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Audiophonics RaspDAC Mini: Ein Netzwerkplayer-Kit, an das wir ein Qobuzissime vergeben

Mit diesem RaspDAC Mini-Kit, das zusätzlich ein Raspberry Pi 3-Modul und ein Netzteil (frei wählbar) benötigt, bietet Audiophonics Hobbybastlern einen einfach zu bedienenden Mini-Netzwerkplayer mit hervorragender Klangleistung, die er dank der Verwendung eines DAC-Moduls mit dem neuesten ESS-Chip ES9038Q2M erzielt.

Von Philippe Daussin | Auf dem Prüfstand | 8. Dezember 2019
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Audiophonics, ein unseren Lesern bekannter französischer Online-Händler, bietet nicht nur eine breite Palette von "fertigen" Produkten im Bereich Hi-Fi, sondern auch Zubehör für Hobbybastler wie Module für Verstärker oder Digital-Analog-Wandler, von denen einige speziell für ein Raspberry Pi 3-Nano-Computermodul entwickelt wurden, und viele andere Dinge, die wir nun nicht alle aufzählen wollen.

Wir hatten bereits die Gelegenheit, den Audiophonics RaspTouch ES9028 Touchscreen-Netzwerkplayer zu testen, aber das Modell RaspDAC Mini, das Gegenstand dieses Testberichts sein wird, wurde uns so ausgeliehen, wie es zum Kauf angeboten wird - nämlich in Kit-Form, jedoch mit einem Raspberry Pi 3 Nano-Computermodul und einem geräuscharmen ifi Audio iPower-Netzteil, die sonst nicht Bestandteile des Kits sind.

Der RaspDAC Mini ist mit UPnP und AirPlay kompatibel (kann also mit Roon verwendet werden) und wird mit einer Micro-SD-Karte mit Volumio, einer bekannten und einsatzbereiten Plug-and-Play-Software zum Streamen und Abspielen von Audioinhalten, geliefert. Es ist ebenfalls möglich, eine Version mit Moode Audio oder Dietpi herunterzuladen.

Der Erwerb dieses Kits sollte potenzielle Käufer nicht erschrecken, da es sich um einen einfachen, schrittweisen Zusammenbau nach Bauanleitung handelt, die mitgeliefert wird, um schließlich das fertige Produkt zu erhalten, wie es auf der Grafik angezeigt wird. Und das Ergebnis ist auf jeden Fall die Mühe wert, denn die Verwendung des Audiophonics RaspDAC Mini ist relativ einfach und seine hervorragende Klangqualität verdient sich unsere Auszeichnung "Qobuzissime".


Design

Der Audiophonics RaspDAC Mini-Streamer wird in einem schlichten und diskreten schwarzen Gehäuse präsentiert, dessen Vorder- und Rückseite aus schwarzem, semi-opakem Acryl besteht, das den Innenraum abdeckt, das Display jedoch anzeigt, wenn die Stromversorgung eingeschaltet ist.


Auf der Rückseite befindet sich eine Micro-USB-Buchse, über die der RaspDAC Mini versorgt werden kann, ein Block mit vier USB-A-Buchsen, mit denen USB-Speichermedien zum Lesen der gespeicherten Dateien angeschlossen werden können, die RJ45-Netzwerkbuchse und das Micro-SDHC-Kartenlesegerät, in das die Karte mit der Raspberry-Software eingelegt werden kann, sowie drei Cinch-Buchsen, zwei für Stereo-Audioausgabe und ein koaxialer, mit 24 bits und 192 kHz kompatibler S/PDIF-Digitaleingang.


Ausführung

Wie Sie bereits wissen, wird das Audiophonics RaspDAC Mini-Netzwerklaufwerk als Kit geliefert, jedoch ohne Netzteil oder Raspberry-Karte, die separat erworben werden müssen. Die Montage ist unkompliziert und kann auf der Website von Audiophonics nachgelesen werden.



Die im RaspDAC Mini installierte DAC I-Sabre-Karte ES9038Q2M wird über den Micro-USB-Anschluss mit Strom versorgt. Ein Teil der +5V, die für die gesamte Elektronik des Gehäuses verwendet werden, wird von einem Mornsun-Konvertierungsmodul E05-12XT-1WAR2 bei symmetrischen Spannungen von ±12V abgeleitet und konvertiert.

Diese werden dann den Reglern 78M09 und 79M09 zugewiesen, um jeweils auf ±9V stabilisiert zu werden und die Operationsverstärker des analogen Teils der Karte zu versorgen und die Signale auf 0V zu referenzieren, (ohne Verbindungskondensatoren verwenden zu müssen, die zur Verfälschung von Signalen, Phasenverschiebung oder Begrenzung der Bandbreite bei tiefen Tönen führen können).


Die gestreamten digitalen Signale vom Nano-Computer Raspberry werden von einem Altera 5M160Z Complex Programmable Logic Device (CPLD) verarbeitet. Die Digital-Analog-Umwandlung wird einem neueren ES9038Q2M-Chip des amerikanischen Herstellers ESS überlassen, der die proprietären Prozesse Time Domain Jitter Eliminator und Hyperstream verwendet. Dadurch werden alle eingehenden Signale mit hoher Frequenz auf 32 bits umgerechnet.

Der ES9038Q2M-Chip gibt aktuelle Differenzsignalsignale aus, die von den Operationsverstärkern NJM2114 der Firma JRC (New Japan Radio Company) in Spannungen umgewandelt werden. Ein Puffer, der ebenfalls einen NJM2114 verwendet, leitet diese daraufhin an die Cinch-Ausgangsbuchsen weiter.

Die Verwaltung der gesamten Elektronik der Karte wird durch einen Mikrocontroller Nuvoton N79E825 gewährleistet, der mit einem 20-MHz-Oszillator verbunden ist.

Hörerlebnis

Um Qobuz mit dem RaspDAC Mini verwenden zu können, muss eine Dritt-Anwendung wie Bubble UPnP oder mconnect verwendet werden, da die von Audiophonics modifizierte Software für Raspberry derzeit nicht mit Myvolumio - einem zusätzlichen (kostenpflichtigen) Set, das seine Version der Qobuz-Anwendung bereitstellt, für die aber immer noch zusätzlich ein "normales" Qobuz-Abonnement abgeschlossen werden muss - kompatibel ist. Audiophonics arbeitet bereits daran, diese Kompatibilität bereitzustellen.

Um auf die auf dem RaspDAC Mini installierte Volumio-Anwendung zuzugreifen, geben Sie einfach in die Adressleiste des Browsers die auf dem Bildschirm des Geräts angezeigte IP-Adresse ein und Sie gelangen auf die Startseite der Anwendung. Wenn Volumio auch auf einem iOS- oder Android-Smartphone installiert und gestartet wurde, werden die Anwendungen synchronisiert.

Es bleibt zu erwähnen, dass die Volumio innewohnende Lautstärkeregelung vom natürlichen (oder logarithmischen) Typ sein kann und bei niedriger Lautstärke langsam und dann bei hoher Lautstärke schnell steigt, um sich an die Empfindlichkeitskurve des Ohrs anzupassen oder linear, wenn der Verlauf konstant ist. Der RaspDAC Mini kann somit als Vorverstärker verwendet werden.


Es ist auch möglich, ein Resampling der Signale bis zu 32 bit und 192 kHz und verschiedenen Qualitätsstufen des Algorithmus durchzuführen, was bedeuten würde, dass das Ergebnis nicht unbedingt optimal ist... Für uns ist klar, dass diese Resampling- und auch Sampling-Rate-Konvertierungsoperationen, bei denen wir in eine nicht-mehrfache Frequenz der Startfrequenz konvertieren, nicht das Allheilmittel sind und wir es immer vorziehen, die Signale im ursprünglichen Modus zu behalten, was wir auch hier nicht versäumt haben.

Für unsere Tests haben wir unser gewohntes System, den UDA-1-Verstärker von Sony und die Antal Anniversary Triangle-Lautsprecher, verwendet, um die Klangwiedergabe des RaspDAC Mini zu genießen, den wir beim Streamen von unserem DiskStation NAS-Server verwendet haben.


Beim Anhören von Vivaldis Vespri per l'Assunzione di Maria Vergine vom Concerto Italiano unter der Leitung von Rinaldo Alessandrini fällt sofort auf, dass wir uns hier in Gegenwart einer hochwertigen Klangwiedergabe befinden, wie wir sie mögen. Insbesondere mit diesem Album, das in unseren Ohren eine echte Referenz sowohl auf dem Gebiet der Interpretation als auch der Klangqualität ist.


Mit dem RaspDAC Mini ist die Wiedergabe wunderschön und es ist nicht erforderlich, die Lautstärke zu erhöhen, um ein präsentes Klangbild zu erhalten. Das klangliche Ergebnis wirkt gleichzeitig unbeschwert und verspricht so viel Präzision, so dass jede Note, ob vom Solisten oder den Chören, voll ausgekostet wird. Wir sind auch begeistert davon, wie die verschiedenen Timbres respektiert werden und von der Lebhaftigkeit der Streicher dieser Version des Werkes von Vivaldi, und das alles ohne das geringste Übermaß, das relativ schnell für Müdigkeit sorgen könnte und uns (und sicherlich auch andere Liebhaber) dazu bringen könnte, das Konzert zu verkürzen. Dies war hier nicht der Fall. Vielmehr hätten wir Lust gehabt, ein wenig die Lautstärke zu erhöhen, aber sicherlich nicht, das musikalische Vergnügen zu beenden!

Mit dem Titel Crazy Little Thing Called Love aus dem Album The Platinum Collection von Queen widmen wir uns nun einem anderen Stil mit ebenso überzeugenden Klangergebnissen, bei denen uns der RaspDAC Mini-Streamer in die 70er Jahren transportiert und uns beinahe die Musiker auf der Bühne sichtbar machen lässt, während er auf wunderbare Weise - mit feinen und harmonischen Gitarrenakkorden oder, wenn nötig, auch kraftvoll und dissonant - die Atmosphäre dieses Titels als eine Hommage an jene Jahre, in denen der Rock sein goldenes Zeitalter erlebte, schafft.

Was den Titel Radio Ga Ga anbelangt, fehlt kein Deut seines signifikanten emotionalen Potenzials, das sich in jeder Note des RaspDAC Mini widerspiegelt, dessen Talent sich auch hier in der Qualität der Wiedergabe von rein instrumentalen Partien wie auch vokalen Sequenzen zeigt, so dass ohne Schwierigkeiten eine wunderbar breite Klanglandschaft erzeugt wird.

Aber unser kleiner talentierter RaspDAC Mini ist deshalb kein Weichling und so werden auch der druckvolle Bass von Another One bites The Dust und die dazugehörigen Textzeilen, die ein wenig hart und ruckelig sind, mit der ganzen Energie wiedergegeben, die sie benötigen, um mit dem schönen, und entspannenden Radio Ga Ga das Gleichgewicht zu halten.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dieser Netzwerkspieler RaspDAC Mini Audiophonics es verdient, den Schraubenzieher in die Hand zu nehmen und sich ans Basteln zu machen, da diese Bemühungen durch eine Klangwiedergabe von hoher Qualität belohnt werden, die unsere Auszeichnung "Qobuzissime" verdient.

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Kontakt

Wir bedanken uns bei Audiophonics für die Leihgabe des RaspDAC Mini.


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