Ihr Warenkorb ist leer!

Genre :

Ähnliche Künstler

Die Alben

Ab
CD13,99 €

Electronic - Erschienen am 20. August 2007 | XL Recordings

Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung
Maya Arulpragasam ist auf der Straße angekommen. Vor zwei Jahren schon. Da entstand ihr zweites Studioalbum eher beiläufig. Das Wort Studioalbum führt eh auf die falsche Fährte, denn M.I.A. war vor allem draußen. Live vor Ort und auf der Straße, wo sie Menschen kennen lernen und Abstand nehmen wollte vom Hype, der sie nach ihrem durchgeknallten Debüt "Arular" 2005 weltweit einholte. Wie man sich die letzten eineinhalb Jahre im Leben des ehemaligen srilankischen Flüchtlingskinds ungefähr vorstellen muss, zeigt uns M.I.A. im Videoclip zur Single "Boyz": Umringt von einer Hundertschaft jamaikanischer Boys gibt sie oldschoolig die an Straßenecken und auf Schrottautos hüpfende Vortänzerin, optisch bis an die Schmerzgrenze zugekleistert mit billigsten Farbeffekten aus Schwellenländer-Werbespots und natürlich in einer Choreographie, die dem ehemaligen Ostberliner Streetdancer Detlef D. Soost rote Flecken ins Gesicht treiben würde. Hätte M.I.A. diesem Ungetüm aus zerhackstückten Horn-Fanfaren und Tribal-Rhythmen noch einen Refrain beigegeben, die Mutter aller fancy Outfits hätte mal wieder alles richtig gemacht. So vermisst man auf "Kala", das nach "Arular" (ihr Vater) nun fairerweise nach der Frau Mama benannt wurde, höchstens ab und an die Hook-Gewalt, die vor zwei Jahren ihre Songs "Galang" und "Amazon" auszeichnete. Was nicht heißt, dass die neuen Songs langweilen. Alleine um sich nicht zu wiederholen, erweiterte M.I.A. ihr Musiker- und Produzenten-Team um die alten Spezis Diplo und Switch mit zahlreichen Musikern, die sie bei ihren Sessions in Jamaica, Indien, Trinidad, Australien, Japan und den USA kennen lernte. Auf dem mächtig pumpenden "Mango Pickle Down River" liefert eine Aboriginee-Formation den Didgeridoo-Unterbau, für "Hussel" engagierte sie den seit seinem Afro-Grime-Partyheuler "One Day I Went To Lidl?" schwer im Kommen begriffenen nigerianischen Rapper Afrikan Boy. Beides Stücke, die in einer vorhersehbaren Pop-Welt von zwei unterschiedlichen Künstlern stammen müssten. Bei M.I.A. stehen sie in der Tracklist nebeneinander. Vorhersehbar war vielleicht auch nicht ihre Zusammenarbeit mit Star-Produzent Timbaland, der ihr sicher nicht auf dem Wochenmarkt in Bombay in die Arme gelaufen ist. Vom ursprünglichen Plan, ihn als vollständigen Album-Produzenten anzuheuern, rückte M.I.A. im Laufe ihrer Weltreise (auch wegen einer US-Einreiseverweigerung) ab, übrig bleibt jedoch die grandiose Nummer "Come Around", an der auch die viel geschmähten Rapskills des Meisters stimmen. Gleich der Album-Start gelingt M.I.A. mit gewaltigem Getöse: "Bamboo Banga" poltert mit einem Drumcomputer los wie eine 80er New Order-Maxi, um anschließend in einen vorderasiatisch verzierten Rhythmusbrecher zu münden. "Somalia Angola Ghana Ghana Ghana Ghana / India Sri Lanka Burma Bamboo Banga", rappt M.I.A. mantragleich und zieht den Hörer sogleich knietief in ihren Melting Pot. Apropos New Order: Fast noch offensichtlicher als das gewollte Pixies-Zitat in "20 Dollar" ist die Akkordähnlichkeit der zähen Synthie-Bassline zu deren 80s-Hit "Blue Monday". Wie sich die 30-Jährige unbeschadet aus dieser Zitathölle heraus windet, ist nur ein Beispiel ihres Talents. In "Paper Planes" verarbeitet sie dann ein The Clash-Sample, begibt sich ins Hustle-Milieu und lässt im Refrain die Knarren sprechen wie sonst nur 50 Cent und Konsorten. Hier funktioniert ihr Songwriting ganz großartig und lässt vergessen, dass andere Appelle, etwa ihr hektisch zwitschernder Beitrag zur Vogelgrippe in "Birdflu", zwar frappierend an indische Käfighaltung gemahnen, aber nur bedingt hängen bleiben. Dennoch: Bewunderern ihrer ureigenen Melange aus Hip Hop, Dancehall, Electro und Grime wird hier ein 12-Gang-Menü serviert, dessen feuriger Nachgeschmack die ein oder andere fade Zutat vergessen macht. Schließlich zaubert M.I.A. mit "Jimmy" noch einen Bollywood-Burner aus dem Ärmel, der sämtliche Sampler dieser Stilrichtung aus den letzten zehn Jahren überflüssig macht. © Laut
Ab
HI-RES26,99 €
CD19,49 €

Electronic - Erschienen am 9. September 2016 | Interscope

Hi-Res
"Aim" zeigt sich auf den ersten Blick so eingängig wie noch kein Album der streitbaren Künstlerin Mathangi "Maya" Arulpragasam alias M.I.A. In einem Interview unterstrich M.I.A. diesen Eindruck, denn "ich möchte mit diesem Album die Menschen glücklich machen." Wer nun denkt, die Platte würde auf Beliebigkeit zielen, ist aber auf dem Holzweg. Die bereits vor einiger Zeit veröffentlichte Single "Borders" stellt unangenehme Fragen zur Flüchlingspolitik ("Borders (What's up with that?) / Politics (What's up with that?) / Police shots (What's up with that?) / Broke people (What's up with that?) / Boat people (What's up with that?)") und kritisiert die egoistische Haltung des Westens gegenüber anderen Kulturen. Garniert mit einem unheilvollen Trapbeat ist dieser Track ein deftiger Einstieg. Deftig geht es auch im von Skrillex produzierten "Go Off" weiter, mit einem exotischen Sample, derbe pumpendem Bass und einer herrlich arroganten Maya, die mit politischen Metaphern spielend ihre Erhabenheit demonstriert. Auf ähnliche Weise bastelt der Dubstep-König in "A.M.P (All My People)" einen clubtauglichen Floorfiller mit bratzenden Technosounds. M.I.A.s Intonation ähnelt hier zwar der von Nicki Minaj, was der Qualität des Tracks jedoch keinen Abbruch tut, denn textlich nimmt sie auf sarkastische Art und Weise den Kampf der Geschlechter aufs Korn. Im Gegenzug zeigt die Rebellin auch ihre samtigen Seiten: "Finally" ist ein schöner Song mit Dancehall-Anleihen über all die Hater, die Maya nichts anhaben können und verdeutlicht, dass sie nicht leicht zu haben ist: "I'm someone's shot of whiskey / Not everyone's tea ". Auch das Ende mit gepitcher Stimme und zurückhaltenden Synthies schmiegt sich an den Hörer. Maya hat indes nicht nur das große Weltgeschehen im Blick, sondern beschäftigt sich mit alltäglichen Problemen wie dem stetig steigenden Arbeitspensum ("Ali R U Ok?"), Grenzkontrollen zwischen den USA und Mexiko ("Visa") oder der ständigen Überwachung durch Drohnen und gesammelte GPS-Daten ("Fly Pirate"). Zwei Lieder ragen heraus: "Bird Song (Blaqstarr Remix)" ist ein lyrisches Analogien-Festival über Vögel, gepaart mit den politischen Einstellungen M.I.A.s. Der unverschämt groovende Dschungelbeat und der Flügelschlag am Ende vergolden dieses extravagante Stück Musik. "Jump In" zieht den Hörer in einen hypnotisierenden Strudel aus mehreren übereinander gelegten Vocal-Strängen und einer fast schüchternen Bassline. Schwachstellen sind die vergleichsweise ruhige Nummer "Foreign Friend", deren Refrain etwas zu wehleidig von Dexta Daps gesungen wird, oder das lästige "Freedun" mit seinem austauschbaren Popbeat und der schmalzigen Hook von Zayn Malik. Fast schon verstörend wirkt der Feuerzeug-mitschwenk-Schunkler "Survivor", der den Schlusspunkt des Albums markiert: hier feuert Maya Flüchtlinge mit Durchhalteparolen an: "Watch Yourself Heading Over / Survivor, survivor / Who said it was easy? / They can never stop we." "At least you tell your children I came from London / Start talking about me long time like she was random / When I was in your life fella, I was hella bomb / But I had to go off just to stay strong" spittet sie messerscharf in "Go Off". Darin könnte man eine Art Abschiedsbekundung sehen, zumal M.I.A. bereits mehrfach ihren Rückzug aus der Musiklandschaft angekündigt hat. Doch es bleibt zu hoffen, dass sie uns weiterhin mit Alben beglückt. Den Finger so zielgenau in die Wunde zu legen und dabei die Freude an der Musik nicht zu verlieren, kommt einem Drahtseilakt gleich, den die Dame aus Sri Lanka seit jeher wunderbar beherrscht. Diesbezüglich macht der Song "Visa" Hoffnung: "Most of the things I do, they banned it / But I'mma still do it, I'm a bandit." © Laut
Ab
CD13,99 €

Electronic - Erschienen am 5. November 2013 | Interscope

Booklet
Über drei Jahre seit "/\/\ /\ Y /\" bieten genug Zeit, um ordentlich rote Heringe auszulegen. Das vierte Album sei "a bit emo in places", gab M.I.A. neulich zu Protokoll. Außerdem habe sie zwischendurch nicht mehr gewusst, für wen oder was sie Musik machen sollte. Zu allem Überfluss verschob sich das Releasedatum um circa ein Jahr. Denn Interscope, die neue Plattenfirma sowie Universal-Sublabel in den USA, war besorgt um die musikalische Richtung. "Der Vorwurf lautete ungefähr so: 'Wir haben dich gerade als Staatsfeind Nr.1 aufgebaut. Jetzt bringst du auf einmal all diese positiven Inhalte und Sounds'", erzählte M.I.A. Aber wie zu erwarten war: In Gegenwart der hinduistischen Musikgöttin "Matangi" heften wir sämtliche Vorgeschichten zu den Promo-Akten. Weder hat sich Maya Arulpragasam dem Emo verschrieben noch dauerhaft die Orientierung verloren. Vielmehr unterstreicht die Britin mit tamilischen Wurzeln erneut ihren Anspruch, jenen religiösen, sozialen und weltanschaulichen Gruppen eine Stimme zu geben, die in der westlichen Medienwelt sonst wenig Gehör finden. Musikalisch schöpft sie auf ihrer umfangreichsten Platte vor allem aus der eigenen Vergangenheit. Die 15 Tracks zwischen Bhangra, Dancehall, Hip Hop, Dub und Dubstep zeigen sich nicht nur produktionstechnisch auf der Höhe der Zeit. Sie deklinieren das ohnehin reiche Sound-Œuvre durch, das M.I.A. zusammen mit Diplo und Switch (Major Lazer) über Jahre geschaffen hat. Die Sitar, Arab-Techno, Jungle-Einflüsse und Omar Souleyman-Psychedelica demonstrieren dabei eine transkulturelle Solidarität. Inhaltlich solidarisch erklärt sie sich hingegen etwa mit in Zelten lebenden Flüchtlingen in "aTENTion", das in Kooperation mit WikiLeaks-Gründer Julian Assange entstand. Die zynische Kritik an der Unterdrückung von Frauen in vielen Ländern des Nahen Ostens kennen wir wiederum schon aus 2012. Das ändert aber nichts an der Tagesaktualität von "Bad Girls". Stichwort aktuell: Wie treffsicher Maya Arulpragasam bei der Themenwahl ist, beweist auch der Rückblick auf "The Message" in 2010. "Handbone connects to the internet / Connected to the Google / Connected to the government" lautete Jahre vor dem jetzigen NSA-Überwachungsskandal ihre vermeintlich paranoide Warnung. Vergleichbar pointiert referiert M.I.A. in "Bring The Noize" jetzt auf das Zeitgeschehen. "Cause it's not me and you / It's the fucking banks" heißt es hier, während die Zeile "Ex-convicts and diplomats" vermutlich auf den srilankanischen UN-Botschafter verweist – ein General, der mehrerer Kriegsverbrechen beschuldigt wird. Neben Public Enemy bringen die rohen Aggro-Rapsalven auch noch ein Janis Joplin-Zitat sowie die Feststellung unter, dass Orient und Okzident kulturellen Boden teilen: "We like fucking carpets, you fucking brooms". Andernorts adressiert der "Boom Skit" Post-Superbowl-Chauvinismen ("Let you into Super Bowl / You tried to steal Madonna's crown") oder "Matangi" stilistische Nachahmer ohne Inhalte. Das von Drake kultivierte Motto Y.O.L.O. wird in "Y.A.L.A." verhandelt. M.I.A. unterstreicht die nicht-christliche Perspektive auf Tod und Wiedergeburt, wenn sie die Rolle des Karmas im Hinduismus und Buddhismus betont: "If you only live once / Why we keep doing the same shit?" Spannend klingt es auch, wie sich "Warriors" aus Om-Mantra, komprimierten Snaredrums und synkopierten Bässen zusammenpuzzelt. "Know It Ain't Right" kokettiert mit Based-Sound, derweil das hervorragende Anti-Konsumismus-Stück "Exodus" auf The Weeknds "Lonely Star" basiert. Warum es als "Sexodus" am Albumende in fast identischer Version aufersteht, erschließt sich jedoch nicht. Ebenso wie die fast einstündige Tracklist. M.I.A. hätte besser daran getan, auf eher blutarme Momente wie "Lights" oder das erst luftig-leichte, dann penetrant verzerrte "Come Walk With Me" zu verzichten. Auch die Auflistung von Reimen in "aTENTion" geht kaum als essenziell durch. "Matangi" soll jedoch das letzte kommerzielle M.I.A.-Werk sein. Damit wird Arulpragasams Bedürfnis verständlich, noch einmal ihre gesamte Bandbreite zu demonstrieren. Das gelingt zweifelsohne. Darüber hinaus bleibt sie mit einem Soundclash zwischen West und Ost und einer Agenda zwischen Reappropriation und Emanzipation weiter einzigartig im Popbetrieb. © Laut
Ab
CD13,99 €

Electronic - Erschienen am 25. April 2005 | XL Recordings

Dieser Sound ist neu. Dieser Sound ist fresh. Und dieser Sound rockt wie Sau. M.I.A. versucht sich auf "Arular" an einer zuvor nicht gehörten Melange aus Hip Hop, Dancehall, Electro, Grime, sowie traditionellen Tönen aus Sri Lanka. Die dort geborene Künstlerin straft all diejenigen Lügen, die sich eine Verschmelzung des Vorangesagten nicht vorstellen können. M.I.A.s Stimme rotzt dazu dreckig, aber anmutig über die Beats und schreit dabei stets nach einem Vergleich mit Nelly Furtado. Allerdings wirkt M.I.A. eher wie eine aufmüpfige Zwillingsschwester der Kanadierin, die ihre Jugend nicht in den Dorfdiscos Kanadas verbracht hat, sondern in ruppigen Elektro-Schuppen im Londoner East End. Vor einer gewissen Nähe zum gerade groß angesagten Genre Grime ist die Künstlerin natürlich auch nicht gefeit. Dennoch flowt M.I.A. auf ihre ganz eigene Weise. Sie setzt sich über die Brachialität dieser Beats hinweg und hält die Elektrobestien stets im Zaum. Ihren Rap-Vorlieben kommt man in diesem Style-Potpourri relativ schnell auf die Schliche. Zwischen den Zeilen ist die Verehrung einer Missy Elliot und eines Timbaland zu erkennen. Deren Sound ist zwar eingängiger und vielmehr einem Genre zuzuordnen, doch M.I.A. geht in ihrem Mut das eine oder andere Mal deutlich weiter, als es Missy und Timbo jemals wagten. Dabei zeichnet M.I.A. vor allem ihre Unberechenbarkeit aus, sie entwirft ein Bild davon, wie vielseitig elektronische Töne klingen können. Dieser Fakt ist deswegen so herauszuheben, weil Alben dieser Art normalerweise die Einseitigkeit von Synthesizern meist nur unterstreichen. Hier klingt jeder Rums anders, und jeder Elektroklatscher hat seine Eigenart. Dass diese Töne auch noch politische Aussagen enthalten, macht das Album von Maya Arulpragasam, deren Vater der Gründer einer militanten Tamilengruppe auf Sri Lanka war, nur noch empfehlenswerter. Gerüchten zufolge treibt sich M.I.A. derzeit in New York herum und hängt im Studio mit den Diplomats ab. Sogar der Meister selbst hat die junge Engländerin bereits gesichtet. Was da auf uns zukommt, ist beim besten Willen nicht zu erahnen. Bleiben wir gespannt und lassen uns bis dahin von "Arular" unsere Gehörgänge stimulieren. © Laut
Ab
CD1,49 €

Alternativ und Indie - Erschienen am 13. Oktober 2008 | XL Recordings

Ab
CD13,99 €

Alternativ und Indie - Erschienen am 12. Juli 2010 | XL Recordings

Ab
CD13,99 €

Electronic - Erschienen am 1. Januar 2013 | Interscope

Über drei Jahre seit "/\/\ /\ Y /\" bieten genug Zeit, um ordentlich rote Heringe auszulegen. Das vierte Album sei "a bit emo in places", gab M.I.A. neulich zu Protokoll. Außerdem habe sie zwischendurch nicht mehr gewusst, für wen oder was sie Musik machen sollte. Zu allem Überfluss verschob sich das Releasedatum um circa ein Jahr. Denn Interscope, die neue Plattenfirma sowie Universal-Sublabel in den USA, war besorgt um die musikalische Richtung. "Der Vorwurf lautete ungefähr so: 'Wir haben dich gerade als Staatsfeind Nr.1 aufgebaut. Jetzt bringst du auf einmal all diese positiven Inhalte und Sounds'", erzählte M.I.A. Aber wie zu erwarten war: In Gegenwart der hinduistischen Musikgöttin "Matangi" heften wir sämtliche Vorgeschichten zu den Promo-Akten. Weder hat sich Maya Arulpragasam dem Emo verschrieben noch dauerhaft die Orientierung verloren. Vielmehr unterstreicht die Britin mit tamilischen Wurzeln erneut ihren Anspruch, jenen religiösen, sozialen und weltanschaulichen Gruppen eine Stimme zu geben, die in der westlichen Medienwelt sonst wenig Gehör finden. Musikalisch schöpft sie auf ihrer umfangreichsten Platte vor allem aus der eigenen Vergangenheit. Die 15 Tracks zwischen Bhangra, Dancehall, Hip Hop, Dub und Dubstep zeigen sich nicht nur produktionstechnisch auf der Höhe der Zeit. Sie deklinieren das ohnehin reiche Sound-Œuvre durch, das M.I.A. zusammen mit Diplo und Switch (Major Lazer) über Jahre geschaffen hat. Die Sitar, Arab-Techno, Jungle-Einflüsse und Omar Souleyman-Psychedelica demonstrieren dabei eine transkulturelle Solidarität. Inhaltlich solidarisch erklärt sie sich hingegen etwa mit in Zelten lebenden Flüchtlingen in "aTENTion", das in Kooperation mit WikiLeaks-Gründer Julian Assange entstand. Die zynische Kritik an der Unterdrückung von Frauen in vielen Ländern des Nahen Ostens kennen wir wiederum schon aus 2012. Das ändert aber nichts an der Tagesaktualität von "Bad Girls". Stichwort aktuell: Wie treffsicher Maya Arulpragasam bei der Themenwahl ist, beweist auch der Rückblick auf "The Message" in 2010. "Handbone connects to the internet / Connected to the Google / Connected to the government" lautete Jahre vor dem jetzigen NSA-Überwachungsskandal ihre vermeintlich paranoide Warnung. Vergleichbar pointiert referiert M.I.A. in "Bring The Noize" jetzt auf das Zeitgeschehen. "Cause it's not me and you / It's the fucking banks" heißt es hier, während die Zeile "Ex-convicts and diplomats" vermutlich auf den srilankanischen UN-Botschafter verweist – ein General, der mehrerer Kriegsverbrechen beschuldigt wird. Neben Public Enemy bringen die rohen Aggro-Rapsalven auch noch ein Janis Joplin-Zitat sowie die Feststellung unter, dass Orient und Okzident kulturellen Boden teilen: "We like fucking carpets, you fucking brooms". Andernorts adressiert der "Boom Skit" Post-Superbowl-Chauvinismen ("Let you into Super Bowl / You tried to steal Madonna's crown") oder "Matangi" stilistische Nachahmer ohne Inhalte. Das von Drake kultivierte Motto Y.O.L.O. wird in "Y.A.L.A." verhandelt. M.I.A. unterstreicht die nicht-christliche Perspektive auf Tod und Wiedergeburt, wenn sie die Rolle des Karmas im Hinduismus und Buddhismus betont: "If you only live once / Why we keep doing the same shit?" Spannend klingt es auch, wie sich "Warriors" aus Om-Mantra, komprimierten Snaredrums und synkopierten Bässen zusammenpuzzelt. "Know It Ain't Right" kokettiert mit Based-Sound, derweil das hervorragende Anti-Konsumismus-Stück "Exodus" auf The Weeknds "Lonely Star" basiert. Warum es als "Sexodus" am Albumende in fast identischer Version aufersteht, erschließt sich jedoch nicht. Ebenso wie die fast einstündige Tracklist. M.I.A. hätte besser daran getan, auf eher blutarme Momente wie "Lights" oder das erst luftig-leichte, dann penetrant verzerrte "Come Walk With Me" zu verzichten. Auch die Auflistung von Reimen in "aTENTion" geht kaum als essenziell durch. "Matangi" soll jedoch das letzte kommerzielle M.I.A.-Werk sein. Damit wird Arulpragasams Bedürfnis verständlich, noch einmal ihre gesamte Bandbreite zu demonstrieren. Das gelingt zweifelsohne. Darüber hinaus bleibt sie mit einem Soundclash zwischen West und Ost und einer Agenda zwischen Reappropriation und Emanzipation weiter einzigartig im Popbetrieb. © Laut
Ab
CD1,49 €

Electronic - Erschienen am 11. Februar 2008 | XL Recordings

Ab
CD19,49 €

Electronic - Erschienen am 9. September 2016 | Interscope

Booklet
"Aim" zeigt sich auf den ersten Blick so eingängig wie noch kein Album der streitbaren Künstlerin Mathangi "Maya" Arulpragasam alias M.I.A. In einem Interview unterstrich M.I.A. diesen Eindruck, denn "ich möchte mit diesem Album die Menschen glücklich machen." Wer nun denkt, die Platte würde auf Beliebigkeit zielen, ist aber auf dem Holzweg. Die bereits vor einiger Zeit veröffentlichte Single "Borders" stellt unangenehme Fragen zur Flüchlingspolitik ("Borders (What's up with that?) / Politics (What's up with that?) / Police shots (What's up with that?) / Broke people (What's up with that?) / Boat people (What's up with that?)") und kritisiert die egoistische Haltung des Westens gegenüber anderen Kulturen. Garniert mit einem unheilvollen Trapbeat ist dieser Track ein deftiger Einstieg. Deftig geht es auch im von Skrillex produzierten "Go Off" weiter, mit einem exotischen Sample, derbe pumpendem Bass und einer herrlich arroganten Maya, die mit politischen Metaphern spielend ihre Erhabenheit demonstriert. Auf ähnliche Weise bastelt der Dubstep-König in "A.M.P (All My People)" einen clubtauglichen Floorfiller mit bratzenden Technosounds. M.I.A.s Intonation ähnelt hier zwar der von Nicki Minaj, was der Qualität des Tracks jedoch keinen Abbruch tut, denn textlich nimmt sie auf sarkastische Art und Weise den Kampf der Geschlechter aufs Korn. Im Gegenzug zeigt die Rebellin auch ihre samtigen Seiten: "Finally" ist ein schöner Song mit Dancehall-Anleihen über all die Hater, die Maya nichts anhaben können und verdeutlicht, dass sie nicht leicht zu haben ist: "I'm someone's shot of whiskey / Not everyone's tea ". Auch das Ende mit gepitcher Stimme und zurückhaltenden Synthies schmiegt sich an den Hörer. Maya hat indes nicht nur das große Weltgeschehen im Blick, sondern beschäftigt sich mit alltäglichen Problemen wie dem stetig steigenden Arbeitspensum ("Ali R U Ok?"), Grenzkontrollen zwischen den USA und Mexiko ("Visa") oder der ständigen Überwachung durch Drohnen und gesammelte GPS-Daten ("Fly Pirate"). Zwei Lieder ragen heraus: "Bird Song (Blaqstarr Remix)" ist ein lyrisches Analogien-Festival über Vögel, gepaart mit den politischen Einstellungen M.I.A.s. Der unverschämt groovende Dschungelbeat und der Flügelschlag am Ende vergolden dieses extravagante Stück Musik. "Jump In" zieht den Hörer in einen hypnotisierenden Strudel aus mehreren übereinander gelegten Vocal-Strängen und einer fast schüchternen Bassline. Schwachstellen sind die vergleichsweise ruhige Nummer "Foreign Friend", deren Refrain etwas zu wehleidig von Dexta Daps gesungen wird, oder das lästige "Freedun" mit seinem austauschbaren Popbeat und der schmalzigen Hook von Zayn Malik. Fast schon verstörend wirkt der Feuerzeug-mitschwenk-Schunkler "Survivor", der den Schlusspunkt des Albums markiert: hier feuert Maya Flüchtlinge mit Durchhalteparolen an: "Watch Yourself Heading Over / Survivor, survivor / Who said it was easy? / They can never stop we." "At least you tell your children I came from London / Start talking about me long time like she was random / When I was in your life fella, I was hella bomb / But I had to go off just to stay strong" spittet sie messerscharf in "Go Off". Darin könnte man eine Art Abschiedsbekundung sehen, zumal M.I.A. bereits mehrfach ihren Rückzug aus der Musiklandschaft angekündigt hat. Doch es bleibt zu hoffen, dass sie uns weiterhin mit Alben beglückt. Den Finger so zielgenau in die Wunde zu legen und dabei die Freude an der Musik nicht zu verlieren, kommt einem Drahtseilakt gleich, den die Dame aus Sri Lanka seit jeher wunderbar beherrscht. Diesbezüglich macht der Song "Visa" Hoffnung: "Most of the things I do, they banned it / But I'mma still do it, I'm a bandit." © Laut
Ab
CD3,99 €

Electronic - Erschienen am 1. Januar 2012 | Interscope

Ab
CD1,49 €

Electronic - Erschienen am 11. Februar 2008 | XL Recordings

Ab
CD1,99 €

Electronic - Erschienen am 8. Februar 2017 | Interscope

Ab
CD13,99 €

Punk – New Wave - Erschienen am 15. September 2017 | Darla

Ab
CD1,49 €

Electronic - Erschienen am 10. Oktober 2005 | XL Recordings

Ab
CD3,24 €

Electronic - Erschienen am 11. Juli 2005 | XL Recordings

Ab
CD1,49 €

Electronic - Erschienen am 5. Juli 2004 | XL Recordings

Ab
CD1,49 €

Electronic - Erschienen am 10. Oktober 2005 | XL Recordings

Ab
CD9,99 €

Alternativ und Indie - Erschienen am 9. Juli 1995 | Alternative Tentacles

Ab
CD1,49 €

Electronic - Erschienen am 1. November 2004 | XL Recordings

Ab
CD1,49 €

Electronic - Erschienen am 10. Oktober 2005 | XL Recordings