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Auf dem Prüfstand

Cambridge Edge NQ: Test eines Vorverstärkers mit integriertem Hi-Res-Streamer sowie hoher Qualität und Zuverlässigkeit

Von Alban Amouroux |

Vor ein paar Monaten hat Cambridge die exklusive Edge-Serie mit hochwertiger Elektronik ins Leben gerufen. An der Tagesordnung stehen schlanke Ästhetik, audiophiles Design und maximale Funktionalität. Der Edge NQ ist ein analoger und digitaler Vorverstärker mit integriertem Streamer, der als Herzstück einer exzellenten HiFi-Anlage konzipiert ist.

Mit diesen weichen, abgerundeten Formen trügt das Design des Cambridge Edge NQ. Aufgrund des Displays und dem Lautstärkepotentiometer würde man auf den ersten Blick denken, dass dieses Gerät kompakt und handlich ist. Dies ist jedoch eine optische Täuschung. Das Display ist groß und das Potentiometer überdimensional. Der Edge NQ ist mit seinen 46 cm Breite ein imposantes Gerät. Wie auch bei den anderen Geräten der Edge-Serie wurde hier viel Arbeit ins Design gesteckt. Der gefaltete Blechkasten, der von ein paar Schrauben gehalten wird, wurde entfernt. Wir reden hier von einer massiven Konstruktion. Sowohl die Vorderseite als auch die Seiten bestehen aus dicken Strukturen, die die Präsenz dieses Geräts verstärken. Er steht ruht auf einem Sockel, der das gesamte Vorderteil stützt, und auf zwei hinteren Schienen, anstelle von einfachen Füßen.

Die Edge-Serie besteht aus einem integrierten Vollverstärker mit noch schlichterer Fassade, denn es befindet sich nur ein Lautstärkepotentiometer auf der Frontplatte. Das Gerät hat zwar DAC, aber keinen Streamer. In diesem Fall kann der Edge NQ nur für den Teil der digitalen Audiowiedergabe mit ihm verbunden werden. Andernfalls kann der Edge NQ als Vorverstärker verwendet und mit einem der beiden Verstärkeroptionen verbunden werden: dem Edge W Stereoblock oder einem Paar Edge M Monoblöcken. Sie können es sich je nach Ihrem Budget und Ihren Anforderungen aussuchen.

Eigenschaften

Preis: 4.990 €
Signal-Rausch-Verhältnis: > 103 dB
Gesamte harmonische Verzerrung: 0,0008 % (20 Hz-20 kHz - 1 Vrms)
Nebensprecher: <-100 dB
Verstärkerausgang: 6 Vrms
Samplingfrequenz: 384 kHz / 32 Bit, DSD256
Protokolle: Roon, Chromecast, AirPlay
Dateien: FLAC, MP3, AAC, ALAC, WAV
Anschlüsse: 1x USB-B-Anschluss, 1x USB-A-Anschluss, 1x HDMI ARC, 1x digital koaxial, 2x digital optisch, 2x RCA-Eingang, 1x XLR-Eingang, 1x RCA-Ausgang, 1x XLR-Ausgang, 1x Ethernet-Anschluss, wi-fi g, Bluetooth 4.1 aptX HD, 1x RS232
Größe (B x T x H): 460 x 405 x 120 mm
Gewicht: 10,2 kg

Präsentation des Edge NQ

Bevor wir weiter auf die Beschreibung des Cambridge Edge NQ eingehen, möchten wir Cambridge zunächst zum Schutz des Geräts während des Transports gratulieren. Die Verpackung wurde verbessert, ähnliche wie es manche Smartphone-Hersteller gemacht haben. Der Edge NQ ist durch einen doppelten Karton geschützt, der durch einrastende Griffe gehalten wird, wie bei der Verpackung von großen Flachbildschirmen.

Innen ist das Gerät durch kompakte Schaumstoffe geschützt, die in den Ecken durch Holzstücke verstärkt sind. Nach dem Abnehmen des Oberteils ist der Edge NQ noch durch eine auf dem Karton angebrachte Abdeckung geschützt, die sich über einen Reißverschluss öffnen lässt. Ein letzter Gummischutz befindet sich auf der Oberseite des Geräts in der Rille, die der natürlichen Belüftung dient.

Der Karton wird meist zurückgeschickt oder weggeworden. Deshalb ist dies für die meisten Benutzer nur von geringer Bedeutung. Wenn jedoch die Liebe zum Detail ins Spiel kommt, mit dem echten Wunsch, das Gerät perfekt zu schützen und ein erstes Erlebnis zu bieten, wenn es entdeckt wird, ist dies bereits ein hervorragender Beweis für die Seriosität des Herstellers.

Die körnige mausgraue Oberfläche ist großartig. Sowie die Details der oberen Abdeckung und die Anpassung der einzelnen Panels. All dies verleiht ihm ein monolithisches Aussehen. Lustiges kleines Detail: Die GPS-Koordinaten des Cambridge Showrooms in London stehen auf der Seite des Edge NQ.

Die minimalistische Fassade beherbergt dennoch einen großen Farbbildschirm. Es handelt sich nur um ein Display und nicht um einen Navigationsbildschirm, da er nicht berührungsempfindlich ist. Daneben befindet sich das große Lautstärkepotentiometer mit einem Ring zur Auswahl von Audioquellen. Ganz links befinden sich der Netzschalter und die Kopfhörerbuchse.

Der Edge NQ bietet ganze acht Eingänge: drei analoge, drei digitale, einen USB-B-Anschluss und eine HDMI-ARC-Buchse. Letztere ist interessant, weil sie den Einsatz des Cambridge in einem gemischten System für Musik- und Audio-/Videoquellen ermöglicht. Sie können den Sound von Blu-ray, Spielekonsolen und Diensten wie YouTube oder Netflix genießen.

Bei all diesen Eingängen handelt es sich um hochwertige Modelle, die fest mit dem Gehäuse verbunden sind. Sie sind alle vergoldet. Außerdem gibt es einen USB-A-Anschluss zum Abspielen von auf einem Stick gespeicherter Musik, sowie Anschlüsse für einen WLAN-Stick, Bluetooth und Ethernet.

Der Innenraum des Edge NQ ist gut gefüllt mit zahlreichen übereinander angeordneten Elektronikkarten, deren Funktionen gut voneinander getrennt sind. Ein handlich dimensionierter Ringkerntransformator ist direkt hinter der Frontplatte am Gehäuse verschraubt. Die Hi-Res-Wiedergabe erfolgt getrennt zwischen dem USB-Anschluss und dem Netzwerk. Im ersten Fall erreicht sie 384 kHz/24 Bit, im zweiten Fall 192 kHz/24 Bit, was der hochauflösenden Studioqualität der Qobuz-Abos entspricht.

Funktionen des Edge NQ

Die Grundfunktionen des Edge NQ werden über die schwere und große Fernbedienung gesteuert, die so elegant ist wie das Gerät selbst. Sie ermöglicht den Zugriff auf vier Voreinstellungen wie Wiedergabelisten oder Internetradio. Um weiter zu gehen, müssen Sie die mobile Anwendung bedienen.

Cambridge fordert uns auf, die Edge-App herunterzuladen, die durch das Herunterladen der Chromecast-Funktion aktualisiert wird. Dann wechseln wir zur StreamMagic-App, die von allen vernetzten Geräten der Marke genutzt wird.

Diese Anwendung ist in vier Bildschirme unterteilt: Letzte Titel, Peripheriegeräte, Medien und Webradio. Der erste Bildschirm listet die zuletzt gehörten Radiosender sowie die meistgenutzten Quellen auf. Sie ermöglicht den Zugriff auf Musikanwendungen, die nicht in die App integriert sind. Qobuz befindet sich auf dem Medienbildschirm, auf derselben Ebene wie die DLNA-Server im Netzwerk und die über USB zugänglichen Inhalte.

Alle gewohnten Funktionen von Qobuz stehen direkt in der Cambridge StreamMagic App zur Verfügung, um einen besseren Bedienungskomfort zu gewährleisten: Neuerscheinungen, Auswahl, Bestseller, usw... Und natürlich Ihre Favoriten, Wiedergabelisten und Einkäufe.

Die Anwendung bietet keine Audioeinstellungen für den Edge NQ. Sie können jedoch die Dauer bis zum automatischen Standby, die Bildschirmhelligkeit, die maximale Lautstärke oder den Audioausgangsmodus einstellen: fest oder mit Vorverstärkung. Neben dieser App können Sie auch andere Kanäle für die entmaterialisierte Audiowiedergabe nutzen, wie beispielsweise Chromecast, AirPlay 2, UPnP/DLNA und Roon.

Höreindruck

Wir haben den Edge NQ im Streamer- und Vorverstärkermodus über XLR-Anschlüsse direkt an unseren Stereoblock und an unsere üblichen Dynaudio-Lautsprecher angeschlossen. Die Klangbühne entfaltet sich in drei Dimensionen und bietet eine schöne Schichtung der Aufnahmen. Auf dem Jazz-Track Herman's Habit vom Soundtrack von La La Land nehmen die verschiedenen Instrumente jeweils ihren Platz mit Raum und Atmungsfreiheit ein. Das Schlagzeug etwas weiter rechts, das Klavier vorne links, die Blechbläser hinten links und rechts: Dank der guten Unterscheidbarkeit des Edge NQ können alle Instrumente leicht verfolgt werden.

Weiter geht es mit einem entspannten, nicht-aggressiven Song von Billie Eilish, Bad Guy, trotz der schweren Produktion dieses Tracks. Sowohl die Hauptstimme als auch die Chöre an den Enden der Bühne sind warm und präzise. Es gibt auch Autorität in den Basstönen. Es wird keine Frequenz gedämpft, sondern mit Rundheit, Lebendigkeit und einer nahtlosen Nuance getrumpft. Die Wirkung ist präzise und realistisch. Die Klangbühne weitet sich bis in die Tiefe aus und durchbricht praktisch die Grenzen der Wand hinter unseren Lautsprechern.

Auch Stimmen im unteren Mitteltonbereich unterstützt der Edge NQ souverän und gibt ihnen das nötige Fundament und damit einen kleinen Hauch von Realismus mit auf den Weg. Die Sängerin Stacey Kent nimmt mit ihrem Titel Photograph im Raum Gestalt an. Dieser leistungsstarke untere Mittelton liefert die Grundlage, die uns den Bedingungen eines Live-Auftritts näherbringt. Wir genießen die gleiche Erfahrung mit Lianne La Havas und ihrem letzten Album Live at the Roundhouse. Wenn wir den Track Bittersweet anhören, bekommen wir ein großartiges Gefühl der Präsenz vermittelt, bei dem Liannes Stimme und die sie begleitende Gitarre unseren Hörraum praktisch ausfüllen.

Der Edge NQ belohnt uns zudem mit der Beherrschung der großen Ensembles auf dem Soundtrack von Wonder Woman 84 von Hans Zimmer. Das Orchester wird mit echter musikalischer Kraft über das gesamte Spektrum von den Lautsprechern wiedergegeben. Der Zusammenhalt der Tonlagen ist hervorragend, von den höchsten Tönen der Blechbläser und Streicher bis zum tiefen Bass des Schlagzeugs. Die Frauenchöre, die das Ensemble untermalen, stehen praktisch mit im Raum.

PRO:
Seriöse Konstruktion
Schlichter Stil
Warmes und beruhigendes Zuhören
Tiefe der Klangbühne
Anzahl der Quellen
Umfassende Netzwerk-Konnektivität

CONTRA:
Schade, dass der Bildschirm die Lautstärke nicht anzeigt



Fazit

Der Cambridge Edge NQ ist ein Qualitätsgerät der Spitzenklasse mit vielen verschiedenen Talenten. Er bringt sowohl analoge als auch digitale Quellen zusammen. Über HDMI kann auch der Ton des Fernsehers wiedergegeben werden. Sie können also alles daran anschließen, was Sie besitzen, vom Plattenspieler bis zum PC. Seine übersichtliche Schnittstelle auf der Frontplatte wird durch eine ausreichend vollständige mobile Anwendung ergänzt. Und wenn diese Ihnen nicht zusagt, gibt es dank der vielen unterstützten Netzwerk-Audioprotokolle eine große Anzahl an Alternativen. Seine Klangsignatur ist sowohl luftig als auch warm. Die Klangbühne ist komfortabel, der tiefe Mittelton sorgt für ein hervorragendes Fundament. Beim Endergebnis geht es mehr um das Gefühl der Präsenz als um extreme Schärfe. Aber das stört uns nicht!