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Rubrik :
Auf dem Prüfstand

Focal Celestee: Geschlossener Kopfhörer mit offenem Geist

Von Alban Amouroux |

Obwohl er genauso imposant ist wie der Stellia, Clear oder Elegia, ist der neue Focal Celestee ein mobiler Luxuskopfhörer. Dazu ist er geschlossen, um Außengeräusche zu isolieren. Er hat das gleiche Design wie die anderen Kopfhörer, aber mit einer neuen Farbe, um sich hervorzuheben: Marineblau.

Focal ruht sich nicht auf den Lorbeeren aus, die es mit vielen Modellen seiner Kopfhörerreihe erzielt hat. Dieses Sortiment kommt in einer sehr breiten Preisspanne, um die Anforderungen aller Enthusiasten zu erfüllen. Zu beachten ist auch, dass Focal sowohl geschlossene als auch offene Kopfhörer anbietet. Jedes Modell ist entweder das eine oder das andere. Der Celestee gehört zur Familie der geschlossenen Kopfhörer.

Der Zweck dieses Kopfhörers ist die Mobilität. Er kann daher mit einem Smartphone oder einem mobilen Musikwiedergabegerät verbunden werden. Natürlich spricht nichts dagegen, ihn auch im Sitzen zu benutzen. Focal hat viel an der Kombination von Farben und Materialien gearbeitet. Dieses Marineblau wurde nicht zufällig gewählt. Es ist eine bewusste Entscheidung, dem Celestee ein luxuriöses Gefühl zu verleihen, bei dem Dunkelblau auf Kupfer an bestimmten Elementen trifft, um sich von dem abzuheben, was es in der Branche schon gibt. Auf diese Weise ist der Celestee sofort wiedererkennbar.

Eigenschaften

Preis: 999 €
Impedanz: 35 Ohm
Empfindlichkeit: 105 dB SPL / 1 mW bei 1 kHz
Verzerrung: 0,1 % bei 1 kHz / 100 dB SPL
Frequenzbereich: 5 Hz - 23 kHz
Transducer: 40 mm M-Profil-Kalotte aus Aluminium/Magnesium
Mitgelieferte Kabel: 1x Kabel (1,2 m), unsymmetrische 3,5 mm-TRS-Klinkenbuchse, 3,5/6,35 mm-Klinkenadapter
Zubehör: starrer Transportkoffer (250x240x120 mm)
Gewicht: 430 g

Präsentation des Celestee

Wenn Sie mit den Kopfhörern von Focal vertraut sind, werden Sie das Äußere des Celestee wiedererkennen. Diese neue marineblaue Farbe findet sich überall, vom Kopfbügel über die Polster bis hin zu den Aluminiumgabeln. Diese sind über Teile, die in bronzefarbenen Kappen enden, mit den Hörmuscheln verbunden. Diese zweite Farbe wird auch an den Enden des Kopfbügels, an der Außenseite der Hörmuscheln, wo sich das Logo und der Name des Headsets befinden, an den Anschlusssteckern und an der Innenseite der Hörmuscheln verwendet.

Mit 430 Gramm ist der Celestee einer der schwereren Kopfhörer. Damit kommt er ziemlich nah an die 490 g-Modelle wie den Audeze LCD-GX ran, den wir vor einiger Zeit getestet haben. Der Komfort ist jedoch ganz anders. Die Gewichtsverteilung scheint beim Focal ausgewogener zu sein. Die Stütze um die Ohren herum ist weniger drückend, während der Bügel etwas mehr auf den Kopf drückt. Da er ausreichend gut gepolstert ist, ist er nicht unbequem zu tragen.

Die komfortablen Lederpolster leisten gute Dienste bei der Isolierung von Außengeräuschen. Diese ist sehr effizient. Dieser geschlossene Kopfhörer ist beinahe ein Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung. Sobald der Celestee auf dem Kopf ist, wird eine Blase der Stille erzeugt. Das rechtfertigt den mobilen Einsatz dieses Kopfhörers. Von außen ist nichts zu hören, und aus den Kopfhörern dringt kaum ein Ton nach Außen.

Der Kopfhörer ist flexibel genug, um sich den Konturen des Kopfes anzupassen. Der Kopfbügel kann über Kerben eingestellt werden. Die Bögen ermöglichen es, dass sich die Hörmuscheln um sich selbst drehen können. Eine leichte Neigung ist auch möglich. Und das alles ohne Knackgeräusche, wenn Sie Ihren Kopf bewegen.

Funktionen des Celestee

Focal hat den Celestee mit seinem berühmten 40 mm-Kalotten-Transducer in M-Form ausgestattet, der aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung gefertigt ist und dadurch sehr leicht ist. Er wird durch ein Wabengitter tief in den Hörmuscheln geschützt. Focal hat ihn auch einer akustischen Behandlung unterzogen, um störende Resonanzen der Hörmuscheln zu eliminieren.

Der Celestee hat eine klassische Impedanz von 35 Ohm, was die Verwendung mit einem Smartphone und generell mit jedem Kopfhörerausgang erleichtert. Die Empfindlichkeit ist wichtig, um hohe Hörpegel zu erreichen, natürlich ohne es zu übertreiben. Die angekündigte Bandbreite reicht von 5 Hz bis 23 kHz, so dass Sie bei keinem Musikstil etwas verpassen.

Alle Focal Hi-Fi-Kopfhörer werden in einem stabilen Tragekoffer in der Farbe des Kopfhörers geliefert. Er schützt den Celestee effektiv und bietet gleichzeitig Platz für das Kabel und den Klinken-/Miniklinkenadapter. Allerdings wird nur ein abnehmbares Kabel mitgeliefert. Die Stecker sind von hervorragender Qualität und bieten einen spielfreien Kontakt. Es ist jedoch nur 1,2 Meter lang. Dies ist perfekt für ein mobiles Musikwiedergabegerät, aber etwas weniger gut, wenn Sie ihn an eine Hi-Fi-Anlage anschließen wollen. Im klassischen Mono-Miniklinkenformat für jede Hörmuschel lässt es sich leicht durch ein längeres, separat zu erwerbendes Modell ersetzen.

Höreindruck

Wir begannen unsere Hörprobe mit dem kleinen USB-DAC/Kopfhörerverstärker Pro-ject S2. Er hatte kein Problem damit, den Celestee zu versorgen. Wir haben ihn auch an einen RME ADI-2 Pro AE angeschlossen, dann an einen Matrix Audio Mini-I 3 Pro, über den Sie hier bald lesen werden. Das Anhören ist mit jeder beliebigen Quelle möglich, wie z. B. einem einfachen Smartphone, aber Sie können aus dem Focal Celestee noch mehr herausholen, wenn Sie ihn an hochwertige Elektronikgeräte anschließen. Die neueste Single Peur des filles der Band L'Impératrice aus ihrem Album Tako Tsubo mit Elektro/Pop/Funk-Sounds kreiert eine große Atmosphäre außerhalb des Kopfhörers mit verschiedenen Schichten, in denen die Instrumente gut verteilt sind. Wir können dies auf dem Live-Album So What von Marcus Miller und dem Monte-Carlo Orchestra überprüfen, deren verschiedene Instrumente uns mit einem schönen Gefühl von Tiefe und Distanz umgeben.

Wenn Sie an Kopfhörer mit viel Bass gewöhnt sind, könnte der Celestee Sie zunächst enttäuschen. Sieht man dies aber im Kontext und achtet auf den Respekt für die verschiedenen Register, erkennt man die hervorragende Linearität dieses Kopfhörers: Der Bass ist gut präsent, weder zu stark im Vordergrund noch im Hintergrund. Er spielt, was er zu spielen hat, mit Nachdruck und Realismus. Der Bass wird mit allen notwendigen Details wiedergegeben: kräftig, rund oder tief, je nach Songtitel. Er bietet ein echtes Fundament für alle Tracks, ohne jemals vom Rest überwältigt zu werden. Selbst bei älteren Aufnahmen, die dadurch noch angenehmer anzuhören sind. Um die Übung auf die Spitze zu treiben, hörten wir uns North Star von Tales Of Us mit seinem dämonischen Ultrabass an. Der Celestee zuckte nicht mal mit der Wimper, als er solide diesen Klang aus dem Inneren der Erde wiedergab, ohne den Rest der Musik dabei zu stören.

Der eher intime Retro-Soul von Aaron Frazers Album Introducing... wird nicht von allen Systemen leicht wiedergegeben. Die Klangbühne ist stark zentriert und dennoch gut lesbar mit der sehr charakteristischen Stimme des Amerikaners, dessen kleinste Details und Beugungen man genießen kann. Die altmodischen Instrumente bilden ein kompaktes Ensemble in der Nähe des Sängers, aber wiederum präzise in Klangfarbe und Platzierung. Letztendlich funktioniert der Celestee mit allen Musikstilen. Er zeichnet sich durch klassische Musik und insbesondere durch die Wiedergabe von Sinfonien wie Tschaikowskys Nr. 6 "Pathétique" aus, das von den Berliner Philharmonikern gespielt wird. Die Resonanzen, die die Instrumente begleiten, tragen dazu bei, eine große Klangbühne zu schaffen. Wir tauchen in die Musik ein, während uns das Orchester umgibt und die Leistung stärker wird. Alles bleibt stets lesbar und lädt zu stundenlangem Zuhören ein.

PRO:
Herstellungsqualität und Präsentation
Ausgezeichnete passive Isolierung
Dreidimensionale Klangszene
Beherrschung der Basstöne
Überall einsetzbar

CONTRA:
Das einzige mitgelieferte Kabel ist zu kurz

Fazit

Dies ist ein weiterer Erfolg, der Focal zuzuschreiben ist. Der Celestee ist ein geschlossener High-Fidelity-Kopfhörer, daran besteht kein Zweifel. Sein großer Vorteil liegt in der Fähigkeit, ein dreidimensionales Klangbild um den Kopf herum zu erzeugen, obwohl es sich um einen geschlossenen Kopfhörer handelt. Eine Leistung, die wir bereits beim sehr hochwertigen Stellia festgestellt hatten. Nutzen wir die Gelegenheit, sie zu vergleichen: Kann der Stellia rechtfertigen, dass er dreimal so viel kostet wie der Celestee? Wie immer im Hi-Fi-Bereich steht eine erhebliche Investition nicht unbedingt in Relation zum erzielten Gewinn. Es besteht eine gewisse Familienähnlichkeit zwischen diesen beiden Kopfhörern, obwohl der Stellia dank seiner Beryllium-Transducer viel leistungsfähiger ist. Dem Celestee fehlt die Schönheit und Wahrhaftigkeit der Klangfarben des Stellia im Mittel-/Hochtonbereich. Wenn wir den Celestee preislich mit seiner direkten Konkurrenz vergleichen, bleibt er ein ausgezeichneter Kopfhörer, der die Klänge sehr treu und respektvoll wiedergibt und dank seines unbestreitbaren Komforts dem Benutzer niemals lästig wird. Der Celestee ist ein geschlossener Benchmark-Kopfhörer, dessen Preis unserer Meinung nach vollkommen gerechtfertigt ist.