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Die Alben

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Pop - Erschienen am 30. April 2021 | Antilopen Geldwaesche - WM Germany

Hi-Res
Mit dem Titeltrack seines zweiten Soloalbums sorgte Danger Dan für Aufmerksamkeit: In "Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt" stellt er sich militant gegen diverse Führungspersönlichkeiten aus dem rechten Eck und nennt die Herrschaften auch deutlich beim Namen. Der Song und das dazugehörige Album, das im März 2021 erschien, überraschen mit ungewohnten Klängen: Antilopen-Gang-Mitglied Dan setzt hier nämlich auf Klavierballaden, gerappt wird auch nicht - nur wortgewandt gesungen und erzählt. Auch auf den restlichen Songs zeigt sich Danger Dan kritisch ("Ich verprügelte die Sextouristen in Bangkok") und unangepasst ("Lauf davon"), Platz für ein paar Liebeslieder bleibt aber auch. Das Album stieg auf Platz 2 in die deutschen Charts ein. © TiVo
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Juni 2018 | JKP - WM Germany

Hi-Res
Es ist seltsam, dass die Antilopen sich etabliert haben. Ein Teil des Zirkus geworden sind, dessen radikale Ablehnung eigentlich ein Fundament ihrer Identität war. Aber über die Jahre ist "Fick Die Uni" eben ein Renner auf Partys von Jura-Ersties geworden. Songs wie "Pizza" oder "Baggersee" klangen ohnehin so, als wären sie dafür geschaffen, Jodel-Feeds oder Freibäder im Sturm zu erobern. Danger Dan, Panik Panzer, Koljah (und NMZS im Geiste) stehen nun auf Festivalbühnen zwischen den 257ers und den Toten Hosen. "Anarchie Und Alltag" landete auf Platz eins der Charts. Hip Hop-Medien und Feuilleton interviewten die Gang in jedem existierenden Format. Und jetzt beweist Danger Dan mit "Reflexionen Aus Dem Beschönigten Leben", dass der Geist, der Mitte der 2000er mit Caught In The Crack und der Anti-Alles-Aktion entstanden ist, nicht nur völlig ungebrochen, sondern sogar noch gereift und verfeinert ist. Wie schon das Cover-Artwork andeutet, haben wir es mit einer Platte zu tun, die mehr oder weniger inoffiziell in der Nachfolge der ihrerzeit überragenden "Dinkelbrot & Ölsardinen"-EP steht. Die Tracks erlauben Introspektion in Dans Selbstwahrnehmung, bildgewaltig und trotzdem piekfein. "Die Grundvoraussetzung" fühlt sich ein bisschen so an, als stehe sie im Geiste des Vibes von "Cool" und erzählt die Geschichte eines Taugenichtses in wahnwitzigen, schrägen Bildern. Subversiv illustriert Dan ein ambivalentes Verhältnis zwischen Arbeit, Leistung und Werten, ohne an irgendeiner Stelle leichtfüßige Erzählweise, absurde Szenerien oder überraschend starke Reimpattern zu unterschlagen. "Mein Heroin" liefert eine der interessanteren Liebe-Droge-Metaphern der vergangenen Jahre, die auf treibendem Groove und verlorenem Gitarren-Sample eine intensive Selbstkritik am romantischen Anspruchsdenken über Liebe und Sexualität übt. Die Beobachtungen entlarven bissig, wie die Sehnsucht nach tiefschürfenden und emotional aufwühlenden Begegnungen und Gesprächen im Liebesleben der links-intellektuellen Gesellschaftsblase zu einem Selbstzweck geworden sein könnte. "Nie wieder substituieren, ich will Heroin" entwickelt sich in den Verses dazu, dass sich ein oberflächlich betrachtet nahes und authentisches Gespräch durch den darauffolgenden Sex wie zu einer weiteren Farce der Annäherung relativiert anfühlt. Doch wie mit dem Heroin will der Protagonist eben seine emotionale Bestätigung schnell, verlässlich und auf Knopfdruck. Sich selbst etwas vorzumachen, ist da eine gute Lösung. Das "beschönigte Leben" als harte Droge. Auf ähnlichen Themenfeldern geht es prompt weiter. Dan schießt frontal gegen eine kreative Branche voller Start-Up-Unternehmen, Networking-Gelegenheiten und sozialer Hierarchien. "Drei Gegen Einen" ist der klassische Antilopen-Posse-Cut im Stile von Klassikern wie "Gazellen Bande" und könnte textlich so genauso auf Projekten wie "Wir Machen Rap Wieder Dumm" landen. "Sie sagen ständig dass ein jeder hier es schaffen kann / aber meinen damit sozialen Aufstieg, aber nicht den Klassenkampf" ebnet den Weg, um daraufhin auf Neoliberalismus und den kommerziellen Flair der Szene einzuprügeln. Eine der interessantesten Beobachtungen auf "Reflexionen" ist die unerwartet radikale Reduktion von Ironie. "Sand In Den Augen" ist ein klarkantiges, feministisches Bekenntnis mitsamt Schüssen gegen Rape Culture und die Gender Pay Gap, "Eine Aufs Maul" macht die lähmenden und fast gewalttätigen Facetten von Selbstzweifeln sehr nahbar und ungebrochen nachfühlbar. Es ist eine von Dans großen Qualitäten, dass er keine Angst davor hat, sich auf Tracks wie diesen angreifbar zu machen, verwundbar zu zeigen. Diese Deutlichkeit ist erfrischend, nachdem in den vergangenen Jahren ein dicker Schleier der omnipräsenten Ironie über vielen politischen Statements schwelte, auch die Antilopen selbst machten sich ein wenig schuldig, linke Ästhetik zunehmend zu einem Meme zu zweckentfremden. "Wir Lachen Uns Tot" greift dieses Phänomen implizit auf. "Die Ironie ist gestorben, denn sie wurde okkupiert von Leuten ohne Humor" kontert "lel" oder "i bims"-Sager und die humoristischen Verklärung von Verwundbarkeit gleichermaßen. Ein weiteres inhaltliches Highlight im Tracklisting ist der intensive, ergreifende Follow-Up-Track auf den vor Ewigkeiten erschienenen "Private Altersvorsorge"-Track, auf dem Dan Erfolge und Misserfolge zu einem erfrischend optimistischen und positiven Fazit resümiert. Auch die fast an Autoren wie Murakami erinnernde Bildhaftigkeit und der lebendige Zynismus auf den Storytellern "Mingvase" und "Die Verwandlung" überzeugen, lediglich das Sebastian Krumbiegel-Duett "Die Prinzentragödie" wirkt trotz des erfrischenden und schönen Sounds etwas zu sehr auf die Novelty der Kollabo bedacht. Auch musikalisch funktionieren die "Reflexionen Aus Dem Beschönigten Leben". Vorbei sind die halb-ironischen Trap-Flirts und die unausgereiften Punk-Crossovers. Die Platte kehrt ziemlich radikal zum rumpeligen DIY-Vibe der "Aschenbecher"-Ära zurück, zieht dafür Tempo und Groove der Drumloops ein wenig an und kombiniert sie mit melancholischen und atmosphärischen Samples, die durchaus im Fahrwasser der Lars Licht-Chops auf "Ölsardinenindustrie" mitspielen. Dazu kommt das über die Jahre und Labels deutlich gereifte Händchen für Songwriting und Refrains, durch das der Sound des Albums eine ziemlich konsequente Linie erhält. Dafür, dass Danger Dan schon immer für Aussage über musikalischer Statur stand, erreicht er hier einen Zustand, der alle Experimente und alle Entwicklungen zu einer sinnvollen Vervollständigung des ursprünglich zweckmäßigen Antilopen-Sounds führt. Das ist gerade für einen technisch eher limitierten Rapper wie ihn bemerkenswert, denn klanglich hat der Hörer so gut wie nie das Gefühl, einen Kompromiss zu hören. "Reflexionen Aus Dem Beschönigten Leben" ist genau das Album, das "Dinkelbrot & Ölsardinen" damals versprochen haben könnte, nur mit den Erfahrungen der Antilopen der vergangenen Jahre angereichert. Das bedeutet, dass Produktion und Songwriting sich ein klares Stück entwickelt hat, aber es bedeutet auch, dass Dan als Mensch wie Texter deutlich gereift ist. Unsicherheit und Zynismus sind hier genauso Bestandteil der Realität wie Hoffnung, Optimismus und Erfahrungen. Dieses Album sammelt Beobachtungen und Schlüsse aus einem Leben, das trotz seiner Einzigartigkeit viel Anlass bietet, sich wunderbar damit zu identifizieren. Dazu kommt eine klare und selten konkrete politische Kante. "Reflexionen Aus Dem Beschönigten Leben" stellt also in vielerlei Hinsicht eine Vervollständigung der Qualitäten und der Ästhetik des bisherigen Schaffen der Antilopen Gang dar. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 20. März 2020 | JKP - WM Germany

Hi-Res
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 18. März 2016 | JKP - WM Germany

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Juni 2018 | JKP - WM Germany

Es ist seltsam, dass die Antilopen sich etabliert haben. Ein Teil des Zirkus geworden sind, dessen radikale Ablehnung eigentlich ein Fundament ihrer Identität war. Aber über die Jahre ist "Fick Die Uni" eben ein Renner auf Partys von Jura-Ersties geworden. Songs wie "Pizza" oder "Baggersee" klangen ohnehin so, als wären sie dafür geschaffen, Jodel-Feeds oder Freibäder im Sturm zu erobern. Danger Dan, Panik Panzer, Koljah (und NMZS im Geiste) stehen nun auf Festivalbühnen zwischen den 257ers und den Toten Hosen. "Anarchie Und Alltag" landete auf Platz eins der Charts. Hip Hop-Medien und Feuilleton interviewten die Gang in jedem existierenden Format. Und jetzt beweist Danger Dan mit "Reflexionen Aus Dem Beschönigten Leben", dass der Geist, der Mitte der 2000er mit Caught In The Crack und der Anti-Alles-Aktion entstanden ist, nicht nur völlig ungebrochen, sondern sogar noch gereift und verfeinert ist. Wie schon das Cover-Artwork andeutet, haben wir es mit einer Platte zu tun, die mehr oder weniger inoffiziell in der Nachfolge der ihrerzeit überragenden "Dinkelbrot & Ölsardinen"-EP steht. Die Tracks erlauben Introspektion in Dans Selbstwahrnehmung, bildgewaltig und trotzdem piekfein. "Die Grundvoraussetzung" fühlt sich ein bisschen so an, als stehe sie im Geiste des Vibes von "Cool" und erzählt die Geschichte eines Taugenichtses in wahnwitzigen, schrägen Bildern. Subversiv illustriert Dan ein ambivalentes Verhältnis zwischen Arbeit, Leistung und Werten, ohne an irgendeiner Stelle leichtfüßige Erzählweise, absurde Szenerien oder überraschend starke Reimpattern zu unterschlagen. "Mein Heroin" liefert eine der interessanteren Liebe-Droge-Metaphern der vergangenen Jahre, die auf treibendem Groove und verlorenem Gitarren-Sample eine intensive Selbstkritik am romantischen Anspruchsdenken über Liebe und Sexualität übt. Die Beobachtungen entlarven bissig, wie die Sehnsucht nach tiefschürfenden und emotional aufwühlenden Begegnungen und Gesprächen im Liebesleben der links-intellektuellen Gesellschaftsblase zu einem Selbstzweck geworden sein könnte. "Nie wieder substituieren, ich will Heroin" entwickelt sich in den Verses dazu, dass sich ein oberflächlich betrachtet nahes und authentisches Gespräch durch den darauffolgenden Sex wie zu einer weiteren Farce der Annäherung relativiert anfühlt. Doch wie mit dem Heroin will der Protagonist eben seine emotionale Bestätigung schnell, verlässlich und auf Knopfdruck. Sich selbst etwas vorzumachen, ist da eine gute Lösung. Das "beschönigte Leben" als harte Droge. Auf ähnlichen Themenfeldern geht es prompt weiter. Dan schießt frontal gegen eine kreative Branche voller Start-Up-Unternehmen, Networking-Gelegenheiten und sozialer Hierarchien. "Drei Gegen Einen" ist der klassische Antilopen-Posse-Cut im Stile von Klassikern wie "Gazellen Bande" und könnte textlich so genauso auf Projekten wie "Wir Machen Rap Wieder Dumm" landen. "Sie sagen ständig dass ein jeder hier es schaffen kann / aber meinen damit sozialen Aufstieg, aber nicht den Klassenkampf" ebnet den Weg, um daraufhin auf Neoliberalismus und den kommerziellen Flair der Szene einzuprügeln. Eine der interessantesten Beobachtungen auf "Reflexionen" ist die unerwartet radikale Reduktion von Ironie. "Sand In Den Augen" ist ein klarkantiges, feministisches Bekenntnis mitsamt Schüssen gegen Rape Culture und die Gender Pay Gap, "Eine Aufs Maul" macht die lähmenden und fast gewalttätigen Facetten von Selbstzweifeln sehr nahbar und ungebrochen nachfühlbar. Es ist eine von Dans großen Qualitäten, dass er keine Angst davor hat, sich auf Tracks wie diesen angreifbar zu machen, verwundbar zu zeigen. Diese Deutlichkeit ist erfrischend, nachdem in den vergangenen Jahren ein dicker Schleier der omnipräsenten Ironie über vielen politischen Statements schwelte, auch die Antilopen selbst machten sich ein wenig schuldig, linke Ästhetik zunehmend zu einem Meme zu zweckentfremden. "Wir Lachen Uns Tot" greift dieses Phänomen implizit auf. "Die Ironie ist gestorben, denn sie wurde okkupiert von Leuten ohne Humor" kontert "lel" oder "i bims"-Sager und die humoristischen Verklärung von Verwundbarkeit gleichermaßen. Ein weiteres inhaltliches Highlight im Tracklisting ist der intensive, ergreifende Follow-Up-Track auf den vor Ewigkeiten erschienenen "Private Altersvorsorge"-Track, auf dem Dan Erfolge und Misserfolge zu einem erfrischend optimistischen und positiven Fazit resümiert. Auch die fast an Autoren wie Murakami erinnernde Bildhaftigkeit und der lebendige Zynismus auf den Storytellern "Mingvase" und "Die Verwandlung" überzeugen, lediglich das Sebastian Krumbiegel-Duett "Die Prinzentragödie" wirkt trotz des erfrischenden und schönen Sounds etwas zu sehr auf die Novelty der Kollabo bedacht. Auch musikalisch funktionieren die "Reflexionen Aus Dem Beschönigten Leben". Vorbei sind die halb-ironischen Trap-Flirts und die unausgereiften Punk-Crossovers. Die Platte kehrt ziemlich radikal zum rumpeligen DIY-Vibe der "Aschenbecher"-Ära zurück, zieht dafür Tempo und Groove der Drumloops ein wenig an und kombiniert sie mit melancholischen und atmosphärischen Samples, die durchaus im Fahrwasser der Lars Licht-Chops auf "Ölsardinenindustrie" mitspielen. Dazu kommt das über die Jahre und Labels deutlich gereifte Händchen für Songwriting und Refrains, durch das der Sound des Albums eine ziemlich konsequente Linie erhält. Dafür, dass Danger Dan schon immer für Aussage über musikalischer Statur stand, erreicht er hier einen Zustand, der alle Experimente und alle Entwicklungen zu einer sinnvollen Vervollständigung des ursprünglich zweckmäßigen Antilopen-Sounds führt. Das ist gerade für einen technisch eher limitierten Rapper wie ihn bemerkenswert, denn klanglich hat der Hörer so gut wie nie das Gefühl, einen Kompromiss zu hören. "Reflexionen Aus Dem Beschönigten Leben" ist genau das Album, das "Dinkelbrot & Ölsardinen" damals versprochen haben könnte, nur mit den Erfahrungen der Antilopen der vergangenen Jahre angereichert. Das bedeutet, dass Produktion und Songwriting sich ein klares Stück entwickelt hat, aber es bedeutet auch, dass Dan als Mensch wie Texter deutlich gereift ist. Unsicherheit und Zynismus sind hier genauso Bestandteil der Realität wie Hoffnung, Optimismus und Erfahrungen. Dieses Album sammelt Beobachtungen und Schlüsse aus einem Leben, das trotz seiner Einzigartigkeit viel Anlass bietet, sich wunderbar damit zu identifizieren. Dazu kommt eine klare und selten konkrete politische Kante. "Reflexionen Aus Dem Beschönigten Leben" stellt also in vielerlei Hinsicht eine Vervollständigung der Qualitäten und der Ästhetik des bisherigen Schaffen der Antilopen Gang dar. © Laut