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Die Alben

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Pop - Erschienen am 1. Januar 2008 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
Genau so haben wir uns das vorgestellt: "Er fiel mir auf, weil er eine goldene Seidenhose anhatte", verrät Dave Ball im Booklet nach 30 Jahren endlich den wahren Grund für das Zusammentreffen des schüchternen Keyboarders mit Textil-Flamingo und Vokalakrobat Marc Almond. Die beiden Engländer studierten Ende der 70er in Leeds: tagsüber Kunst, nachts die Clubs. Aus Balls Vorliebe für Northern Soul und Almonds ungezügelter Dance-Affinität purzelten 1981 die ersten Songs in Form des Debütalbums "Non-Stop Erotic Cabaret" aufs Volk. Der unerwartete Erfolg der Gloria Jones- Coverversion "Tainted Love" drängte das restliche Material des Albums schon damals in den Schatten - zu Unrecht. Obschon Almonds hyperemotionaler, überzogener Vortrag schon auf dem Welthit aufzeigte, dass Soft Cell entgegen vieler ihrer roboterhaften Mitstreiter nichts gegen eine große Portion Menschlichkeit im Soundbild einzuwenden hatten. Als glühender Anhänger des Kabaretts war es für den Sänger zudem eine Selbstverständlichkeit, seinen theatralischen Impulsen nachzugeben und Übertreibungen sowohl in textlicher als auch darstellerischer Hinsicht hemmungslos auszuleben. So viel Mut zum Kitsch hatten selbst zur damaligen Zeit nur wenige. "Das Album sollte eine Sound-Peepshow werden, ein Blick in eine schlüpfrige Welt, ein Soundtrack für einen Stripteaseladen", fasste Almond das Debüt 1999 zusammen. Den Titel von einer Neonwerbung geklaut, erzählten Soft Cell auf den zehn Songs des Originalalbums von Träumen und der Sehnsucht nach Glamour im tristen Grau der schmutzigen englischen Realität. "I think it's time to cook a meal / to fill the emptiness I feel", singt Almond in "Bedsitter", das als Blaupause seines damaligen Lebens in einem Ein-Zimmer-Appartment im Leedser Rotlichtbezirk zu verstehen ist. "Dancing, laughing, living, loving" - der New Romantics-Stammclub des Duos, das Warehouse, diente dem Duo als Flucht aus der "Frustration" des Alltags. "I do the garden / I watch girls / I am so ordinary (...) I wish I could experiment with cocaine, LSD / and set a bad bad example" - Der Album-Opener spiegelte die Abenteuerlust wider, mit der zahlreiche Bands der angloeuropäischen Synthiepop-Bewegung in Wort und Ton die 80er Jahre begrüßten. Im Falle von Soft Cell war da unübersehbar noch der Faktor Sex. Angefangen beim provokanten Albumtitel bis zum homoerotischen Cover, auf dem sich Marc Almond wohl kaum den Guardian unter die Lederjacke schiebt. Er sah auch keine Notwendigkeit darin, der Presse seine Sadomaso-Vorlieben vorzuenthalten. Nicht zu vergessen die Musik: Das frivole "Seedy Films" etwa, in New York am Times Square aufgenommen oder das heimliche Highlight "Sex Dwarf", zu dem gar ein Pornoclip gedreht wurde, den man an die Boulevardpresse lancierte. Mit dem Ergebnis, dass Soft Cells Label Some Bizzare Besuch von uniformierten Abgesandten empfangen durfte. Dass dem Debütalbum noch das 1982 veröffentlichte Remixalbum sowie einzelne Maxis und Singles beiliegen, macht die Deluxe Edition zum absolut lohnenswerten Sammlerstück. "Non Stop Ecstatic Dancing" stellte ein damals revolutionäres Experiment dar, das zeitgleich auch in Sheffield (Human League, "Love And Dancing") getestet wurde: Ein Album voller Remixes. Schon während der Arbeiten am Debütalbum in New York begeisterten sich Almond und Ball für den neuen Discosound in den Tanztempeln Danceteria und Paradise Garage. Dass dort nicht nur Wodka-O getrunken wurde, dürfte kein Geheimnis sein. Laut Marc Almond ist der Upbeat-Remix von "Memorabilia" der erste Ecstasy-Dancetrack. Auch diese Entdeckung wollte der Sänger sogleich mit allen teilen: "Just look at me / and you will see / why they call me Cindy Ecstasy". In jenen erweiterten Bewusstseinszuständen gedieh auch der geniale Einfall, "Tainted Love" mit dem Supremes-Hit "Where Did Our Love Go" zu vermählen, bis heute eine der meistgespielten Maxiversionen und auf der zweiten CD enthalten. Auch dabei sind das damals nur als Single veröffentlichte Highlight "Torch", die noch hymnischere 12" von "Say Hello, Wave Goodbye" und natürlich "What?", das wohl unerträglichste Stück der gesamten Soft Cell-Historie. Dave Ball sieht es im Booklet ganz ähnlich: "Keine Ahnung, warum wir damals nach den ganzen Scherereien mit "Tainted Love" noch mal eine Northern Soul-Nummer coverten. Ich vermute mal, diese Entscheidung basierte auf Drogen." Ein schönes Schlusswort. © Laut
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Pop - Erschienen am 1. Januar 1996 | EMI

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
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Pop - Erschienen am 1. Januar 2009 | Universal Music Group International

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Electronic - Erschienen am 1. Januar 2017 | Some Bizzare

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Pop - Erschienen am 31. Mai 1982 | Some Bizzare

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Pop - Erschienen am 7. September 2018 | UMC (Universal Music Catalogue)

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Pop - Erschienen am 1. Januar 2000 | UMC (Universal Music Catalogue)

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Electronic - Erschienen am 26. Juli 2019 | UMC (Universal Music Catalogue)

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Pop - Erschienen am 20. Mai 1990 | Some Bizzare

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Pop - Erschienen am 16. April 2002 | Island Mercury

Auch das musste kommen: die Soft Cell-Best Of nach der Reunion. Im letzten Jahr belegten die Schnupper-Konzerte, dass das kitschigste Duo der Synthie-Pop-Historie auch Spätgeborene begeistert. Folgerichtig gibts als Überbrückung zum neuen Studioalbum die Hit-Sammlung. Schweinchen Schlau. "The Very Best Of" ist vom Titel her aber doch arg übertrieben; Soft Cell hatten vielleicht gerade mal fünf Hits. Dennoch werden 15 alte Heuler, zwei Remixes und zwei neue Songs rausgehauen. Und ehrlich gesagt, das reicht dann auch. Kollege Straub wird vermutlich beim Kreuzschritt Tanzen erstarren, dennoch behaupte ich, dass man von Soft Cell nicht jedes Studioalbum braucht. Das erste reicht eigentlich. Von diesem gibt es auf "The Very Best Of" mit "Tainted Love" natürlich die Blutgrätsche aller 80er Parties gleich nach dem famosen "Memorabilia". Die erste SC-Single pumpte dank Engineer Daniel Miller schon 1980 mit unwiderstehlichen Analogbeats. Auch der Non-Album-Track "Torch" musste hier drauf. Bis auf weniges Füllmaterial ("It's A Mugs Game", "Insecure Me") macht die chronologische Reise Sinn und Spaß. Das Leuchten pinkfarbener Neonröhren vermittelt Marc Almonds Organ bekanntlich bei den Balladen. "Say Hello, Wave Goodbye" und "Loving You Hating Me" sind Prototypen theatralischer Songwriting-Kunst und gehören zum Besten, was schwülstiger Hedonismus-Pop der Früh-80er zu bieten hatte. Und heute? Almond singt immer noch wie damals. Nur das Equipment ist moderner geworden. Zumindest "Somebody, Somewhere, Sometime" ist deutlich technobeeinflusst, wirkt seltsam unruhig und will nicht zünden. "Divided Soul" knüpft dafür genau da an, wo Soft Cell 1982 leider aufgehört haben: an achtlos dahin komponierten Popsongs, deren wunderbare Refrains nicht zum Überlegen, sondern zum Tanzen animieren. Bleibt nur noch zu erwähnen, dass gegen alle Erwartungen auch die Remixe gefallen: Almighty mixte "Say Hello, Wave Goodbye" clubtauglich und Soulchild hetzte dem leidgeprüften "Tainted Love" Breakbeats auf den Hals. Die Nummer brennt allerdings lichterloh und degradiert Rock-Kasper Manson zum Schminkpüppchen. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 5. Juni 2020 | Big Frock

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Pop - Erschienen am 1. Januar 1998 | EMI

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Electronic - Erschienen am 5. Januar 1983 | Some Bizzare

Ob dieses Album als eines der "größten aller Zeiten" bezeichnet werden darf? Vielmehr entspricht es seinem Titel "The Art of Falling Apart" in vielerlei Hinsicht. Die Geschichte geht so: In den späten 70ern lebt Marc Almond in Leeds, studiert Kunst, schmiert sich vor Ganzkörperspiegeln mit Katzenfutter voll und vollzieht den symbolischen Geschlechtsverkehr an sich selbst. Eines Tages hört er den Mitstudenten David Ball auf Synthesizern rumfiepen und fragt ihn, ob er Soundtracks zu seinen schmutzigen Performances abliefern könnte. Die erste EP "Mutant Moments" entsteht 1980 selbstfinanziert in Kleinstauflage. Nachts arbeitet Almond im Club "The Warehouse", wo er eines Tages den Northern-Soul-Klassiker "Tainted Love" zu Ohren bekommt. Die erste Langspielplatte namens "Non-Stop Erotic Cabaret" entsteht, die Coverversion wird zum Welthit und spielt kaum Tantiemen ein. Eine dubiose Plattenfirma namens "Some Bizzare" und ihr fragwürdiger Betreiber Stevo Pearce tun das Ihre zum finanziellen Dilemma. Was zur Kunst eines armen, schnellen Lebens gehört, thematisiert der homosexuelle Almond seit jeher. Drogen und Orgien, Langeweile und Exzess bestimmen die Textwelt, zirkelnd um Sexzwerge, Frustration, schmutzige Liebe im erotischen Varietétheater; auf dem zweiten Album wird zu den selben Melodien in schierer Endlosschleife ununterbrochen getanzt. Soft Cell scheinen ihren Platz am Markt gefunden zu haben - das erste erfolgreiche Elektroduo Großbritanniens. Das Setup ähnlich wie bei den Vorbildern Suicide - ein exzentrischer Sänger und ein stoischer Keyboarder. Um nun aber, nachdem alles gesagt wurde über Halbwelten und weiße Discomusik, weiterhin erfolgreich zu bleiben, braucht es eine Anpassung an die Gegebenheiten. Man nehme das Beispiel The Human League, die vom düsteren Dancefloorbrett "Being Boiled" zum heiteren "Don't You Want Me Baby" wechselten und so bis heute die Miete bezahlen. Almond aber flirtet nicht mit den Schlagerparaden, lieber mit Aleister Crowley und Heroin. Er bewegt sich im Dunstkreis der schwarzmagischen Industrialikonen Genesis P-Orridge (Throbbing Gristle, Psychic TV), David Tibet (Current 93) und John Balance (Coil). 1982 gründet er Marc & The Mambas, die seine Vision eines elektronischen Fiebertraums von Andalusien umsetzen. Es reicht für zwei Alben, das letzte produziert von Studioikone Flood. Soft Cell hingegen verkommt für den Sänger zum Projekt der Kategorie kalter Kaffee. "The Art Of Falling Apart", 1983 veröffentlicht, scheint zu Anfang genau dies zu sein: Schale Aufgüsse vergangener Zeiten, Kopien der alten Songs. "Forever The Same" erinnert mit seinen synthetischen Bläsern direkt an den Vorgänger-Opener "Frustration", "Where The Heart Is" schrammt nur haarscharf an "Say Hello, Wave Goodybe" vorbei. "Numbers" bringt den ersten originellen Einfall, einen mellow Funk-Track zum Thema Prostitution und Notfallsex. Am Ende wird das Nummernthema in einen Bodycount übersetzt - wie gewohnt ziemlich "sleazy". Bisher noch keine 'Reißer', man ist geneigt einfach abzuschalten und Soft Cell Soft Cell sein zu lassen. Aber dann: "Heat". 6:13 Minuten sich in immer tiefere Abgründe schraubende Tanzpsychose. Almond doppelt sich selbst, singt gegen sich an, erzählt von den Grausamkeiten einer Borderliner-Beziehung: "Do you use up bodies like cigarettes / Do you need them for ego / Do you need them for sex". Orientalisch anmutende Harmonien scheinen direkt dem Mamba-Projekt zu entstammen. Fiebrige Keyboardstreicher werden dissonanter, überlagern sich, die Lyrics auch: "Your skin's going dry / And the color of sand / Ignore the cigarette burning your hand" - am Ende verglüht der Protagonist in der Hitze des Wahnsinns. Bis heute muss jede lesbische Gruft-DJane in jeder spinnwebenverhangenen Hinterhofdisco diese Hymne spielen. Sie gehört zum Besten, was das Duo aus Yorkshire jemals leistete. "Kitchen Sink Drama" auch. Eine kleine Chanson-Einlage mit Taktwechseln und hübschen digitalen Geigen und Bratschen und einer Geschichte über eine desolate Hausfrau. Ein kleines Truman-Capote-Träumchen, das erneut Hinweise auf die eigentlichen Sehnsüchte des Sängers gibt. Das kleinbürgerliche Glück nämlich wählte Almond im Anschluss an den Ausflug in die zwielichtigen Bereiche der Popmusik. Man kann getrost feststellen, dass er in den 90ern und 00ern zum unwichtigen Schnulzensänger für die schwule Community verkam. Inklusive finanziellem Bankrott, schwerem Motorradunfall und (angeblicher) Mitgliedschaft in der Church of Satan. Die Originalausgabe der LP kam mit einer 12"-Maxisingle, Vorderseite "Martin", ein weiterer Dancetrack zum Thema menschlicher Abgrund. Martin hat Probleme, Martin ist morbide, Martin ist neugierig, Martin hat Albträume, Martin hat Halluzinationen - KILL, KILL, KILL! Hier wird ein B-Movie gesungen. Rückseite und Abschluss der Weltkarriere von Soft Cell ist ein Jimi Hendrix-Medley - kein Witz, ein Jimi Hendrix-Medley! Auf ihren ersten Konzerten spielte die Band eine blubbernde Version des Black-Sabbath-Klassikers "Paranoid". So wie es anfing, so geht es zu Ende: Mit sogenanntem Hardrock, sogenannten Gitarrensolos und sogenanntem Blues. Noch einmal zehn Minuten die schmierige, zynische Illusion eines mit Hippies gefüllten Stadions. Danach kam nur noch Scheiße. © Laut
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Electronic - Erschienen am 30. Oktober 2020 | Big Frock

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Pop - Erschienen am 1. Januar 1998 | EMI

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Electronic - Erschienen am 28. September 2018 | UMC (Universal Music Catalogue)

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Rock - Erschienen am 1. Januar 2008 | Island Records (The Island Def Jam Music Group / Universal Music)

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Pop - Erschienen am 7. Juli 2021 | UMC (Universal Music Catalogue)

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Pop - Erschienen am 1. Januar 2002 | Cooking Vinyl

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Pop - Erschienen am 7. September 2018 | UMC (Universal Music Catalogue)