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Wenn man bei einer Band gar nicht erst fragt, ob ihr Einfluss auf den Planeten lediglich popkulturell oder doch künstlerisch prägend ist, hat sie es in den Olymp der Musikgeschichte geschafft. Von diesen charismatisch wegweisenden Perlen unter Perlen gibt es in jedem Jahrhundert nur wenige. Da sind Velvet Underground, die Doors und natürlich Bauhaus, die Paten allen Gothics. Doch was ist Goth? Dieses Geheimnis enthüllt sich wohl weder dem pedantischen Genre-Nerd noch der Komplex-gebeutelten Friedhofseule. Eine abschließende Definition ist auch nicht notwendig. Wichtiger ist das ganz eigene, unverstellte Gefühl für eine Kultur, die sich Ende der 70er der rohen Punkenergie bemächtigte und deren konzeptionell dreckkrustiger Primitivität eine neue Ästhetik entgegen setzt. Der rotzigen Fratze ein echtes Nervenkostüm mit ein paar offenen Stellen verpasst. Atmosphäre und Sensitivität halten mit Bauhaus als Propheten der Sinnlichkeit endlich Einzug. Am 1. Oktober 1980 beginnt mit "In The Flat Field" eine neue musikalische Zeitrechnung; eine sexy Geisterstunde, die bis heute andauert. Bereit zum Eintritt? "Dark Entries" - Dunkelheit, zerrissen von greller Strobo-Stalinorgel, strengen Mustern und geronnenem Sepia-Blut. Im nebelverhüllten Hintergrund, dabei präzise wie ein Uhrwerk, legt Kevin Haskins seinen Jungs ein unheiliges Fundament. Eine Melange kalt industrialisierter Voodoodrums in aufreizend stoischer, mitunter nahezu phlegmatischer Pose. Hinzu tritt sein stets ein wenig skeptisch in die Runde blickender älterer Bruder David J. Neben Peter Hook (Joy Division/New Order) das bleiche Rolemodel für alle knackig-runden Basslinien der gesamten Postpunk-, New Wave-, Alternative- etc. Bewegung. Nie habe ich einen Bassisten gesehen, der auch optisch so unendlich viel extrovertiertes - geradezu bedrohliches - Charisma mit einer so gegenläufig minimalen Gestik transportiert. Dazu die schreiend skalpellhaften Gitarrensalven von Telecaster-Wizzard Daniel Gaston Ash. Auf dem Höhepunkt der schweinsrockenden Punkwelle befreit der Axtmann das darbende Instrument von seinem Rockismus, ohne das behäbige Terrain des zeitgenössischen Artrock auch nur zu streifen. Verfremdende Effekte im E-Bow-Dienst der spartanischen Atmosphäre - von klinisch kalt bis Glam-hot. Ich wage die These, dass die Welt fast alle prägenden Verdienste, die man u.a. The Edge als Saitenguru entgegenbringt, in Wahrheit diesem sinistren Bauhaus-Urknall verdankt. Mit seinem später szenetypischen Ananas-Goth-Iro, dem schicksten aller Bikerjackets und einem ungemein gewinnenden Bühnenlächeln wäre der glamouröse Edelgitarrero sicherlich in jedem irdischen Orchester ein zwingender Frontmann. Doch Bauhaus ist nicht von dieser Welt. Ebenso scheint ihr Sänger mit dem denkbar schlichtesten Namen Peter Murphy mehr Erscheinung als Sterblicher zu sein. Ein krokodilhafter Dämon, dessen animalische, halbnackte Stage-Explosion jederzeit verstörend unter der anmutigen Oberfläche lauert. "Then on coins his face was mirrored. He's a god in an alcove" hämmert eine der größten Charakterstimmen des Rock. Seine noblen Dorian Gray-Züge kontrastiert er mit Theaterelementen alter Horrorfilme. Der erste und einzige Rock-Nosferatu ist geboren. Neben dem Goth-Father sähe selbst der Schockpionier Alice Cooper so bedrohlich aus wie Ronald McDonald. Mit den gnadenlos schroffen Zeilen von "Stigmata Martyr" könnte man noch heute mühelos den halben Vatikan in den verdienten Wahnsinn treiben. "In a crucifiction ecstasy/Lying cross chequed in agony/ Stigmata bleed continuously." Wenn Murphy live hierzu den Märtyrer gibt und seine grimm starrenden, dabei ungemein warmen blauen Augen zur Publikumshypnose nutzt, ist es um die Massen stets geschehen. Die bleichen Postpunker haben sogar ein Händchen für Blackmusic Grooves. Ash verziert das Goth-Gumbo mit ein paar fiesen und sehr gekonnten Free Jazz-Attacken aus dem Saxophon, mehr Bitches Brew als Dunkelkammer. "Dive" ist einer dieser ungewöhnlichen Momente. Auf späteren Alben werden sie hieraus eine Art Wave-Dub und Goth-Funk entwickeln, der für englische Undergroundbands damals als letzter Schrei galt. Meine persönlichen Favoriten sind dennoch andere Songs. Die kokonhaft bleierne Trostlosigkeit des "Spy In The Cab" gerät melancholisch - ohne je depressiv zu wirken. Große Kunst, die weiß, dass Gothic immer Theater sein sollte und niemals Zurschaustellung von Persönlichkeitsstörungen. So möchte ich jedem "Nerves" ans Herz legen. "Will it stay shut? Will it ever open?/What if?/What if?/N e r v e s!" Kaum ein Lied bringt die exquisite Bauhausmischung aus berstendem Exzess und minimalistischer Struktur so sehr auf den Punkt. Das absolute Goth-Gewitter. Ohne dieses Album gäbe es keine NIN; keine Downward Spiral, kein "Hurt". Schon gar keinen Industrial oder Wave in seiner heutigen Form. Dennoch bewahrt die Platte einen schalen Wermutstropfen. Es fehlt seit mehr als drei Dekaden in jeder Edition die ultimative Bauhaus-Hymne "Bela Lugosi's Dead". Das zehnminütige Requiem für den großen Schauspieler erschien damals als Maxi und fand nie den Weg auf eine "Flat Field"-Pressung. Das ist in etwa, als ob Jim Morrison und Co beim Debüt auf "The End" verzichtet hätten. Nicht nachvollziehbar von Labelseite. Man muss Bauhaus danken; dafür, dass sie sich nie verkauft haben. Die Band existiert nur in jenen kurzen Phasen, bei denen die vier Jugendfreunde ihre künstlerisch sehr individuellen Energieströme harmonisch vereinen können. Kein Ausverkauf. Keine Weihnachtsalben. Stattdessen: Die Reinheit der Kunst als Maßstab für Gründung und Auflösung des Kollektivs. Ist das Bauhaus also noch lebendig oder bereits tote Ruine? Am Ende kann es nur eine konsequente Antwort geben: "... undead, undead, undead." © Laut