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Die Alben

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Metal - Erschienen am 25. September 2020 | Music Theories

Hi-Res
Arjen Lucassen, die zwei Meter große ein Mann-Armee des Progrock, hat mit "The Source" viel Kritik eingesteckt. Produktion und Sängerriege waren zwar zum Zunge schnalzen. Über Albumlänge zeigten sich bei der nah am Power Metal gebauten Fließbandarbeit allerdings Abnutzungserscheinungen. Die stilistisch ähnlich gelagerten Breitwandfeuerwerke "01011001" und "Universal Migrator Part II" verfügen im direkten Vergleich einfach über mehr Schmiss, Zunder und Kreativität. Lucassen war in der Zeitschleife seines eigenen Kosmoses gefangen. Da die Sci Fi-Story mit "The Source" den letzten Schliff erhalten hat, stand die Frage im Raum, ob Ayreon den Ereignishorizont überquert haben und nun ein neues Projekt angreifen: "Transitus" ist ein Schauermärchen geworden, effektvoll inszeniert und öffentlichkeitswirksam von einem Comic flankiert. Der 60-Jährige hat sein Lampenfieber mittlerweile im Griff und Gefallen an einer effektvollen und opulenten Inszenierung in Folge der zahlreichen Liveevents im 013-Club in Tilburg gefunden. Die Liveerfahrungen der vergangenen Jahre prägten, und Lucassen kreiert eine Mischung, die viel Neues birgt, Altbekanntes hingegen nicht über Bord wirft. Wie etwa bei der fulminanten Liveumsetzung von "Into The Electric Castle" greift der holländische Hüne auf einen Sprecher zurück, der getrost als Jugendidol des nerdigen Komponisten bezeichnet werden darf. Im Falle von "Electric Castle Live and Other Tales" ersetzt Star Trek-Darsteller John De Lancie als Erzähler die dröge Valiumstimme auf der Originalplatte, füllt den Part mit Dramatik und Leben und führt durch die diversen Prüfungen, die den acht Protagonisten auf ihrer Reise durch das Eletric Castle blühen. Für "Transitus" mimt der von der englischen Serie "Doctor Who" bekannte Schauspieler Tom Baker den charismatischen Erzähler, untermalt von Soundscapes, bevor die anschließend einsetzende Musik die Stimmung kristallisiert. Die opulenten Chorpassagen brachte der Multiinstrumentalist schon bei "Theater Equation" auf die Bühne. Die Liveumsetzung der ausufernden Gesangslinien von Devin Townsend in der Studiofassung von "The Human Equation" hat nach einer entsprechende Menpower bei der Show geradezu geschrieen: Der Hellschor erledigt seine Aufgabe auf "Transitus" souverän und mit der Kraft der tausend Stimmen. Die stimmgewaltige an Gospel und Blues geschulte Senkrechtstarterin der Metal-Szene, Cammie Gilbert, die jüngst erst mit ihrer Stammformation Oceans Of Slumber eine neue Platte veröffentlichte, interpretiert die Hauptrolle. Die langjährige Kollabor-Partnerin Anneke Van Giersbergen, mit der Lucassen das Projekt The Gentle Storm realisiert hat, geht hingegen leer aus. Die Wahl von Gilbert bleibt konsequent, auch wenn sie im Korsett des Ayreon-Kosmos dramaturgisch nicht alle Register ihres Stimmumfangs zieht. Meinte man zudem, dass Ed Warby mittlerweile fest mit dem Drumschemel des erfolgreichen Projekts verheiratet ist, sieht sich der Fan eines Besseren belehrt. Juan Van Emmerloot heißt der neue Schlagwerker, und was ihm im Vergleich zu Warby an Punch und Präzision fehlt, macht er mit Finesse und Gefühl wieder wett. Als Referenz dient "The Theory Of Everything", das jedoch deutlich sinfonischer gestaltet und näher am Seventies-Prog liegt. Auch der Vergleich mit der Durchbruchsplatte "Into The Electric Castle" hilft nur bedingt, da dort die auf einzelne Sänger zugeschnittenen Nummern dominieren, und der Folkrock ausgeprägt im Klangbild verankert ist. Und nun ein Musical, ein Singspiel, das dem Aufbau einer klassischen Oper folgt: Zwei Akte, Drama ohne Ende sowie ein prägnanter Wechsel zwischen Rezitativ und Arie, also Sprache und Gesang. Der Klassiker "Jesus Christ Superstar" oder auch The Whos "Tommy" prägen in puncto Struktur. Aber auch "The Astonishing" von Dream Theater dürfte dem Mastermind zu Ohren gekommen sein. Die opulente Ouvertüre stellt in dieser Form ein Unikum dar: Lucassen konzipiert den Einstieg als einen Streifzug durch die Klassiker des Soundtracks mit Blitzlicht auf Jerry Goldsmith, diverse John Carpenter-Vertonungen, den Omen-Score oder Mike Oldfields "Tubular Bells". An dieser Stelle arbeitet Lucassen auch mit Bildern und lässt nicht nur die Story walten. Die exponierte klangliche und szenische Gestaltung vereint wie in einem Brennglas die relevanten Themen und Motive. Ursprünglich schwebte dem hochfliegenden Holländer ein Film vor, aus Budgetgründen konnte er das Vorhaben aber nicht realisieren. Die Ouvertüre dürfte ein Relikt dieser Phase sein. Nach diesem außergewöhnlichen Moment entfaltet sich die Geschichte um Liebe und Verrat. Der Plot erinnert mit seinem historischen Rückbezug an Dream Theaters "Scenes From A Memory" oder auch Avantasias "Mystery Of Time" und "Moonglow". Lucassen verbleibt hingegen nicht in der Realität, sondern bezieht neben den biblischen Rückzugsorten Himmel und Hölle die Übergangswelt Transitus in den Plot ein. Hier finden sich die 'Nicht-gänzlich-Toten' wieder, um ihren Weg in eine der beiden Richtungen zu nehmen. Gerichtet werden die armen Tröpfe vom Engel des Todes - lasziv und prickelnd von Simone Simons intoniert. Herrlich wie die Epica-Sängerin vor Charme und Witz sprühend den Track "The Human Equation" performt. In der Comicversion wirkt der Mix aus übersinnlicher Magie und kurvenreichem Dekolleté ein wenig überzeichnet, in der akustischen Form überzeugt Simons vollends. Einzelne Stücke hervorzuheben verbietet sich ob der Fülle an Details in der Story. Einzig das Rock-Doppel "Dumb Piece Of Rock" und "Get Out Now!" sprengt den Rahmen. Hier weicht Lucassen zu Gunsten der Einbindung zweier Sänger von der kohärenten Story ab: Mike Mills, Mastermind der australischen Alterna-Progger Toehider, gibt seine an Freddie Mercury erinnernden Vocalkaskaden als zum Leben erwachte Statue preis. Twisted Sister-Urgestein Dee Snider schmeißt als bitterböser Vater seinen Sohn kurzerhand aus dem Haus, als die Liaison des gut betuchten Daniel, gespielt und gesungen von Kamelot-Fronter Tommy Kareivik, mit der Dienerin des Hauses Abby bekannt wird. "Transitus" entfaltet seine volle emotionale Wucht bei stundelanger Beschäftigung mit Kopfhörer und durch die starke visuelle Komponente in Form des beiliegenden Comics. Ob der Fan nun sein Kreuzchen bei eklektische Experimente, geistige Größe, magischem Musenkuss oder Kitschkrieg-Prog macht, steht freilich auf einem anderen Blatt. Meiner bescheidenen Meinung nach erfüllt Lucassen sämtliche Anforderungen. © Laut
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Progressive Rock - Erschienen am 28. April 2017 | Music Theories

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Arjen Lucassen spricht "Es werde Licht" und lüftet auf "The Source" das Geheimnis um die Vorgeschichte der Forever-Saga. Das Prequel zu "01011001" beschreibt den Überlebenskampf der Menschen auf dem Planeten Alpha und deren Flucht auf den Planeten Y, wo sie in der Liquid Eternity-Soße unsterblich, aber emotionslos dahinvegetieren. "The Source" nennt diese Flüssigkeit nur bei anderem Namen. In grauer Vorzeit angesiedelt, plagen sich die Vorfahren der Menschheit mit denselben Problemen, die uns heute beschäftigen. Geschichte wiederholt sich, das Wachstums-Pendel schlägt mit den Geißeln Krieg, Umweltzerstörung und blindem Technik-Glauben hart zurück. Die alles überwachende künstliche Intelligenz namens 'The Frame' kommt zu dem Entschluss, die Wurzel allen Übels zu beseitigen, nämlich die Bewohner des Planeten Alpha. Technik, die begeistert - und zerstörerische Ausmaße annimmt. Eine kleine Gruppe schickt sich an, dem drohenden Untergang zu entfliehen und bricht auf zu einem neuen Sonnensystem, um dort den Planeten Y zu besiedeln. Stellte "The Theory Of Everything" gewissermaßen die Abkehr vom Höher-schneller-weiter-Prinzip dar und wartete mit abgespecktem Personal, einer irdischen Story und deutlichen Seventies Prog-Referenzen auf, geht der holländische Hüne mit "The Source" wieder in die Vollen. Als Prequel konzipiert, tauchen in textlicher und musikalischer Hinsicht entsprechend viele Querverweise aus dem Ayreon-Kosmos auf, deren Entschlüsselung viele Posts auf der Facebook-Seite generieren dürfte. Das Songwriting fällt extrem linear aus. Nicht der Weg ist das Ziel, sondern die Schönheit einer Melodie und die Brachialität einer Passage, die Lucassen entsprechend songorientiert behandelt. Größtenteils regieren die Gitarren, wobei die für den Sound unverzichtbaren Keyboards für Riff- und Melodien-Dopplungen sorgen. Der Hörer wähnt sich streckenweise im Star One-Universum und auf der "Universal Migrator Part II"-Zeitreise. Lucassen fährt sämtliche Schwermetalle des Periodensystems auf und kredenzt seine unverkennbare Mischung aus Prog Metal, Speed Metal, Hardrock und Power Metal. Einige balladeske Parts und folkige Steptanz-Einlagen sorgen neben dosierten klassischen Spielereien und Orientalismen für willkommene Abwechslung. Exemplarisch hierfür steht der C-Teil in "Deathcry Of A Race", in dem Floor Jansen (Nightwish) und Simone Simons (Epica) die Opern-Diven mimen und Zaher Zorgati (Myrath) den Muezzin gibt. Die Riege an Gastmusikern lässt jedem Rock und Metal-Fan das Wasser im Munde zusammenlaufen. Das Who is Who ist gewohnt gekonnt in Szene gesetzt. Tobias Sammet (Edguy, Avantasia) tritt als cockrockender Kapitän auf, Russel Allen (Symphony X) als stimmgewaltiger Präsi, während James LaBrie (Dream Theater) als Historiker die Story mit wesentlich weniger Kitsch als auf "The Astonishing" stimmlich begleitet. Der Oberhammer ist Mike Mills (Toehider) als Betriebssystem TH 1, der bereits auf "The Theory Of Everything" und der Live Adaption von "The Human Equation" die Kinnladen zum Herunterklappen brachte. Die Vocal-Layer im Stile eines Freddie Mercury oder Devin Townsend geraten zu Highlights. Stellenweise agieren die Sänger deckungsgleich mit ihren Stammformationen. Hansi Kürsch intoniert den Refrain von "Planet Y Is Alive" wie eine Speed Metal-Nummer aus dem Blind Guardian-Fundus. Tommy Rogers Einsätze fallen wie die elegischen Parts des letzten Between The Buried And Me-Geniestreichs "Coma Ecliptic" aus. Leider hält er sich mit seiner extremen Gesangsstimme zurück. Lucassen tritt als Perfektionist und Kontrollfreak wie aus dem Lehrbuch auf. Zwar gibt er einige Soli an Könner wie Paul Gilbert (Mr. Big, Racer X) und Guthrie Govan (The Aristocrats, Steven Wilson) ab, behält aber ansonsten bei jeder Note die Oberhand. Als Kritiker kann man ihm spitzfindig vorwerfen, dass ihm die Ideen ausgehen, da sowohl die Story als auch Musik und Sounds mit zahlreichen bekannten Motiven aufwarten. Den Kniff, das Ganze als Prequel zu konzipieren, lässt man ihm noch einmal durchgehen. Beim nächsten Projekt sollte er dennoch aufpassen, dass in der perfekt getakteten Megamaschine nicht die Seele verloren geht. © Laut
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Progressive Rock - Erschienen am 30. März 2018 | Music Theories

Hi-Res
Wenn Arjen Lucassen ruft, tanzt die Metalszene an - wie sonst höchstens bei Tobias Sammet. Dessen Avantasia-Tross mausert sich in den vergangenen acht Jahren zu einem wahren Exportschlager auf den Bühnen großer Festivals. Der vom Lampenfieber geplagte Lucassen bringt es in einem vergleichbaren Rahmen nur auf eine handvoll Auftritte mit Ayreon. Diese vor Qualität nur so berstenden Events - wie die Aufführung von "The Human Equation" - stellen allerdings ein Highlight sondergleichen dar. Da der Holländer keine halben Sachen auf die Bühne bringt, ist nach der Ankündigung dreier Best Of-Shows für September 2017 klar, dass jeden Anwesenden ein Spektakel erwarten wird. Die Tickets für dieses Event sind entsprechend innerhalb einer Stunde vergriffen. Allen, die in die Röhre schauen, wird nun Abhilfe geschaffen. Scheinbar ticken die Uhren in Holland anders. Entsprechend der Anything Goes-Konzepte im Großformat muss Lucassen einen DeLorean besitzen. Knapp ein halbes Jahr nach dem Vorhang der letzten Show wuchtet der Endfünfziger bereits die Nachlese in die Läden. In zweieinhalb Stunden ein ganzes Universum an kreativer Konzeptkunst unterzubringen, zeugt von großem Sportsgeist. Die stilistisch teilweise sehr unterschiedlichen Alben vom Debüt "The Final Experiment" über den Durchbruch "Into The Electric Castle", der "Universal Migrator"-Story bis hin zu "The Source" bekommen ihren Platz in der Setlist. Auch die beiden Star One-Alben finden Berücksichtigung. Klar gleicht Lucassen mit seinem musikalischen Leiter Jost van den Broek einige Arrangements an und strafft die teilweise überlangen Stücke auf ihre Essenz. Das fällt bei diesem Format jedoch nicht negativ ins Gewicht, da die Quantität der dargebotenen Songs nicht zu Lasten der Qualität geht und ein richtiger Querschnitt von vornherein der Anspruch ist. Lucassen selbst steht bei den Songs "The Castle Hall" und "Amazing Flight In Space" auf der Bühne sowie dem abschließenden Schlusschor von "The Eye Of Ra" und richtet vor den Zugaben ein paar warme Worte ans Auditorium. Gemeinsam mit seinem Partner in Crime van den Broek, der auch schon für die Realisierung von "Theater Equation" verantwortlich zeichnete, stellt Lucassen eine Band zusammen, die sämtlichen internationalen Ansprüchen genügt. Ed Warby am Schlagzeug, van den Broek an Keys und Synths sowie Meistergitarrero Marcel Coenen brillieren ohne Unterlass. Dazu gesellt sich die Prominenz der Metal-Szene, wobei nicht jeder Zeitplan eine Teilnahme erlaubt hat. Wie gerne hätte man Bruce Dickinson "Into The Black Hole" intonieren hören, wobei Kamelot-Sänger Tommy Karevik seine Sache mehr als ordentlich erledigt. Über Hansi Kürsch (Blind Guardian), Jonas Renkse (Katatonia) oder Marco Hietala (Nightwish) groß Worte zu verlieren, würde den hiesigen Rahmen sprengen. Damian Wilson liefert eine beeindruckende Vorstellung ab und man kann gespannt sein, wohin dessen Reise nach dem letztjährigen Ausstieg bei Threshold hinführt. Mike Mills von Toehider schlüpft wie schon auf dem letzten Studio-Release in die Rolle des Androiden TH1 und führt als Moderator und natürlich stimmgewaltiger Sänger (dieses FALSETT!) durchs Programm. Die eigentlichen Stars des Abends sind die Frauen. Mit Anneke van Giersbergen (VUUR, The Gentle Storm) und Floor Jansen (Nightwish) verzaubern zwei der prägenden Figuren des Rock/Metal-Zirkus das Auditorium und ziehen sämtliche Register ihres Könnens von fragil bis dominant. Die Power-Röhre von Maggy Luyten steckt bei ihren Parts die meisten männlichen Screamer locker in die Tasche. Mit dem Backround-Chor aus Irene Jansen, Marcela Bovio und Lisette van den Berg sitzt und passt jedes Vocal-Arrangement. Ein musikalisches Theater, das gerne eine Tradition erlangen kann wie der grüne Hügel für Wagners Opern. Im Vergleich zu Bild und Ton bei "Theater Equation" legt Lucassen bei "Ayreon Universe" noch eine Schippe drauf. Die brillante Lightshow und die Visuals werden gekonnt ins Bild umgesetzt. Im Mix erklingt jedes instrumentale Detail sehr gut lokalisierbar. Gerade die Parts mit Geige oder Flöte gehen trotz der Masse an Musikern nicht unter. Workaholic Lucassen sind die Anstrengungen der letzten Monate in der Vorbereitung der Shows ins Gesicht geschrieben. Nach Genuss dieses Events kann man nur konstatieren, dass sich jede Träne und jeder Tropfen Schweiß, der in diesem Projekt steckt, gelohnt hat. © Laut
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Progressive Rock - Erschienen am 27. März 2020 | Music Theories

Hi-Res
Auf der dritten Ayreon-Platte ging Arjen Lucassen aufs Ganze: "Make it or break it", so lautet die goldene Regel aus den Hochzeiten der Tonträgerindustrie. Zwar sammelte der holländische Hüne reichlich Erfahrung mit Hardrock-Kapellen wie Bondine oder Vengeance. Der große Wurf ließ wie bei dem Gros der Musiker jedoch auf sich warten. Doch Lucassens Hartnäckigkeit und Liebe zur Musik trugen Früchte. Der in jungen Jahren als schwer erziehbar geltende Multiinstrumentalist scharte Könner*innen wie Ex-Marillion-Sänger Fish oder The Gathering-Frontfrau Anneke van Giersbergen um sich. Die Arbeit mit Van Giersbergen markierte den Beginn einer Folge erfolgreicher Kollaborationen wie auf "01011001" oder bei The Gentle Storm. Jeden Charakter formiert Lucassen gemäß seiner stimmlichen Präferenzen. So gibt der Schotte Fish den knorrigen Highlander während Damian Wilson (ex-Threshold) mit seinem Heldentenor in die Rolle des edlen Ritters schlüpfte. Seit "Into The Electric Castle" ist die Saat gelegt. Man weiß, was einen erwartet und ist doch aufs Neue überrascht. Wie Landsmann Arjen Robben, der über rechts kommt, nach innen zieht und dann diagonal abschließt. Hier kulmiert die Stilvielfalt, die Lucassen auf den weiteren Platten wie "Universal Migrator" auf "Part 1" in Richtung Ambient, auf "Part 2" in Sachen Prog Metal, auf seiner Soloplatte "Lost In The New Real" mit einer Prise Pop und auf "The Theory Of Everything" mit seiner Progressive Rock-Auslegung zuspitzt. Seit der letzten Studio-Sause "The Source" sind mittlerweile drei Jahre vergangen. Gewichen scheint hingegen das Lampenfieber, bringt der 60-Jährige gemeinsam mit seinem Partner In Crime Joost van den Broek bereits die dritte Großproduktion innerhalb von fünf Jahren auf die Bühne flankiert von entsprechenden Live-Releases. Der Keyboarder, der im letzten Jahr mit Demons & Wizards auf Tour weilte und den Sänger Hansi Kürsch mit "als das Beste was Holland seit Johan Cruyff passierte" ankündigte, arbeitete die opulenten Studio Arrangements für eine Bühnen-Adaption aus. Was bei "Theater Equation" und "Ayreon Universe" schon brillant gelang, glückt auch auf "Electric Castle And Other Tales". Vier Abende gastierte der Tross in Tilburg in der stets ausverkauften 013 Venue. Allein der Aufbau der Stahlkonstruktion dauert eine Woche. Das elektrische Schloss mit großem Tor und zwei Türmen dient als Kulisse für das Treiben der Musiker. Den vom Publikum gesehen rechten Turm besetzt Star Trek-Darsteller John De Lancie als Erzähler. Die dröge Valium-Stimme der Original-Platte füllt De Lancie mit Dramatik und Leben und führt gekonnt durch die diversen Prüfungen, die den acht Protagonisten auf ihrer Reise durch das Eletric Castle blühen. Wer bei dieser Band nicht ins Schwärmen gerät, hat nicht mehr alle Patches an der Kutte. Das Who is Who der holländischen Prog-Szene gibt sich die Ehre: Drummer Ed Warby, Kayak-Gitarrist Marcel Singor oder Flötist Thijs van Leer sind solistisch wie songdienlich brillant und erwecken das Electric Castle zum Leben. Die einzelnen Stücke fallen dynamischer und Rock-lastiger aus. Die Synthies tönen omnipräsent, aber nicht so dominant wie auf dem Original. "Garden Of Emotions" entfaltet seine Bandbreite durch ein organisches Klangbild ergänzt um Streicher und Akustik-Gitarren. "Cosmic Fusion" knallt nach atmosphärischem Beginn richtig ins Gebälk, tritt doch der Tod hier in Form zweier Growl-Vocalisten in Erscheinung. Van Giersbergen rührt beim romantischen Kleinod "Valley Of The Queens" die Zuschauer zu Tränen. "Across The Rainbow Bridge" zeigt Hardrock-Kante, während "Tunnel Of Light" als kecker Country-Track aufwartet. Abrundung erfährt die Show durch den Zugaben-Block, in dem jedes Projekt aus dem Hause Lucassen von Ambeon angefangen über Stream Of Passion und Guilt Machine bis hin zu Star One einmal Beachtung erfährt. © Laut
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Progressive Rock - Erschienen am 26. Oktober 2018 | Music Theories

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Progressive Rock - Erschienen am 1. Januar 2008 | Music Theories

"01011001" ist nichts anderes als der binäre Code für den Buchstaben Y und gleichzeitig der Name des neuesten Magnus Opus von Ayreon-Chef Arjen Lucassen, das zeitgleich mit Tobias Sammets "The Scarecrow" in die Läden kommt. Warum er sich ausgerechnet das Chromosom ausgesucht hat, das für die Ausprägung männlicher Geschlechtsmerkmale ausschlaggebend ist (by the way: warum heißt unser Redaktionsmaskottchen eigentlich X???) bleibt offen. Obwohl er sich von Ayreon eigentlich etwas zurückziehen wollte, steht nun doch ein weiteres Doppelalbum dieses Allstar-Projekts in den Regalen. 17 unterschiedliche Sänger, diverse Gastmusiker und ein einmal mehr unglaublicher Arjen Lucassen haben "01011001" zu einem unglaublichen Album gemacht. Die Geschichte dahinter: Eine Rasse namens Forever sieht auf dem Planeten Y dem Ende entgegen und speichert ihre DNA auf einem vorbeirasenden Himmelskörper, der bei seinem Aufschlag auf der Erde das Zeitalter der Dinosaurier beendet. Doch auch hier macht die Lebensform Mensch dieselben Fehler: Sie wird zu sehr von Maschinen abhängig und verliert ihre Emotionen und ihre Menschlichkeit. Ein düsteres Thema, welches "Age Of Shadows" (inklusive "We Are Forever") einleitet und in Sachen Gesangsleistung bereits Unglaubliches bietet. Allerdings werden manche Stimmen durch Chöre bzw. 127-fache Dopplung fast schon unkenntlich gemacht - dass hier Hansi Kürsch im Duett mit Floor Jansen zu hören ist, lässt sich kaum mehr erkennen. Auch musikalisch taucht man in ein stimmungsvolles Wechselbad der Gefühle. Anneke leitet mit einer unglaublich emotionalen Gesangsleistung ins gefühlvolle "Comatose" über, auf das Jorn Lande (Ex-Masterplan) gekonnt aufbaut. Deutlich härter braten die Klampfen bei "Liquid Eternity", die für die melancholische Stimmen von Jonas Renske und Daniel Gildenlöw aber eine Pause ein- und erst für Magali Luyten noch mal loslegen. Die Herren der Schöpfung geben ihre Parts immer zu recht ruhigen Momenten ab, während allein die Dame den Song rocken lässt. King's X-Sänger Ty Tabor läutet nach den Weiten des Weltraums auf der Erde das progrockige "Connect The Dots" ein und bestreitet mit Meister Lucassen im Refrain ein sehr gelungenes Duett. Zurück im All geht es unter den Wellen ("Beneath The Waves") zunächst wieder ruhig zu und Daniel, Bob Catley, Anneke und Steve Lee geben sich gedankenverlorenen Erinnerungen hin. Mit starkem Hammondorgel-Einsatz wird der Ton etwas härter und Jorn und Floor lassen Steve in ihr Duett einstimmen. Hansi ist endlich mal eindeutig zu identifizieren, gibt aber schnell wieder für das kurze Intermezzo von Tom Englund ab. Jorn und Floor leisten erneut Großes und lassen die Nummer instrumental ausklingen. Das achtminütige "Newborn Race" präsentiert sich ebenfalls progrockig, hält sich mit härteren Elementen aber zurück. Die tauchen erst wieder in "Ride The Comet" auf und einmal mehr ist es Magali, die die Stimmbänder für diese Passagen vibrieren lässt. Das nur von akustischer Gitarre und Streichern getragene und von Simone Simons und Phideaux Xavier intonierte "Web Of Lies" ist wieder ein Switch auf die Erde in dem die erste CD ihren stimmungsvollen Ausklang findet. "The Fifth Extinction" markiert die Ankunft des Kometen auf der Erde, wo er durch seinen Aufprall den Untergang der Dinosaurier einleitet. Der Refrain von Bob und Hansi hat fast schon was Folkloristisches und kontrastiert mit dem von trockenen Riffs getragenen Streitgespräch zwischen Tom und Jorn. Das düstere "Waking Dreams" leitet in "The Truth Is In Here" über, das durch die Flöten wieder sehr folklastig ausfällt. Arjen greift einmal mehr selbst zum Mikro und gibt mit Liselotte Hegt ein tolles Duett. Dann nimmt "Unnatural Selection" endlich Fahrt auf, als den Protagonisten Steve, Jorn und Tom endlich klar wird, dass sie auf die nächste Katastrophe zusteuern. Deutlich unbeschwerter und folkiger zeigt sich das von Mandoline und Flöte getragene "River Of Time", wozu Hansis Stimme und die von Bob vorzüglich passen. "E=mc2" geht es zwischenzeitlich zwar ein wenig härter an, aber weder Wudstik, noch die sehr an Anneke erinnernde Stimme von Marjan Welman dürfen richtig loslegen. Dennoch bietet der Track jede Menge Dynamik und tolle Melodien. Das finale "The Sixth Exctintion" steigt dramatisch ein und symbolisiert das Ende des Experiments. Die Welt geht einem atomaren Exodus entgegen und Jonas greift passend dazu auf Growls zurück. "01011001" kommt als normale Doppel-CD, als Special Edition in einer Box mit 28-seitigem Booklet und Bonus-DVD. Zusätzlich gibt es für die Die Hard-Fans die Limited Deluxe Edition in einem faltbaren Digipack und Schuber mit 36-seitigem Booklet und Bonus-DVD. © Laut
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Progressive Rock - Erschienen am 1. Mai 2014 | Music Theories

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Progressive Rock - Erschienen am 1. Juni 2000 | Music Theories

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Progressive Rock - Erschienen am 1. Oktober 1998 | Music Theories

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Progressive Rock - Erschienen am 1. Oktober 1995 | Music Theories

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Rock - Erschienen am 17. Juni 2016 | InsideOutMusic

Wenn Arjen Lucassen, Mastermind von Ayreon, seinen Gedanken Flügel verleiht, entstehen Konzeptalben monolithischen Ausmaßes. Die Lyrics behandeln nahezu ausnahmslos die großen Fragen des Lebens: Wo komme ich her? Wo gehe ich hin? ("The Theory Of Everything", "01011001", " Universal Migrator" - Part 1 und Part 2). Insofern stellt das 2004er-Opus "The Human Equation" eine Ausnahme dar. Hier steht die Conditio Humana im Mittelpunkt. Nach einem Autounfall liegt ein erfolgreicher und nicht immer fairer Geschäftsmann im Koma. In seinem Kopf tobt das reinste emotionale Chaos inklusive biographischer Flashbacks. Die insgesamt 20 Songs behandeln je einen Tag des komatösen Zustands. Die sonst sehr Science Fiction-lastigen Storys weichen hier einer psychologischen Ausleuchtung. Das Geschehen spielt sich im Kopf des Hauptprotagonisten ab, beeindruckend gemimt von Dream Theater-Sänger James LaBrie. Das von Arjen Lucassens Werken bekannte musikalische Kopfkino bekommt hier seine lyrische Entsprechung. Versiert in sämtlichen Kompositionstechniken, dominieren vergleichsweise einfache Songstrukturen und prägnante Melodien, auch wenn sie, wie das adaptierte James Bond-Thema zu Beginn von "Pain", nicht immer dem eigenen Genius entsprungen sind. Klarer Fall von Kryptomnesie, der unbewussten Adaption fremden Gedankenguts als eigene Neuschöpfung. Auch die Fokussierung der Story auf den Hauptprotagonisten, genannt Me, erleichtert eine Bühnenadaption. Im weitesten Sinne geht es um eine psychologische Auseinandersetzung mit den eigenen Emotionen, die szenisch auf- und abtreten, jeweils ihren Solo-Spot erhalten und natürlich in fulminanten Massenszenen die jeweiligen dramaturgischen Höhepunkte ansteuern. Lucassen wollte von Beginn an das hohe Niveau der CD-Produktion mit möglichst vielen Originalsängern erhalten, gleichzeitig jedoch nicht selbst in Erscheinung treten. Daher gab der selbst ernannte Perfektionist während der zweijährigen Vorbereitungsphase viele Fäden aus der Hand. Joost van den Broek durfte als musikalischer Direktor viele Entscheidungen wie die Zusammenstellung der Band oder das Angleichen der CD-Arrangements an die Live-Umsetzung übernehmen. Heraus kommt eine Band, die der klassischen Rock/Metal-Besetzung noch Holzgebläse, Cello, Geige und die für Ayreon obligatorische Synthie-Armada hinzufügt. Klar mussten einige Arrangements angeglichen werden, doch fällt dies angesichts der brillanten spielerischen Umsetzung nicht ins Gewicht. Zudem castete man extra für diesen Anlass einen 19-köpfigen Chor, der einige coole Spots erhält wie etwa in "Love" als Abschluss des ersten Aktes. Auch die irren Vocal-Arrangements von Devin Townsend in "Pain" kommen durch den Chor zur Geltung. Minimale Abzüge gibt es aufgrund einiger Ungenauigkeiten in Sachen Ton und Licht, was jedoch der Live-Situation geschuldet sein dürfte. Ein Teil des Casts der Originalproduktion konnte für die Live-Adaption erhalten werden, neben LaBrie auch Devon Graves (Psychotic Waltz, Deadsoul Tribe) als Agony. Für Mikael Akerfeld (Opeth) und Devin Townsend übernehmen hingegen Anneke von Giersbergen (Ex-The Gathering) und Mike Mills. Von Giersbergen fügt dem Growl-lastigen Opeth-Part eine ganz eigene Note bei, der Frontmann der australischen Prog-Youngsters Toehider dagegen ist eine echte Entdeckung: Er meistert nicht nur spielerisch die anspruchsvollen Vocal-Parts von Townsend, sondern untermalt das Ganze mit dem entsprechendem Schauspiel. Die vorliegende Live-Fassung ist ein Mitschnitt der letzten von vier exklusiven Shows, die im September 2015 im Nieuwe Luxor Theater in Rotterdam zur Aufführung kamen. Im wie gewohnt üppigen Bonus-Teil erhält der Fan zudem einen Einblick, was es produktionstechnisch bedeutet, eine solche Herkules-Aufgabe zu stemmen. © Laut
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Progressive Rock - Erschienen am 30. März 2018 | Music Theories

Wenn Arjen Lucassen ruft, tanzt die Metalszene an - wie sonst höchstens bei Tobias Sammet. Dessen Avantasia-Tross mausert sich in den vergangenen acht Jahren zu einem wahren Exportschlager auf den Bühnen großer Festivals. Der vom Lampenfieber geplagte Lucassen bringt es in einem vergleichbaren Rahmen nur auf eine handvoll Auftritte mit Ayreon. Diese vor Qualität nur so berstenden Events - wie die Aufführung von "The Human Equation" - stellen allerdings ein Highlight sondergleichen dar. Da der Holländer keine halben Sachen auf die Bühne bringt, ist nach der Ankündigung dreier Best Of-Shows für September 2017 klar, dass jeden Anwesenden ein Spektakel erwarten wird. Die Tickets für dieses Event sind entsprechend innerhalb einer Stunde vergriffen. Allen, die in die Röhre schauen, wird nun Abhilfe geschaffen. Scheinbar ticken die Uhren in Holland anders. Entsprechend der Anything Goes-Konzepte im Großformat muss Lucassen einen DeLorean besitzen. Knapp ein halbes Jahr nach dem Vorhang der letzten Show wuchtet der Endfünfziger bereits die Nachlese in die Läden. In zweieinhalb Stunden ein ganzes Universum an kreativer Konzeptkunst unterzubringen, zeugt von großem Sportsgeist. Die stilistisch teilweise sehr unterschiedlichen Alben vom Debüt "The Final Experiment" über den Durchbruch "Into The Electric Castle", der "Universal Migrator"-Story bis hin zu "The Source" bekommen ihren Platz in der Setlist. Auch die beiden Star One-Alben finden Berücksichtigung. Klar gleicht Lucassen mit seinem musikalischen Leiter Jost van den Broek einige Arrangements an und strafft die teilweise überlangen Stücke auf ihre Essenz. Das fällt bei diesem Format jedoch nicht negativ ins Gewicht, da die Quantität der dargebotenen Songs nicht zu Lasten der Qualität geht und ein richtiger Querschnitt von vornherein der Anspruch ist. Lucassen selbst steht bei den Songs "The Castle Hall" und "Amazing Flight In Space" auf der Bühne sowie dem abschließenden Schlusschor von "The Eye Of Ra" und richtet vor den Zugaben ein paar warme Worte ans Auditorium. Gemeinsam mit seinem Partner in Crime van den Broek, der auch schon für die Realisierung von "Theater Equation" verantwortlich zeichnete, stellt Lucassen eine Band zusammen, die sämtlichen internationalen Ansprüchen genügt. Ed Warby am Schlagzeug, van den Broek an Keys und Synths sowie Meistergitarrero Marcel Coenen brillieren ohne Unterlass. Dazu gesellt sich die Prominenz der Metal-Szene, wobei nicht jeder Zeitplan eine Teilnahme erlaubt hat. Wie gerne hätte man Bruce Dickinson "Into The Black Hole" intonieren hören, wobei Kamelot-Sänger Tommy Karevik seine Sache mehr als ordentlich erledigt. Über Hansi Kürsch (Blind Guardian), Jonas Renkse (Katatonia) oder Marco Hietala (Nightwish) groß Worte zu verlieren, würde den hiesigen Rahmen sprengen. Damian Wilson liefert eine beeindruckende Vorstellung ab und man kann gespannt sein, wohin dessen Reise nach dem letztjährigen Ausstieg bei Threshold hinführt. Mike Mills von Toehider schlüpft wie schon auf dem letzten Studio-Release in die Rolle des Androiden TH1 und führt als Moderator und natürlich stimmgewaltiger Sänger (dieses FALSETT!) durchs Programm. Die eigentlichen Stars des Abends sind die Frauen. Mit Anneke van Giersbergen (VUUR, The Gentle Storm) und Floor Jansen (Nightwish) verzaubern zwei der prägenden Figuren des Rock/Metal-Zirkus das Auditorium und ziehen sämtliche Register ihres Könnens von fragil bis dominant. Die Power-Röhre von Maggy Luyten steckt bei ihren Parts die meisten männlichen Screamer locker in die Tasche. Mit dem Backround-Chor aus Irene Jansen, Marcela Bovio und Lisette van den Berg sitzt und passt jedes Vocal-Arrangement. Ein musikalisches Theater, das gerne eine Tradition erlangen kann wie der grüne Hügel für Wagners Opern. Im Vergleich zu Bild und Ton bei "Theater Equation" legt Lucassen bei "Ayreon Universe" noch eine Schippe drauf. Die brillante Lightshow und die Visuals werden gekonnt ins Bild umgesetzt. Im Mix erklingt jedes instrumentale Detail sehr gut lokalisierbar. Gerade die Parts mit Geige oder Flöte gehen trotz der Masse an Musikern nicht unter. Workaholic Lucassen sind die Anstrengungen der letzten Monate in der Vorbereitung der Shows ins Gesicht geschrieben. Nach Genuss dieses Events kann man nur konstatieren, dass sich jede Träne und jeder Tropfen Schweiß, der in diesem Projekt steckt, gelohnt hat. © Laut
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Progressive Rock - Erschienen am 1. November 2008 | Music Theories

Progressive Rock - Erschienen am 25. September 2013 | Music Theories

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Hinter dem Namen Ayreon verbirgt sich das progressive Rock/Metal-Projekt von Arjen Lucassen, der sich auch für Star One und Guilt Machine verantwortlich zeigt. Doch auf Theory of Everything kehrt der niederländische Musiker seinen bisherigen, meist metal-lastigen Sci-Fi-Ideen den Rücken. Die Veröffentlichung ist als Rock-Oper zu verstehen, unterteilt in vier zwanzigminütige Tracks, die wiederum aus insgesamt 42 Einzelstücken bestehen. Protagonist bildet die Figur des jungen Genies, der an psychischen Problemen leidet und gleichzeitig als Wissenschaftler im Bereich der Naturgesetzte forscht. Hinzu kommen noch verschiedene Nebenrollen wie jene des Psychiaters, ein Rivale oder auch ein Lehrer. Diese sind zum Teil durch keine unbekannten Sänger/innen besetzt – beispielsweise mit Christina Scabbia von Lacuna Coil. © TiVo
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Progressive Rock - Erschienen am 1. Oktober 1996 | Music Theories

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Metal - Erschienen am 17. September 2020 | Music Theories

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Progressive Rock - Erschienen am 27. März 2020 | Music Theories

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Metal - Erschienen am 27. August 2020 | Music Theories

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Progressive Rock - Erschienen am 14. April 2017 | Music Theories

Arjen Lucassen spricht "Es werde Licht" und lüftet auf "The Source" das Geheimnis um die Vorgeschichte der Forever-Saga. Das Prequel zu "01011001" beschreibt den Überlebenskampf der Menschen auf dem Planeten Alpha und deren Flucht auf den Planeten Y, wo sie in der Liquid Eternity-Soße unsterblich, aber emotionslos dahinvegetieren. "The Source" nennt diese Flüssigkeit nur bei anderem Namen. In grauer Vorzeit angesiedelt, plagen sich die Vorfahren der Menschheit mit denselben Problemen, die uns heute beschäftigen. Geschichte wiederholt sich, das Wachstums-Pendel schlägt mit den Geißeln Krieg, Umweltzerstörung und blindem Technik-Glauben hart zurück. Die alles überwachende künstliche Intelligenz namens 'The Frame' kommt zu dem Entschluss, die Wurzel allen Übels zu beseitigen, nämlich die Bewohner des Planeten Alpha. Technik, die begeistert - und zerstörerische Ausmaße annimmt. Eine kleine Gruppe schickt sich an, dem drohenden Untergang zu entfliehen und bricht auf zu einem neuen Sonnensystem, um dort den Planeten Y zu besiedeln. Stellte "The Theory Of Everything" gewissermaßen die Abkehr vom Höher-schneller-weiter-Prinzip dar und wartete mit abgespecktem Personal, einer irdischen Story und deutlichen Seventies Prog-Referenzen auf, geht der holländische Hüne mit "The Source" wieder in die Vollen. Als Prequel konzipiert, tauchen in textlicher und musikalischer Hinsicht entsprechend viele Querverweise aus dem Ayreon-Kosmos auf, deren Entschlüsselung viele Posts auf der Facebook-Seite generieren dürfte. Das Songwriting fällt extrem linear aus. Nicht der Weg ist das Ziel, sondern die Schönheit einer Melodie und die Brachialität einer Passage, die Lucassen entsprechend songorientiert behandelt. Größtenteils regieren die Gitarren, wobei die für den Sound unverzichtbaren Keyboards für Riff- und Melodien-Dopplungen sorgen. Der Hörer wähnt sich streckenweise im Star One-Universum und auf der "Universal Migrator Part II"-Zeitreise. Lucassen fährt sämtliche Schwermetalle des Periodensystems auf und kredenzt seine unverkennbare Mischung aus Prog Metal, Speed Metal, Hardrock und Power Metal. Einige balladeske Parts und folkige Steptanz-Einlagen sorgen neben dosierten klassischen Spielereien und Orientalismen für willkommene Abwechslung. Exemplarisch hierfür steht der C-Teil in "Deathcry Of A Race", in dem Floor Jansen (Nightwish) und Simone Simons (Epica) die Opern-Diven mimen und Zaher Zorgati (Myrath) den Muezzin gibt. Die Riege an Gastmusikern lässt jedem Rock und Metal-Fan das Wasser im Munde zusammenlaufen. Das Who is Who ist gewohnt gekonnt in Szene gesetzt. Tobias Sammet (Edguy, Avantasia) tritt als cockrockender Kapitän auf, Russel Allen (Symphony X) als stimmgewaltiger Präsi, während James LaBrie (Dream Theater) als Historiker die Story mit wesentlich weniger Kitsch als auf "The Astonishing" stimmlich begleitet. Der Oberhammer ist Mike Mills (Toehider) als Betriebssystem TH 1, der bereits auf "The Theory Of Everything" und der Live Adaption von "The Human Equation" die Kinnladen zum Herunterklappen brachte. Die Vocal-Layer im Stile eines Freddie Mercury oder Devin Townsend geraten zu Highlights. Stellenweise agieren die Sänger deckungsgleich mit ihren Stammformationen. Hansi Kürsch intoniert den Refrain von "Planet Y Is Alive" wie eine Speed Metal-Nummer aus dem Blind Guardian-Fundus. Tommy Rogers Einsätze fallen wie die elegischen Parts des letzten Between The Buried And Me-Geniestreichs "Coma Ecliptic" aus. Leider hält er sich mit seiner extremen Gesangsstimme zurück. Lucassen tritt als Perfektionist und Kontrollfreak wie aus dem Lehrbuch auf. Zwar gibt er einige Soli an Könner wie Paul Gilbert (Mr. Big, Racer X) und Guthrie Govan (The Aristocrats, Steven Wilson) ab, behält aber ansonsten bei jeder Note die Oberhand. Als Kritiker kann man ihm spitzfindig vorwerfen, dass ihm die Ideen ausgehen, da sowohl die Story als auch Musik und Sounds mit zahlreichen bekannten Motiven aufwarten. Den Kniff, das Ganze als Prequel zu konzipieren, lässt man ihm noch einmal durchgehen. Beim nächsten Projekt sollte er dennoch aufpassen, dass in der perfekt getakteten Megamaschine nicht die Seele verloren geht. © Laut
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Weihnachtsmusik - Erschienen am 26. November 2020 | Mascot Records

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