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R&B - Erschienen am 17. Mai 2010 | Bad Boy - Wondaland

Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music - Sélection Les Inrocks
Nicht ihre Heimatstadt Kansas City und schon gar nicht New York gelten als die Städte, in denen Janelle Monáe ihre "Bewegung" startete, wie sie es nennt. Nein, auf Atlanta fällt ihre Wahl jenes mythischen Orts. Die Stadt, die Outkast beherbergt und in der sie Chuck Lightning und Nate Wonder traf. Etwa vier Jahre sind vergangen, seit Monáe mit den genannten Persönlichkeiten bekannt wurde. Vier Jahre, in denen sie gemeinsam mit Lightning und Wonder die Wondaland Arts Society aufgebaut hat, die ihr als Studio und Label dient. Vier Jahre, in denen ihr Stern immer weiter aufging, in die eine Grammy-Nominierung für die EP "Metropolis Suite I of IV: The Chase" fiel und in denen sie einen Vertrag bei P.Diddys Bad Boy Records ergattern konnte - unter Zusicherung der vollen kreativen Kontrolle. Puffy lobt sein Signing seither bei jeder Gelegenheit in den höchsten Tönen: Monáes Unterschrift sei eine der wichtigsten seiner Karriere gewesen. Trotzdem kommt "The ArchAndroid" mit geschlagenen zwei Monaten Verspätung über den Teich. In den USA wurde die Platte absurderweise bereits Ende Mai veröffentlicht. Denn "The ArchAndroid" ist ein wahres Erlebnis für jeden Pop-Liebhaber, der etwas mehr Anspruch erwartet, als Mitsummmelodien und wackelnde Ärsche in Videoclips. Welches Genre Monáe nun genau bedient, ist schwer zu sagen. Zu weitreichend sind ihre Einflüsse, die sich von "Stankonia" über Stevie Wonder zu Ziggy Stardust hinziehen und unterwegs Andy Warhol und Salvador Dalí abholen. Müßig zu diskutieren, ob der Name R'n'B diesem Facettenreichtum gerecht wird oder ob es sich eher um Neo-Soul oder gar Art Pop handelt. Es spielt auch überhaupt keine Rolle. Ob Monáe nun Klassik bedient, Hip Hop, Indiepop, Funk oder was auch immer: Grenzen verschwimmen, Schubladen werden eingemottet und Scheuklappen gehen in Rauch auf. Was bleibt, ist der Schall des zweiten und dritten Teils der Geschichte von Cindi Mayweather, der noch lange hallen wird. Wir schreiben das Jahr 2719 in einem Ort names Metropolis. Mensch und Maschine leben nebeneinander, die Technik ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass Androiden menschliche Gefühle adaptieren können. Doch die Gesellschaft ist gespalten. Den Androiden ist es strengstens untersagt, Gefühle für Menschen zu entwickeln. Über die Einhaltung der Gesetze wacht die Geheimorganisation The Great Divide, die das Mittel der Zeitreise beherrscht, um Freiheit und Liebe nachhaltig zu unterdrücken. Alle Hoffnungen liegen auf den Schultern eines speziellen Androiden. Der "ArchAndroid" soll eines Tages kommen und die Unterdrückung beenden. Cindi Mayweather ist dieser Android. Mitunter hergestellt aus Janelle Monáes DNA, deren Erbinformationen wiederum bei einem Überfall gestohlen wurden, bevor sie durch einen Zeittunnel zurück in unsere Zeit geschickt wurde. Fans von Fritz Langs Klassiker "Metropolis" erkennen Parallelen. So weit, so abgefahren. Beim bloßen Hören wird dieser Hintergrund allerdings kaum klar. Die Texte befassen sich vielmehr mit der Ungerechtigkeit, der Einsamkeit sowie der Entfremdung einerseits und der tiefen Liebe, die Mayweather für einen Menschen namens Anthony Greendown andererseits empfindet. Diesen Makel vergibt man der Vollblutkünstlerin allerdings gerne. Über eine Stunde legt sie sich ins Zeug und überzeugt mit einer Vielfältigkeit, die so manche Kollegin staunen lässt. Ob schreiend in "Come Alive (The War Of Roses)" oder wimmernd in "Sir Greendown", auf Outkast-Hip Hop getrimmt ("Tightrope ft. Big Boi") oder psychedelisch rockend mit Of Montreal, Monáe macht in jeder Situation eine gute Figur. Kaum vorstellbar, wie die Dame mit einer wirklich organischen Backing-Band wirken würde. Drums aus dem Computer werden dieser Frau nämlich kaum gerecht. Mit erst 24 Lenzen bleibt jedoch noch genug Zeit, das nachzuholen. Vielleicht schon beim nächsten Teil der Geschichte. Schließlich endet "The Archandroid" nach dem dritten von insgesamt vier geplanten Teilen. © Laut
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R&B - Erschienen am 6. September 2013 | Bad Boy - Wondaland

Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music
Die Mär vom Android Cindi Mayweather geht in die nächste Runde. Auf "The Electric Lady" verwandelt sich Janelle Monáe ein weiteres mal in ihre eigene Superheldenfigur, hinter der sie sich seit "Metropolis: The Chase Suite" versteckt. Das unterkühlte Grundgerüst aus "The ArchAndroid" weicht nun einem mollig warmen Ton. Weder finden sich von Panik getriebene Übersongs wie "Tightrope" oder "Many Moons", noch die Folk-Einflüsse aus "57821" wieder. Die vollkommen durchgedrehten Momente fehlen "Suite IV" und "V". Dafür wirkt "The Electric Lady" mit seiner Mixtur aus knochentrockenem Funk, edlem Pop-Soul, Jazz und Robotic-Hip Hop organischer. Geschickt kokettiert Monáe mit ihren Einflüssen. Dabei verliert sich die Sängerin nicht in Zitaten, sondern bastelt sich wie Wall-E eine eigene verschrobene Welt aus den gefundenen Bruchstücken. Die deutlichsten Spuren hinterlässt der Sound von Funkadelic, George Clinton, Afrika Bambaataa, Stevie Wonder und immer wieder Prince. Dieser gibt sich sogar gleich zu Beginn in "Givin' Em What They Love" die Ehre. Ein voll Spannung geladenes Funk-Monster. Endlich löst sich das Versprechen ein, dass Prince 1989 mit "Love Song" auf Madonnas "Like A Prayer" gegeben, aber nicht eingehalten hat. Neben Prince schmücken weitere hochkarätige Gäste (Solange, Esperanza Spalding) den Einstieg in "The Electric Lady". In "Q.U.E.E.N." treffen mit Erykah Badu und Monáe die zwei Leading Ladies des Genres aufeinander. Dabei hält der Android unter den beiden klar die Zügel in der Hand, rechnet in hoher Schlagzahl mit Religion, Rassismus, Geschlechterrollen und Sexualität ab. "Am I a freak because I love watching Mary? / Hey sister am I good enough for your heaven? / Say will your God accept me in my black and white?". "Der Hintern beugt sich stets dem Gesetz des 'Jams'. Niemand kann einen Song hassen, der dich in Bewegung bringt und dir dabei hilft eine gute Zeit zu haben. Der Hintern wird dir immer die Wahrheit über jemanden sagen. Du kannst zu jeder Zeit erkennen, was ein Mensch oder eine Community glaubt. Sie können behaupten, sie würden diesen oder jenen lieben oder an diesen oder jenen Gott glauben, aber was sagen die Taten? The booty don't lie." Wessen Bobbes bei den quietschenden 80s-Keyboards und den schwitzenden Beats von "Q.U.E.E.N." noch stillsteht, dem wird man wohl nie mehr retten können. Frei nach Luther: In einen traurigen Arsch fährt nie der fröhliche Funk. In "PrimeTime" reibt Mayweather ihren künstlichen Körper an R'n'B-Neustar Miguel und entdeckt die zügellose Liebe für sich. Eine Motown-Ballade der nächsten Generation, die ein üppiges "Purple Rain"-Gitarrensolo schmückt. "I wanna scream and dream and throw a love parade." Apokalypse und Zombies gehen eigentlich immer, aber "Dance Apocalyptic" spielt etwas zu seicht mit André 3000s "Hey Ya"-Formel. Für sich genommen ein netter Track, wirkt er im Gesamtkonzept des Longplayer verzichtbar. Überzieht "Look Into My Eyes" noch die Noblesse eines Henry Mancinis, durchzieht "It's Code" die kindhaften Klarheit eines jungen Michael Jackson. Im grazilen "Ghetto Woman" fröhnt Monáe dem Stevie Wonder Moog-Funk aus "Fulfillingness' First Finale", bis sie diesen mit einem energischen Rap bricht. Boogie On Android Woman. Nach "The Electric Lady" steht uns mit "Suite VI" und "VII" noch ein weiteres Cindi Mayweather-Album bevor. Danach beginnt der wohl spannendste Moment in Monáes Karriere. Was wird sich hinter dem Konstrukt verstecken, sobald sie ihre Maske fallen lässt? Bis dahin erfreuen wir uns an dieser verdrehten und teilweise verbissen weitergeführten Storyline. Dōmo arigatō, Mrs. Roboto. © Laut
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Soul - Erschienen am 27. April 2018 | Bad Boy Records

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Steht da etwa Gott neben Janelle? Bereits nach den ersten Sekunden auf Dirty Computer ertönt eine Stimme neben der Sängerin aus Kansas City, die man unter tausenden sofort wiedererkennt: Brian Wilson! Mit dem Leader der Beach Boys hat Monae eine faszinierende Wahl für ihren Eröffnungstrack getroffen. Faszinierend und gar nicht so inkohärent. Trotz ihres großen Vorbildes Prince hat sie sich musikalisch niemals nur auf Soul, Funk und R&B beschränkt. Mit genau diesem Prince hatte sie vor seinem Tode im April 2016 noch an dieser Platte zusammen gearbeitet. Und so ist es geradezu unmöglich, keine Parallelen zwischen Dirty Computer und dem Prince der 80er und 90er Jahre zu ziehen. Man meint, das Gitarrenriff aus Kiss auf Make Me Feel heraushören zu können. Janelle Monáe ist jedoch intelligent und vor allem talentiert genug, um auch außerhalb des Erbes des von ihr selbst so genannten ultimativen Gurus nach Inspiration zu suchen. Bei Stevie Wonder vielleicht? Auch ihn findet man im Song mit dem passenden Titel Stevie’s Dream wieder. Und auch die Featurings können sich sehen lassen: Pharrell Williams (I Got The Juice), Grimes (Pynk) und Zoe Kravitz (Screwed). Vor allen Dingen ist Dirty Computer aber eine Platte, die nicht persönlicher und intimer hätte sein können. Ein Selbstporträt der Musikerin. So, wie sie ist. So, wie sie sein möchte. So, wie sie vom Publikum gesehen werden möchte. Janelle Monáe offenbart hier sehr viel mehr von sich als auf den zwei Vorgängeralben. Sie verfeinert ihren Stil und liefert sehr viel direktere Kompositionen, die oftmals eine Pop-Seele heraushören lassen. Die Effizienz verzehnfacht sich dadurch. Die Vereinfachung wirkt heilend. In seiner Gesamtheit klingt dieses dritte Album sehr nach Vintage. Und durch diesen leichten „Prince“-Beigeschmack denkt man beim Hören eher an die 80er und 90er als an die 2000/2010er. Und dennoch, was die Produktion angeht, könnte man moderner nicht sein. Dirty Computer klingt so trotzdem voll und ganz nach einer Platte aus dem Jahre 2018. Vielleicht sogar nach einer der ambitioniertesten des Jahres? © Marc Zisman/Qobuz
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Soul - Erschienen am 9. September 2013 | Bad Boy - Wondaland

Hi-Res
Nachdem ständig wiederholt wurde, dass sie in die Fußstapfen von Prince tritt, musste dies ja eines Tages passieren: Janelle Monae hat es geschafft, die Hoheit aus Minneapolis auf den zweiten Track ihres zweiten Albums einzuladen. Aber abgesehen von diesem Volltreffer (neben Prince befinden sich hierauf übrigens noch weitere berauschende Gäste wie Erykah Badu, Esperanza Spalding und Solange Knowles) darf man das Wichtige nicht vergessen: Diese Platte ist eine Art Mount Everest des Soul, R&B und des modernen Funk. Drei Jahre nach The ArchAndroid, dem beeindruckenden Konzeptalbum, mit welchem sie sich einen umjubelten Einstieg in die moderne Groove-Szene verschaffte, liefert Janelle Monae uns eine funkelnde Nachfolge. Weit weg von den einfachen und oftmals zu klebrigen Klischees des R’n’B von heute versorgt uns die aus Kansas stammende Musikerin mit fein ausgearbeiteten Melodien in ihrem ganz eigenen Schreib- und Musikstil. Dieses zweite Werk, etwas weniger experimentell und eklektisch als sein Vorgänger, ist ein zeitloses Album, das letztendlich nur noch einmal bestätigt, dass Monae zu den großen Figuren der modernen Soul-Musik gehört. © Marc Zisman/Qobuz
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Soul - Erschienen am 27. April 2018 | Bad Boy Records

Ein bisschen frustrierend ist es ja schon. Mit "Dirty Computer" liefert Janelle Monáe ihr konkretestes politisches Album ab, verbindet Identitäts-Politik mit Fragen sozialer Gewalt und bettet ihr Statement in absolut zeitgenössische, genre-übergreifende Pop- und R'n'B-Songs ein. Mancher Kritiker verkauft sie trotzdem ungebrochen weiter als Prince-Throwback. Man höre Prince in den Beats. Man höre Prince in den Texten. Außerdem hat Prince ja auch mitproduziert. Wusstet ihr, dass Prince ihr größter Einfluss ist? Janelle Monáe ist quasi eine Prince-Coverband! Während der Mainstream sie konsequent weiter verschläft, könnte Janelle diese Pressestimmen vermutlich auch mit einem Handstand auf einem Einrad nicht davon überzeugen, dass sie ein eigenständiger Mensch ist. Dabei gäbe es kaum ein besseres Album, um das klarzustellen. Statt, wie auf den beiden Vorgängern, aus der Perspektive von Androidin Cindi Mayweather zu agieren, besetzt Janelle selbst diesmal den Frontsitz, um einen unmittelbareren Blickwinkel auf das politische Klima zu finden. Dabei variiert sie mühelos zwischen dem Einzelnen und der Gesellschaft, zwischen systematischer Unterdrückung und menschlicher Erfahrung, zwischen Macht und Sex. "See, if everything is sex / Except sex, which is power / You know power is just sex / You screw me and I'll screw you too", singt sie auf "Screwed" und stellt damit gewissermaßen die Kernthese von "Dirty Computer" auf. Alles ist politisch. Auch der Spaß, die Liebe und die Popmusik. Um so treffender also, dass neben direkten Angriffen auf den Status Quo wie "Django Jane" oder "Americans" auch ein ganzer Schlag überraschend leichtfüßiger Pop-Nummern ihren Weg auf die Platte gefunden haben. Lebensfreude als Widerstand, sozusagen. "Screwed" erinnert ein wenig an die Blütezeit von Madonna, so beschwingt und treibend begleitet die Bassline den sommerlichen Mitsing-"Let's get screwed"-Refrain. "I Got The Juice" und "I Like That" nehmen 808-lastigere Texturen auf, ersteres für einen Pharrell-unterstützten Stampfer, zweiteres für eine sinnliche Trap-Ballade. Auf "Crazy, Classic, Life" beschreibt Janelle diesen Zustand als "Young, black, wild and free / Naked on a limousine" und fasst damit die exzentrische, lebensfrohe Seite des Albums einwandfrei zusammen. In einem ähnlichen Timbre erinnern die Abschlusstöne von "Americans" ein wenig an die Abspannmusik eines Springbreak-Streifens. Eine derart zynische Vereinnahmung von klassischem Pop-Sound fand vermutlich zuletzt bei Marina And The Diamonds statt. Um so interessanter deshalb, dass zwischen all der elektronischen Zuckerwatte immer wieder schlagartige Beatwechsel auftreten, zum Beispiel die eindringliche Rap-Passage im letzten Teil von "Crazy, Classic, Life" oder der Spoken Word-Breakdown auf "I Like That", auf dem sie sich mit einem Augenzwinkern über Hänseleien aus der Schulzeit erhebt. Generell hagelt es immer wieder Seitenhiebe auf all diejenigen Menschen, die ihr unter dem Vorwand Steine in den Weg legten, sie sei zu laut, zu schwarz oder zu männlich. Als Herzstück der Platte kristallisiert sich in dieser Hinsicht "PYNK" heraus, da der Song nicht nur alle politischen Qualitäten in eine subtile Synth-Nummer kondensiert, sondern auch nach dem explosiven "Django Jane" einen erbaulichen Ansatz auf den destruktiven Angriff folgen lässt. Mit Grimes-Backing-Vocals und stilistischem Autotune fühlt dieser Song sich zerbrechlicher, sanfter als die meisten Stücke der Platte an. Der entstehende Raum für die viel beredete "Pussy Power" wirkt inmitten der energetischen Platte wie ein progressiver Entwurf von sexueller Freiheit, losgelöst und vereinnahmend. Und, ja: Natürlich gibt es auch die sehr Prince-esken Nummern "Make Me Feel" oder "Take A Byte", auf denen klar 80er-inspirierte Synth-Leads auf elektronische Gitarren treffen, um die alte Schule des R'n'B zu kanalisieren. Der Punkt ist: Auch diese Facette ist nur eine unter vielen. Für jeden Throwback und jede Verneigung vor ihren Wegbereitern (von Hommagen an TLC bis hin zu Kollaborationen mit Brian Wilson) birgt "Dirty Computer" unglaublich kompetente moderne Einflüsse, seien es zeitgemäßer Hip Hop oder Trap, Sound-Chaos aus dem N.E.R.D-Spielbuch, Synth-Pop mit einem Funken Grimes oder die alternative R'n'B-Strömung der vergangenen Jahre. Janelle Monáe vereint nicht nur verschiedene Zeiträume, sondern ganze Stilrichtungen und Ästhetiken in ein homogenes und charakteristisches Album. Selbst das ist nicht die größte Stärke von "Dirty Computer". Auch wenn Janelle immer noch ein wenig zu distanziert und professionell wirkt, um als Künstlerin wirklich nahbar zu sein, gibt die neue Platte und die Überwindung der Figur Cindi Mayweather einen deutlich lebendigeren und intensiveren Einblick in Janelles Realität. Das Album kehrt persönliche Facetten nicht fürs Spektakel oder Melodrama nach außen, sondern behält stets einen größeren, gesellschaftlichen Rahmen im Hinterkopf. Es arbeitet Beispiele von Sexismus und Rassismus oder von sozialer Chancenungleichheit aus Janelles Vergangenheit auf, um sie direkt einer afrofuturistischen Vorstellung von Freiheit und Gleichheit gegenüber zu stellen. Deshalb sind auf "Dirty Computer" auch die Zitate von Stanislav Lem oder Philip K. Dick passé. Inzwischen entwirft Janelle die Zukunft nämlich selbst oder attackiert die Instanzen, die sie davon abhalten, diese aufzubauen. Die Platte verfällt nicht in Echokammer-Bestätigung, nicht in Pro-Forma-Trump-Bashing oder ins zwanghafte Abklappern kontroverser Themen. Janelle Monáe steht im Epizentrum dieser sozialen Bewegung und kanalisiert noch mehr als bei ihren bisherigen Releases ihren politischen, sozialen und menschlichen Standpunkt in pointiertes, treffsicheres und hoffnungsvolles Songwriting. "Dirty Computer" ist ein Etappensieg für eine der wichtigen Stimmen dieser Tage und sollte als mehr behandelt werden als die Mentoren-Hommage einer Schülerin von Prince. © Laut
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R&B - Erschienen am 12. August 2008 | Bad Boy Records

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R&B - Erschienen am 2. Juli 2021 | Atlantic Records

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R&B - Erschienen am 22. Februar 2018 | Bad Boy Records

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Pop - Erschienen am 31. März 2015 | Wondaland Records - Epic

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Pop - Erschienen am 1. Januar 2014 | MSC Sounds, Inc.

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Original Soundtrack - Erschienen am 29. November 2019 | Bad Boy Records

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Dance - Erschienen am 19. Oktober 2018 | Bad Boy Records

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Dance - Erschienen am 5. April 2018 | Bad Boy Records

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R&B - Erschienen am 31. August 2010 | Bad Boy - Wondaland

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R&B - Erschienen am 12. Februar 2010 | Bad Boy - Wondaland

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R&B - Erschienen am 12. August 2008 | Bad Boy Records

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R&B - Erschienen am 10. April 2018 | Bad Boy Records

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Dance - Erschienen am 20. Juli 2010 | Bad Boy - Wondaland

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Dance - Erschienen am 3. September 2013 | Bad Boy - Wondaland

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Dance - Erschienen am 9. November 2018 | Bad Boy Records

Der Interpret

Janelle Monáe im Magazin
  • Prince-ssin Janelle
    Prince-ssin Janelle Auf den Spuren ihres Idols Prince veröffentlicht Janelle Monáe ein 3. Album, das mehr als perfekt ist...