themen wie möglich abzuhandeln", so Stevie Wonder. Er befasst sich mit privaten Erlebnissen, seiner Kindheit, der ersten Liebe oder zerbrochenen Beziehungen, greift darüber hinaus aber auch umfassendere Themen wie Religion und Spiritualität auf und prangert herrschende Missstände an - etwa die Kluft zwischen Arm und Reich in "Village Ghetto Land" oder den überhand nehmenden Materialismus in "Pasttime Paradise", das später auch Coolios Gangstern eine Heimat bietet. Vor allem aber - diese Richtung gibt gleich der Eröffnungssong vor - bricht Stevie Wonder eine Lanze für ein gleichberechtigtes Miteinander unter den Menschen. Nicht etwa der "Black Man" gilt ihm als das Maß aller Dinge, sondern der Mensch, egal, ob schwarz, weiß, rot, gelb oder kariert. Die Liebe ist in Gefahr - wer sollte sie retten, wenn nicht wir alle? Mindestens so vielseitig wie die Inhalte gestaltet sich die Musik selbst: Funk, Jazz und Pop gehen eine hemmungslose Fusion miteinander ein. Latin-Swing, Calypso und Honkytonk finden ihren Platz. In klassischen Balladen zeigt Stevie Wonder zudem seinen Hang zu Schmachtfetzen, der ihm in den 80ern noch reichlich Kritik einbringen soll - hier jedoch noch wohl dosiert. Herzallerliebst das Liebeslied an seine neugeborene Tochter: "Isn't She Lovely?" Aber, ja! Bezeichnend auch, dass Stevie Wonder sich vehement weigert, das überlange In- und Outro einer radiotauglichen Single-Fassung zu opfern. Dann doch lieber auf eine weitere Nummer-eins-Single pfeifen. Der Erfolg lässt sich ohnehin schon kaum noch überblicken. Dreizehn Wochen rangiert "Songs In The Key Of Life" ununterbrochen an der Spitze der Hitlisten. Earth, Wind & Fire, Led Zeppelin, Rod Stewart oder Boz Scoggs schallt Gandalfs Ruf um die Ohren: "Du kommst nicht vorbei!" Erst der Eagles' "Hotel California" drängt Stevie Wonder Anfang Januar 1977 auf den zweiten Platz. 35 Wochen lang in den Top Ten, 80 Wochen insgesamt in den Charts: Gordys Investition zahlt sich mühelos aus. Die hohen Erwartungen: übererfüllt. Besser als "Songs In The Key Of Life" verkauft sich 1977 ausschließlich "Rumours" von Fleetwood Mac. Man erzählt sich, andere Labels hielten ihre Veröffentlichungen extra zurück, bis sich die Wogen der Begeisterung wenigstens ein bisschen gelegt haben. Das dauert allerdings. "Die Definition der schwarzen Musik der Gegenwart, schreibt etwa die Süddeutsche Zeitung, "ein schwarzes Opus Magnum". In sieben Kategorien nominiert, greift Stevie Wonder bei der Grammy-Verleihung 1977 vier Preise ab: Er wird als bester Pop-Sänger, bester R'n'B-Sänger und bester Produzent geehrt - und erhält wieder einmal die Auszeichnung für das beste Album. Paul Simon, der Wonders Serie im Jahr zuvor unterbrochen hatte, weiß genau, warum das überhaupt erst möglich war, wie seine Dankesrede zeigt: "Ich möchte mich bei Stevie Wonder bedanken - dafür, dass er 1975 KEIN Album heraus gebracht hat." Noch Jahrzehnte später gilt "Songs In The Key Of Life" nicht nur als "endgültige Bestätigung seines (Wonders) überwältigenden Talents", sondern als eins der prägendsten Alben der Musikgeschichte. Warum? Einfach mal reinhören, Mensch! Einen zwingenderen Groove als der, der "I Wish" regiert, hat bisher niemand ersonnen. Die Nummer setzt nahtlos da an, wo "Sir Duke" aufhört, letzteres weit mehr als eine Hommage an Duke Ellington: "There's Basie, Miller, Satchmo, and the king of all, Sir Duke / And with a voice like Ella's ringing out / There's no way the band can lose." Stevie Wonder erweist Vorreitern und Mitstreitern, auf dessen Spuren er wandelt, die Ehre. "Ich wollte meiner Wertschätzung Ausdruck verleihen. Es geht um all die Musiker, die so viel für uns getan haben. Sie geraten so schnell in Vergessenheit." Wie lange werden wir uns wohl an Stevie Wonder und seine "Songs In The Key Of Life" erinnern? "As" kennt die einzig korrekte Antwort: "Until the rainbow burns the stars out in the sky / Until the ocean covers every mountain high / Until the dolphin flies and the parrots live at sea / Until wie dream of life and life becomes a dream." Always! © Laut
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Soul - Erschienen am 1. Januar 1972 | Motown

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung - Hi-Res Audio
After releasing two "head" records during 1970 and 1971, Stevie Wonder expanded his compositional palette with 1972's Talking Book to include societal ills as well as tender love songs, and so recorded the first smash album of his career. What had been hinted at on the intriguing project Music of My Mind was here focused into a laser beam of tight songwriting, warm electronic arrangements, and ebullient performances -- altogether the most realistic vision of a musical personality ever put to wax, beginning with a disarmingly simple love song, "You Are the Sunshine of My Life" (but of course, it's only the composition that's simple). Wonder's not always singing a tender ballad here -- in fact, he flits from contentment to mistrust to promise to heartbreak within the course of the first four tracks -- but he never fails to render each song in the most vivid colors. In stark contrast to his early songs, which were clever but often relied on the Motown template of romantic metaphor, with Talking Book it became clear Wonder was beginning to speak his mind and use his personal history for material (just as Marvin Gaye had with the social protest of 1971's What's Going On). The lyrics became less convoluted, while the emotional power gained in intensity. "You and I" and the glorious closer "I Believe (When I Fall in Love It Will Be Forever)" subtly illustrate that the conception of love can be stronger than the reality, while "Tuesday Heartbreak" speaks simply but powerfully: "I wanna be with you when the nighttime comes/I wanna be with you till the daytime comes." Ironically, the biggest hit from Talking Book wasn't a love song at all; the funk landmark "Superstition" urges empowerment instead of hopelessness, set to a grooving beat that made it one of the biggest hits of his career. It's followed by "Big Brother," the first of his directly critical songs, excoriating politicians who posture to the underclass in order to gain the only thing they really need: votes. With Talking Book, Wonder also found a proper balance between making an album entirely by himself and benefiting from the talents of others. His wife Syreeta contributed two great lyrics, and Ray Parker, Jr. came by to record a guitar solo that brings together the lengthy jam "Maybe Your Baby." Two more guitar heroes, Jeff Beck and Buzzy Feton, appeared on "Lookin' for Another Pure Love," Beck's solo especially giving voice to the excruciating process of moving on from a broken relationship. Like no other Stevie Wonder LP before it, Talking Book is all of a piece, the first unified statement of his career. It's certainly an exercise in indulgence but, imitating life, it veers breathtakingly from love to heartbreak and back with barely a pause. © John Bush /TiVo
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Soul - Erschienen am 22. Juli 1974 | Motown

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung - Hi-Res Audio
After the righteous anger and occasional despair of the socially motivated Innervisions, Stevie Wonder returned with a relationship record: Fulfillingness' First Finale. The cover pictures his life as an enormous wheel, part of which he's looking ahead to and part of which he's already completed (the latter with accompanying images of Little Stevie, JFK and MLK, the Motor Town Revue bus, a child with balloons, his familiar Taurus logo, and multiple Grammy awards). The songs and arrangements are the warmest since Talking Book, and Stevie positively caresses his vocals on this set, encompassing the vagaries of love, from dreaming of it ("Creepin'") to being bashful of it ("Too Shy to Say") to knowing when it's over ("It Ain't No Use"). The two big singles are "Boogie on Reggae Woman," with a deep electronic groove balancing organic congas and gospel piano, and "You Haven't Done Nothin'," an acidic dismissal of President Nixon and the Watergate controversy (he'd already written "He's Misstra Know-It-All" on the same topic). As before, Fulfillingness' First Finale is mostly the work of a single man; Stevie invited over just a bare few musicians, and most of those were background vocalists (though of the finest caliber: Minnie Riperton, Paul Anka, Deniece Williams, and the Jackson 5). Also as before, the appearances are perfectly chosen; "Too Shy to Say" can only benefit from the acoustic bass of Motown institution James Jamerson and the heavenly steel guitar of Sneaky Pete Kleinow, while the Jackson 5 provide some righteous amens to Stevie's preaching on "You Haven't Done Nothin'." It's also very refreshing to hear more songs devoted to the many and varied stages of romance, among them "It Ain't No Use," "Too Shy to Say," "Please Don't Go." The only element lacking here, in comparison to the rest of his string of brilliant early-'70s records, is a clear focus; Fulfillingness' First Finale is more a collection of excellent songs than an excellent album. © John Bush /TiVo
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Soul - Erschienen am 3. August 1973 | Motown

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
Mit 23 Jahren dreht sich bei Stevie Wonders Kunst alles um seine innovativen Innervisions, die am 3. August 1973 erschienen sind: seine Kämpfe, seine Phobien, seine Leidenschaften.... Indem er alle Instrumente selbst einspielt (auch wenn einige Gäste wie Jeff Beck, Ray Parker Jr., David Sanborn und Buzz Feiten hinzukommen) und Themen, die an Drogen, Ghetto, Spiritualität, Politik, Rassismus und natürlich Liebe mit einem großen L anspricht, vollendet das große Genie aus Michigan seine ultimative Fusion aus Soul, Rhythm'n' Blues, Funk und Pop. Die Klänge seiner vorerst unveröffentlichten Synthesizer verschmelzen mit diesem spirituellen Soul und sitzen immer noch auf verrückten Melodien. Mit Innervisions findet Amerika den idealen Soundtrack für seine qualvollen Stunden, wie Living for The City, wo Stevie an die Schwierigkeiten und Trübsale eines jungen schwarzen Mannes aus Mississippi erinnert, der für einen Job, den er nie bekommen wird, nach New York fährt, bevor er hinter Gittern landet (um seine 7-minütige Komposition noch realistischer zu machen, integriert er Straßenaufnahmen, Sirenengeräusche, Verhaftungsdialoge). Oder mit He's Misstra Know-It-All, einer kaum maskierten Anklage gegen den amtierenden Präsidenten Richard Nixon. Als perfekte Ergänzung zu Marvin Gayes What's Going On, das zwei Jahre zuvor veröffentlicht wurde: Abschied vom Blues, jetzt vom gebrochenen amerikanischen Traum! Aber dieser Schnappschuss ist für Stevie Wonder sehr persönlich, der auf das originale Innervisions-Cover in Blindenschrift "Das ist meine Musik. Das ist alles, was ich dir zu sagen habe, und so fühle ich mich auch. Wisse, dass deine Liebe meiner hilft, stark zu bleiben" gravieren lässt. © Marc Zisman/Qobuz
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Soul - Erschienen am 4. Mai 1982 | Motown

Hi-Res Auszeichnungen Hi-Res Audio
Released in 1982, the double-album Original Musiquarium I summarizes Stevie Wonder's classic period of the '70s, concentrating primarily on the hits, but adding a few album tracks to hint at the depth of his albums, as well as four new songs (one for each side, all pleasant, none particularly remarkable). Though there could be some dispute about the album tracks, this does wind up as an excellent overview of Wonder's period of greatest activity, and it's a terrific listen to boot -- any record that sports such hits as "Superstition," "You Haven't Done Nothin'," "Living for the City," "You Are the Sunshine of My Life," "Higher Ground," "Sir Duke," "Boogie on Reggae Woman," and "I Wish" is guaranteed to be a great listen, and it is. Wonder remains a quintessential album artist, but this record is a terrific snapshot of the highlights. © Stephen Thomas Erlewine /TiVo
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R&B - Erschienen am 3. März 1972 | Motown

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
With a new contract from Motown in his hand, Stevie Wonder released Music of My Mind, his first truly unified record and, with the exception of a single part on two songs, the work of a one-man-band. Everything he had learned about musicianship, engineering, and production during his long apprenticeship in the Snakepit at Motown Studios came together here (from the liner notes: "The sounds themselves come from inside his mind. The man is his own instrument. The instrument is an orchestra.") Music of My Mind was also the first to bear the fruits of his increased focus on Moog and Arp synthesizers, though the songs never sound synthetic, due in great part to Stevie's reliance on a parade of real instruments -- organic drumwork, harmonica, organs and pianos -- as well as his mastery of traditional song structure and his immense musical personality. The intro of the vibrant, tender "I Love Every Little Thing About You" is a perfect example, humanized with a series of lightly breathed syllables for background rhythm. And when the synthesizers do appear, it's always in the perfect context: the standout "Superwoman" really benefits from its high-frequency harmonics, and "Seems So Long" wouldn't sound quite as affectionate without the warm electronics gurgling in the background. This still wasn't a perfect record, though; "Sweet Little Girl" was an awkward song, with Stevie assuming another of his embarrassing musical personalities to fawn over a girl. © John Bush /TiVo
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Soul - Erschienen am 1. Januar 1972 | UNI - MOTOWN

Hi-Res Auszeichnungen Hi-Res Audio
After releasing two "head" records during 1970 and 1971, Stevie Wonder expanded his compositional palette with 1972's Talking Book to include societal ills as well as tender love songs, and so recorded the first smash album of his career. What had been hinted at on the intriguing project Music of My Mind was here focused into a laser beam of tight songwriting, warm electronic arrangements, and ebullient performances -- altogether the most realistic vision of a musical personality ever put to wax, beginning with a disarmingly simple love song, "You Are the Sunshine of My Life" (but of course, it's only the composition that's simple). Wonder's not always singing a tender ballad here -- in fact, he flits from contentment to mistrust to promise to heartbreak within the course of the first four tracks -- but he never fails to render each song in the most vivid colors. In stark contrast to his early songs, which were clever but often relied on the Motown template of romantic metaphor, with Talking Book it became clear Wonder was beginning to speak his mind and use his personal history for material (just as Marvin Gaye had with the social protest of 1971's What's Going On). The lyrics became less convoluted, while the emotional power gained in intensity. "You and I" and the glorious closer "I Believe (When I Fall in Love It Will Be Forever)" subtly illustrate that the conception of love can be stronger than the reality, while "Tuesday Heartbreak" speaks simply but powerfully: "I wanna be with you when the nighttime comes/I wanna be with you till the daytime comes." Ironically, the biggest hit from Talking Book wasn't a love song at all; the funk landmark "Superstition" urges empowerment instead of hopelessness, set to a grooving beat that made it one of the biggest hits of his career. It's followed by "Big Brother," the first of his directly critical songs, excoriating politicians who posture to the underclass in order to gain the only thing they really need: votes. With Talking Book, Wonder also found a proper balance between making an album entirely by himself and benefiting from the talents of others. His wife Syreeta contributed two great lyrics, and Ray Parker, Jr. came by to record a guitar solo that brings together the lengthy jam "Maybe Your Baby." Two more guitar heroes, Jeff Beck and Buzzy Feton, appeared on "Lookin' for Another Pure Love," Beck's solo especially giving voice to the excruciating process of moving on from a broken relationship. Like no other Stevie Wonder LP before it, Talking Book is all of a piece, the first unified statement of his career. It's certainly an exercise in indulgence but, imitating life, it veers breathtakingly from love to heartbreak and back with barely a pause. © John Bush /TiVo
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R&B - Erschienen am 22. Juli 1974 | Motown

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
After the righteous anger and occasional despair of the socially motivated Innervisions, Stevie Wonder returned with a relationship record: Fulfillingness' First Finale. The cover pictures his life as an enormous wheel, part of which he's looking ahead to and part of which he's already completed (the latter with accompanying images of Little Stevie, JFK and MLK, the Motor Town Revue bus, a child with balloons, his familiar Taurus logo, and multiple Grammy awards). The songs and arrangements are the warmest since Talking Book, and Stevie positively caresses his vocals on this set, encompassing the vagaries of love, from dreaming of it ("Creepin'") to being bashful of it ("Too Shy to Say") to knowing when it's over ("It Ain't No Use"). The two big singles are "Boogie on Reggae Woman," with a deep electronic groove balancing organic congas and gospel piano, and "You Haven't Done Nothin'," an acidic dismissal of President Nixon and the Watergate controversy (he'd already written "He's Misstra Know-It-All" on the same topic). As before, Fulfillingness' First Finale is mostly the work of a single man; Stevie invited over just a bare few musicians, and most of those were background vocalists (though of the finest caliber: Minnie Riperton, Paul Anka, Deniece Williams, and the Jackson 5). Also as before, the appearances are perfectly chosen; "Too Shy to Say" can only benefit from the acoustic bass of Motown institution James Jamerson and the heavenly steel guitar of Sneaky Pete Kleinow, while the Jackson 5 provide some righteous amens to Stevie's preaching on "You Haven't Done Nothin'." It's also very refreshing to hear more songs devoted to the many and varied stages of romance, among them "It Ain't No Use," "Too Shy to Say," "Please Don't Go." The only element lacking here, in comparison to the rest of his string of brilliant early-'70s records, is a clear focus; Fulfillingness' First Finale is more a collection of excellent songs than an excellent album. © John Bush /TiVo
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Pop - Erschienen am 29. Oktober 2002 | UNI - MOTOWN

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R&B - Erschienen am 1. Oktober 1980 | Motown

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Four years after the pinnacle of Stevie Wonder's mid-'70s typhoon of classic albums, Hotter Than July was the proper follow-up to Songs in the Key of Life (his Journey Through the Secret Life of Plants concept record was actually a soundtrack to an obscure movie that fared miserably in theaters). It also found Wonder in a different musical climate than the one that savored his every move from 1972 to 1977. Disco and new wave had slowly crept their way into the mainstream record-buying public, and hindered the once-ample room for socially and politically charged lyrics. However, Wonder naysayed the trends and continues to do what he did best. Solid songwriting, musicianship, and production are evident in the majority of Hotter Than July. Wonder also carries on his tradition of penning songs normally not associated with his trademark sound, from the disco-tinged "All I Do" (originally planned to be released by Tammi Terrell almost ten years previously) to the reggae-influenced smash "Master Blaster (Jammin)," which went straight to the top of the R&B charts. While admittedly there are a few less-than-standard tracks, he closes the album on an amazing high note with one of the most aching ballads in his canon ("Lately") and a touching anthem to civil rights pioneer Martin Luther King, Jr. ("Happy Birthday"). While most definitely not on the same tier as Innervisions or Songs in the Key of Life, Hotter Than July is the portrait of an artist who still had the Midas touch, but stood at the crossroads of an illustrious career. © Rob Theakston /TiVo
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Soul - Erschienen am 1. Februar 1969 | Motown

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Rather than rushing out an album in the spring of 1968, when "Shoo-Be-Doo-Be-Doo-Da-Day" (Number 9 Pop, Number One R&B) hit, Motown waited, through the modest summer success of "You Met Your Match" (Number 35 Pop, Number Two R&B), until "For Once in My Life" (Number Two Pop and R&B) became Wonder's next mammoth single, to release an album. As a result, this album contained all three hits, making it one of Wonder's more consistent albums of the '60s, even with filler like "Sunny" and "God Bless the Child." The real find, however, is the driving "I Don't Know Why," which, when placed on the B-side of Wonder's next single, "My Cherie Amour," became a hit on its own, going to Number 39 (Pop) and Number 16 (R&B). © William Ruhlmann /TiVo
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Soul - Erschienen am 1. September 1985 | Motown

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Soul - Erschienen am 1. Januar 2013 | Motown

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Wer könnte weihnachtliche Atmosphäre mit seiner Stimme besser verbreiten, als DIE Stimme Motowns, alias Mann mit der Mundharmonika? Stevie Wonders allererstes Weihnachtsalbum Someday at Christmas floppte allerdings direkt nach seiner Veröffentlichung 1967. Der gleichnamige Song, der auch hier The Christmas Collection eröffnet, wurde von den beiden Motown Songwritern Ron Miller und Bryan Wells geschrieben (die auch A Place in the Sun und Yester-Me, Yester-You, Yesterday komponierten). Damit war der Kitsch schon vorprogrammiert, mag man denken. 1967 war allerdings ein Jahr, das mit Kitsch nun wirklich nichts am Hut hatte, denn der Vietnamkrieg machte der weihnachtlichen Stimmung einen erheblichen Strich durch die Rechnung, was auch Motown mit den Friede-Freude-Eierkuchen-Produktionen nicht kalt lassen konnte. “Someday at Christmas men won't be boys/Playing with bombs like kids play with toys/One warm December our hearts will see/A world where men are free… Someday at Christmas there'll be no wars/When we have learned what Christmas is for/When we have found what life's really worth/There'll be peace on earth…” Mit diesen Worten stellte Stevie Wonder als einer der ersten Künstler einen Weihnachts-Song in einen politischen Kontext, so wie es später 1971 nur noch John Lennon in Happy Xmas (War Is Over) tat. Natürlich fehlen auf diesem Album auch die zu erwartenden Klassiker nicht, die seit 1967 auf dieser Collection von 2013 mit zwei Bonus-Tracks (The Miracle of Christmas und Everyone’s a Kid at Christmas) bereichert wurde. Ein Album, das unverkennbar aus dem Hause Motown stammt und die Klassiker in ihrer souligsten und schillerndsten Verpackung präsentiert. Einer der größten Hits, der wohl zum erfolgreichsten Weihnachtssong des Albums gekürt werden könnte, ist What Christmas Means to Me, mit dem Sie so richtig schön zum Weihnachtsessen grooven können. © Sandra Dubroca
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Lounge - Erschienen am 1. Januar 1967 | Motown

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R&B - Erschienen am 7. August 1970 | UNI - MOTOWN

Stevie Wonder was beginning to rebel against the Motown hit factory mentality in the early '70s. While he certainly hadn't lost his commercial touch, Wonder was anxious to address social concerns, experiment with electronics, and not be restricted by radio and marketplace considerations. Still, he gave the label another definitive smash with the title track, while sneaking in a cover of the Beatles' "We Can Work It Out" and penning more intriguing tunes like "I Can't Let My Heaven Walk Away" and "Never Had a Dream Come True." © Ron Wynn /TiVo
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Soul - Erschienen am 1. November 1979 | Motown

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Pop - Erschienen am 1. Oktober 1976 | UNI - MOTOWN

Hi-Res
Mit "Talking Book", "Innervisions" und "Fulfillingness' First Finale" platziert er drei Longplayer in Folge in den Top fünf. Den Grammy für das beste Album des Jahres hat er quasi abonniert. Längst schon verschwand der Zusatz "Little" aus seinem Namen. Stevie Wonder wähnt sich 1975 auf dem Zenit seines Erfolgs - vorschnell, wie sich herausstellen soll. Nicht nur in den USA, auch international betrachtet zählt er zu den populärsten Figuren im R'n'B- und Pop-Geschäft: ein Status, den sich Stevie Wonder über Jahre hinweg hart erarbeitet hat. Immer wieder trägt er sich trotzdem mit dem Gedanken, aus dem Hamsterrad der Unterhaltungsindustrie auszusteigen. Der Zeitpunkt erscheint günstig: Ein Fünf-Jahres-Vertrag mit dem Label Motown steht kurz vor dem Auslaufen. Stevie Wonder, soeben zum ersten Mal Vater geworden, stürzt sich in Wohltätigkeitsprojekte und sucht zugleich nach seinen Wurzeln, seinem afrikanischen Erbe. Er bereist den schwarzen Kontinent. Gerüchte machen die Runde, Stevie Wonder plane, nach Ghana auszuwandern, um dort eine Einrichtung für behinderte Kinder ins Leben zu rufen. Mit einem großen Abschlusskonzert will er seiner Karriere ein würdiges Ende setzen. Nichts deutet auf ein weiteres Album hin. Ob eine Reise nach Jamaika, wo er unter anderem mit Bob Marley und den Wailers zusammenarbeitete, den Ausschlag gab, doch noch einmal durchzustarten? Man weiß es nicht. In die USA zurück gekehrt, nimmt Stevie Wonder die Zügel jedenfalls wieder ganz energisch in die Hand. Er trennt sich von seinen langjährigen Produzenten Malcolm Cecil und Bob Margouleff. Für das anvisierte Doppelalbum vertraut er auf die Dienste von John Fishbach und Gary 'O' Olazabal. Zuvor jedoch schlägt die Stunde seines Anwalts Johann Vigoda. Der leistet ganze Arbeit: Am Ende harter Verhandlungen hat Stevie Wonder einen frischen Sieben-Jahres-Deal in der Tasche, der ihm neben 13 Millionen Dollar und einer bis dato beispiellos hohen Gewinnbeteiligung vollkommene künstlerische Freiheit sowie ein Vetorecht bei einem etwaigen Verkauf von Label oder Vertrieb zusichert. Den Zuschlag bekamen übrigens nicht Epic oder Arista, die ebenfalls Interesse bekundet hatten: "Das einzige wirklich lebensfähige Unternehmen in der Plattenindustrie, das sich in schwarzer Hand befindet, heißt Motown. Motown steht für Hoffnung und für Möglichkeiten, für neue wie bereits etablierte schwarze Künstler und Produzenten. ... Wir haben schon oft beobachten müssen, wie große Firmen die kleinen fressen, und ich will nicht, dass Motown das Gleiche widerfährt", erklärt Stevie Wonder, warum er auf wirkungsvollen Mitsprachemöglichkeiten bestand. Motown-Boss Berry Gordy schluckt all das und hat sein Geld wieder einmal ausgesprochen gewinnbringend investiert. Der Arbeit an einem neuen Stevie Wonder-Album - Arbeitstitel: "Let's See The Life The Way It Is" - steht nun nichts mehr im Wege. Nichts, außer Stevie Wonder und seinem ureigenen Perfektionismus. Die Monate ziehen ins Land. Außer dem mittlerweile in "Songs In The Key Of Life" umgeschriebenen Titel dringt kaum etwas ans Tageslicht. Stevie Wonder frickelt in Studios in Hollywood und Sausalito vor sich hin und arbeitet - als erster - auch in der Hit Factory in New York City. Eine dreitägige Session hat er bei Eigentümer Edward Germano gebucht. Es werden neun Monate daraus. "Wenn es bei mir läuft, bleibe ich dran, bis ich das Maximum herausgeholt habe", beschreibt Stevie Wonder seine Arbeitsweise. Essen oder Schlafen verkommen dann zur Nebensache. Gary Byrd, der den Text zu "Village Ghetto Land" beisteuert, erinnert sich genau. Drei Monate, nachdem er Stevie Wonder die Lyrics zukommen ließ, ruft dieser an: "Er war begeistert", so Byrd. "Er sagte: 'Ach, übrigens: Ich hab' noch eine Strophe drangehängt. Kannst du mir dafür auch noch Text schreiben und in zehn Minuten rüberschicken? Ich nehm' die Nummer jetzt auf.' Zehn Minuten später hat er dann tatsächlich schon wieder angerufen." Wer mit Stevie Wonder kooperieren will, muss Schritt halten können. Um so erstaunlicher, dass sich an die 130 Musiker fanden, die an "Songs In The Key Of Life" mitarbeiteten, darunter auch namhafte Kollegen: Herbie Hancock etwa, der Rhodes und Handclaps zu "As" beisteuert. Oder Funk Brother Eddie 'Bongo' Brown. Oder Minnie Riperton. Oder George Benson und seine Gitarre. Oder oder oder ... Der heimliche Star auf "Songs In The Key Of Life" trägt allerdings den sperrigen Namen Yamaha GX-1 - und kommt auch selbst entsprechend sperrig daher. Nur eine Handvoll Kollegen benutzten die kostspieligen Geräte, die zwischen 1973 und '77 gebaut wurden. Benny Anderson besaß eins, John Paul Jones oder Jürgen Fritz von Triumvirat. Keith Emerson überlässt seins später Hans Zimmer. Das in Aphex Twins Besitz gehörte einst Mickie Most, dem Boss von RAK Records. Stevie Wonder ist von dem neuartigen Synthesizer hingerissen. Er nennt den Kasten mit drei Keyboards, der es erlaubt, komplexe Arrangements in einem Take aufzunehmen, ohne mit mehreren sich überlagernden Spuren arbeiten zu müssen, "The Dream Machine". Man munkelt, er habe sich gleich zwei davon zugelegt. "Eins seiner größten Talente besteht darin, dass er gar nicht erst versucht, einen Synthesizer akustisch klingen zu lassen", kommentiert Herbie Hancock. "Er lässt sie statt dessen sein, was sie tatsächlich sind: synthetisch." Eine weitere Begabung: Stevie Wonder feilt zwar akribisch an seinen Kompositionen. Denen hört man die viele Arbeit am Ende allerdings gar nicht mehr an, so natürlich, luftig, leicht und locker perlen die Melodien. Der GX-1 avanciert zu Stevie Wonders neuem Lieblingsspielzeug, über dem man schon einmal die Zeit vergessen kann. Nie zuvor hat Stevie Wonder seine Fans so lange auf ein neues Album warten lassen. Die ständigen Nachfragen seines Labels, wann er denn endlich mit greifbaren Ergebnissen aufzuwarten gedenke, beantwortet er mit einem eigens angefertigten T-Shirt: "We're almost finished", verkündet der Schriftzug darauf. Bei Motown greifen sie, geschäftstüchtig wie eh und je, die Idee auf und verkaufen den dürstenden Fans ihrerseits Shirts mit dem Aufdruck: "Stevie's nearly ready". Die Vorbestellungen erreichen Rekord-Niveau. Schon bevor die Platte am 8. Oktober 1976 endlich in den Läden steht, erreicht sie Platin-Status. Der steigt bald auf Diamant-Niveau an - für über zehn Millionen verkaufte Einheiten allein in den Vereinigten Staaten. "Songs In The Key Of Life" schießt aus dem Stand an die Spitze der Billboard-Charts. Gleiches gelang vorher ausschließlich Elton John - der über Stevie Wonders Werk Folgendes mitzuteilen hat: "Lassen Sie es mich so sagen", entgegnet er auf die Frage nach seiner Lieblingsplatte, "Ich habe immer ein Exemplar von 'Songs In The Key Of Life' dabei. Meiner Meinung ist das das beste Album, das je aufgenommen wurde, und es lässt mich jedes Mal, wenn ich es höre, in völliger Verzückung zurück." Diese Meinung teilen zum Beispiel Michael Jackson, George Michael, Mariah Carey oder Whitney Houston - bei deren Trauerfeier Stevie Wonder "Love's In Need Of Love Today" spielt. Unzählige Kollegen covern oder samplen sich durch die über zwei LPs und eine beigelegte 7"-EP verteilten Songs. Auch der Urheber selbst klingt mehr als zufrieden mit seinem Schaffen: "Von allen meinen Alben bin ich mit 'Songs In The Key Of Life' am glücklichsten", sagt er 1995 mit Blick auf seine umfangreiche Diskografie. "Das lag auch an der ganzen Zeit, damals. Am Leben zu sein. Vater zu sein ... und sich dann gehen zu lassen und zu spüren, dass Gott mir die Energie und die Kraft gegeben hat, die ich brauchte." Diese göttliche Kraft, der sich auch der ungläubigste Zeitgenosse nur schwer verschließen kann, strömt dann auch aus jeder einzelnen Nummer. "Ich habe als Herausforderung betrachtet, so viele Themen wie möglich abzuhandeln", so Stevie Wonder. Er befasst sich mit privaten Erlebnissen, seiner Kindheit, der ersten Liebe oder zerbrochenen Beziehungen, greift darüber hinaus aber auch umfassendere Themen wie Religion und Spiritualität auf und prangert herrschende Missstände an - etwa die Kluft zwischen Arm und Reich in "Village Ghetto Land" oder den überhand nehmenden Materialismus in "Pasttime Paradise", das später auch Coolios Gangstern eine Heimat bietet. Vor allem aber - diese Richtung gibt gleich der Eröffnungssong vor - bricht Stevie Wonder eine Lanze für ein gleichberechtigtes Miteinander unter den Menschen. Nicht etwa der "Black Man" gilt ihm als das Maß aller Dinge, sondern der Mensch, egal, ob schwarz, weiß, rot, gelb oder kariert. Die Liebe ist in Gefahr - wer sollte sie retten, wenn nicht wir alle? Mindestens so vielseitig wie die Inhalte gestaltet sich die Musik selbst: Funk, Jazz und Pop gehen eine hemmungslose Fusion miteinander ein. Latin-Swing, Calypso und Honkytonk finden ihren Platz. In klassischen Balladen zeigt Stevie Wonder zudem seinen Hang zu Schmachtfetzen, der ihm in den 80ern noch reichlich Kritik einbringen soll - hier jedoch noch wohl dosiert. Herzallerliebst das Liebeslied an seine neugeborene Tochter: "Isn't She Lovely?" Aber, ja! Bezeichnend auch, dass Stevie Wonder sich vehement weigert, das überlange In- und Outro einer radiotauglichen Single-Fassung zu opfern. Dann doch lieber auf eine weitere Nummer-eins-Single pfeifen. Der Erfolg lässt sich ohnehin schon kaum noch überblicken. Dreizehn Wochen rangiert "Songs In The Key Of Life" ununterbrochen an der Spitze der Hitlisten. Earth, Wind & Fire, Led Zeppelin, Rod Stewart oder Boz Scoggs schallt Gandalfs Ruf um die Ohren: "Du kommst nicht vorbei!" Erst der Eagles' "Hotel California" drängt Stevie Wonder Anfang Januar 1977 auf den zweiten Platz. 35 Wochen lang in den Top Ten, 80 Wochen insgesamt in den Charts: Gordys Investition zahlt sich mühelos aus. Die hohen Erwartungen: übererfüllt. Besser als "Songs In The Key Of Life" verkauft sich 1977 ausschließlich "Rumours" von Fleetwood Mac. Man erzählt sich, andere Labels hielten ihre Veröffentlichungen extra zurück, bis sich die Wogen der Begeisterung wenigstens ein bisschen gelegt haben. Das dauert allerdings. "Die Definition der schwarzen Musik der Gegenwart, schreibt etwa die Süddeutsche Zeitung, "ein schwarzes Opus Magnum". In sieben Kategorien nominiert, greift Stevie Wonder bei der Grammy-Verleihung 1977 vier Preise ab: Er wird als bester Pop-Sänger, bester R'n'B-Sänger und bester Produzent geehrt - und erhält wieder einmal die Auszeichnung für das beste Album. Paul Simon, der Wonders Serie im Jahr zuvor unterbrochen hatte, weiß genau, warum das überhaupt erst möglich war, wie seine Dankesrede zeigt: "Ich möchte mich bei Stevie Wonder bedanken - dafür, dass er 1975 KEIN Album heraus gebracht hat." Noch Jahrzehnte später gilt "Songs In The Key Of Life" nicht nur als "endgültige Bestätigung seines (Wonders) überwältigenden Talents", sondern als eins der prägendsten Alben der Musikgeschichte. Warum? Einfach mal reinhören, Mensch! Einen zwingenderen Groove als der, der "I Wish" regiert, hat bisher niemand ersonnen. Die Nummer setzt nahtlos da an, wo "Sir Duke" aufhört, letzteres weit mehr als eine Hommage an Duke Ellington: "There's Basie, Miller, Satchmo, and the king of all, Sir Duke / And with a voice like Ella's ringing out / There's no way the band can lose." Stevie Wonder erweist Vorreitern und Mitstreitern, auf dessen Spuren er wandelt, die Ehre. "Ich wollte meiner Wertschätzung Ausdruck verleihen. Es geht um all die Musiker, die so viel für uns getan haben. Sie geraten so schnell in Vergessenheit." Wie lange werden wir uns wohl an Stevie Wonder und seine "Songs In The Key Of Life" erinnern? "As" kennt die einzig korrekte Antwort: "Until the rainbow burns the stars out in the sky / Until the ocean covers every mountain high / Until the dolphin flies and the parrots live at sea / Until wie dream of life and life becomes a dream." Always! © Laut
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R&B - Erschienen am 21. August 2007 | UNI - MOTOWN

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R&B - Erschienen am 1. Januar 2004 | Motown

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Pop - Erschienen am 1. Oktober 1976 | UNI - MOTOWN

Mit "Talking Book", "Innervisions" und "Fulfillingness' First Finale" platziert er drei Longplayer in Folge in den Top fünf. Den Grammy für das beste Album des Jahres hat er quasi abonniert. Längst schon verschwand der Zusatz "Little" aus seinem Namen. Stevie Wonder wähnt sich 1975 auf dem Zenit seines Erfolgs - vorschnell, wie sich herausstellen soll. Nicht nur in den USA, auch international betrachtet zählt er zu den populärsten Figuren im R'n'B- und Pop-Geschäft: ein Status, den sich Stevie Wonder über Jahre hinweg hart erarbeitet hat. Immer wieder trägt er sich trotzdem mit dem Gedanken, aus dem Hamsterrad der Unterhaltungsindustrie auszusteigen. Der Zeitpunkt erscheint günstig: Ein Fünf-Jahres-Vertrag mit dem Label Motown steht kurz vor dem Auslaufen. Stevie Wonder, soeben zum ersten Mal Vater geworden, stürzt sich in Wohltätigkeitsprojekte und sucht zugleich nach seinen Wurzeln, seinem afrikanischen Erbe. Er bereist den schwarzen Kontinent. Gerüchte machen die Runde, Stevie Wonder plane, nach Ghana auszuwandern, um dort eine Einrichtung für behinderte Kinder ins Leben zu rufen. Mit einem großen Abschlusskonzert will er seiner Karriere ein würdiges Ende setzen. Nichts deutet auf ein weiteres Album hin. Ob eine Reise nach Jamaika, wo er unter anderem mit Bob Marley und den Wailers zusammenarbeitete, den Ausschlag gab, doch noch einmal durchzustarten? Man weiß es nicht. In die USA zurück gekehrt, nimmt Stevie Wonder die Zügel jedenfalls wieder ganz energisch in die Hand. Er trennt sich von seinen langjährigen Produzenten Malcolm Cecil und Bob Margouleff. Für das anvisierte Doppelalbum vertraut er auf die Dienste von John Fishbach und Gary 'O' Olazabal. Zuvor jedoch schlägt die Stunde seines Anwalts Johann Vigoda. Der leistet ganze Arbeit: Am Ende harter Verhandlungen hat Stevie Wonder einen frischen Sieben-Jahres-Deal in der Tasche, der ihm neben 13 Millionen Dollar und einer bis dato beispiellos hohen Gewinnbeteiligung vollkommene künstlerische Freiheit sowie ein Vetorecht bei einem etwaigen Verkauf von Label oder Vertrieb zusichert. Den Zuschlag bekamen übrigens nicht Epic oder Arista, die ebenfalls Interesse bekundet hatten: "Das einzige wirklich lebensfähige Unternehmen in der Plattenindustrie, das sich in schwarzer Hand befindet, heißt Motown. Motown steht für Hoffnung und für Möglichkeiten, für neue wie bereits etablierte schwarze Künstler und Produzenten. ... Wir haben schon oft beobachten müssen, wie große Firmen die kleinen fressen, und ich will nicht, dass Motown das Gleiche widerfährt", erklärt Stevie Wonder, warum er auf wirkungsvollen Mitsprachemöglichkeiten bestand. Motown-Boss Berry Gordy schluckt all das und hat sein Geld wieder einmal ausgesprochen gewinnbringend investiert. Der Arbeit an einem neuen Stevie Wonder-Album - Arbeitstitel: "Let's See The Life The Way It Is" - steht nun nichts mehr im Wege. Nichts, außer Stevie Wonder und seinem ureigenen Perfektionismus. Die Monate ziehen ins Land. Außer dem mittlerweile in "Songs In The Key Of Life" umgeschriebenen Titel dringt kaum etwas ans Tageslicht. Stevie Wonder frickelt in Studios in Hollywood und Sausalito vor sich hin und arbeitet - als erster - auch in der Hit Factory in New York City. Eine dreitägige Session hat er bei Eigentümer Edward Germano gebucht. Es werden neun Monate daraus. "Wenn es bei mir läuft, bleibe ich dran, bis ich das Maximum herausgeholt habe", beschreibt Stevie Wonder seine Arbeitsweise. Essen oder Schlafen verkommen dann zur Nebensache. Gary Byrd, der den Text zu "Village Ghetto Land" beisteuert, erinnert sich genau. Drei Monate, nachdem er Stevie Wonder die Lyrics zukommen ließ, ruft dieser an: "Er war begeistert", so Byrd. "Er sagte: 'Ach, übrigens: Ich hab' noch eine Strophe drangehängt. Kannst du mir dafür auch noch Text schreiben und in zehn Minuten rüberschicken? Ich nehm' die Nummer jetzt auf.' Zehn Minuten später hat er dann tatsächlich schon wieder angerufen." Wer mit Stevie Wonder kooperieren will, muss Schritt halten können. Um so erstaunlicher, dass sich an die 130 Musiker fanden, die an "Songs In The Key Of Life" mitarbeiteten, darunter auch namhafte Kollegen: Herbie Hancock etwa, der Rhodes und Handclaps zu "As" beisteuert. Oder Funk Brother Eddie 'Bongo' Brown. Oder Minnie Riperton. Oder George Benson und seine Gitarre. Oder oder oder ... Der heimliche Star auf "Songs In The Key Of Life" trägt allerdings den sperrigen Namen Yamaha GX-1 - und kommt auch selbst entsprechend sperrig daher. Nur eine Handvoll Kollegen benutzten die kostspieligen Geräte, die zwischen 1973 und '77 gebaut wurden. Benny Anderson besaß eins, John Paul Jones oder Jürgen Fritz von Triumvirat. Keith Emerson überlässt seins später Hans Zimmer. Das in Aphex Twins Besitz gehörte einst Mickie Most, dem Boss von RAK Records. Stevie Wonder ist von dem neuartigen Synthesizer hingerissen. Er nennt den Kasten mit drei Keyboards, der es erlaubt, komplexe Arrangements in einem Take aufzunehmen, ohne mit mehreren sich überlagernden Spuren arbeiten zu müssen, "The Dream Machine". Man munkelt, er habe sich gleich zwei davon zugelegt. "Eins seiner größten Talente besteht darin, dass er gar nicht erst versucht, einen Synthesizer akustisch klingen zu lassen", kommentiert Herbie Hancock. "Er lässt sie statt dessen sein, was sie tatsächlich sind: synthetisch." Eine weitere Begabung: Stevie Wonder feilt zwar akribisch an seinen Kompositionen. Denen hört man die viele Arbeit am Ende allerdings gar nicht mehr an, so natürlich, luftig, leicht und locker perlen die Melodien. Der GX-1 avanciert zu Stevie Wonders neuem Lieblingsspielzeug, über dem man schon einmal die Zeit vergessen kann. Nie zuvor hat Stevie Wonder seine Fans so lange auf ein neues Album warten lassen. Die ständigen Nachfragen seines Labels, wann er denn endlich mit greifbaren Ergebnissen aufzuwarten gedenke, beantwortet er mit einem eigens angefertigten T-Shirt: "We're almost finished", verkündet der Schriftzug darauf. Bei Motown greifen sie, geschäftstüchtig wie eh und je, die Idee auf und verkaufen den dürstenden Fans ihrerseits Shirts mit dem Aufdruck: "Stevie's nearly ready". Die Vorbestellungen erreichen Rekord-Niveau. Schon bevor die Platte am 8. Oktober 1976 endlich in den Läden steht, erreicht sie Platin-Status. Der steigt bald auf Diamant-Niveau an - für über zehn Millionen verkaufte Einheiten allein in den Vereinigten Staaten. "Songs In The Key Of Life" schießt aus dem Stand an die Spitze der Billboard-Charts. Gleiches gelang vorher ausschließlich Elton John - der über Stevie Wonders Werk Folgendes mitzuteilen hat: "Lassen Sie es mich so sagen", entgegnet er auf die Frage nach seiner Lieblingsplatte, "Ich habe immer ein Exemplar von 'Songs In The Key Of Life' dabei. Meiner Meinung ist das das beste Album, das je aufgenommen wurde, und es lässt mich jedes Mal, wenn ich es höre, in völliger Verzückung zurück." Diese Meinung teilen zum Beispiel Michael Jackson, George Michael, Mariah Carey oder Whitney Houston - bei deren Trauerfeier Stevie Wonder "Love's In Need Of Love Today" spielt. Unzählige Kollegen covern oder samplen sich durch die über zwei LPs und eine beigelegte 7"-EP verteilten Songs. Auch der Urheber selbst klingt mehr als zufrieden mit seinem Schaffen: "Von allen meinen Alben bin ich mit 'Songs In The Key Of Life' am glücklichsten", sagt er 1995 mit Blick auf seine umfangreiche Diskografie. "Das lag auch an der ganzen Zeit, damals. Am Leben zu sein. Vater zu sein ... und sich dann gehen zu lassen und zu spüren, dass Gott mir die Energie und die Kraft gegeben hat, die ich brauchte." Diese göttliche Kraft, der sich auch der ungläubigste Zeitgenosse nur schwer verschließen kann, strömt dann auch aus jeder einzelnen Nummer. "Ich habe als Herausforderung betrachtet, so viele Themen wie möglich abzuhandeln", so Stevie Wonder. Er befasst sich mit privaten Erlebnissen, seiner Kindheit, der ersten Liebe oder zerbrochenen Beziehungen, greift darüber hinaus aber auch umfassendere Themen wie Religion und Spiritualität auf und prangert herrschende Missstände an - etwa die Kluft zwischen Arm und Reich in "Village Ghetto Land" oder den überhand nehmenden Materialismus in "Pasttime Paradise", das später auch Coolios Gangstern eine Heimat bietet. Vor allem aber - diese Richtung gibt gleich der Eröffnungssong vor - bricht Stevie Wonder eine Lanze für ein gleichberechtigtes Miteinander unter den Menschen. Nicht etwa der "Black Man" gilt ihm als das Maß aller Dinge, sondern der Mensch, egal, ob schwarz, weiß, rot, gelb oder kariert. Die Liebe ist in Gefahr - wer sollte sie retten, wenn nicht wir alle? Mindestens so vielseitig wie die Inhalte gestaltet sich die Musik selbst: Funk, Jazz und Pop gehen eine hemmungslose Fusion miteinander ein. Latin-Swing, Calypso und Honkytonk finden ihren Platz. In klassischen Balladen zeigt Stevie Wonder zudem seinen Hang zu Schmachtfetzen, der ihm in den 80ern noch reichlich Kritik einbringen soll - hier jedoch noch wohl dosiert. Herzallerliebst das Liebeslied an seine neugeborene Tochter: "Isn't She Lovely?" Aber, ja! Bezeichnend auch, dass Stevie Wonder sich vehement weigert, das überlange In- und Outro einer radiotauglichen Single-Fassung zu opfern. Dann doch lieber auf eine weitere Nummer-eins-Single pfeifen. Der Erfolg lässt sich ohnehin schon kaum noch überblicken. Dreizehn Wochen rangiert "Songs In The Key Of Life" ununterbrochen an der Spitze der Hitlisten. Earth, Wind & Fire, Led Zeppelin, Rod Stewart oder Boz Scoggs schallt Gandalfs Ruf um die Ohren: "Du kommst nicht vorbei!" Erst der Eagles' "Hotel California" drängt Stevie Wonder Anfang Januar 1977 auf den zweiten Platz. 35 Wochen lang in den Top Ten, 80 Wochen insgesamt in den Charts: Gordys Investition zahlt sich mühelos aus. Die hohen Erwartungen: übererfüllt. Besser als "Songs In The Key Of Life" verkauft sich 1977 ausschließlich "Rumours" von Fleetwood Mac. Man erzählt sich, andere Labels hielten ihre Veröffentlichungen extra zurück, bis sich die Wogen der Begeisterung wenigstens ein bisschen gelegt haben. Das dauert allerdings. "Die Definition der schwarzen Musik der Gegenwart, schreibt etwa die Süddeutsche Zeitung, "ein schwarzes Opus Magnum". In sieben Kategorien nominiert, greift Stevie Wonder bei der Grammy-Verleihung 1977 vier Preise ab: Er wird als bester Pop-Sänger, bester R'n'B-Sänger und bester Produzent geehrt - und erhält wieder einmal die Auszeichnung für das beste Album. Paul Simon, der Wonders Serie im Jahr zuvor unterbrochen hatte, weiß genau, warum das überhaupt erst möglich war, wie seine Dankesrede zeigt: "Ich möchte mich bei Stevie Wonder bedanken - dafür, dass er 1975 KEIN Album heraus gebracht hat." Noch Jahrzehnte später gilt "Songs In The Key Of Life" nicht nur als "endgültige Bestätigung seines (Wonders) überwältigenden Talents", sondern als eins der prägendsten Alben der Musikgeschichte. Warum? Einfach mal reinhören, Mensch! Einen zwingenderen Groove als der, der "I Wish" regiert, hat bisher niemand ersonnen. Die Nummer setzt nahtlos da an, wo "Sir Duke" aufhört, letzteres weit mehr als eine Hommage an Duke Ellington: "There's Basie, Miller, Satchmo, and the king of all, Sir Duke / And with a voice like Ella's ringing out / There's no way the band can lose." Stevie Wonder erweist Vorreitern und Mitstreitern, auf dessen Spuren er wandelt, die Ehre. "Ich wollte meiner Wertschätzung Ausdruck verleihen. Es geht um all die Musiker, die so viel für uns getan haben. Sie geraten so schnell in Vergessenheit." Wie lange werden wir uns wohl an Stevie Wonder und seine "Songs In The Key Of Life" erinnern? "As" kennt die einzig korrekte Antwort: "Until the rainbow burns the stars out in the sky / Until the ocean covers every mountain high / Until the dolphin flies and the parrots live at sea / Until wie dream of life and life becomes a dream." Always! © Laut