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Auf dem Prüfstand

Primare NP5 Prisma: Test eines Mini-Netzwerk-Players, der weiß, wie man das Maximum liefert

Von Alban Amouroux |

Zusätzlich zu seinen integrierten Verstärkern und den verbundenen CD-Playern bietet Primare jetzt auch einen eigenständigen Audio-Netzwerk-Player (Streamer) an. Der NP5 Prisma kennt zwei Funktionsweisen: einerseits integriert in ein beliebiges Hi-Fi-System, und andererseits direkt an ein kompatibles Primare-Gerät angeschlossen. So oder so bietet er eine breite Auswahl an Diensten an, um alle digitalisierten Musikangebote auf dem Markt zu genießen, einschließlich Qobuz in Hi-Res! Er bietet dabei einen großen Vorteil: ein Mini-Format, das überall seinen Platz findet.

Über WLAN oder über eine kabelgebundene Netzwerkverbindung hat sich die Audio-Streaming-Funktion in den letzten Jahren weit verbreitet. Sie ermöglicht den Zugang zu Online-Musikdiensten, Webradios - sowie zu Ihrer eigenen Audiosammlung. Viele integrierte Hi-Fi- und Heimkino-Verstärker verfügen heute über die erforderliche Netzwerkkonnektivität. Man muss sich schon auf die Suche begeben, um High-End-Audiogeräte zu finden, die nicht verbunden sind. Dies ist beabsichtigt: Jedes Element erfüllt seine Aufgabe, damit die verschiedenen Funktionen sich nicht untereinander stören. Und es ermöglicht dem Benutzer, in jedem Bereich das beste Produkt zu wählen und die jeweils bevorzugte Kombination umzusetzen.

Es gibt also Audiostreamer für jeden Preis. Von Geräten der Einstiegsklasse bis hin zu exklusiven Modellen der höheren Preisklassen. Mit dem NP5 hat Primare versucht, einen guten Kompromiss zu finden: ein Produkt, das nahezu überall aufgestellt werden kann, und auch über Hi-Fi-Qualitäten verfügt. Es basiert auf der verbundenen Plattform Prisma, die bereits in anderen Produkten der Reihe vorhanden ist. Primare hat dabei auch an seine Kunden mit nicht verbundenen Produkten früherer Generationen gedacht: Der NP5 kann über ein RS232-Kabel, das standardmäßig mitgeliefert wird, eine direkte Verbindung mit bestimmten Referenzen aufnehmen. Und für diese Kunden wird der NP5 zum halben Preis angeboten! Eine nette Anstrengung, die man in der Welt der Hi-Fi-Anlagen nur allzu selten sieht.

Merkmale

● Preis: 499 €
● Abtastrate/Auflösung: max. 192 kHz/24 Bit
● Konnektivität: WLAN AC, Ethernet, Bluetooth, 1x optischer Digitalausgang, 1x koaxialer Digitalausgang, 1x USB-A-Anschluss, 1x RS232-Anschluss
● Dateiformate: MP3, WAV, LPCM, AIFF, FLAC, ALAC, WMA, OGG, DSD128
● Streaming: AirPlay 2, Chromecast, Roon-fähig, Spotify Connect, DLNA/UPnP
● Gewicht: 0,5 kg
● Abmessungen (B x H x T): 143 x 125 x 36 mm

Übersicht über den NP5 Prisma

Es geht zwar noch kleiner, aber mit seiner Breite von nur 14,3 cm und der Höhe von 36 mm beeindruckt uns die Kompaktheit des NP5. Primare hatte auch die dankenswerte Idee, die WLAN- und Bluetooth-Antennen in das Gehäuse zu integrieren. Auf diese Weise ragt absolut nichts heraus.

Nicht einmal die Steuertasten. Es gibt nämlich keine. Auf der Oberseite des Gehäuses befinden sich drei kleine LEDs, die als Anzeige fungieren: eine leuchtet, wenn der Player eingeschaltet ist, die nächste zur Bestätigung des Verbindungsstatus, und die dritte während der Wiedergabe. Es gibt also keinen Bildschirm, der den Titel des Liedes anzeigt, das Sie gerade hören.

Die Rückseite ist mit dem berühmten RS232-Synchronisationsanschluss auf der linken Seite gut bestückt, der nur mit einem Primare-Gerät kompatibel ist. Dann gibt es noch den Ethernet-Anschluss, den wir für allerdings eine stabile Verbindung nicht allzu sehr empfehlen können. Der USB-A-Anschluss nimmt externe Speichersticks und Festplatten auf, von denen aus Sie Ihre Musikbibliothek direkt abspielen können, ohne einen Computer oder Server eingeschaltet lassen zu müssen.

Es stehen zwei digitale Audioausgänge zur Verfügung: ein koaxialer und ein optischer. Es gibt keine analogen Ausgänge und keinen eingebauten DAC. Ihr Vorverstärker bzw. Ihr integrierter Verstärker muss folglich digitale Eingänge haben, um die Verbindung mit dem NP5 aufnehmen zu können. Und schließlich finden wir hier den Stromanschluss mit 5-Volt, an dessen Kabelende ein typischer Adapterblock liegt. Die Wählerischen unter Ihnen können ihn durch eine externe geregelte Stromversorgung ersetzen.

Im Inneren befinden sich alle Komponenten und Anschlüsse auf einer einzigen elektronischen Platine.

Merkmale des NP5 Prisma

Um Ihnen das Leben zu erleichtern, hat Primare beim Verfahren zur Netzwerkinstallation auf die Google Home-Anwendung zurückgegriffen. Wir schätzen die Einfachheit.

Danach laden wir die mobile Anwendung Primare Prisma herunter, mit der wir den NP5 individuell anpassen können. Bitte beachten Sie, dass die Benutzeroberfläche derzeit durchgehend auf Englisch ist.

Erster Schritt: Gehen Sie zu den Einstellungen und ändern Sie die maximale Audioqualität auf 192 kHz. Es wäre schade, das Potential nicht zu nutzen.

Es ist möglich, die Liste der auf dem ersten Bildschirm erscheinenden Quellen zu ändern und Ihre Favoriten, d.h. Musikdienste und die „Server“, voranzustellen. Die „Server“ stehen für die in Ihrem Heimnetzwerk freigegebenen Bibliotheken.

Musikdienste sind jedoch nicht in die Primare-App integriert. Es handelt sich dabei vielmehr um direkte Verknüpfungen, um die entsprechende mobile Anwendung zu öffnen. Wenn Sie auf Qobuz klicken, wird einfach die Qobuz-App geöffnet.

Über die Qobuz-App können Sie wählen, ob Sie Musik für den NP5 entweder per iPhone oder iPad in AirPlay 2 oder auf Android oder auf iOS in Chromecast Audio freigeben möchten. Um Hi-Res beizubehalten, empfehlen wir Ihnen die zweite Lösung, denn AirPlay ist auf CD-Qualität beschränkt.

Alternativ ist der NP5 auch mit Roon nutzbar. Er ist perfekt in diese High-End-Softwarelösung für die Audiowiedergabe implementiert. Roon integriert von Haus aus Qobuz in Hi-Res, Ihre Musikbibliothek und den Webradio-Zugang. Das macht den Primare NP5 zu einem der preiswertesten Roon-Terminals auf dem Markt.

Hörerlebnis

Der NP5 mag schön klein sein, bietet nichtsdestotrotz eine sehr große Klangbühne. Sein Credo ist äußerste Präzision. Er ist in den hohen Tonlagen prägnant, vermeidet dabei aber jegliche Aggressivität. Er bietet somit einen großartigen Zugang zur Musik. Eines unserer beliebtesten Teststücke, Fever, interpretiert von Petra Magoni, füllt beim NP5 mit einer millimetergenauen Präzision von Stimme, Kontrabass und Mundharmonika einen breiten Klangraum aus. Der Applaus trägt uns glatt in das Aufnahmestudio.

Die Leichtigkeit, mit der der NP5 selbst kleinste Details wiedergibt, lässt ihn bei Blechblasinstrumenten, Becken und anderen kleinen Schlaginstrumenten brillieren. Jedes einzelne ist an seinem Platz im Raum gut platziert und die Instrumente sind ziemlich realistisch umrissen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn das Philharmonische Orchester von Monte-Carlo Marcus Miller begleitet. Seine volle Bassgitarre wird von den verschiedenen Orchesterinstrumenten mit hervorragenden Abstufungen der Tiefen und Höhen umgeben. Auch hier wird Präzision großgeschrieben.

Der NP5 ist nicht nur beim intimen Jazz oder den Bigbands zu Hause, er bringt auch die Tiefen modernerer Stücke kraftvoll herüber. Die überarbeiteten Tracks der französischen Elektro-Pop-Gruppe L'Impératrice werden von diesem kleinen Streamer Primare tadellos verarbeitet. Auf ihrem letzten Titel Fou, werden besonders die Drums ohne jede Übertreibung präzise wiedergegeben. Es ist eine wahre Freude, diesen neuen Titel mit dem NP5 zu genießen!

PRO:
Eine stets präzise Wiedergabe
Universelle Verwendbarkeit von Chromecast und iOS
Roon-fähig
Ablesen über USB

CONTRA:
Kein Analogausgang

Fazit

Der NP5 Prisma von Primare ist dabei zu einem Muss in der Welt der kleinen, verbundenen Netzwerk-Player zu werden. Seine Universalität mit der Unterstützung von Chromecast für Android und AirPlay 2 für iOS macht ihn bereits zu einem Gerät ohne große Einschränkungen. Für diejenigen, die noch weiter gehen möchten, ist der NP5 Roon-fähig für eine hochauflösende Wiedergabe und den Zugriff auf Ihre Dateibibliothek. Dank Chromecast und AirPlay 2 ist der NP5 auch direkt von der Qobuz-App aus zugänglich. Dieser Player zählt eindeutig zu den audiophilen, da er, was den Klang betrifft, auch das kleinste Detail für eine präzise und lebendige Wiedergabe der Musik herausholt.