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Musical Fidelity M6 Encore Connect: ein gut ausgestatteter Musikserver mit grandioser Steuerungsapp!

Für diesen Hörtest haben wir den Musikserver M6 Encore Connect unter den vielen von Musical Fidelity erhältlichen Produkten gewählt - Nu Vista, Encore, M8, M6s, M5s, M3s, LX2, LX und V90 - und mit dem Spitzenmodell Nu Vista der Serie zu begonnen, deren Produkte sowohl Leistung als auch sehr hochwertige Features aufweisen.

Von Charlotte Fiedler | Hi-Fi | 12. Juni 2018
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Qobuz

Wie der Name schon sagt, ist der Musikserver, den wir Ihnen in diesem Artikel präsentieren, Teil der Encore-Reihe, die sich ganz oben im Warenkorb des Herstellers befindet. Es ist ein sehr modernes Gerät, das dem Amateur ein Netzlaufwerk, einen CD-Player, digitale und analoge Eingänge sowie eine Festplatte zum Speichern von kopierten CDs oder anderen Musikmedien zur Verfügung stellt.

Beachten Sie, dass der Musikserver M6 Encore Connect einen Zwillingsbruder hat, den M6 Encore 225, der in seinem Gehäuse Verstärkerstufen mit 225W/8Ω pro Kanal bietet.

Wie jedes moderne Gerät, das mit einem Netzlaufwerk ausgestattet ist, verfügt dieses Modell nicht nur über eine Anwendung für Smartphones oder Tablets unter iOS und Android, sondern auch über die Qobuz-App, die über einen Computer-Browser mit einem Klon der Logitech Media Server-Anwendung installiert werden kann. Außerdem sind die Möglichkeiten dieses Musikservers sehr breit gefächert. Trotz der vier Tage, die wir diesem Gerät gewidmet haben, ist hierfür nur ein kleiner teil draufgegangen. Die Bedienungsanleitung der Online-Hilfe (Link am Ende dieses Prüfstands) bietet dabei einen guten Einstieg.


Einführung

Der Musikserver Musical Fidelity M6 Encore Connect mit Streamer ist ein imposantes Gerät, strahlt Seriosität und Solidität aus und verfügt über eine Front, die sowohl in Aluminium natur satiniert als auch in schwarz mit satinierten Aluminiumknöpfen erhältlich ist. Trotz seiner Größe ist das Gerät nett anzusehen.


Auf der rechten Seite des Bildschirms befindet sich der Lautstärkeregler, eingerahmt von einer USB-A-Buchse zum Anschluss eines Wechselspeichermediums (USB-Stick oder externe Festplatte) und einer Standard-Klinkenbuchse (6,35 mm) für Kopfhörer.

Wir bemerken eine Reihe von Bedienelementen für den CD-Player (Slot-in) auf der rechten Seite des zentralen Displays, die aber auch andere Quellen regeln können. Der Display ist nicht zu groß und gut lesbar. Auf der linken Seite können mit Hilfe verschiedener Tasten das Home-Menü, die aktuelle Wiedergabe und das Hinzufügen oder Entfernen von Dateien aus der aktuellen Playlist sowie die Quellenauswahl geregelt werden.

Die Konnektivität des Musikservers Encore Connect M6 ist sehr umfassend. Was die digitalen Quellen anbetrifft, so sind wir verwöhnt: Es gibt einen USB-B-Eingang, über den der Hersteller keine Angaben macht, drei USB-A-Eingänge zum Anschluss von Wechseldatenträgern, vier S/PDIF-Eingänge (zwei koaxiale und zwei optische), und wir können der Liste eine Festplatte hinzufügen, die von der Rückseite zugänglich ist und zum Speichern von kopierten CDs oder anderen Medien verwendet werden kann. Musikdateien werden jedoch nicht direkt von USB-Geräten gelesen, sondern der Server scannt den Inhalt, um zu sehen, was auf seine Festplatte übertragen werden kann. Außerdem gibt es drei analoge Hilfseingänge.


Bis auf das Fehlen von symmetrischen Ausgängen entsprechen die analogen Ausgänge dem, was man von einem Musikserver erwarten kann: zwei Stereoausgänge, einer mit festem Pegel (Line), der an einen integrierten Verstärker mit Lautstärkeregler angeschlossen wird, sowie einen anderen mit „Pre“ gekennzeichneten, der mit einem Leistungsverstärkerblock verwendet werden kann. Direkt darunter befinden sich zwei S/PDIF-Digitalausgänge, ein koaxialer und ein optischer.

Ausführung

Der Musikserver M6 Encore Connect von Musical Fidelity hat ein sehr sauberes Design und verwendet das gleiche Gehäuse wie der M6 Encore 225.


Die Hauptplatine ist ein nach Musical Fidelity-Spezifikationen gefertigtes MJ Embedded-Modell. Es ist zuständig für Audio-Streams - insbesondere von CDs, die auf die Festplatte kopiert werden - sowie das Dekodieren der verschiedenen Formate, die in einem Netzwerk gelesen werden können.


An der Unterseite des Gehäuses ist die DAC-Karte befestigt, die auf dem Bild unten abgebildet ist und von der oben angebrachten Vorverstärkerkarte verdeckt wird. Daneben die Festplatte zum Speichern von Musikdateien. Auf dieser DAC-Karte befinden sich drei doppelte koaxiale und optische S/PDIF-Anschlüsse, zwei Eingänge und ein Ausgang, sowie deren Transformatoren zur Isolations- und Impedanzanpassung. Man findet zudem eine eigene Stromversorgung, die um einen Gleichspannungswandler (linker Teil der Karte) herum angeordnet ist.


Eine integrierte Burr-Brown SRC4392-Schaltung (in der Mitte der Platine) empfängt und schaltet die S/PDIF-Signale, extrahiert den I2S-Bus und versorgt die digitalen Ausgänge mit den Signalen der abgespielten Musik, indem sie diese in S/PDIF kodiert. Die Schaltung unterstützt auch I2S-Busse von Decodern anderer digitaler Quellen, insbesondere solcher, die von der Hauptplatine verwaltet werden, wie Festplatten- oder Netzwerkwiedergabe und digitale Signale von analogen Eingängen, die von einem Texas Instruments PCM1863 Digital-Analog-Wandler kommen (rechts neben und etwas unter dem SRC4392).

Für die Analog-Digital-Wandlung ist ein leistungsfähiger Burr-Brown PCM5242-Chip (bis zu 32 Bit bei 384 kHz) zuständig, der eine Ladungspumpe integriert, um auf 0 V bezogene Signale auszusenden, bei denen es sich um Differenzsignale handelt (identische Signale, die aber in entgegengesetzte Richtungen variieren).

Auf der Vorverstärkerkarte werden die drei Analogeingänge durch Relais geschaltet und die Signale des ausgewählten Eingangs durch das zuvor beschriebene PCM1863 auf der DAC-Karte digitalisiert. Auf der linken Seite befinden sich die variablen Pegel-Ausgänge (zum Anschluss an einen Leistungsverstärker) und die festen Pegel-Ausgänge (zur Verwendung als Quelle), die ebenfalls über Relais geschaltet werden. Alle diese Relais werden von einer ULN2003-Schaltung (einem Transistor-Array) gesteuert, der eine Steuerlogik aus zwei Texas Instruments-Schaltungen, einem SN74LVC8T245-Bus-Transceiver und einem SN74LV595A-8-Bit-Register vorausgeht.


Rechts unten auf der Platine befindet sich ein rauscharmer vierfacher Operationsverstärker STMicroelectronics MC33079, der analoge Signale von der DAC-Platine verstärkt (ohne gesonderte Stromversorgung). Diese werden dann zum Line-Ausgang und zu einem Burr-Brown PGA2320-Lautstärkeregler geleitet, der sie wiederum zu den Ausgängen mit variablem Pegel (Pre) und zu einem rauscharmen Operationsverstärker LM833 von National Semiconductor leitet.

Dieser ist als Spannungsfolger montiert, d.h. er empfängt die Signale so, wie sie sind, aber seine sehr niederohmigen Ausgänge erlauben es ihm, einen hohen Strom abzuliefern (der LM833 kann bis zu 500 mW ableiten) und sie gegen Störungen zu immunisieren, was in diesem Fall notwendig ist, da sie über Kabel bis zum Klinkenstecker der Frontplatte geführt werden. Alle diese analogen Schaltungen beziehen ihren Strom aus dem symmetrischen Netzteil ±15V, das sich links im Bild befindet, und verwenden einen Spannungswandler TPS65130 von Texas Instruments.

Gebrauch, Hörerlebnis

Der M6 Encore Connect kann auf vielfältige Weise gesteuert werden - entgegen dem allgemeinen Trend im High-End-Bereich, bei dem die Nutzung eines Netzwerk-Players oder Musikservers auf die Installation einer App auf Smartphone oder Tablet (dort sogar nur auf Apple-Produkten) beschränkt ist. Eine gewisse Art von Demokratie, die einem etwas aristokratischen Gerät gewidmet ist.

Die Steuerung ist zunächst einmal über die Fernbedienung möglich. Ebenso über die AppMusical Fidelity Encore für iOS und Encore Fernbedienung für Android, sowie über den Browser Ihres PCs oder Macs (oder gar eines ChromeBook) durch Eingabe der IP-Adresse Ihres Musikservers M6 Encore Connect ins Adressfenster des Browsers. Die IP-Adresse finden Sie in der App für Smartphone oder Tablet unter --> Settings --> Player Settings, oder durch sie simple Eingabe von http://encore.local/ ins Adressfenster. Zudem ist die IP auch in den Frontpanel-Steuerungen auffindbar.

Obwohl Sie jeden Browser (und jedes Betriebssystem) verwenden können, gibt der Hersteller an, dass nur der Chrome-Browser die volle Funktionalität dieser Steuerungsanwendung über einen Computer gewährleistet. Und die App funktioniert auch, wenn der Chrome-Browser auf einem iPad oder einem Smartphone mit Android installiert ist! Was will man mehr?

Obwohl wir die Anwendung Musical Fidelity Encore auf einem iPad installiert haben, verwendeten wir ebenso die App des auf unserem PC installierten Chrome-Browsers und machten einige Screenshots, die wir Ihnen zeigen möchten - zumal es notwendig ist, über http://encore.local/ zu gehen, um Qobuz zu validieren.

- Hier sehen Sie die Homepage mit der Bibliothek.


- Die verschiedenen Menüs.


- Das Steuer-Menü bietet Zugriff auf Musik und Musikmedien, einschließlich Qobuz und Extras.


- Die Extra-Funktionen.


- Hier können Sie den Eingang wählen, über den Sie hören möchten.


Wenn Qobuz nicht installiert ist, sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

- Klicken Sie auf das Menü-Symbol oben links und wählen Sie ‘Einstellungen’ (‘Library Settings’).


- Klicken Sie dann auf die Registerkarte ‘Erweitert’ (‘Advanced’).


- Klicken Sie auf der sich öffnenden Seite auf die Registerkarte ‘Plugins’ und scrollen Sie nach unten, um zu Qobuz zu gelangen.


- Aktivieren Sie das Kontrollkästchen Qobuz und klicken Sie unten rechts auf ‘Übernehmen’ (‘Apply’). Daraufhin wird das folgende Fenster angezeigt. Klicken Sie auf ‘Jetzt neu starten’ (‘Restart now’).


- Der Encore Connect-Server wird gestartet.


- Wenn Sie auf ‘OK’ klicken und die Seite aktualisieren, sehen Sie, dass Qobuz korrekt installiert ist.


- Klicken Sie auf das Menü-Symbol oben links und wählen Sie ‘Einstellungen’ (‘Settings’), dann die Registerkarte ‘Services’ und bestätigen Sie Qobuz (‘Enable Qobuz').


- Sie können auch die Registerkarte ‘Inputs’ in den Einstellungen wählen und sie umbenennen.


- Der Name des optischen Eingangs 1 wurde hier geändert, aber auf dem Musikserver erscheint immer noch Optical Digital 1... Ein Bug?



Wir haben die Hörproben auf unserem üblichen "Referenz"-System begonnen (d.h. das System, auf das wir uns üblicherweise beziehen: Verstärker Sony UDA-1 und Lautsprecher Triangle Antal Anniversary). Dabei widmeten wir uns zunächst Vivaldis Vespri per l'Assunzione di Maria Vergine von Rinaldo Alessandrini mit dem Concerto Italiano. Ein wunderbares Album!


Die Wiedergabe bot ein breites Klangspektrum: lebendig, aber etwas weniger beißend als gewohnt. Die Stimmen sind zart restauriert und die Chöre nicht zu aufdringlich; die hohen Töne klingen warm und nicht zu exzentrisch. Eine vielleicht etwas abgeschwächte Vision von Rinaldo Alessandrinis Interpretation von Vivaldis Werk, aber von unbestreitbarer Schönheit.

Mit Dvořáks Symphonie Nr. 6 unter Yannick Nézet-Séguin, der das London Philharmonic Orchestra (Hi-Res 24-Bit-Version bei 96 kHz) leitet, wird die Vision des Dirigenten von einer ungewöhnlichen Dichte verstärkt und zeigt manchmal eine fast tragische Seite, die etwas überraschen kann.


Der M6 Encore Connect versetzt uns mit einer gewissen Leichtigkeit in das manchmal dunkle Universum von Katy Perrys Album Witness, folgt dem Rhythmus, ohne den Bass zu unterstützen und löscht die hohen Töne der Singstimme leicht aus, was eine ordentliche Portion Emotion auslöst.


Auf unserem Oppo PM-3 gehört, bietet der Kopfhörerverstärker eine gute Leistung, ist nicht aggressiv und liefert eine große Bandbreite an tiefen, straffen Bässen.

Insgesamt ist der Musikserver M6 Encore Connect von Musical Fidelity ein schönes, modernes Gerät, das den Zugang zu entmaterialisierter Musik, einschließlich Qobuz in Hi-Res, auf vielfältige Weise ermöglicht; dies gelingt ihm dank seiner Anwendungsmöglichkeiten, deren fast universelle Variationen einzigartig sind. Seine sehr guten Klangleistungen runden das positive Bild ab.


Technische Daten (auf Englisch)
Kurzanleitung (auf Englisch)
Online Bedienungsanleitung (auf Englisch)
Anschlussplan
Informationen zum Netzanschluss (auf Englisch)
Webseite des Herstellers (auf Englisch)

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