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Die Alben

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Hard Rock - Erschienen am 3. September 2021 | Parlophone UK

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Sechs Jahre haben Iron Maiden gebraucht, um einen Nachfolger für das ausufernde The Book of Souls (2015) zu liefern. Aber wenn man genauer darüber nachdenkt, ist das gar nicht so lange: The Book of Souls war ein Doppelalbum, genauso wie Senjutsu. Wenn man eineinhalb Jahre Pandemie in Betracht zieht, in denen alles langsam war, ist es sogar spektakulär, die Band so produktiv zu sehen, wenn man das Alter ihrer Mitglieder, ihre zahlreichen parallelen Aktivitäten und eine Vergangenheit bedenkt, die so voll zu sein scheint, dass mancher sich fragt, was die sechs Jungs uns eigentlich erzählen werden. Senjutsu gibt uns schnell eine Antwort auf diesen Punkt: Wie AC/DC oder die späten Motörhead ist das Universum der Band jetzt so klar definiert, dass es für Iron Maiden "ausreichend" ist, ein paar einfach Schalter umzulegen und Knöpfe zu drücken, damit sie die Songs schreiben, die auch die Fans begeistern. Natürlich passiert das nicht automatisch, aber wir müssen zugeben, dass alle Zutaten vorhanden sind: echte Rockstars, ein gutes Schlagwerk, Zwillingsgitarren, der Bass des Leaders Steve Harris an vorderster Front und Bruce Dickinson (Gesang) immer stilvoll in seiner Rolle als Zeremonienmeister, der weiß, dass seine 63 Jahre und die Krebserkrankung, die er überstanden hat, ihm heute nicht mehr unbedingt die stimmlichen Kunststücke von 1982 erlauben - was ein schlauer Schachzug ist. Die Frage ist also: Was soll man von all dem halten? Es ist ein ehrgeiziges Album in Bezug auf die Länge (die letzten drei Tracks erreichen jeweils mehr als zehn Minuten), das einige große Erfolge enthält (die Single The Writing on the Wall oder das großartige Darkest Hour, die beide von Dickinson und dem Gitarristen Adrian Smith geschrieben wurden), aber auch Tracks, die an Effizienz gewonnen hätten, wenn sie mit einem angepassten Schlankheitsprogramm ein paar Minuten verloren hätten. Es gibt einen Punkt, an dem ein Riff, das immer und immer wieder wiederholt wird, redundant, ja sogar repetitiv wird und während Iron Maidens Songs oft "langatmig" waren, werden sie jetzt zwar immer länger, die Anzahl der langatmigen Stellen nimmt jedoch ab. Senjutsu ist kein überflüssiges Album, ganz im Gegenteil, denn Iron Maiden sind viel zu intelligent (und zu gut umgeben), um jemals eine eitle Platte oder das berühmte "zu viel-te" Album zu machen, nach dem böse Zungen suchen, wenn sie von einer "legendären Band" sprechen. Das ist nur ein Teil einer Kontinuität, die die absoluten Fans der Band - und davon gibt es Millionen - mit einem Lächeln genießen werden. Die Leistung ist bereits sehr beachtlich. © Charlélie Arnaud/Qobuz  
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Hard Rock - Erschienen am 29. März 1982 | Parlophone UK

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Nach fünf Jahren Auftritten in miesen Pubs, zahlreichen Mitgliederwechseln, zahllosen Streitereien und zwei Alben waren Iron Maiden Ende 1981 endlich da, wo sie Bandchef Steve Harris haben wollte: Kurz vor dem Durchbruch. Doch plagten den Bassisten zwei schwerwiegende Probleme: Er kam nicht mit dem Sänger zurecht und er hatte keinen einzigen neuen Song im Kasten. Paul Di'Anno war von Anfang an eine Notlösung gewesen, ein räudiger Bengel, der mit seiner gewalttätigen Ausstrahlung nicht so recht zum friedliebenden Harris passte. Auf dem starken Debüt "Iron Maiden" hatte er 1980 noch für Credibility gesorgt, schließlich war die Band zu Zeiten des Punk geboren, als harter Rock auf der Straße als Pussy-Musik galt. Doch auf dem Zweitling "Killers" (1981) war Di'Anno an seine Grenzen gestoßen. Was einerseits am wesentlich schwächeren Material lag, andererseits an der neuen Ausrichtung der Band. Punk war passé, Show war wieder in. Di'Anno fand das Maskottchen Eddie, mit dem er sich nun die Bühne teilen musste, einfach nur lächerlich. Dazu verfiel er dem Kokain. Er kam der Kündigung zuvor und verschwand bei einem Auftritt auf Nimmerwiedersehen von der Bühne. Sein Ersatz Bruce Dickinson war so ziemlich genau das Gegenteil: stark behaart, gebildet, mit der Stimmgewalt eines Opernsängers. Harris warb ihn kurzerhand bei Samson ab und setzte sich mit ihm hin, um vor der geplanten Aufnahmesession auf die Schnelle Lieder zu schreiben. Dickinson erwies sich sogleich als kongenialer Texter, auch wenn er in den Credits nur als 'moralischer Unterstützer' erwähnt wird. Offiziell war er noch Mitglied seiner alten Band, was zu vertraglichen Schwierigkeiten geführt hatte. Mit den Gitarristen Dave Murray und Adrian Smith sowie Schlagzeuger Clive Burr flogen Harris und Dickinson in die Karibik, um mit Produzent Martin Birch das dritte Maiden-Album aufzunehmen. Dass die ersten zwei Werke nur zum Aufwärmen gedient hatten, zeigt sich gleich beim Cover: War Maskottchen Eddie auf dem ersten Artwork noch ein verstrahlter Zombie mit Irokese und auf dem zweiten ein Massenmörder mit einer blutigen Axt, ist er hier der Fadenzieher des Teufels höchstpersönlich. Böser geht es nicht mehr, so die Botschaft auf der Vorderseite der Platte, die wie erwartet, hier und da für erboste Reaktionen sorgte, wie auch die Titel einiger Songs. Wer sich die Milchbubi-Gesichter der Bandmitglieder auf der Rückseite anschaute, dürfte aber auch damals schon beruhigt gewesen sein. Von diesen Jungs geht keinerlei Gefahr aus – höchstens fürs Trommelfell. Das Album, das Image und Sound der Band für immer definieren würde, beginnt ausgerechnet mit einem ihrer schwächsten Tracks überhaupt. Bass, Schlagzeug und Gitarren klingen so abgehackt, als handele es sich um eine Schülerband, Dickinson verpasst selbst im Studio seinen Einsatz. Kein Wunder, dass die Band das Stück live schon damals aussortierte, zusammen mit "Gangland" dem anderen Rohrkrepierer auf der Platte. Dass das wesentlich bessere "Total Eclipse" nur als B-Seite zum Einsatz kam, wurmt Harris heute noch. Ansonsten – wow. "Children Of The Damned" beginnt bedächtig und schraubt sich dann zu einer von Maidens besten Powerballaden hoch. "He's walking like a dead man, if he had lived he would have crucified us all", klagt Dickinson noch vor dem vereinten Solo von Murray und Smith, eines der einprägsamsten der Bandgeschichte. Hört sich an wie ein Horrorfilm – und ist es tatsächlich, denn den Titel lieh sich Harris bei einem ebensolchen Streifen aus. Filmreif auch "The Prisoner", mit einem Sample aus der gleichnamigen Fernsehserie, die Dickinson und Smith gerne schauten. Die 'bösen' Buben besuchen in "22, Acacia Avenue" einen Puff, wobei man die Geschichte der Hure Charlotte Paul Di'Anno, Dickinsons Vorgänger, eher abnahm. Eine lange Storyline, die 1980 mit "Charlotte The Harlot" begonnen hatte und mit "Hooks In You" (aus "No Prayer For The Dying", 1990) und "From Here To Eternity" ("Fear of the Dark", 1992) zwei weitere Fortsetzungen fand. Musikalisch solide Stücke, die den ersten Höhepunkt des Albums vorbereiten, jenes "Number Of The Beast", das in den USA zu Plattenzertrümmungen führte und Maiden den nie wirklich ernsthaften Ruf einbrachte, Satanisten zu sein. Zu Beginn darf Schauspieler Barry Clayton aus der Offenbarung des Johannes vorlesen. Eigentlich hatte sich die Band Horror-Superstar Vincent Price gewünscht, doch der hatte eine zu hohe Gage verlangt und war abgeblitzt. Der Text geht auf einen Alptraum von Bandleader Steve Harris zurück, den er passenderweise nach einem Horrorfilm hatte (und dazu noch einem ziemlich banalen, nämlich "Damien II"): Im Traum findet er heraus, dass der Teufel, Codename 666, die Welt übernommen hat. Er will davon rennen, doch unterliegt er der Faszination der 'singenden Massen' und tritt auf deren Seite über. Begleitet wird die simple Story mit effektiven Riffs, einem halsbrecherischen Tempo von Schlagzeug und Bass und Dickinson, der seine beeindruckende Stimme voll ausschöpft. Sein lang gezogener Schrei nach einer guten Minute ist nach wie vor ein Kernstück jedes Maiden-Konzerts. Und auch mit ein Grund, weshalb Zwischenersatz Blaze Bayley in den 90er Jahren bei den Fans kläglich scheiterte. Ein weiterer Maiden-Evergreen folgt auf dem Fuß. Schlagzeuger Clive Burr darf sich ein Denkmal setzen (beim folgenden Album wurde er von Nicko McBrain ersetzt), dann treibt Dickinson seine Mitstreiter in die epische Schlacht Indianer gegen Cowboys, in der er die Rolle der Indianer übernimmt und ihm nichts anderes übrig bleibt, als schleunigst das Feld zu räumen – "Run To The Hills" eben. Den epischen Abschluss bildet das zweite Stück Maidens, das bei keinem Konzert fehlen darf. Wieder ein horrorwürdiges Thema, diesmal die Geschichte in Ich-Form eines zum Tode Verurteilten auf seinem Weg zum Schafott. Live beginnt das Stück mit vier Schlägen auf dem Becken, hier mit einer Totenglocke. "The sands of time for me are running low" beklagt sich Dickinson zu Beginn. Das langgezogen 'looooooow' ist ein weiteres Muss bei jedem Konzert. In nur fünf Wochen aufgenommen und gemischt, hat das Album handwerkliche Schwächen, die einen Perfektionisten wie Harris nach wie vor schmerzen. So fehlt im eh schon schwachen "Gangland" eines der Soli – beim Abmischen war es einfach vergessen worden, und nun ist mitten im Song ein 15-sekündiges Schlagzeug/Bass-Intermezzo. Dennoch erreichte es Platz 1 der britischen Charts und etablierte Maiden als eine der Metal-Bands schlechthin. Einen Status, den sie sich im neuen Jahrtausend nach einer Schwächephase zurück erobert hat. Letztendlich ist das Album, wie auch die Bühnenshow, Kindergartenkram. Beim Hören kommt aber immer noch dieselbe Freude auf wie bei einem Kindergartenkind. Wenn bei Liveauftritten der Band die Totenglocke ertönt, bleibt auch nach über 30 Jahren keine Kehle still. Oder trocken. © Laut
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Hard Rock - Erschienen am 20. November 2020 | Parlophone UK

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Iron Maiden sind dabei, einen Rekord aufzustellen: dieser Konzertmitschnitt aus dem Jahr 2019 in Mexiko ist nämlich ihr elftes, offizielles Live-Album! Es wurde sogar ihre persönliche Marke: bei jeder Tournee der Gruppe gibt es noch dazu eine Audio- oder Videodokumentation. Musste denn ein x-tes Live-Album von Maidon wirklich sein? Die Frage ist durchaus berechtigt, wenn man weiß, dass dieses hier vorliegende wieder wie ein Best-of daherkommt, wie so einige seiner Vorgänger auch schon. Und die Antwort ist positiv. Dieses Nights of the Dead, Legacy of the Beast hat aus mindestens zwei, ineinander verschachtelten Gründen durchaus seine Daseinsberechtigung. Erstens sollten wir bedenken, dass die hier dokumentierte Tournee nach Bruce Dickinsons wohl bekannten gesundheitlichen Problemen stattgefunden hatte und dass die Gruppe den Fans unbedingt beweisen musste, dass der Kehlkopfkrebs dessen legendären vokalen Kapazitäten absolut keinen Schaden zugefügt hatte. Zweitens ist die besagte Tournee bekannterweise ein Riesenerfolg gewesen, sowohl in szenografischer Hinsicht als auch was die rein musikalische Darbietung betraf. Die Fans hätten sicherlich gerne auch das Bild und nicht nur den Ton gehabt, aber seien wir keine schlechten Verlierer: der Vertrag wurde anstandslos erfüllt. Iron Maiden lassen hier eine Epoche ihrer künstlerisch einwandfreien Karriere Revue passieren und interpretieren mit einem Elan, einem Feeling und einem technischen Niveau, das heute niemand in der Metal Szene nach einer vierzigjährigen Karriere nachzumachen imstande ist. Dickinson eignet sich sogar mit unerhörter Selbstverständlichkeit The Clansman und The Sign Of The Cross an, die Blaze Bayley in seiner kurzen Interimszeit (1994 bis 1999) ursprünglich im Studio gesungen hatte. Und im selben Sinne erstellen die selten gespielten For the Greater Good of God, Where Eagles Dare und Revelations einen wahren Mehrwert dar für eine Setlist, die natürlich, damit es nicht zum Aufstand kommt, den unumgänglichen Hits den Vorrang gibt:  Aces High, The Trooper, The Number of the Beast, Run To The Hills, 2 Minutes To Midnight... All das sind Meilensteine in der Geschichte des Heavy Metal mit der unschlagbaren Schärfe der Anfangszeiten. Ob das überhaupt noch nötig war, sei dahingestellt, aber dieses neue Live-Album bestätigt einmal mehr die absolute Hegemonie des britischen Giganten und untermauert den Respekt, der ihm für eine derart unglaubliche sowie exemplarische Laufbahn gebührt. © Charlélie Arnaud/Qobuz 
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Hard Rock - Erschienen am 1. Mai 1992 | Parlophone UK

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Hard Rock - Erschienen am 1. April 1988 | Parlophone UK

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Unter den sieben klassisch-kanonischen Alben von Iron Maiden in den Achtzigern nimmt "Seventh Son Of A Seventh Son" eine Sonderstellung ein. Die Platte mit dem ikonischen Polar-Eddie-Artwork markiert das Ende einer Ära und beweist einen beinahe prophetischen Weitblick in die Zukunft der Band im neuen Jahrtausend. Und doch stimmt hier jedes Detail, und im Vergleich zu den teils aufgeblasenen Spätwerken beginnend mit "Brave New World" über "The Final Frontier" bis hin zu "The Book Of Souls" passt auch die Länge in Form einer 44-minütigen Vinyl. In den Jahren 1987/88 verschwendet keiner der Bandmitglieder einen Gedanken an die ferne Zukunft. Maiden sind eine perfekt geölte Maschine, die mit wenigen Ausnahmen rollt und rollt und rollt. Der Einstieg von Bruce Dickinson 1982 und sein markerschütternder Einstand "The Number Of The Beast" hieven die fünf jungen Briten auf den Metal-Olymp. Diesen Platz zementieren Steve Harris und Co. in den folgenden Jahren. Für "Somewhere In Time" erhält die Air raid-Sirene zum ersten Mal seit der Platte mit der berühmten Zahl "666" keine Credits. Stattdessen stößt sich Dickinson die Hörner ab, veröffentlicht einen Roman und übt sich in der Kunst des Fechtens. Steve Harris hingegen registriert die Unzufriedenheit seines Fronters und bemerkt gleichzeitig die große Rolle, die Adrian Smith mittlerweile im Bandkontext spielt. Dessen Beiträge zu "Somewhere In Time" finden in Form zweier Singles richtig Gehör ("Wasted Years", "Stranger In A Strange Land"). Und doch läuft die Band aus Sicht von Manager Smallwood und Bandkopf Harris Gefahr, zu sehr in Richtung Stadionrock der Marke Bryan Adams oder Def Leppard abzudriften. Harris nimmt seinen Sänger zur Brust und flüstert ihm die Idee, es mit einem Konzeptalbum zu versuchen. Dickinson dockt direkt an die Gedankengänge des Bassisten an. Hat da jemand etwa Konzeptalbum gesagt? Der Sänger ist Feuer und Flamme. Die siebte Platte mit der Story um den siebten Sohn eines siebten Sohns zu verbinden, klingt in seinen Ohren brillant. Harris residiert derweil zufrieden auf seinem Anwesen mit hauseigenem Pub und Fußballplatz und schraubt an den Songs. Die Scheibe nimmt im Februar und März 1988 in den Musicland Studios in München unter der Ägide von Haus- und Hofproduzent Martin Birch Form an. Hier erblickten bereits Werke von Queen oder "Rising" von Rainbow das Licht der Welt. Maiden entdecken in den lieblosen deutschen Gemäuern neben dem theatralischen Spirit auch eine Vorliebe für Weizenbier, das in allen Varianten für höllische Kopfschmerzen sorgt. 1988 erscheint ein weiteres Konzeptwerk, das die Metal-Gemeinde fortan prägt. Bruce Dickinson und "Operation: Mindcrime" verbindet eine Liebe, die ein wenig den Blick auf das hier gewürdigte Werk verstellt. Nach der Produktion des siebten Albums seiner eigenen Band Iron Maiden hört er eines Tages ein Advance-Tape des Queensryche-Meilensteins im Auto und hält ungläubig und postwendend an. 'Fuck, das ist die Platte, die wir hätten veröffentlichen sollen', schießt es ihm durch den Kopf. Dabei war er doch Feuer und Flamme gewesen, als es an das Songwriting für "Seventh Son Of A Seventh Son" gegangen ist. Aus Dickinsons Sicht ist die Maiden-Scheibe nicht konsequent zu Ende gedacht. Er hätte es gerne gesehen, wäre die Veröffentlichung von einer Graphic Novel flankiert gewesen. Bei Maiden gibt es nur ein loses Konzept, während Geoff Tate und Co. auf Storytelling setzen. Der textliche Überbau von "Seventh Son" wirkt auf lange Sicht dennoch nicht ermythend. Auch vom Thema Reinkarnation kann die Band ein Lied singen ("Deja-Vu"). Der transhumanistische Polar-Eddie, der halb Wesen, halb Wirbelsäule grimmig-grinsend ein Herz in das Bild hält, rundet das Ganze ab. "Seventh Son" stellt die Geburtsstunde des flächendeckenden Einsatzes der von Steve Harris so geliebten und von vielen so gehassten Keyboards dar. Bereits auf "Somewhere In Time" kamen die heiß-diskutierten Gitarrensynthesizer zum Einsatz. 1988 treibt es das Quintett auf die Spitze, was sogar zum Einsatz eines Gast-Keyboarders auf der flankierenden Tour führt. Was in Europa abgenickt wird, stößt bei den Fans in Übersee auf Unverständnis. Gerade Amerika surft auf der Thrash-Welle um die Big Four Metallica, Megadeth, Slayer und Anthrax. Die Verkaufszahlen stagnieren. Sind Maiden etwa weich geworden? Steve Harris fasst es in der Biografie "Run To The Hills" gewohnt diplomatisch zusammen: "Ich weiß noch, dass ich dachte: Scheißamerikaner. Sie verstehen uns einfach nicht, verdammt noch mal." Wer "Can I Play With Madness" als zu cheesy abstempelt, sollte sich tunlichst den unwiderstehlichen Mittelteil zu Gemüte führen.  Welcher dreieinhalb-Minuten Song verfügt überhaupt über einen Mittelteil? Was ist denn ein Mittelteil, fragen all die selbsternannten, gleichgescheitelten Super-Songwriter heutzutage. Wie verhält es sich mit dem Titelsong: Zu viel? Zu wenig? Genug! Punkt. Aus. Basta. Und morgen geht die Sonne wieder auf. Anleihen an die Übermutter "Rime Of The Ancient Mariner" finden sich gerade im Mittelteil, der wiederum in ein sakrales Finale mündet. Der hier präsentierte Longtrack verkörpert die philosophische Essenz des Albums: Der Weg ist das Ziel. Dies unterstützt auch die zentrale Platzierung des Songs in der Titelliste, anders als etwa "To Tame A Land" oder "Alexander The Great" als Abschluss auf den Vorgängern. Ähnlich episch fällt der zweite Song aus. "Infinite Dreams" beginnt mit einem bluesigen Gitarrenlick. In der Strophe spielen sich Dickinson und Gitarrist Dave Murray die Noten nur so zu. Majestätische Akkorde rahmen den Refrain, bis Nicko McBrain an der Temposchraube dreht und ein wahrhaft manischer Teil beginnt. Besondere Erwähnung verdient das sorgsam montierte Ideen-Festival "The Prophecy". Die brillante Gesangsleistung sowie die Einbettung der Stimmfonie im Mix, der kurze eruptive Solobreak und das entrückte Outro auf der Akustik-Gitarre sind nah an dem Ideal, das in den kommenden Jahren unter dem Label Prog Metal für Furore sorgen wird. Props auch an Drummer Nicko McBrain, der behände seine Schlagzeug-Parts platziert und mit dafür sorgt, dass der Song nicht zerfasert. Und doch haben Maiden den Prog Metal nicht erfunden. Diese Ehre gebührt "Awaken The Guardian" von Fates Warning. Ein Frevel hingegen, dass "The Prophecy" bis heute nie live zur Aufführung gekommen ist. Der flinke Bassbreak in "Only The Good Die Young" im Anschluss an Adrian Smith nicht minder geniales Solo steht Pate für die immense Detailfülle, die die Saitenfraktion zu Gehör bringt. Die modalen Wendungen in den Refrain-Harmonien tragen ebenfalls zur Langzeitwirkung bei. "Moonchild" ist ein Lehrstück in Sachen anspruchsvoller Gitarrenbegleitung. Auch wenn mancher Power-Chord gestreut wird. In der Fülle wabern gebrochene Akkorde aus der Anlage, die zudem mit interessanten Optionstönen versehen sind. Adrian Smith zeigt sich in Bestform und liefert neben "2 Minutes To Midnight" und "Wasted Years" seinen stärksten Song ab. "The Evil That Men Do" gelingt zupackender und kraftvoller, aber nicht minder melodisch einprägsam. Einzig das zu sehr auf live getrimmte "The Clairvoyant" bietet wenig Innovation. Eben jener Smith verlässt nach der "Seventh Tour Of A Seventh Tour" die Band und widmet sich Hardrock-kompatiblen Sounds. Den Auflösungserscheinungen zum Trotz hält Kapitän Harris das Schiff in den Folgejahren auf Kurs. Trotz kreativer Wellenbewegungen mit "No Prayer For The Dying" oder den beiden Alben mit Blaze Bailey schlägt das Herz der Band weiter, bis die beiden verlorenen Söhne - neben Smith verlässt auch Dickinson 1992 die Gruppe - 1999 zur triumphalen Reunion zurückkehren. © Laut
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Hard Rock - Erschienen am 1. Mai 1983 | Parlophone UK

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Hard Rock - Erschienen am 1. September 1984 | Parlophone UK

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Hard Rock - Erschienen am 1. April 1980 | Parlophone UK

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Hard Rock - Erschienen am 1. Februar 1981 | Parlophone UK

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Hard Rock - Erschienen am 1. September 1986 | Parlophone UK

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Hard Rock - Erschienen am 1. Oktober 1985 | Parlophone UK

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Hard Rock - Erschienen am 4. September 2015 | Parlophone UK

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Angesichts des aktuellen Hypes um die Eisernen Jungfrauen möchte man rufen: Leute, bleibt auf dem Teppich! Die grassierende Hysterie sagt in der Tat eher etwas über den Journalismus als über die Qualität des neuen Maiden-Albums aus. Auch wenn die überlange Spielzeit verteilt auf zwei CDs nach Superlativen schreit: Ihre goldenen Zeiten waren, sind und werden immer die Achtziger bleiben. Man muss aber auch anfügen, dass Harris und Co. mit "No Prayer For The Dying" nur eine richtige Scheiß-CD verbockt haben. Die Bayley-Platten der Neunziger gerieten besser als ihr Ruf. Seit "Brave New World" musizieren die Briten sowieso jenseits aller Konventionen. Imposant, fast schon mirakulös, wie die NWOBHM-Heroen sich das Etikett "progressiv" erwarben, ohne wirklich progressiv zu sein. Die Herren verfügen über solides, Rock-basiertes Harmonie- und Melodieverständnis, ohne großartig in die Irre zu führen. Die Longtracks fallen eher episch und mit einem Hang zum dramaturgischen Storytelling aus und verlieren sich nicht in pseudovirtuosen, metrisch-rhythmischen Muskelspielen. Instrumental zeigen die drei Amigos, von Harris grundiert und von Mc Brain angetrieben, ihr Können, behalten dabei jedoch stets die Melodie im Auge. Die drei überlangen Stücke auf "The Book Of Souls" treffen ausnahmslos ins Schwarze: Steve Harris macht bei seinem Alleingang "The Red And The Black" Anleihen bei den Überepen "The Clansman", "Sign Of The Cross" und "Rime Of The Ancient Mariner". Der Titeltrack, eine Gers-Harris-Kollabo, knüpft nahtlos an die letzten gemeinsam ausgeheckten Highlights auf "The Final Frontier" und "A Matter Of Life And Death" an. Dickinsons Überrasschungsopus "Empire Of The Clouds" befasst sich mit einem der frühesten Desaster der zivilen Luftfahrt. Ein jeder besinnt sich auf seine Stärken: Adrian Smith haut im Wechsel mit Dickinson und Harris fünf Singlekandidaten heraus, die mit untrüglichem Gespür für rockige Riffs und Hit-Melodien punkten. Gerade bei diesen kürzeren Stücken entsteht der Eindruck, man wolle sämtlichen Erfolgsnummern der Briten Tribut zollen. Textlich geben sich Iron Maiden in der Robin Williams-Hommage "Tears Of A Clown" nachdenklich. Jannick Gers' Arbeiten fallen immer folkloristisch und verspielt aus, wie zum Beispiel der Titeltrack vorführt. In "Shadow Of The Valley" verliert er sich gar "Somewhere In Time", insbesondere mit seinem an "Wasted Years" angelehnten Einstiegs-Lick. Die Ideen des großen Schweigers Dave Murray wirken verträumt und impressionistisch. "The Man Of Sorrows" entpuppt sich trotz seiner vergleichsweise kurzen Spielzeit von sechseinhalb Minuten zusammen mit "Empire Of The Clouds" als der abwechslungsreichste Song. Er deckt von balladesk bis kraftvoll und impulsiv bis nachdenklich ein breites Spektrum ab. Klar gibt es auch auf der neuen Platte Billig-Synthies. In dem Moment, in dem man entnervt denkt: "Harris, lass' die scheiß Keyboards im Schrank!", kitzeln in "Empire Of The Clouds" Piano (von Bruce persönlich eingespielt), Streicher und Bläser die Emotionen. Der längste Song der Band-Historie beginnt wie eine Dickinson-Ballade, schwappt dann über die Ufer, flutet Herz und Hirn und dringt in Bereiche vor, die man der Band gar nicht zugetraut hatte. Konzeptuell widmen sich Harris und seine Mitstreiter - ganz einem Alterswerk angemessen - dem großen Ganzen und beleuchten das Leib-Seele-Problem aus vielen unterschiedlichen Perspektiven. Das ewige Suchen, Memorieren, Vergessen, Finden und Interpretieren. Der Begriff der Seele bildet den Ausgangspunkt. "Here is the soul of a man", so lauten die ersten Worte von Dickinson in der einprägsamen Hymne "If Eternity Should Fail". Ist der Mensch eine zufällige, aus Biomasse bestehende Laune der Natur? Ist er mit einer unsterblichen Seele ausgestattet? Besitzt er ein Bewusstsein für Gut und Böse, wie es viele Religionen nahelegen? Ein Thema, das etwa der Titelsong aufgreift, wenn er die Maya-Kultur beleuchtet. Diese steht zudem Pate für Eddies Auftritt auf dem Cover als blutrünstiger Krieger. Natürlich mit der entsprechenden künstlerischen Freiheit, die sich Maiden bei der Rezeption von kulturellen Artefakten und Ikonen gerne nehmen. Die Beseelung findet auch auf musikalischer Ebene statt: Es gibt zahlreiche Querverweise zu den Klassikern. Gerade die zerpflückte Art des Komponierens erweckt die elf Songs zum Leben, das Mit-, Neben- und Hintereinander diverser Parts, die in impulsiver, ungebändigter Kreativität aus den Boxen springen. Wie die das Leben auf unserem Planeten in ein paar Jahren aussehen mag? Dass Klimaerwärmung, Krieg, Terror und Armut ihre Spuren hinterlassen, sofern nicht bald die Vernunft obsiegt, steht außer Frage. Ziemlich sicher steuern wir auf eine Welt ohne Iron Maiden zu: Erst im Mai genas Metalröhre Bruce Dickinson von einem Kehlkopf-Tumor. Schön, dass es jetzt noch eine gute bis sehr gute Platte zu hören gibt, die die Strahlkraft der Klassiker nicht nur zitiert, sondern weiterentwickelt. Ein Referenzwerk wie den Schlusstrack hat die Band in der gesamten Zeit ihres Bestehens noch nicht geschaffen. © Laut
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Hard Rock - Erschienen am 29. Mai 2000 | Parlophone UK

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Jetzt aber! Endlich isses soweit, Bruce Dickinson und die Ex-Ex-Mitstreiter der eisernen Jungfrau haben auch auf Platte wieder zueinander gefunden und wollen dem Metal im neuen Jahrtausend wieder einen kräftigen Arschtritt verpassen. Einzige Veränderung gegenüber dem klassischen Line-Up ist, dass nunmehr drei Gitarreros die Saiten malträtieren. Komisch, dass man das auf Anhieb gar nicht merkt. Ob da schon wieder jemand "Tschüss" gesagt hat? Mir drängt sich das Triple an den sechs Saiten jedenfalls nicht durch übermässigen Druck auf, was aber auch an der ziemlich laschen Produktion liegen kann. Hier wurde die Chance vertan, der Jungfrau ein Monsterriffpaket zu schnüren. Da man aber mit Konjunktiven nicht sonderlich weit kommt, lass ich mal das Heulen sein. Nummero Uno "The Wicker Man" ist, wer hätte das vermutet, eine gute Uptempo Nummer und mit Dickinson am Mikrofon wahrlich ein Vergnügen. Das Songwriting ist jetzt auch wieder da, wo es mal war, als sich das Metal-Flaggschiff noch unbehelligt von diversen Piraten durchs harte Gitarrenwasser bewegte. Blaze Bayley, dem zwischenzeitlichen Ersatz, war der Sangesschuh mindestens drei Nummern zu gross. "Blood Brothers" wartet mit Streichern und mittelalterlich anmutender Rhythmik auf. Wenn da mal nicht die Schürzenträger von Subway To Sally neidisch werden. Ja, ja, Konkurrenz belebt das Geschäft und Maiden müssen Boden gutmachen, den ihnen die New Metal Fraktion um die Adidas Kasper abgejagt haben. Das sollte ihnen jedoch gelingen und auf die kommenden Festivals darf man mit Vorfreude anreisen. Steve Harris' Bass twängelt wieder ordentlich und sein Rhythmuspartner Nicko ahmt den Oktopus hinter seinem Instrument. Alles, was ein Maiden Album zum Maiden Album macht, ist auch auf "Brave New World" vertreten. Fetzige Nummern, fetzige Nummern mit ruhigen Passagen und fetzige Nummern mit ruhigen Passagen von über acht Minuten Spielzeit, was will man mehr? Zwar ist der erste Output nach der Reunion nicht der ganz grosse Wurf, auch wenn uns das "uns" Bruce weismachen will. Jedoch schön zu sehen, dass Iron Maiden wieder zu alter Stärke (C6 H12 O6) zurückgefunden haben. © Laut
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Hard Rock - Erschienen am 25. März 2002 | Parlophone UK

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Als ich diese Doppel-CD aus dem Briefkasten zog, schallerte mir die Frage durch den Schädel: 'Wer braucht das?' Waren "A Real Live One" und "A Real Dead One" denn nicht genug? Muss es sein, dass man eine CD nach dem Wiedereinstieg von Bruce Dickinson und Adrian Smith gleich die nächste Live Scheibe unters Volk jubelt? Diese Frage wird strittig bleiben. Die Qualität der beiden CDs, die auch bald als DVD mit einigem Bonusmaterial erhältlich sein werden, dagegen nicht. Ich weiß noch, wie ich zum ersten Mal das Live Video von AC/DC in Russland sah und dachte: 'Scheiße, wenn die jetzt sagen, lass uns eine Revolution starten, liegt Moskau in Trümmern'. Ähnliche Gedanken gehen mir beim Hören von "Rock In Rio" durch den Kopf. Ich hab keine Ahnung, wie viele Menschen wirklich vor der Bühne standen, aber es muss zahlenmäßig irgendwo im sechsstelligen Bereich gelegen haben. Ein Wort von Dickinson und Rio wäre von der Landkarte verschwunden. Das Publikum muss ihm aus der Hand gefressen haben, so frenetisch werden die Briten abgefeiert. Wenn ein Erste-Klasse-Sänger der Marke Bruce Dickinson vom Publikum beinahe übertönt wird, will das schon was heißen. Dass hier in größeren Maßen nachbearbeitet wurde, ist eher unwahrscheinlich, so roh und heftig, wie die einzelnen Songs aus den Speakern krachen. Außerdem existieren Bootlegs von dem Gig, die sämtliche Spielfehler genauso und in der Weise präsentieren, wie sie auch auf den beiden offiziellen Scheiben stehen. Erwartungsgemäß sind es vor allem Tracks wie "The Trooper", "Two Minutes To Midnight" oder natürlich "Run To The Hills", die vom Publikum am euphorischsten aufgenommen werden. Doch auch bei den neueren Songs gibt es beinahe kein Halten mehr. Da der Live-Gehalt von "A Real Live One" und "A Real Dead One" im Grunde genommen nicht ganz so hoch war, wie Bruce erst kürzlich in einem Interview zugab (die Songs wurden aus einzelnen Parts unterschiedlicher Konzerte zusammengeschnitten) steht mit "Rock In Rio" nach "Live After Death" die einzig wahre und würdige Live-Platte einer Band in den Läden, die auch wirklich das Recht hat, so ein Ding zu veröffentlichen. Seid gespannt auf die DVD. © Laut
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Hard Rock - Erschienen am 5. September 2006 | Parlophone UK

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Um eine Frage von Leben und Tod dürfte es sich bei der neuen Maiden vermutlich eher weniger handeln. Allerdings steht doch noch der Beweis aus, dass sie ein eher schwaches Album wie "Dance Of Death" vergessen machen können. Ich wage zu bezweifeln, dass Kollege Cordas die Scheibe noch einmal so gut bewerten würde. Zu ausufernd, zu nichtssagend, zu belanglos waren die meisten der Stücke auf dem 2003 erschienenen Longplayer. Legendenstatus hin oder her, aber "Brave New World" war da doch von einem ganz anderen Kaliber. Zwar besitzt "A Matter Of Life And Death" nicht ganz die Power vom Comeback-Album, doch dafür mindestens so viel Spielwitz. Das zeigt sich schnell an der fast schon progressiven Ausrichtung des Materials. Dream Theater-Fanatiker werde hier natürlich nach wie vor nicht fündig, doch schon der Opener "Different World" sprudelt dermaßen frisch aus den Boxen, dass man den sprichwörtlichen Jungbrunnen doch mal irgendwo in England suchen sollte. Die Nummer hat ordentlich Power, und Bruce zeigt endlich wieder, wieso man ihn zu den besten Sängern der Welt zählt. Vor allem der Chorus klingt erfrischend modern. "These Colors Don't Run" setzt hingegen auf bewährte Maiden-Technik und startet mir einem ruhigen Intro, das sich nach einer knappen Minute in den eigentlichen Song steigert. Eine recht typische Maiden-Nummer, in der auch die Breaks gewohnte Schemata setzen. Vergesst alles, was ich gerade gesagt habe, wenn ihr euch das düstere, vertrackte "Brighter Than A Thousand Suns" anhört. Selbst in den ausgeprägten Solopassagen sorgt das Gitarrentrio für einige neue Aspekte, die neben Bruces großartigem Gesang Akzente setzen. Leicht orientalisch, aber immer noch deutlich der Band zuzuordnen, beginnt "The Pilgrim" und greift auch im Verlauf des Songs noch mal auf die ungewohnte Melodie zurück. Im Vergleich zu den meisten anderen Nummern ein beinahe kurzer, zügiger Rocker. Deutlich epischer präsentiert sich da schon "The Longest Day", das mit wirklich tollen Soli glänzt. Gegen Ende des Tracks fühle ich mich vom Gitarrensound her fast schon an Blind Guardian erinnert, spätestens hier erfährt man mal, wofür drei Gitarren gut sind. Sehr balladesk beginnt im Anschluss "Out Of The Shadows", legt aber ungemein an Power zu, kaum dass Mr. Dickinson seine Stimme ein wenig erhebt. Was uns zur Single "The Reincarnation Of Benjamin Breeg" bringt. Wer immer der Kerl auch gewesen sein mag, als Inspirationsquelle ist er für die Briten jedenfalls Gold wert. Die eigentlich recht straighte Nummer ist sehr düster, episch, ungeheuer kraftvoll und die absolute Höchstleistung des Sängers. Auch wenn "For The Greater Good Of God" ein weiterer fast schon typischer Maiden-Song ist, der für altgediente Fans kaum Überraschungen bereit hält, dürfte er doch bald in der Tradition von Nummern wie "Alexander The Great" oder "Rhyme Of The Ancient Mariner" stehen. Deutlich progressiver zeigt sich "Lord Of Light", auch wenn der Track nicht unbedingt zu meinen Favoriten auf dem Album zählt. Hätte auf "Dance Of Death" aber noch zu den spannenderen Songs gezählt. Ganz großes Kino fahren die eisernen Jungfrauen schließlich noch mal mit dem abschließenden "The Legacy" auf. Ein weiteres, episches Stück, das trotz seiner Dauer zu keiner Zeit Längen aufweist, wie das noch auf dem Vorgängeralbum der Fall war. Ganz im Gegenteil ist der Aufbau sehr interessant, abwechslungsreich und fast schon ungewöhnlich. Ein Highlight des Albums und auch im Fundus der Band allgemein. Ganz so überflüssig wie gedacht scheint Yannick Gers doch nicht zu sein, immerhin stammt das Stück von ihm und Steve Harris. Musikalisch gibt es an "A Matter Of Life And Death" also nur wenig auszusetzen. Allerdings wäre es an der Zeit auch mal wieder ein Cover am Start zu haben, das es mit den alten Sachen aufnehmen kann. Klar, Eddie ist nach wie vor dabei, aber seit "Fear Of The Dark" scheint der alte Knabe schwer von seiner Ausstrahlung eingebüßt zu haben. © Laut
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Hard Rock - Erschienen am 12. Mai 2008 | Parlophone UK

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Hard Rock - Erschienen am 8. September 2003 | Parlophone UK

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Iron Maiden können mittlerweile eigentlich nichts mehr falsch machen. Nagte zu Beginn der Neunziger der Zahn der Zeit oder der Zweifel an den Engländern, so hat spätestens der zwischenzeitliche Aus- und Wiedereinstieg von Bruce Dickinson für frischen Wind im Hause der Jungfrauen gesorgt. Über das kreative Potenzial der Blaze-Ära decken wir brav das Mäntelchen des Schweigens, denn das war vielleicht 'ne Heavy-Band, aber sicher nicht Maiden. Im Vergleich zu "Brave New World" klingt der Verbund der sechs erheblich druckvoller, und endlich ist auch die dritte Gitarre auszumachen. Verdammt tight riffen sie sich durch die Songs. Nicht unbedingt nachvollziehbar ist, wie es ein eher mittelmäßiger Track wie "Wildest Dreams" auf die Platte geschafft hat, der zu allem Überfluss auch noch als erste Single-Auskopplung und Opener herhalten muss, das ist eine viel zu große Bürde für den Kleinen. Sein größerer Bruder "Rainmaker" schiebt aber ordentlich an und macht seine Sache in 3:48 Minuten sehr gut. Bruce Dickinsons Gesangsarbeit hört sich genau so an, wie die komplette Band spielt, nämlich, als ob sie bei "Seventh Son Of A Seventh Son" anknüpften, als habe es die zwischenzeitlichen Fehlschläge nicht gegeben. Mit Steve Harris' Komposition "No More Lies" beginnt ein Reigen wahrhaft großen Songwritings und gekonnt verspielter Details. Der sanfte Beginn mit klasse Melodieführung leitet mit einem gut zweiminütigen Intro in einen Uptempo-Brecher über, der so auch auf "Piece Of Mind" oder "The Number Of The Beast" hätte vertreten sein können. Zweimal tauchen Maiden wieder in die Abgründe und Perversionen der Geschichte ein. "Montségur" behandelt die Geschichte der Gralsburg der Katharer in den südfranzösischen Pyrenäen, wo im Jahr 1244 ein Massaker mit Billigung der katholischen Kirche stattfand. "Paschendale" hingegen ist ein Ort in Flandern, wo über die gesamte Dauer des ersten Weltkrieges hinweg grauenhafte Kämpfe wüteten, und wo noch heute Leichenteile beim Pflügen der Felder ans Tageslicht kommen. Während das Mittelalter-Thema eher bretternd daher kommt und in etwas zu bewährten Songstrukturen und Gesang verharrt, schwingt sich "Paschendale" zu einer apokalyptischen Hymne empor. Dezente (jetzt aber mal wirklich dezente) Streicher unterstützen diese Stimmung. Was die Eisernen aber mit "Journeyman" abliefern, wird wohl nicht nur eingefleischte Fans erweichen. Was für eine Ballade! Genauso muss sich ein rührendes Stück Musike anhören. Meine Güte, da muss die Band so alt werden, um ein Ding von diesem Karat aus dem Hut zaubern. Akustik-Gitarre mit Lagerfeuer-Flair durfte man auch nicht unbedingt von einem Metal-Flaggschiff erwarten. Aber im Gegensatz zu Bands, die damit in seichte Gefilde abdriften, setzen Harris, Dickinson und co. damit einen würdigen und schönen Abschluss an das Ende einer ebensolchen Platte. © Laut
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Hard Rock - Erschienen am 15. Juli 2021 | Parlophone UK

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Hard Rock - Erschienen am 1. Oktober 1990 | Parlophone UK

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Hard Rock - Erschienen am 16. August 2010 | Parlophone UK

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Eddies Rückkehr fällt zumindest beim Blick auf das Artwork farbenfroh und blutrünstig aus. Das Design ist eine unverkennbare Hommage an die futuristisch anmutenden Spätachtziger Werke "Somewhere In Time" und "Seventh Son Of A Seventh Son". Zudem fanden die Aufnahmen in den Compass Point Studios in Nassau statt, dem Ort, an dem bereits Meisterwerke wie "Powerslave" oder eben "Somewhere In Time" entstanden. Klassische Vibes hin oder her, ein Album muss sich zum Erscheinungsdatum am hörbaren Resultat messen lassen und nicht an Plattitüden, die im Vorfeld geschickt gestreut wurden, um den Grundinstinkt jedes Metal-Fans anzusprechen, der da lautet: Maiden? Muss ich haben! Der Opener "Satellite 15 … The Final Frontier" ist, wie der Titel schon ankündigt, zweigeteilt und klingt die ersten viereinhalb Minuten wie eine verunglückte Jam-Session auf einer monotonen Akkordfolge. Das collagenartige Intro endet abrupt und los geht’s mit einem der schwächsten Opener der Bandgeschichte. Die Harmoniefolge, der Classic-Rock-Charakter und der Gesang klingen zunächst mitreißend. Nach einer Minute macht sich aufgrund einer erschreckenden Variationsarmut und Refrain-Repetitionen Langeweile breit. Nicht immer gelingt es den Männern um Steve Harris, wirklich mitreißende Melodien zu komponieren, die zudem keine Selbstreferenz darstellen. Wer die Refrains von "Starblind" und "Infinite Dreams" vergleicht, muss dieser Kritik zustimmen, zu frappierend sind die Ähnlichkeiten, die sich bis in die Details erstrecken. Das abschließende "Where The Wild Wind Blows" entpuppt sich als typischer Harris-Longtrack in der Tradition von "Sign Of The Cross". Rein musikalisch offenbaren sich gerade bei den epischen Arrangements einige Längen, die jedoch dem jeweiligen textlichen Konzept geschuldet sind und gerade deswegen eine tiefergehende Beschäftigung erfordern. Setzt man nun die Fanbrille auf oder sieht das Album aus Sicht eines Fans jüngeren Datums, dessen Maiden-Sozialisation mit Alben wie "Brave New World" begann, dann gibt es immer noch genug Momente, die beweisen, warum die Band seit dreißig Jahren ein nahezu ungebrochenes Ansehen genießt. Die Anti-Kriegs-Hymne "Mother Of Mercy" mit dem schleppenden Rhythmus und den Metal-Anleihen, die Dickinson-typische Power-Ballade "Coming Home", oder die Uptempo-Nummer "The Alchemist" mit Lead-gespicktem Refrain, der endlich einmal das farbenreiche Spiel dreier Gitarren verlauten lässt, versprühen allesamt den verlockenden Duft der eisernen Jungfrau. Gerade die letzte Nummer klingt wie "Aces High" und lässt vor dem geistigen Auge verschwitzte langhaarige Männer in Spandex-Hosen entstehen. Weiterhin dem Hörgenuss zuträglich sind die unterschiedlichen Einflüsse der Gitarristen auf das Songwriting. Die folkigen Gitarreneinlagen von Janick Gers stehen der Band gut zu Gesicht. Wie schon auf dem letzten Album zeichnet als Ideengeber für den besten Song aus: Das textlich mit reichlich Seemannsgarn gesponnene "The Talisman" plätschert zunächst ruhig dahin. Nach zweieinhalb Minuten beginnt ein furioser Sturm, der ständig zwischen großen Gesangsmelodien und interessanten Gitarren-Parts pendelt. Die Murray-Nummer "The Man Who Would Be King" beginnt ähnlich wie "Brave New World". Dank des geschickten Übergangs zu den harten Passagen baut die Band Spannung auf, die in einem grandiosen Refrain gipfelt. Der Mittelteil überrascht dann mit einer esoterischen Klangkulisse, bestehend aus unterschiedlichen Gitarrenmelodien und –sounds. "Isle Of Avalon" aus der Feder von Adrian Smith steigert sich zu einem Nackenbrecher allererster Güte und besticht mit gleichsam einfachen Strukturen mit Ohrwurmpotential, facettenreichen Breaks und einem Solopart, der unverkennbar Rush zitiert. Kevin Shirleys Produktion dürfte wieder für unterschiedliche Reaktionen sorgen. Die drei Gitarren lassen sich oftmals nur unter dem Kopfhörer ausmachen, dem gewohnt dominanten, klackernden Bass sei Dank. Das organische und dynamische Zusammenspiel der Band bekommt beim Einsatz billiger Casio-Klimpereien eine deutliche Kitsch-Schlagseite. Diese Achtziger-Referenz hätte man ruhig mit klanglich besseren Synthies oder gar einem richtigen Orchester ersetzen können. Quo Vadis Iron Maiden 2010? Das Resultat reiht sich irgendwo zwischen Selbstreferenz und Innovation sowie Klischee und Trademark ein. So richtig entscheiden möchte man sich nicht. Zu sehr sind einem Dickinson und Co. über die Jahre ans Herz gewachsen. Die neuen Songs bestechen allesamt mit coolen Ideen, die leider – wie bei "Starblind" – ihre Strahlkraft teilweise aus der Rezitation eigener Großtaten ziehen und musikalische allzu oft unnötige Längen aufweisen. © Laut