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Rubrik :
Auf dem Prüfstand

iFi Zen Stream: Test eines universellen Mini-Netzwerk-Streamers zu einem entspannten Preis

Von Alban Amouroux |

iFi bietet vielfältige elektronische Lösungen für HiFi in winzigen Gehäusen. Einige sind tragbar und passen zu Smartphones oder mobilen Abspielgeräten. Während andere stationär sind, um Ensembles zu bilden oder diese oder jene Funktionalität einzubringen, ist die Rolle des Zen Stream in seinem Namen enthalten: Er spielt Musik aus dem Internet oder dem lokalen Netzwerk ab. All dies geschieht durch zahlreiche Möglichkeiten, um sich Ihren Bedürfnissen anzupassen.

Diese Marke steht für High-Fidelity in Mini-Gehäusen. Alle iFi-Produkte nehmen nur sehr wenig Platz ein, ohne dass dies auf Kosten ihrer Effektivität geht. Sie sind vor allem im Bereich der DACs und Kopfhörerverstärker bekannt. Mehrere Versionen ermöglichen es, die Bedürfnisse hinsichtlich der Anschlüsse, der Kompatibilität und des Leistungsniveaus abzudecken. Nach und nach kamen weitere Funktionen hinzu: Phono-Vorverstärker, Bluetooth-DAC und Netzwerkplayer.

iFi ist auch für sein Zubehör bekannt, das sich der elektrischen und elektronischen Verbesserung des digitalen Auslesens widmet. Sie werden in den Signal- oder Stromweg gelegt, um Rauschen und andere Risiken für die Musikverfälschung zu beseitigen. Dazu gehören Reiniger, AC/DC-Netzteile, galvanische USB-Isolatoren und vieles mehr. In diesem Zusammenhang hat iFi einige seiner Technologien direkt in den Zen Stream integriert, um seine Leistung zu optimieren.

Eigenschaften

Preis: 399 €
Samplingfrequenz: 384 kHz / 32 Bit, DSD256
Protokolle: UPnP/DLNA, Roon, AirPlay (Chromecast in Kürze)
Anschlüsse: Ethernet, WLAN, 1x Koaxial-Ausgang, 1x USB-A-Ausgang, USB-A-Anschluss zum Speichern
Sonstiges: aufbereitete Stromversorgung, Ethernet-Kabel im Lieferumfang enthalten
Größe (B x T x H): 158 x 100 x 35 mm
Gewicht: 578 g 

Präsentation des Zen Stream

iFi hat für seine Zen-Reihe ein eigenes Design entworfen. Sie nimmt den Begriff mit ihren weichen, geschwungenen Formen sehr wörtlich. Das ist eine Abwechslung zu den klassischen Gehäusen mit rechteckigen Fronten. Die Silikonfüße sind so platziert, dass mehrere Elemente der Zen-Reihe übereinandergestapelt werden können.

Auf der Vorderseite des Stream ist sein Markenzeichen recht groß auf dem eloxierten Aluminiumteil eingraviert. Es gibt zwei Tasten: eine zum Einschalten und eine für die WLAN-Verbindung. Zwei große LEDs informieren über den aktuellen Status: die linke über die Netzwerkqualität, die rechte über die Qualität der Audiodateien. Die linke LED muss unbedingt weiß oder grün leuchten. Andere Farben zeigen ein überlastetes, zu langsames oder nicht vorhandenes Netzwerk an.

Auf der Rückseite ist die Konnektivität auf das Wesentliche reduziert. Der Zen Stream bietet nur digitale Ausgänge. Ein separater oder in den Verstärker integrierter DAC ist erforderlich. Es stehen zwei Ausgänge zur Verfügung: ein koaxialer SPDIF und ein USB-A. Der koaxiale Ausgang ist mit dem Signalreiniger iFi iPurifier verbunden.

Ein weiterer USB-A-Anschluss nimmt einen USB-Stick oder eine externe Festplatte auf. In diesem Fall wird der Zen Stream vollständig lokal betrieben und fungiert als Server für andere Geräte im Netzwerk. Der vorhandene USB-C-Anschluss wird nicht genutzt, er ist für Wartungszwecke vorgesehen. Auf der Netzwerkseite lässt iFi die Wahl zwischen Ethernet und WLAN über eine aufschraubbare Antenne.

Ein kleiner Wahlschalter hat die Aufgabe, den Zen Stream in einem bestimmten Modus zu blockieren. Er ist universell in seiner Konnektivität für vernetzte Musik, alles lässt sich auf den Verwaltungsseiten einstellen. Hier ist es jedoch möglich, den Stream in einem bestimmten Modus zu blockieren, z. B. in DLNA oder unter Roon. Er steht dann nicht mehr für andere Modi zur Verfügung.

Funktionen des Zen Stream

iFi hat dem Karton ein doppelseitiges Blatt beigelegt, das die ersten Schritte erklärt, um den Zen Stream nutzen zu können. Für das Ethernet müssen Sie nur das Kabel anschließen. Für das WLAN muss die Zuordnung über die Taste an der Vorderseite erfolgen. All dies geschieht sehr einfach, in unter einer Minute. Danach müssen Sie in einem Webbrowser die Adresse des Zen Stream eingeben. Daraufhin werden die Konfigurationsmenüs angezeigt.

Die ersten Items sind der Verwaltung von Musik gewidmet, auf die lokal direkt über den USB-Anschluss zugegriffen werden kann: Musikbibliothek, Künstler, Alben, Playlists. Anschließend kann man sich mit einem freigegebenen Ordner im Netzwerk, z. B. auf einem NAS, verbinden und Internetradio hören. Für einen schnellen Zugriff können Radiosender als Favoriten gespeichert werden.

In den erweiterten Einstellungen können Sie auswählen, was zugänglich sein soll und was verborgen werden kann, wie z. B. bestimmte nicht verwendete Audioprotokolle. Die Art der Wiedergabe im DSD-Modus, die Größe des Pufferspeichers und die Lautstärkeverwaltung sind allesamt Einstellungen, die dem Benutzer zugänglich sind. Sie können auch mit Musik aufwachen und zu Bett gehen, dank der Funktionen eines Radioweckers.

Der iFi Zen Stream funktioniert nach dem Prinzip der Skalierbarkeit über eine interne Software, die regelmäßig aktualisiert wird. Der DAC ist kompatibel mit Hi-Res-Dateien bis 384 kHz/32-Bit und in DSD256. Heutzutage kommt der Stream auch mit DLNA, Roon und AirPlay gut zurecht. Es ist bereits ein Update geplant, das Chromecast hinzufügt, damit der Kreis sich schließt.

Es gibt auch die Möglichkeit, über die HQPlayer-Software in den Network Audio Adapter-Modus zu wechseln. Diese PC-Software fungiert dann als Abspielgerät für die Musik, die sie über das Netzwerk an den Zen Stream weiterleitet. Dann liefert dieser die Musik an den DAC. Bei dieser Art der Konfiguration muss kein PC an die HiFi-Anlage angeschlossen und im Wohnzimmer aufgestellt werden – ein Gerät, das oft störend wirkt, allein schon durch die Betriebsgeräusche aufgrund seiner oft nicht gerade unauffälligen Lüfter.

Höreindruck

Für diesen Test haben wir den USB-Ausgang des Zen Stream mit unserem RME ADI-2 Pro DAC verbunden. Dann haben wir die Wiedergabe unserer Qobuz-Testplaylist über die Roon-Software gestartet. Diese zeigt den Weg des Signals durch den Streamer und dann durch den DAC gut an, da das RAAT-Protokoll direkt im Zen Stream vorhanden ist. Wir haben unter Android auch einige Tests mit DLNA über die Software BubbleUPnP durchgeführt.

Die intime Aufnahme von Marc Johnsons Kontrabass auf seinem letzten Album Overpass vermittelt ein gutes Gefühl für die Grenzen des Raumes mit Notenenden, die um das Instrument herumfliegen und es uns gegenüber wieder materialisieren. Die Mikroinformationen lassen uns jede kleinste Vibration, jede Berührung und Manipulation der Finger auf dem Instrument, aber auch die Atemzüge des Musikers spüren. Der zeitgenössische Jazz erhält seine Bedeutung mit Einfachheit und Wahrheit durch diese Trennung von Noten und Instrumenten, die der Zen Stream mühelos vermitteln kann.

Die ultraleichte Produktion der neuesten EP Joyride von Holybrune bringt den Funk wieder einmal auf den neuesten Stand. Bass, Schlagzeug und Keyboards sind perfekt voneinander isoliert. Holybrunes Stimme nimmt ihren Platz im hinteren Teil der Klangbühne ein. Auch hier ist die Lesbarkeit des Ganzen so fein und präzise, dass man den Klang ohne Knackeffekt aufdrehen kann.

Mit dem Zen Stream kamen wir auch in den Genuss des Vokaljazz von Stacey Kent, insbesondere mit dem Album I Know I Dream, das in unseren Tests immer wieder auftaucht. Wir stellen erneut eine Gesamtkohärenz fest, die es ermöglicht, dass die Technik hinter der Musik zurücktritt. Die Klangfarben werden über das gesamte Spektrum respektiert, die Stimme ist gut vom Rest abgehoben. Es fehlt jedoch ein Hauch von Fundament in den tiefsten Frequenzen, wo man sich mehr Griffigkeit gewünscht hätte. Dieser Mangel ist nicht von Bedeutung, wenn man sich den Preis vor Augen hält, zu dem der Zen Stream angeboten wird. Alles darüber hinaus wird das Privileg von viel teureren Produkten sein.

Wir schließen mit dem Soundtrack des japanischen Zeichentrickfilms Kiki die kleine Hexe ab. Diese symphonische Suite versetzt uns sofort wieder in die Geschichte zurück. Die Effekte von Tiefe und Breite werden perfekt wiedergegeben, wobei die Instrumente ihren Platz in diesem breiten Rahmen einnehmen, der virtuell vor uns gezeichnet wird. Die verschiedenen Instrumente treten sich nie gegenseitig auf die Füße, die Osmose ist da. Das ist alles, was man von einem Streamer erwartet.

PRO:
Universelles Lesegerät
Platzsparend
Umfassende Steuerung
Schöner Präsenzeffekt
Qualitäts-Preis-Verhältnis

CONTRA:
Eingeschränkte Informationen auf der Vorderseite
Kein optischer Ausgang

Fazit

Lassen Sie sich nicht von seinem simplen Aussehen täuschen – der iFi Zen Stream ist tatsächlich ein High-Fidelity-Streamer. Er verfügt über alle Fähigkeiten, um Ihren DAC mit einem hochwertigen Musikstrom zu versorgen, der jedes Detail berücksichtigt. Dies führt zu einer schwungvollen, lebendigen, offenen Wiedergabe, der nur ein Hauch von Fundament in den tiefen Frequenzen fehlt. Das ist wirklich der einzige Vorwurf, den man ihm machen kann. Trotzdem passt der Zen Stream in jedes High-End-System, indem er zum Mittelpunkt wird. Über ihn läuft Ihre gesamte digitale Musik, insbesondere Ihr Qobuz-Abonnement in Hi-Res, bevor sie von Ihrem DAC oder Ihrem Lieblingsverstärker mit integriertem Wandler verarbeitet wird. Dank seiner verschiedenen Kompatibilitäten passt er sich Ihren Gewohnheiten und den üblichen Protokollen für die drahtlose Audioübertragung an und kann gleichzeitig von einer Vielzahl von Softwareprogrammen gesteuert werden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar.