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Auch einige Monate vor seinem 70. Geburtstag denkt Alice Cooper gar nicht an Rente und Altersheim. Der Prinz der Dunkelheit aus Detroit zeigt auf seinem neuen Album Paranormal noch ordentlich Power. Das 27. Studioalbum des Verrücktesten aller Hardrock-Meister wurde in Nashville mit seinem alten Komplizen Bob Ezrin als Produzenten aufgenommen und wurde mit einem Teil der Originalbesetzung seiner Band eingespielt, darunter Neal Smith, Dennis Dunaway und Michael Bruce. Aber auch beeindruckende Gäste wie Larry Mullen, Schlagzeuger von U2, Billy Gibbons, Gitarrist von ZZ Top oder Roger Glover, Bassist von Deep Purple kommen darauf zu Wort. Wie von Alice Cooper gewohnt, scheppern die Gitarrenriffs in den Ohren und der Musiker singt über verschiedenste Themen wie den Teufel, Albträume und Transgender-Fragen. Auf Alice Cooper kann man sich einfach immer verlassen. © CM/Qobuz
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Die Frage, die sich natürlich stellt, ist folgende: wer braucht eine weitere Kompilation dieses Meisters auf dem Gebiet des Shock Rock? Auch wenn es seit dem ersten Greatest Hits im Jahre 1974 unzählige Veröffentlichungen dieser Art gegeben hat, so besitzt, statistisch gesehen, die große Mehrheit der Menschen auf dieser Erde kein einziges seiner Alben, oder sie haben nie eines davon gehört. Die immer wiederkehrende Frage lautet also eher: kann man mit diesem neuen Doppelalbum einen ersten Schritt machen? Die Antwort wird ja und nein sein. Wie aus der Bezeichnung „Epic Years“ hervorgeht, bezieht sich dieses Best of-Album nur auf die Zeit, in der Alice Cooper bei dem einflussreichen amerikanischen Label unter Vertrag stand. Es war eine Zeit der recht fetten Jahre, die im Jahr 1989 mit dem monumentalen Trash anfingen, und weitergingen mit der langen, für die UKW-Sender genau passenden Serie an Radiohits (Poison, Bed of Nails House on Fire, Only My Heart Talkin) und einer Handvoll anderer, die zu Coopers Klassikern gehören (Spark in the Dark, Trash, Hell Is Living Without You, I’m Your Gun). Die zwei Millionen Exemplare, die von diesem Album verkauft wurden, haben Coopers Karriere einen richtig neuen Aufschwung gegeben, sodass er darüber selbst erstaunt war:  „Auf der Straße begegnete ich jungen Leuten, die dachten, es wäre mein erstes Album.“ Seine Berühmtheit hatte er aber auch den Gastauftritten von Szenestars zu verdanken, etwa Aerosmith in fast vollständiger Besetzung (Steven Tyler, Joe Perry, Tom Hamilton und Joey Kramer), Jon Bon Jovi und sein früherer Komplize Richie Sambora oder Steve Lukather (Toto)… Aber acht von zehn Auszügen aus Trash zu präsentieren, das ist entweder übertrieben oder geizig. Das darauffolgende Album war zwar kein Misserfolg, bei weitem nicht, aber es war nicht genauso erfolgreich, trotz desselben Rezepts, das noch ehrgeiziger war, mit noch mehr angesehenen Gästen, (Ozzy Osbourne, Slash, Joe Satriani, Steve Vai oder zwei Mitglieder von Mötley Crüe, Nikki Sixx und Mick Mars…). Dennoch wurde hier der gesamte Inhalt übernommen. Ein einziges Stück des hervorragenden The Last Temptation wurde weggelassen, aber glücklicherweise wurden die Kooperationen mit Chris Cornell übernommen (Stolen Prayer und Unholly War). Die Bezeichnung „Best of“ könnte sich ein bisschen übertrieben anhören, ist aber mit drei – und nicht den geringsten – Hits aus dem Live-Mitschnitt A Fistful of Alice gerechtfertigt: No More Mr. Nice Guy, Billion Dollar Babies und School’s Out. Allerdings präsentiert nur der letzte einen echten Gast, Sammy Hagar, wo sich doch auch Rob Zombie oder Slash auf der Bühne mit anderen Stücken Cooper angeschlossen hatten. Man hätte wohl besser daran getan, statt der Studioalben ein paar Titel mehr aus diesem qualitativ hochwertigen Live-Album zu präsentieren. Wenn wir also auf die zuvor gestellte Frage genauer antworten wollen, dann tendieren wir eher zum "Ja". Man kann durchaus mit diesem Album starten, da es eben den Jahren entspricht, wo Coopers Produktionen fast durchwegs erstklassig waren. Dann sollte man aber schnell einen Schritt weiter gehen… © Jean-Pierre Sabouret/Qobuz
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