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Auf dem Prüfstand

iFi Audio Neo iDSD im Test: Der vielseitigste und erschwinglichste DAC/ Kopfhörer-/Vorverstärker

Von Alban Amouroux |

IFi Audio Neo iDSD im Test: Dieser vollwertige DAC mit Vorverstärkerstufe kann jedes Audiosystem rund um ein Audio-, Video- oder Computerset begleiten, entweder mit Lautsprechern oder mit Kopfhörern. Er enthält ausgewählte Komponenten und alle notwendigen Funktionen, um alle Dateiformate bis hin zu einer sehr hohen Auflösung abzuspielen. Alles wurde so konzipiert, dass es so bedienerfreundlich wie möglich ist.

iFi bietet ein Dutzend DACs an, sodass jeder etwas Passendes finden kann. Von tragbaren Modellen bis hin zu HiFi-Modellen mit mehr oder weniger Ein- und Ausgängen fungieren diese DACs meist als Vorverstärker, an den ein Verstärker oder Aktivlautsprecher angeschlossen werden können. Mit zwei oder drei Ausnahmen sind sie auch als Kopfhörerverstärker einsetzbar. In diesem Bereich hat iFi seinen Ruf aufgebaut. Die ersten Modelle der Marke waren zwar vielseitig, aber eher für den mobilen Gebrauch gedacht. Die Benchmark-Modelle Zen, Pro und Neo werden eher im Wohnzimmer zu finden sein.

Die Zen-Serie hat sich enorm weiterentwickelt und deckt nun alle Funktionen eines HiFi-Systems separat ab: Kopfhörerverstärker, DAC, Streamer, Phonovorverstärker... Die Pro-Serie umfasst zwei Produkte, während der Neo iDSD der einzige Vertreter seiner Reihe ist. Aus diesem Grund ist er auch so gut ausgestattet, um allen gängigen Bedürfnissen gerecht zu werden. Trotz seines Miniformats, das weit von dem herkömmlicher HiFi-Geräte entfernt ist, kann er zum Mittelpunkt eines hochwertigen Systems mit erstklassigen Wandlungsfähigkeiten werden.

Eigenschaften

● Preis: 799 €
● Stereo-DAC/-Vorverstärker
● Signal-Rausch-Verhältnis: -112 dB(A) bei 0 dBFS
● Klirrfaktor: <0,0015 % bei 0 dBFS
● Kopfhörerausgang: >5,77 V/1040 mW (symmetrisch bei 32 Ω)
● Symmetrischer Line-Ausgang: 4,4 V (fest), 6,3 V / 7,7 V max. (variabel)
● Samplingfrequenz: 384 kHz / 32-Bit, DSD512, MQA
● Anschlüsse: Bluetooth 5.1 (AAC, SBC, aptX, aptX HD, aptX Adaptive, aptX LL, LDAC, LHDC/HWA), 1x optischer Digitaleingang, 1x koaxialer Digitaleingang, 1x USB 3.0-Eingang, 1x unsymmetrischer Cinch-Ausgang, 1x symmetrischer XLR-Ausgang, 1x Kopfhörerbuchse 6,35 mm Klinke, 1x symmetrische Kopfhörerbuchse 4,4 mm Klinke
● Größe (B x T x H): 214 x 146 x 41 mm
● Gewicht: 0,97 kg 

Präsentation des Neo iDSD

Das Mindeste, was man sagen kann, ist, dass der Neo iDSD wenig Platz auf Ihrem Schreibtisch oder HiFi-Schränkchen einnehmen wird. Er passt perfekt zu dem Trend, dass Audiogeräte immer kleiner werden, aber keine Abstriche bei der Qualität machen. In diesem Zusammenhang ist er in Bezug auf die Herstellung hochmodern. Der Aluminiumrahmen ist perfekt eingepasst. Die abgerundeten Formen auf der Oberseite und um den Lautstärkeregler herum, die durch eine hintergrundbeleuchtete Linie hervorgehoben werden, brechen die Parallelität der Linien etwas auf und verleihen der Marke einen eigenen Stil.

Aufgrund seiner Premium-Positionierung hat der Neo iDSD ein kleines quadratisches Display auf der linken Vorderseite. Es zeigt das Wichtigste an: Dateityp, Abtastrate und Lautstärkepegel. Es gibt nur zwei Tasten, die zum Ein- und Ausschalten des Geräts einerseits und zur Auswahl der Quelle und Aktivierung des Bluetooth-Pairing-Modus andererseits dienen. Direkt daneben befinden sich die beiden Kopfhörerausgänge – ein klassischer 6,35 mm asymmetrischer und ein 4,4 mm symmetrischer Ausgang.

Auf der Rückseite ist alles übersichtlich und aufgeräumt. Die Eingänge befinden sich auf der rechten Seite, wobei der Stecker für die Bluetooth-Antenne angeschraubt werden muss. In diesem Bereich hat sich iFi Audio mit der Unterstützung aller Codecs, von den klassischen über die neuesten bis hin zu Hi-Res, mächtig ins Zeug gelegt. Es gibt drei digitale Eingänge. Neben den beiden klassischen koaxialen und optischen Anschlüssen gibt es auch einen abwärtskompatiblen USB-B-3.0-Anschluss, der mit 2.0 kompatibel ist. Es stehen Cinch- und XLR-Ausgänge zur Verfügung.

iFi liefert ein USB-Kabel, ein Cinch-Kabel, einen Mini-Klinke/Klinke-Adapter und ein iPower2 5 V-Netzteil mit. Es soll mithilfe der Funktion Active Noise Cancellation II Geräusche reduzieren. Das Stromkabel hat einen größeren Durchmesser als bei einem herkömmlichen Bauteil und ist zusätzlich mit einem Geflecht ummantelt.

Der Neo iDSD ist mit Technologie vollgestopft, um digitale Audioströme unter den bestmöglichen Bedingungen zu verarbeiten. Für die Umwandlung ist ein Burr-Brown-Chip zuständig, der mit einem XMOS-Mikroprozessor für den USB-Eingang kombiniert ist. Er verarbeitet fast 2000 Millionen Informationen pro Sekunde und hat einen Speicher von 512 KB. Jitter wird durch eine Femto-Uhr und einen intelligenten Pufferspeicher beseitigt. Das interne Design ist zweifach mono und basiert auf Komponenten, die von den besten Anbietern auf ihrem Gebiet ausgewählt wurden, wie z. B. die TDK-Keramikkapazitäten oder der muRata-Lautstärkeregler mit mehreren Schichten.

Funktion des Neo iDSD

Dieser iFi Audio-DAC kann also vier verschiedene Quellen wie einen DAP oder ein Smartphone über Bluetooth, einen CD-Player oder einen Fernseher über Optik und einen PC oder Streamer über USB ansteuern. Der Neo iDSD akzeptiert alles in Bezug auf Dateiformate und Abtastraten. Er schafft bis zu 768 kHz/32-Bit PCM. Er akzeptiert auch das achtfache DSD und MQA. All dies wird im Detail auf dem Bildschirm auf der Vorderseite des DAC bestätigt.

Eine Infrarot-Minifernbedienung für Lautstärke, Stummschaltung, Quellenwahl und Bildschirmhelligkeit ist ebenfalls enthalten. Sie ist jedoch nicht für das Einschalten des Geräts zuständig. Da es aber keinen Triggerausgang gibt, müssen Sie den Verstärker oder die Aktivlautsprecher ohnehin manuell einschalten.

Übrigens: Die Cinch- und XLR-Ausgänge können entweder fest oder variabel konfiguriert werden. In diesem Fall sind die Fernbedienung und der Lautstärkeregler aktiv, der Neo iDSD steuert das System im Vorverstärkermodus. Im festen Modus übernimmt er nur die Rolle eines DAC und muss an einen integrierten Verstärker oder Vorverstärker angeschlossen werden. Die Ausgänge sind mit 3,2 V bis 3,9 V variabel über Cinch oder 2,2 V fest äußerst leistungsstark. Diese Werte werden bei XLR verdoppelt, um auch anspruchsvolle Verstärker angreifen zu können.

Auf der Seite der Kopfhörerausgänge ist natürlich die gleiche Spannungsverdopplung zwischen dem unsymmetrischen 6,35-mm-Ausgang und dem symmetrischen 4,4-mm-Ausgang zu beobachten. Was die Leistung betrifft, so beträgt sie asymmetrisch 295 mW bei 32 Ohm, symmetrisch steigt sie auf 1040 mW bei 32 Ohm. Mit einer Ausgangsimpedanz von weniger als 1 Ohm ist der iFi Neo bereit, fast alle auf dem Markt erhältlichen Kopfhörer unter sehr guten Bedingungen zu versorgen.

Es gibt keine Netzwerkverbindung, aber das Bluetooth wird Nutzer zufriedenstellen, die auf eine drahtlose Verbindung warten. So ist es möglich, die native Qobuz-App auf einem Mobilgerät Ihrer Wahl zu nutzen und den Audiostream auf den Neo iDSD zu übertragen. Allerdings wird die Abtastung auf 96 kHz beschränkt sein. iFi Audio hat sich bereits bemüht, alle Codecs zu integrieren: AAC für das iPhone, aptX/aptX HD für Android-Geräte und LDAC für einige Android-Geräte und High-End-DAPs. Bluetooth ist natürlich nicht mit WLAN vergleichbar, was die Übertragungsrate und die Tatsache betrifft, dass es bei WLAN keine destruktive Komprimierung gibt, aber es garantiert einen gewissen Komfort bei der Nutzung.

Höreindruck

Wir haben als Quelle Roon (USB) verwendet, um unsere Qobuz-Playlists sowie Titel in sehr hoher Auflösung im DSD-Format anhören zu können. Die symmetrischen Ausgänge wurden an einen Parasound-Verstärker angeschlossen, der sich um unsere üblichen Dynaudio-Lautsprecher kümmert.

The Berlin Concert von John Williams, in dem mit unverhohlener Freude die Soundtracks der größten Filme der letzten Jahrzehnte zu hören sind, bietet eine großartige Tiefenwirkung und tadellose Platzierungen. Ohne Zwang spielt jedes Pult hinter den Lautsprechern in einem virtuellen Bogen, den man leicht spürt. Die ganze Kraft des Symphonieorchesters kommt auf die natürlichste Weise in unseren Hörraum.

Die sanfte und feine Extraktion von Mikrodetails kommt dem Hören von Eric Claptons letztem Live-Album The Lady In The Balcony: Lockdown Sessions zugute. Die Klangfarben von Gitarren und Schlagzeug sind besonders realistisch. Das Ganze ist vielleicht etwas straffer als bei einigen anderen DACs, aber die Musikalität und die Präsenz der Stimmen profitieren davon.

Bonobos verträumter und zugleich intimer Elektro auf dem Album Fragments weist eine schöne Kohärenz aller Klänge, Stimmen und Instrumente auf. Der Bass ist straff, passt sich aber gleichzeitig dem Rest der Botschaft an. Bei anderen Ausschnitten aus demselben Musikgenre erleben wir eine ausgezeichnete Fokussierung mit einer ausgeprägten Tiefenwirkung. Die Endnoten und die Stille sind weitere Stärken dieses DACs, der uns eine Partitur liefert, die nie verkrampft, sondern immer entspannt ist.

Wir haben unser symmetrisches Hörerlebnis über Kopfhörer mit einem Beyerdynamic Amiron Home (und dem erforderlichen Adapter) abgeschlossen. Der Realismus des Kontrabasses ist auf dem Jazzalbum Salted Caramel von Simon Höfele überwältigend. Ebenso wie die Blechbläser, die bei einigen Titeln mit viel Leichtigkeit in der Wiedergabe echoartig klingen. Das Klavier auf der linken Seite und das Schlagzeug in der Mitte unterstützen die Musik mit einer Qualität, die bis in die kleinste Intonation, die Geschwindigkeit und den Anschlag hineinreicht, die man nicht übersehen kann. Der Neo iDSD im Kopfhörerverstärkermodus ließ unsere Kopfhörer singen wie selten zuvor, unterdrückte jede mögliche Aggressivität und nahm uns mit auf eine ununterbrochene Hörreise.  

PRO:

Genauigkeit der Wiedergabe
Korrektheit der Klangfarben
Qualität der Herstellung
Dekodierungsfähigkeiten des DAC
Wettbewerbsfähiger Preis

CONTRA:

Es fehlt ein 12 V-Trigger für noch mehr Komfort

Fazit

Der iFi Audio Neo iDSD DAC/Vorverstärker ist ein Gerät, das einfach nur musikalisch ist. Die Klangfarben sind realistisch, ebenso wie die Platzierungen. Die Extraktion jeder noch so kleinen Mikroinformation trägt dazu bei, eine stabile und tiefe Klangbühne zu schaffen. Sie ist vielleicht etwas weniger breit als bei anderen Konkurrenzprodukten, wenn man wirklich nach einem negativen Punkt suchen will, aber nun gut. Dank seiner Vielseitigkeit in Bezug auf Eingänge und unterstützte Audioformate erfüllt dieser DAC mit Vorverstärker ausnahmslos alle Anforderungen. Für eine noch effektivere Kombination mit einem Leistungsverstärker fehlt ihm lediglich ein 12 V-Trigger. Der USB-Eingang bietet Platz für einen Musik-PC oder einen Streamer, der über einen solchen Ausgang verfügt. Sie sind selten, aber oftmals hochwertig. Sie werden ohne Bedenken mit dem Neo iDSD zusammenarbeiten, der außerdem zu einem Preis angeboten wird, der in der heutigen audiophilen Welt erschwinglich ist.