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Rock - Erschienen am 8. September 2017 | Reprise

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Best New Reissue
Mitte der 1970er Jahre nahm sich der Kanadier eine Auszeit von Ruhm-Trubel und Familie und zog von seiner Ranch im Norden Kaliforniens an den Strand von Malibu. Dort verbrachte er seine Tage damit, sich wegzuschießen, ab und an unangekündigte Konzerte in kleinen Locations zu geben und, wie gewohnt, um Lieder zu schreiben. Der Schritt ins Studio war stets kurz, viele der Aufnahmen landeten jedoch im Keller. Am 11. August 1976 begab sich Neil Young mit seinem Stammproduzenten David Briggs in die Indigo Ranch Studios in Malibu. "Ich blieb die ganze Nacht mit David dort und nahm neun Akustik-Songs auf, bis wir ein Band hatten, dass ich 'Hitchhiker' nannte. Es war in sich durch und durch stimmig, obwohl ich reichlich angedröhnt war, das kann man deutlich heraushören", erinnerte sich Young 2014 in seiner Auto-Biographie "Special Deluxe". Ein Freund, der Schauspieler Dean Stockwell, saß die ganze Zeit bei ihm, "während ich all die Songs einen nach dem anderen runterspielte und höchstens mal kurz Pause machte, um Gras, Bier oder Koks nachzutanken. Briggs war im Regieraum und mischte live an seinem Lieblingspult". Interessant ist auch Briggs' Erinnerung an jene Zeit: "Oft schaute er mich an und sagte: 'Nun lass ich es fließen'. Heraus kamen 'Powderfinger,' 'Pocahontas,' 'Out Of The Blue', 'Ride My Llama.' In zwei, oder gar nur einem Tag. Er griff nicht mal zu Stift und Papier, sondern nur zu seiner Gitarre und schaute mich an. Zwanzig Minuten später war 'Pocahontas' fertig." "Pocahontas", damals schon eine US-amerikanische Heroine, aber noch nicht die weltweit bekannte Disney-Figur (der Zeichentrickfilm erschien erst 1995), gehört nach wie vor zu Youngs besten Stücken. Wie schon andere Male verwebt er Beschreibungen der Natur ("Aurora borealis / The icy sky at night"), Kritik an der Unterdrückung der Ur-Bevölkerung ("They killed us in our tepee / And they cut our women down"), Zerstörung der Natur und persönliche Erfahrungen mit surrealen Bildern. Zum Schluss sitzt er mit Marlon Brando und Pocahontas am Lagerfeuer und unterhält sich mit ihnen über Hollywood. Die Gitarrenbegleitung passt zum Bild, mit einfachen Akkorden, ohne gezupfte Passagen. Youngs Stimme, hoch, aber noch nicht brüchig, verleiht den Zeilen jene Melancholie, die das Stück von vielen anderen abhebt. Diese erste Interpretation, die hier zu hören ist, klingt so vollkommen, dass Young sie 1979 auf "Rust Never Sleeps" nahezu identisch wiedergab. Auf jenem Album, das als Wegbereiter des Grunge gilt, war auch "Powderfinger" zu hören, wobei die rockige Version, die er dort mit seiner Begleitband Crazy Horse spielte, die eindrücklichere ist. "Ride My Llama" hört sich dagegen auf beiden Alben wieder ähnlich an. Gänzlich unbekanntes Material ist auf "Hitchhiker" nicht vorhanden. Den Titeltrack zog Young 2010 für "Le Noise" aus dem Ärmel, vier weitere Stücke nahm er zwischen 1977 und 1980 für weitere Alben noch einmal auf. "Hawaii" und "Give Me Strength" veröffentlicht Young hier zum ersten Mal auf einem Album, doch hat er sie gelegentlich schon live gespielt. Auch wenn Überraschungen ausbleiben, behält Young recht, wenn er das Album als "durch und durch stimmig" bezeichnet. Es handelt sich nicht um Demo-Versionen von Stücken, die er später weiter ausarbeitete, sondern um eine intime Session, die in sich vollkommen war. Warum sie erst jetzt auf den Markt kommt? Sein Label hatte damals wie heute das Problem, dass so viel Material nicht sinnvoll zu vermarkten ist. Außerdem zeichneten sich die erfolgreichsten Musiker jener Jahre, zu denen Young nun mal gehörte, durch exzessiv ausgefeilte Produktionen aus. "Hitchhiker" gehört nicht dazu, auch wenn die Klangqualität sehr gut ist. Wie gewohnt ist es Young (und Briggs) gelungen, die besondere Stimmung, also die "Vibes" einzufangen. Somit ist ein weiteres jener "verschollenen" Neil Young-Alben nun offiziell auf dem Markt. Der sich noch in den Archiven befindliche Rest soll bald folgen. Young, stets auf der Suche nach neuen Veröffentlichungswegen, kündigte im August 2017 einen Streaming-Dienst in höchster Tonqualität (6.000 kbps) an, auf dem "jede Single, jedes Stück und jedes Album, das ich jemals aufgenommen habe" zu hören sein sollen. Weitere Details sind bei der Veröffentlichung von "Hitchhiker" wenige Wochen später noch nicht zu erfahren, die Webseite gibt es aber schon. © Laut
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Rock - Erschienen am 21. April 2018 | Reprise

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Pitchfork: Best New Reissue
Tonight’s The Night gehört zu den ganz großen Platten der Rock’n’Roll-Geschichte. Innerhalb von sechs Monaten verlor Neil Young zwei enge Freunde, beide starben an einer Überdosis: sein Gitarrist Danny Whitten und sein Roadie Bruce Berry. Das Album, das er gleich danach im August und September 1973 aufnahm (aber erst im Juni 1975 nach On The Beach herausbrachte), klingt logischerweise ziemlich düster… Der introspektive Trip auf Tonight’s The Night findet seine Inspiration teils in diesen persönlichen Dramen, teils in der bedrückenden Stimmung, die zu diesem Zeitpunkt in Amerika allgegenwärtig ist. Gewalt in den Städten, steigender Konsum von Drogen, der Vietnamkrieg und die wilde Hippie-Utopie liefern den Stoff für seine düsteren und gleichzeitig wunderschönen und ergreifenden Kompositionen. Sogar die zurückhaltende Instrumentation auf Tonight’s The Night klingt mit seinem wankelmütigen Piano und der spärlich eingesetzten Pedal Steel-Gitarre eher zart. Ein recht karg gehaltenes Arrangement, um so die Schönheit der Melodien in ergreifenden Balladen wie Tired Eyes, New Mama und Borrowed Tune noch mehr zur Geltung kommen zu lassen… Am 20., 21. und 22. September 1973 betreten Neil Young und seine Musiker, die auf den Namen Santa Monica Flyers hören (Ben Keith an der Pedal Steel-Gitarre, Nils Lofgren an der Gitarre und am Piano, Billy Talbot am Bass und Ralph Molina am Schlagzeug), die Bühne des Roxy, einem ganz neuen Club in Los Angeles im Stadtteil West Hollywood. Sie haben ihr neues Repertoire im Gepäck, das nach Tod und Leid klingt, aber das dem kalifornischen Publikum dennoch viel Feingefühl, Wärme und sogar ein wenig Freude liefern, wie man sie logischerweise nicht bei den Studio-Versionen verspürt. Und genau hierin liegt die Magie dieses neu ausgegrabenen und restaurierten Werkes. Fans von Neil Young werden Roxy - Tonight’s The Night Live sicherlich in Dauerschleife hören, doch auch für Neulinge stellt die Platte den perfekten Einstieg in das Universum eines einzigartigen Musikers dar, der sich hier auf dem Höhepunkt seiner Kompositionskunst befindet. © Marc Zisman/Qobuz
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Rock - Erschienen am 19. Juni 2020 | Reprise

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Reissue
Ein Trimester, ohne dass Neil Young uns mit Nachschub versorgt, das ist kein richtiges Trimester. Dieses Mal aber hat der Loner nicht das x-te unveröffentlichte Archiv ausgegraben, sondern einen wahren Schatz, der in den Augen seiner Fans Kultstatus hat. Ursprünglich sollte Homegrown im Jahre 1975 erscheinen, mit in der Zeit zwischen Juni 1974 und Januar 1975 eingespielten Titeln. Es handelt sich um eine im Großen und Ganzen akustische Perle, die er selbst später als eine Art Bindeglied zwischen Harvest, Comes a Time, Old Ways und Harvest Moon beschrieb. Damals brachte Young dann doch lieber Tonight’s the Night heraus, weil er „die Power in der Aufführung und das Feeling“ bevorzugte, wogegen er dieses Homegrown für „nichts anderes als eine recht deprimierende Platte“ hielt.Fünfundvierzig Jahre später kann sich jeder endlich seine eigene Meinung bilden. 7 der 12 Songs waren noch nie auf einem Album zu hören gewesen, wogegen mehrere Versionen der fünf anderen auf späteren Werken erschienen waren, etwa Decade, Hawks & Doves oder American Stars ‘n Bars. Neil Young, der auf der Gitarre genauso gut spielt wie am Klavier und auf der Harmonica, hat folgende Gäste zu sich gebeten: Levon Helm, Ben Keith, Karl T. Himmel, Stan Szelest, Tim Drummond, Emmylou Harris und Robbie Robertson. Das alles stammt natürlich aus seinem goldenen Zeitalter, als seine Schöpferkraft ganz und gar nicht versiegen wollte. Homegrown erweist sich als ziemlich grandios und vor allem recht vertraulich, weil der Songwriter hier ganz unverhüllt seine Trennung von der Schauspielerin Carrie Snodgress anspricht, der Mutter von Zeke, seinem ersten Sohn. Ein sehr persönlicher Schmerz, der am Beginn in der überwältigenden Ballade, der treffend genannten Separate Ways, plötzlich zum Vorschein kommt. Selten noch zeigte der Loner Seiten seines Privatlebens auf einem Album, das musikalisch gesehen vom allgemeinen Ton her dem Country-Rock der Hippies des legendären Harvest sehr nahegekommen war; selbst wenn bestimmte Kompositionen wie etwa Vacancy etwas mehr Uptempo zeigen. Kurz und gut, das Warten hat sich gelohnt. © Marc Zisman/Qobuz
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Rock - Erschienen am 1. Februar 1972 | Reprise

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
Zwischen Juni 1974 und Januar 1975 absolviert Neil Young einige zeitlich voneinander abgegrenzte Studioaufenthalte, um unter der Regie von Hauptproduzent Elliot Mazer mit "Homegrown" das Nachfolgealbum zu "On The Beach" einzuspielen. Ein Teil der Aufnahmen findet in den Quadrofonic Studios in Nashville statt – an genau jenem Ort, an dem Young zwei Jahre zuvor seinen großartigen Klassiker "Harvest" auf Tonband konserviert. Doch dann entscheidet sich Young gegen die Veröffentlichung von "Homegrown". Die Aufnahmen verschwinden daraufhin jahrzehntelang in den Tiefen seines Archives. Unter den Fans entsteht in der Folge ein regelrecht mystischer Kult um das sagenumwobene 'verlorene' Album. Dass die Platte damals nicht auf den Markt kommt, liegt wohl nicht unwesentlich am befreundeten The Band-Basser Rick Danko. Der Legende nach rät er Young, das direktere und rockigere "Tonight's The Night" dem stark introspektiven "Homegrown" vorzuziehen. Young selbst scheint die Sachlage sehr ähnlich zu sehen und begründet den Rückzug von "Homegrown" offiziell damit, dass ihm die sehr "persönliche und offene" Grundstimmung des Albums insgesamt zu depressiv sei. Wenig verwunderlich in diesem Fall. Viele der Songs handeln von der kurz vor Aufnahmestart in die Brüche gegangenen Beziehung zur Schauspielerin Carrie Snodgress (1945-2004), mit der er einen gemeinsamen Sohn hat. Zu den auf "Homegrown" mitwirkenden Musikern zählen vor allem die The Band-Mitglieder Stan Szelest (Piano), Levon Helm (Drums) und Robbie Robertson (Gitarre). Zusätzlich beteiligen sich die bereits auf "Harvest" vertretenen Ben Keith (Pedal-Steel-Gitarre) und Tim Drummond (Bass) sowie der spätere International Harvester-Schlagzeuger Karl T. Himmel. Aus heutiger Sicht um so mehr ein Grund zur Freude, dass der Altmeister den rauen, sehr intimen Blick in sein Seelenleben 45 Jahre nach Fertigstellung der Aufnahmen ungeschönt freigibt. Schon der sehr ruhige, akustisch gespielte Opener "Seperate Ways" zeugt eindeutig von Youngs innerer Zerrissenheit nach der Trennung mit Snodgress. "I won't apologize / the light shone from in your eyes / it isn't gone / and it will soon come back again / we go our seperate ways / lookin' for better days / sharing our little boy / who grew from the joy back then" reflektiert er mit zerbrechlicher wirkender Stimmführung über sparsamen, überaus kargen Mollakkorden. Helms sehr minimalistisches Schlagzeug und Keiths wehklagend trostlose Pedal-Steel-Gitarre unterstützen die desolate Melancholie des Tracks hervorragend. Da passt es nur ins Bild, dass Produzent Mazer Sekundenbruchteile zu spät den Aufnahmeknopf betätigt und der Song erst inmitten des Anfangsakkordes beginnt. Deutlich lebensfroher geht Young im starken, vom Folk Rock à la "Harvest" geprägten "Try" zu Werke. "Darlin', the door is open / to my heart, and I've been hopin' / that you won't be the one / to struggle with the key" spricht er Snodgress direkt und optimistisch an. Der "wunderschöne", harmonisierende Backgroundgesang stammt von Folk- und Countrysängerin Emmylou Harris. Neben den Performances mit Band, tritt Young auf "Homegrown" auch als Solokünstler in Erscheinung. In "Mexico", einem aus Piano und eindringlich klagendem Gesang bestehenden Stück, trauert er mit den Worten "Ooh, the feelin's gone / why is it so hard to hang on / to your love" erneut der Mutter seines ersten Kindes nach. "Kansas", die zweite und letzte seiner beiden fragmentarischen Soloperformances der Platte, handelt dagegen vom Aufwachen neben einer unbekannten Person. "Although I'm not so sure if I even know your name / hold on, baby, hold on", singt Young, begleitet von der Akustikgitarre. Die dazu erklingende Mundharmonika weckt Erinnerungen an den "Ambulance Blues" von "On The Beach". Zwar spielt Neil Young die bisherigen Stücke gelegentlich live. Auf Platte erschienen sie bis jetzt allerdings nie. Gegensätzlich dazu finden sich auf "Homegrown" jedoch auch Songs, die Young im Laufe der Zeit auf eine Reihe anderer Platten packt. "Love Is A Rose" erscheint ursprünglich 1971 unter dem Namen "Dance, Dance, Dance" als Teil des selbstbetitelten Debütalbums von Youngs Backing-Band Crazy Horse. Dadurch, dass Young den Fiddle-Part des Originals in "Love Is A Rose" durch seine Mundharmonika ersetzt und der Track allgemein deutlich getragener als das Original klingt, knüpft er hier erneut direkt an den Sound von "Harvest" an. Beim Titeltrack "Homegrown" handelt es sich, wie der Name schon verspricht, um eine rockige, an den Sound von "Tonight's The Night" erinnernde Hommage an das von Young so geliebte und mit Vorliebe gerauchte Marihuana. "Homegrown is the way it should be / homegrown is a good thing / plant that bell and let it ring" heißt es augenzwinkernd im Text. Der Track erscheint 1977 in einer weniger folkigen und höher gespielten Version auf dem 1977 mit Crazy Horse eingespielten Album "American Stars 'N Bars". Ebenfalls auf diesem Album befindet sich die Akustiknummer "Star Of Bethlehem", die im hiesigen Original aber deutlich organischer klingt. Young zeigt sich hier gnadenlos abrechnend. "All your dreams and your lovers won't protect you / they're only passing through you in the end / they'll leave you stripped of all that they can get to" faucht er. Erneut steuert Emmylou Harris den Backgroundgesang bei. Die aus dem 1990er Crazy Horse-Album "Ragged Glory" bekannte, mit knarzenden Fuzz-Gitarren gespielte Version "White Line" erscheint auf "Homegrown" im auf das notwendigste reduzierte, bittersüßen Akustikgewand. Das ebenfalls unverstärkt gespielte und irgendwo zwischen "Harvest" und "Tonight's The Night" pendelnde "Little Wing" entspricht im Wesentlichen jener des 1980 erschienen Neil Young-Albums "Hawks & Doves". Den absoluten Höhepunkt und für alle Fans wohl interessantesten Kern von "Homegrown" jedoch bilden drei Songs, die bis dato weder eine Veröffentlichung erfuhren, noch ihren Platz in eine Liveperformance fanden. Im sehr ungewöhnlichen, etwas eigenartigen Spoken Words-Stück "Florida" erzählen Young und Keith eine abgedrehte Geschichte um ein Segelflugzeug, das im Florida der 1950er Jahre mitten im Zentrum einer Stadt in ein fünfzehnstöckiges Gebäude kracht. Die musikalische Begleitung besteht hier lediglich aus dem quietschenden, avantgardistisch wirkenden Sound eines mit nassen Fingern gestrichenen Weinglases. "We Don't Smoke It No More" kommt als straighter Blues und könnte in dieser Form ebenfalls hervorragend auf "Tonight's The Night" stattfinden. "Vacancy", die letzte der bisher ungehörten Nummern, entpuppt sich als lupenreiner und stampfender Rocker in bester Neil Young-Manier. Hier zeigt er sich zum Ende so richtig mürrisch und zänkisch. "I look into your eyes and I don't know what's there / you poison me with that long vacant stare" knurrt er in unbekannte Richtung ein letztes Mal ins Mikro. Zur späten Veröffentlichung äußert sich der Meister selbst wie folgt: "Ich bitte um Entschuldigung. Das Album 'Homegrown' hätte bereits einige Jahre nach 'Harvest' für euch da sein sollen. Es ist die traurige Seite einer Liebesbeziehung. Der angerichtete Schaden. Der Liebeskummer. Ich konnte es mir einfach nicht anhören. Ich wollte es hinter mir lassen. Also behielt ich es für mich, tief in den Kellergewölben, im obersten Regalfach, im Hinterstübchen meines Kopfes... aber ich hätte es teilen sollen. [...] Das Leben schmerzt manchmal. Ihr wisst, was ich meine. Dies ist das eine, das entkam." Mit dem dunklen, sehr eindringlichen und zu weiten Teilen akustischen "Homegrown" veröffentlicht Neil Young nach fast einem halben Jahrhundert endlich das fehlende, zur Legende gewachsene Bindeglied zwischen dem vor Schönklang strotzenden "Harvest" und dem leichtfüßigen Country-Folk von "Comes A Time". Wenn man so will, erweitert er damit nachträglich die in seiner dunklen Phase zwischen 1973 und 1975 veröffentlichten Alben der sogenannten "Ditch Trilogy" zur "Ditch Quadrilogy". Analog aufgenommen und von den originalen Mastertapes gemastert, liefert Young mit diesem Album eine großartige Erweiterung seines frühen Werkes. Well done! © Laut
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Rock - Erschienen am 31. August 1970 | Reprise

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
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Rock - Erschienen am 1. September 1977 | Reprise

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
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Rock - Erschienen am 1. Juni 1975 | Reprise

Hi-Res Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
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Rock - Erschienen am 9. Dezember 2013 | Reprise

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama
Der Beginn der 1970er Jahre scheint Neil Young viel zu bedeuten - mit "Live At The Cellar Door" erscheint in der "Archives Performance Series" nun bereits der dritte Auftritt aus dieser Zeit. An sich nicht weiter erstaunlich, feierte er damals die größten Erfolge seiner noch jungen Solokarriere. "Live At Massey Hall" (2007) bot die Aufzeichnung eines Konzertes in Toronto im Januar 1971. Der vorliegende Mitschnitt ist nur wenige Wochen älter, jedoch von einer ganz anderen Sorte, handelte es sich hier nicht um eine große Halle, sondern um einen kleinen Club in der US-Hauptstadt Washington. In drei Tagen (vom 30.11 bis 2.12.1970) gab der Kanadier insgesamt sechs Konzerte, die er nun zu 45 Minuten zusammen geschnitten hat. Wie gewohnt ist die Qualität der Aufnahmen hervorragend. Sicherlich lässt sich heutzutage vieles nachträglich ausbessern, doch schon damals muss Young gutes Equipment eingesetzt haben. Von Beginn an hat man das Gefühl, er säße im eigenen Wohnzimmer – was auch daran liegt, dass sich das Publikum zurückhält und nur zwischen den Songs artig klatscht. Dem Meister, sofern er damals schon einer war, gebührt die ganze Aufmerksamkeit. Dass die Setlists nur sechs gemeinsame Stücke beherbergen ("Tell Me Why", "Old Man", "Don't Let It Bring Your Down", "See The Sky About To Rain", "I Am A Child" und "Down By The River") ist wohl darauf zurück zu führen, dass Young hier aus vier Auftritten auswählen konnte, zeigt aber auch, wie groß sein Repertoire damals schon war. Und auch dessen Güte, denn selbst wenn Dauerbrenner wie "Heart Of Gold" oder "Needle & The Damage Done" fehlen, kommt bei "Cellar Door" keine Langeweile auf. Lediglich "Don't Let It Bring Your Down" fällt wegen der hohen Stimme stellenweise anstrengend aus. Dafür ist ein sehr brauchbares Stück wie "Bad Fog Of Loneliness" wieder dabei, das es nie auf ein Studio-Album geschafft hat und erst auf "Massey Hall" das diskographische Licht der Welt erblickt hat. Auch "See The Sky About To Rain" ist eine Rarität, erschien es doch 1974 auf dem wenig beachteten "On The Beach". Den Abschied macht ein Stück von Buffalo Springfield, vor dem sich Young noch mit dem Publikum amüsiert. Am interessantesten fällt jedoch "Cinnamon Girl" aus, im Original ein Stück mit verstärkter Gitarre und wummerndem Bass, hier ungewohnt mit Klavierbegleitung. So entspannt hat Neil Young bislang noch selten geklungen, zumal er auf eine Mundharmonika verzichtet und das ganze Konzert mit Gitarre und Klavier bestreitet. Dass er damals schon anders konnte, zeigte in Begleitung von Crazy Horse auf "Live At The Fillmore East" -die erste Veröffentlichung der "Archive Performance Series". Im März 1970 entstanden, aber erst 2006 veröffentlicht. © Laut
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Rock - Erschienen am 31. August 1970 | Reprise

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
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Rock - Erschienen am 1. September 1977 | Reprise

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
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Rock - Erschienen am 29. Juni 2015 | Reprise

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama
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Rock - Erschienen am 27. Juni 1979 | Reprise

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
Die 1970er Jahre, die für Neil Young so gut begonnen hatten, drohten in einem Desaster zu enden. Aus dem jungen kanadischen Barden, der sich 1970 erst mit Crosby, Stills And Nash, dann unter eigenem Namen mit seiner hohen Stimme in die hohen Etagen der Charts gesungen hatte, war ein introvertierter Singer/Songwriter geworden, der in einem Strudel aus Tragödien, Drogen und Selbstzweifel gefangen schien. Ein Sinnbild dafür bleibt das "teuerste Kokain, das ich jemals gekauft habe", wie Robbie Robertson es später beschrieb. Das hing 1976 unmissverständlich an Youngs Nase, als er beim Abschiedskonzert von Robertsons The Band auf die Bühne trat. Dumm nur, dass Martin Scorsese das Ereignis mit dem Titel "The Last Waltz" verfilmte. Auf Drängen von Youngs Manager musste das weiße Pulver Fotogramm für Fotogramm entfernt werden – mit einem Spezialeffekt, den die Techniker "travelling booger matte" (so etwas wie "wandernder Popelklumpen") tauften. Im Laufe der 70er Jahre hatte Young mehrere Alben veröffentlicht, darunter die üppige Zusammenstellung "Decade" (1977), die dank der persönlichen Beteiligung Youngs und seiner Kommentare nach wie vor als vorbildliche Retrospektive gilt. Mit "Hurricane", "Cortez The Killer", "Tonight's The Night" oder "Comes A Time" hatte er zudem bewiesen, dass er nach wie vor erstklassige Songs schreiben konnte. Ein Ausrufezeichen in LP-Länge fehlte jedoch. 1979 überrascht Neil Young mit einem Album, wie er es seit seinem größten Erfolg "Harvest" 1971 nicht mehr geschrieben hatte. Ein kurzes Intro auf der Akustikgitarre, dann eine Strophe für die Ewigkeit: "My my, hey hey, Rock'n'Roll is here to stay / It's better to burn out, than to fade away / My my, hey hey." Als Gassenhauer hat Young das ruhige Stück nicht ausgelegt, eher als Zeugnis des Versuchs, seine eher trostlose Lage einzuschätzen. Sobald wir stillhalten, beginnen wir zu rosten, sagt der Titel des Albums aus. Kreativität stirbt ab, wenn man sie nicht fördert. Also denkt sich Young zwei Besonderheiten aus. Zum einem nimmt er einige Stücke live auf und mischt anschließend das Publikum aus. Nicht ganz allerdings, denn Klatschen und Rufe fallen vor allem im Opener auf. Zum anderen soll es aus zwei unterschiedlichen Seiten bestehen. Auf der A-Seite zupft Young seine 12-saitige Gitarre und liefert zwei weitere exzellente Stücke ab: Den Road-Song "Thrashers", eine Abrechnung mit Crosby, Stills and Nash, darin die geniale Zeile "burned my credit card for fuel". Und das verträumte "Pocahontas" über die mythenumrankte "Indianerprinzessin" aus dem 17. Jahrhundert, um die Disney Jahre später einen Zeichentrickfilm strickt. Wobei sich Young, der das Lied bereits 1975 aufgenommen hat, nicht unbedingt jugendfrei zum Thema äußert: "I wish I was a trapper and had a thousand pelts / To sleep with Pocahontas and find out how she felt". Beim Anhören des Albums in elektronischer Form fehlt leider die Überraschung beim Umdrehen der ursprünglichen Vinyl-Ausgabe. Schön eingelullt vom lieblichen "Sail Away" ist es nach wie vor eine Freude, den unwissenden Besuch vom Sofa aufzuschrecken. Denn bei "Powderfinger" ertönen neben der E-Gitarre auch Youngs Begleitband Crazy Horse, die sich zunächst noch zurückhält, auf den folgenden Stücken aber ordentlich Gas gibt. Später gilt die B-Seite als eine der Geburtsmomente des Grunge. Fest steht, dass alle Beteiligten Gefallen am Verzerrer fanden. Auf "Sedan Delivery", das wie "Powderfinger" ursprünglich für Lynyrd Skynyrd vorgesehen war, strapaziert Young seine Stimme bis zum Anschlag. Doch ist es das abschließende Lied, das das Album zum Meilenstein macht. Im Prinzip derselbe Song wie der Opener, nur mit geänderter Strophenfolge und vor allem mit einer E-Gitarre auf 11. Von Selbstzweifeln bleibt keine Spur mehr. Hier ist ein Künstler am Werk, der seine Bestimmung gefunden hat, der mit Wut und Energie auf die widrigen Umstände des Lebens reagiert. Der sich treu bleibt und sich dennoch neu erfindet. Mit "Rust Never Sleeps" (und dem kurz danach veröffentlichten Konzertmitschnitt "Live Rust") meldete sich Young zurück im Ring. Zumindest vorübergehend. Wer sich mit seinem Werk auskennt, weiß, dass seine Experimentierfreude in den folgenden Jahren seltsame Blüten hervorbringen sollte. Streng genommen eher Schlimmes als Gutes. Erst Ende der 80er Jahre findet er wieder seinen Weg, als er erneut den Lautstärkeregler aufdreht und zu so etwas wie dem Godfather des Grunge mutiert. Der riesige Einfluss, den "Rust Never Sleeps" auf nachfolgende Generationen ausübt, zeigt sich an Kurt Cobains Abschiedsbrief. "I don't have the passion anymore, and so remember, it's better to burn out than to fade away", schreibt er 1994 in den letzten Zeilen, bevor er sich mit einer Flinte den Kopf wegpustet. Bei Neil Young lief es genau umgekehrt: Für ihn bedeuteten diese Zeilen nicht das Ende, sondern einen Neuanfang. © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Juni 1975 | Reprise

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
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Pop - Erschienen am 1. September 1977 | Rhino

Auszeichnungen Qobuz' perfekte Schallplattensammlung
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Rock - Erschienen am 26. Oktober 2012 | Reprise

Auszeichnungen 4F de Télérama
"Hey now now, hey now now / I'm driftin' back", singt Neil Young gleich zu Beginn seines 35. Studioalbums "Psychedelic Pill", und fast könnte man meinen, es wäre wieder das Jahr 1979. Schließlich rufen dieses markante Zitat und die beständig hohe, flatterhafte Stimme Youngs nicht von ungefähr "Hey Hey, My My" vom legendären Folk-Thunder-Album "Rust Never Sleeps" ins Gedächtnis. Damals wie heute heftig rumpelnd im Hintergrund: Die treuen Vasallen von Crazy Horse. Dabei ist auch der Albumtitel, so viel wird klar, durchaus als nostalgische Reminiszenz an die jungen Karrierejahre als Drifter, als lärmender Herumtreiber zu verstehen. Und an den Rausch als ewiger Quelle künstlerischen Schaffens, obwohl - oder vielleicht gerade weil – Neil Young seit letztem Jahr Alkohol und Cannabis öffentlich abgeschworen hat. Neil Young treibt also in seinen Erinnerungen flussaufwärts, vorbei am letzten wirklichen Feedback-Kracher "Ragged Glory" aus dem Jahr 1990, weit zurück in die Vergangenheit. Ein Suchender ist er ja immer gewesen. Nach der Punk-Folklore von "Americana" hat er dieser Tage mit "Waging Heavy Peace" (der deutsche Titel "Ein Hippie-Traum" ist etwas peinlich) auch seine Autobiographie veröffentlicht. Darin umkreist er auf 475 Seiten in recht hölzernem und bisweilen selbstgefälligem Plauderton sein Leben - der Kanadier ist nun mal kein Großerzähler und intellektueller Sprachjongleur, sondern ein ewig grollender, manchmal naiver und stets erratischer Songpoet und politischer Zeitenspiegler an der elektrischen Gitarre. Das Buch kommt auch in jenem ersten Song "Driftin' Back" zur Sprache, einem fast 28-minütigen, mäandernden Folk-Dröhner: "Dream about the way things sounded, write about them in my book", singt Young, ehe ein warmer, kulturpessimistischer Assoziationsreigen von Picassos als Tapete, dem von Young seit jeher verhassten MP3-Format ("When you hear my song now, you only get 5 percent") und einem "Hip Hop Haircut" auf einen einregnet, den sich der mittlerweile fast 67-Jährige verpassen lassen will. Trotz seiner instinktiv-wuchtigen Jams ist "Psychedelic Pill" ein wunderbar altersweises Rock'n'Roll-Album, das man als amerikanische Bilanz lesen kann. Im 17-minütigen "Ramada Inn", noch so einem Midtempo-Epos nach der Formel eines Gassenhauers wie "Like A Hurricane", entwirft Neil Young das tugendhafte Bild einer lebenslangen Ehe als Antagonismus aus Liebe und Abhängigkeit. Das Musikvideo ist als LSD-trunkene Spazierfahrt durch das Amerika der 60er-Jahre angelegt. Im hard-rockigen "Born In Ontario" erinnert sich der Drifter an die ersten Stationen seines rastlosen Lebens, im bauähnlichen Stampfer "Twisted Road" gar nach "From Hank To Hendrix" vom großartigen 1992-er Grunge-Antipoden "Harvest Moon" erneut an die Musiker, die in seiner Jugend für die Erweckungserlebnisse zuständig waren – eben Hank Williams, dazu Grateful Dead, Roy Orbison, Bob Dylan: "First time I heard Like a Rolling Stone / I felt that magic and took it home". Noch ergreifender ist allerdings "She's Always Dancing", in dem die alten Recken mit süßer Melancholie auf den Zungen die Magie eines tanzenden Hippie-Mädchens besingen: "She wants to live without ties to bind her down / She wants to dance with her body left unbound / She wants to spin like she lives in her own world / She wants to dream like she was a little girl." Selbst seine klassischen Folk-Wurzeln lässt Neil Young mit "For The Love Of Man" kurz aufleben, einer sinnlichen Ballade, die auch auf sein bis heute erfolgreichstes Album "Harvest" gepasst hätte. Und mit dem über 16-minütigen "Walk Like A Giant" wartet das längste Album in der Karriere des Neil Young zum Abschluss mit einem glühenden Portrait der Generation "Easy Rider" auf. Es sind diese Zeilen, die Youngs Klasse als Songwriter besser zusammenfassen, als es der Ton jedweder Biographie je könnte: "We saw the lights and spiritual shining / Getting closer every minute / Then we skipped the rails, and we started to fail / And we folded you, and it’s not enough / Think about how close we came / I wanna walk like a giant on the land." © Laut
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Rock - Erschienen am 8. September 2017 | Reprise

Auszeichnungen 4F de Télérama
Neil Young versteht sich gut darauf, seine eigenen Glanzstücke wieder hervorzuholen und zu neuem Leben zu erwecken, womit er immer schon eine ziemlich eigenartige Beziehung zu den Einspielungen seiner eigenen Musik pflegte. Der Loner macht reihenweise Aufnahmen, und dann entscheidet er sich manchmal, das Ergebnis entweder im Keller verschwinden zu lassen, oder es zu veröffentlichen. Das kommt darauf an, und seine Wahl ist zeitweise verblüffend. Seine XXL-formatige Diskografie ist also eine Art Berg-und-Tal-Bahn, wo es unglaubliche Höhenfahrten, aber auch zahlreiche Talfahrten gibt…Dieser im Sommer 2017 veröffentliche Hitchhiker umfasst eigentlich Songs, die er bei einer Session am 11. August 1976 mit der Akustikgitarre aufnimmt, die meisten davon sind auf seinen Alben, die in den darauffolgenden fünf Jahren herauskommen: Pocahontas (auf Rust Never Sleeps aus dem Jahre 1979 mit Overdubs), Powderfinger (auch auf Rust Never Sleeps als Liveaufnahme mit Crazy Horse), Captain Kennedy (auf Hawks & Doves aus dem Jahre 1980), Ride My Llama (erneut auf Rust Never Sleeps, als Live-Soloaufnahme), Hitchhiker (auf Le Noise aus dem Jahre 2010, mit der Elektrogitarre), Campaigner (auf Decade aus dem Jahre 1977, mit einer Strophe weniger), Human Highway (auf Comes A Time aus dem Jahre 1978, mit der Gruppe eingespielt) und The Old Country Waltz (auf American Stars 'n Bars aus dem Jahre 1977, mit Crazy Horse). Er präsentiert auch zwei unveröffentlichte Songs: Hawaii und Give Me Strength…Selbst wenn einige das alles aufgewärmt finden oder dass es for fans only ist, so ist doch das Ergebnis aufgrund der Schönheit der vorliegenden Versionen auf dieser echt aussehenden Kompilation unentbehrlich. Diese zwar hochkarätigen Kompositionen gehen einem aber in diesen Versionen recht nahe. Einfach wunderbar. © MZ/Qobuz         
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Rock - Erschienen am 24. September 2010 | Reprise

Booklet Auszeichnungen 4F de Télérama
Vor etwa einem Jahr freute sich die Young-Gemeinde noch über "Fork In The Road". Nun steht das nicht gerade untypisch betitelte "Le Noise" in den Startlöchern. Je nach Zählweise ist es das 34. oder 37. Studioalbum des Mittsechzigers, und noch immer überrascht der vielseitige Recke aus der Ursuppe des Rock die Welt. Wer hätte das ernsthaft erwartet? Die Platte vereint nicht nur die zahllos starken Qualitäten des Songwriters. Nein, sie bündelt harmonisch alle Vorzüge des knurrigen Kanadiers zum vielleicht besten Opus seit dem seinerzeit grandiosen "Freedom" von 1989. Einige Lorbeeren darf sich hierbei sicherlich Edelproducer Daniel Lanois ans Revers heften. "Doch wie soll das zusammen gehen?", fragt man sich unwillkürlich. Mr. Joshua Tree, der unter anderem Peter Gabriels "So" mitgestaltete und zuletzt Brandon Flowers "Flamingo" verarztet hat, trifft auf den Meister der unterproduzierten Feedbackorgie? Das kann doch nur nach hinten losgehen. Mitnichten! Der frankophone Soundtüftler aus Québec teilt ein unerwartet starkes Gespür für die musikalische Natur des ewigen Eigenbrötlers. Also macht sich Grammysammler Lanois an die Entwicklung jeweils einer speziellen akustischen und einer E-Gitarre für den streitbaren Dino. Tatsächlich gelingt ihm die Quadratur des Kreises. Ausgestattet mit diesen Wunderwaffen braucht Neil weder Band noch Overdubs noch sonstigen Schnickschnack. Alles Tüddelkram! Es genügen ein Raum, ein Stuhl und die befreit aufspielende Inspiration des Altmeisters. Von letzterer hat der musisch veranlagte Godfather of Grunge - wenn er will - mehr im kleinen Finger, als so mancher Kollege im gesamten Backkatalog. Lediglich acht Pfeile führt er im Köcher. Doch alle treffen ins Schwarze. Mit "Walk With Me" geht die Reise los. Fett geschrammelte Akkorde, die rau, gleichwohl anmutig und vielschichtig den fordernd werbenden Gesang Youngs umzüngeln und zerfräsen wie den Scheit beleckendes Kaminfeuer. Ein Augenzwinkern für die schelmische "Mr. Soul"-Reminiszenz an alte 1967er-Buffalo-Springfield-Zeiten zum Ende des Liedes. "Sign Of Love", die Hommage an die ihn seit 32 Jahren begleitende Frau Pegi, offenbart den nimmermüden Romantiker ohne jeden Kitsch oder Alterserscheinungen. Herrlich, wie die erdig schmirgelnde Gitarre den mitunter steinigen gemeinsamen Lebensweg beider bewusst unterstreicht. Das nuancierte Gitarrenmonster "Someone's Gonna Rescue You" offenbart einen beeindruckenden Facettenreichtum in Youngs Spiel. Verbunden mit den beschwörend schwebenden Schamanenvocals glaubt man die verheißungsvolle Botschaft des Titels sofort. In "Love And War" belebt der Mann aus Toronto seine zyklisch wiederkehrende Leidenschaft für todtraurige, spanisch angehauchte Balladen. Wer zu Recht seit mehr als zwei Dekaden die überfällige Fortsetzung zum großartigen Drama "Eldorado" vermisst, wird hier mehr als nur eine Träne im Knopfloch verspüren. Ohnehin verknüpft der Crazy Horse-Gründer seine ureigene Vorliebe für warme Melodiebögen endlich wieder in Weltklassemanier mit eruptiven Schallmauern der Marke "Weld". Man höre nur das famose "Angry World". Durch den Cinemascope-artigen High Definition-Effekt von Lanois' sechssaitigem Drachentöter gerät das ehemals teilweise bratensoßige Geklampfe zum elegant destillierten klaren Trester. Den Höhepunkt dieser brodelnden Six-String-Orgie bildet sicherlich das zentrale "Hitchhiker". Dieser paranoide Anhalter ist ein tiefdunkel schimmernder Abgesang, die totale Dekonstruktion jegliches drogenschwangeren Rock'n'Roll-Lebensstils. Hier malt er ganz allein ein Soundbild, für das anno 1995 auf "Mirror Ball" noch eine ganze Begleitband, Pearl Jam nämlich, unerlässlich war. Wahrlich großes Kino des Grantlers aus Ontario. Die verblüffende Lässigkeit, mit der Onkel Neil die Asse aus dem karierten Holzfällerhemd schüttelt, lässt uns kurz beeindruckt verharren. In dieser mal melancholischen, dann wieder aggressiven Hochform darf man zukünftig getrost ein akustisches Spätwerk erwarten, das als Antithese zum gängigen Rockzirkus ebenso taugt, wie der späte Clint Eastwood es im Filmbereich vollbringt. Wir werden da sein, wenn es naht. © Laut
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Rock - Erschienen am 3. Dezember 2013 | Reprise

Auszeichnungen 4F de Télérama
Der Beginn der 1970er Jahre scheint Neil Young viel zu bedeuten - mit "Live At The Cellar Door" erscheint in der "Archives Performance Series" nun bereits der dritte Auftritt aus dieser Zeit. An sich nicht weiter erstaunlich, feierte er damals die größten Erfolge seiner noch jungen Solokarriere. "Live At Massey Hall" (2007) bot die Aufzeichnung eines Konzertes in Toronto im Januar 1971. Der vorliegende Mitschnitt ist nur wenige Wochen älter, jedoch von einer ganz anderen Sorte, handelte es sich hier nicht um eine große Halle, sondern um einen kleinen Club in der US-Hauptstadt Washington. In drei Tagen (vom 30.11 bis 2.12.1970) gab der Kanadier insgesamt sechs Konzerte, die er nun zu 45 Minuten zusammen geschnitten hat. Wie gewohnt ist die Qualität der Aufnahmen hervorragend. Sicherlich lässt sich heutzutage vieles nachträglich ausbessern, doch schon damals muss Young gutes Equipment eingesetzt haben. Von Beginn an hat man das Gefühl, er säße im eigenen Wohnzimmer – was auch daran liegt, dass sich das Publikum zurückhält und nur zwischen den Songs artig klatscht. Dem Meister, sofern er damals schon einer war, gebührt die ganze Aufmerksamkeit. Dass die Setlists nur sechs gemeinsame Stücke beherbergen ("Tell Me Why", "Old Man", "Don't Let It Bring Your Down", "See The Sky About To Rain", "I Am A Child" und "Down By The River") ist wohl darauf zurück zu führen, dass Young hier aus vier Auftritten auswählen konnte, zeigt aber auch, wie groß sein Repertoire damals schon war. Und auch dessen Güte, denn selbst wenn Dauerbrenner wie "Heart Of Gold" oder "Needle & The Damage Done" fehlen, kommt bei "Cellar Door" keine Langeweile auf. Lediglich "Don't Let It Bring Your Down" fällt wegen der hohen Stimme stellenweise anstrengend aus. Dafür ist ein sehr brauchbares Stück wie "Bad Fog Of Loneliness" wieder dabei, das es nie auf ein Studio-Album geschafft hat und erst auf "Massey Hall" das diskographische Licht der Welt erblickt hat. Auch "See The Sky About To Rain" ist eine Rarität, erschien es doch 1974 auf dem wenig beachteten "On The Beach". Den Abschied macht ein Stück von Buffalo Springfield, vor dem sich Young noch mit dem Publikum amüsiert. Am interessantesten fällt jedoch "Cinnamon Girl" aus, im Original ein Stück mit verstärkter Gitarre und wummerndem Bass, hier ungewohnt mit Klavierbegleitung. So entspannt hat Neil Young bislang noch selten geklungen, zumal er auf eine Mundharmonika verzichtet und das ganze Konzert mit Gitarre und Klavier bestreitet. Dass er damals schon anders konnte, zeigte in Begleitung von Crazy Horse auf "Live At The Fillmore East" -die erste Veröffentlichung der "Archive Performance Series". Im März 1970 entstanden, aber erst 2006 veröffentlicht. © Laut
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Rock - Erschienen am 26. Juni 2015 | Reprise

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Rock - Erschienen am 15. November 2004 | Reprise

Hi-Res
Heutzutage veröffentlicht ja jeder halbwegs Begabte spätestens nach drei Studioalben eine Greatest Hits-Sammlung. So gesehen müsste Neil Young schon ein gutes Dutzend Best Ofs am Start haben, immerhin hat der Mann seit 1969 etwa 45 Platten aufgenommen, vier mit Buffalo Springfield, vier mit CSN&Y, den Rest unter eigenem Namen. Tatsächlich verspricht der Kanadier seinen Fans seit Jahren eine umfängliche Anthologie namens "Archives", die letzte reguläre Best Of aber veröffentlichte er 1977. Jenes Drei-LP-Set namens "Decade" enthielt Songs aus den ersten zehn Jahren von Neil Youngs Karriere und trug nicht unwesentlich zu seinem legendären Status bei. So durfte man also Youngs erste Greatest Hits nach fast dreißig Jahren mit Spannung erwarten - umso größer die Überraschung beim Blick auf die Tracklist. Von den 16 Stücken der neuen Scheibe stammen 12 aus genau jener Epoche, die auch "Decade" abdeckt, 11 davon kamen tatsächlich auch schon auf "Decade" zu Ehren. Bleibt ein nicht auf "Decade" enthaltener Song von 1970 ("Only Love Can Break Your Heart"), zwei vom Ende der 70er Jahre ("Comes A Time", "Hey Hey My My"), einer von 1989 ("Rockin In The Free World") und einer von 1991 ("Harvest Moon") - nicht unbedingt das, was man sich von einem repräsentativen Querschnitt erwartet hätte. Selbst wenn man zugeben möchte, dass Alben wie "Greendale" oder "Are You Passionate" das Niveau früherer Veröffentlichungen nicht ganz halten können, hätte doch zumindest die grandiose "Silver & Gold"-Scheibe die eine oder andere Kostbarkeit beisteuern können, von Klassikern wie "On the Beach" oder "Mirror Ball" einmal ganz abgesehen. Doch den Klassiker-Status gesteht Young selbst offenbar nur seinem Frühwerk zu. Hat er seit 1979 wirklich nur noch zwei richtig gute Songs geschrieben? Reut ihn vielleicht sogar das hurrapatriotische Verhalten, mit dem er sich nach dem 11. September 2001 auf die Seite der Amerikaner geschlagen hatte? Oder brauchen selbst gute Lieder einfach noch Jahrzehnte, um zu Klassikern zu reifen? Fest steht jedenfalls, dass die hier versammelten, allesamt eher ruhigen Lieder keinen Vergleich zu scheuen brauchen. Doch selbst wenn er sich in der Auswahl seiner besten Songs eben so konservativ, ja fast rückwärtsgewandt zeigt wie in seinen jüngsten Greendale-Erzählungen, zumindest für technische Neuerungen ist der Kanadier immer zu haben. So liegt einer Special Edition der "Greatest Hits" eine Audio-DVD bei, die den bestmöglichen digitalen Stereosound verspricht. Tatsächlich hört man selbst auf einer Stereoanlage der oberen Mittelklasse zumindest bei Stücken mit akustischen Instrumenten, wie etwa die Fiedel in "Comes A Time", signifikante Unterschiede. An den guten alten Plattenspieler kommt der Sound aber immer noch nicht ran. © Laut