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Weihnachten mal anders... mit sechs originellen Alben!

Von Sandra Zoor |

Wenn Sie auf der Suche nach dem passenden Weihnachtsalbum sind, das nur eine geringe Portion Glöckchengeklingel und die perfekt dosierte Festtagsstimmung mitbringt, dann haben wir hier sechs Alben für Sie...

A Joyful Sound - ein Weihnachtsalbum das sich in die Reihe der “unkitschigsten” des Jahres stellen lässt. Nach einer großartigen Solo-Karriere im Jahr 2019 mit The Tales People Tell und It’s Only Us mit den Monophonics bei Colmine Records hat der Sohn des Organisten Mike Finnigan, der mit den Größten von Etta James über Jimi Hendrix bis Joe Cocker gespielt hat, beschlossen, das Ende des Jahres gewaltig mit Schampus zu begießen. Es sind keine üblichen Cover auf diesem A Joyful Sound vertreten, sondern Eigenkompositionen, in reinster Soultradition der siebziger Jahre. Eine Tradition, die Kelly mit seinem Falsett eines echten Soulman so sehr vermeiden wollte, als er noch jünger war. Doch sein Talent brachte ihn natürlich dorthin, wo er sein sollte: auf den Weg der Größten wie Curtis Mayfield, Nat King Cole oder Marvin Gaye. In einer schillernden Aufnahme mit elf Songs und einem luftigen Instrumentalstück, das mit Streichern, Blechbläsern und Glockenspiel aufgepeppt wird, versprüht der Kalifornier puren Funk (Just One Kiss) und Rhythm'n'Blues mit den Besten der aktuellen Szene: den Dap-Kings, Durand Jones & The Indications, Delvon Lamarr und dem Ghost Funk Orkestra. Die Spitze des Albums bleibt das schmachtende No Time To Be Sad, auf dem Finningan brilliert. Ein Diamant des reinen Souls und so viel mehr als ein einfaches Weihnachtsalbum!

Einer, der sich viele Gedanken zur Weihnachtszeit gemacht hat, ist Josh Rouse. Etwas weniger traditionell als die anderen und doch in seiner eigenen Tradition des Folk-Pop hat der Songwriter aus Nebraska einen Soundtrack für die ganz besondere Zeit des Jahres zusammengestellt. Sanftes Schlagzeug, sachtes Klavier und eine leise spielende E-Gitarre begleiten die süße Stimme des Sängers während er uns durch New York Holiday auf The Holiday Sounds of Josh Rouse führt. Schläfrig werden wir dabei aber ganz und gar nicht, denn bei Easy Man und Sleigh Brother Bill zieht er ordentlich das Tempo an. Es ist nicht eines dieser Weihnachtsalben, das bewusst nicht nach Weihnachtskitsch klingen möchte - im Gegenteil, auch bei Sleigh Brother Bill erklingen die Glocken, aber Rouse verpackt seine Songs in einen Indiesound, der uns ganz ohne schmierig zu sein, in Feierlaune versetzt. Mit Lights of Town lädt er uns auf einen Spaziergang mit einem leisen Walking-Bass ein, bei dem wir sofort dabei sind. Diese Platte ist ideal für all diejenigen, die ihre gewöhnliche Alben-Sammlung für die Weihnachtszeit satt haben und nach etwas Neuem suchen, das genau so viel Weihnachtsfreude versprüht wie nötig!



Andrew Bird, alias "Der Mann der schönen Melodien", hat sich in diesem Jahr zum Trödler begeben, um uns etwas zu bescheren, das aus dem letzten Jahr stammt und das er uns zum Fest aufgehübscht hat. Seine EP Hark! hatte er bereits 2019 veröffentlicht, und erweitert sie 2020 nun unter demselben Titel um sieben weitere Songs. Bereits die ersten sechs Titel, die er für sein Weihnachtsgeschenk an uns ausgesucht hatte, sind wie eine Auswahl der besten Plätzchen aus Omas Rezeptbuch. Sein erster Song Alabaster ist definitiv mit viel Andrew Bird gewürzt und leitet uns mit einem Gedanken an das Licht in die besinnliche Stimmung ein. Beim zweiten Song Skating wird es mit dem Einsatz des Schlagzeugs ungewöhnlicherweise etwas jazziger und bleibt bei allem durch die Geige und die leichte Melodie festlich. Wie bei einer Fiddle aus vergangenen Zeiten gleitet Bird auf den Saiten seiner Geige dahin und lässt uns bereits ans festlich geschmückte Wohnzimmer denken. Mit Christmas is Coming hören wir schon, dass Weihnachten nicht mehr weit ist und Bird pfeift so schön wie bereits auf seinem fabelhaften Album My Finest Work Yet (Sisyphus) zu einem anfänglichen Jazz, der sich schließlich zum Gypsy entwickelt hat. Mit einem sachten White Christmas und Oh Holy Night bringt er doch auch etwas Traditionelles ein. Mit den neu hinzugefügten Songs rückt er seine Geige noch mehr in den Vordergrund, wie etwa in Franz Schuberts Chor Mille Cherubini In Coro (vielleicht die pfiffigste Interpretation, die es je gegeben hat). Im traurigen Greenwine glänzt er besonders mit seiner Stimme während Andalucia ganz zärtlich von Alan Hamptons Background untermalt wird. Das Weihnachten vor allem eine Herzensangelegenheit ist, beweist er in Christmas in April in dem er uns in vollstem Blues Frohe Weihnachten wünscht. Mit der fröhlichsten Version des stets allzu schwermütigen Auld Lang Syn der Geschichte, verabschiedet sich Bird für dieses Jahr von uns. Und wir sind im siebten Himmel...



Molly Burch aus Texas, die 2017 ihr Debüt mit Please be Mine machte und uns in diesem Jahr bereits mit einem fabelhaften Album First Flower bescherte, teilt mit uns mit ihrem The Molly Burch Christmas Album ihre Version der Weihnachtszeit. Mit eigenen Kompositionen wie Holiday Dreaming oder New Year Love, aber auch Interpretationen von Klassikern I’ll Be Home for Christmas und Featurings mit Jesse Woods und John Early & Kate Barlant nimmt sie uns mit in ihre kleine Folk-Weihnachtswelt. Ihre süße Stimme und schlichten Arrangements tragen dazu bei, die Klänge für diese Jahreszeit in die Welt zu hinauszutragen. Ganz besonders herzerwärmend ist ihre Version des bekannten Have Yourself a Merry Little Christmas, zu dem sie einen kleinen Kinderchor eingeladen hat, und besonders ihre Stimme, die hier etwas kraftvoller als gewöhnlich in den Vordergrund tritt. Und was darf am Ende eines Weihnachtsalbums eigentlich nicht fehlen? Ein Song zum Neuen Jahr, wofür sie hier Abbas Happy New Year ausgesucht hat, womit sie auf alle Fälle mit Agnetha undAnni-Frid mithalten kann. Mit Auld Lang Syne (das deutsche Nehmt Abschied Brüder) und schlichter Klavierbegleitung verabschiedet sich Molly Burch von diesem wunderbaren Moment, den sie uns mit diesem Album beschert hat.



13 swingende Wintergrüße, die das für die Saison üblich gewordene süße Geklingel konsequent entzuckern, liefern uns Echoes of Swing mit Winter Days of Schloss Elmau. Respektvoll, aber mit völlig neuem Schwung knüpfen die Echoes of Swing erneut an die Jazz-Tradition an und überführen sie mit unbestechlichem Geschmack, unerschöpflichem Einfallsreichtum und überragender Musikalität in ihren zeitlosen Musikkosmos. Wer den klassischen Jazz in all seinen Facetten frisch und unverbraucht genießen will, der kommt seit über 20 Jahren an den Echoes of Swing nicht vorbei. Das Quartett mit Bernd Lhotzky am Piano, Colin T. Dawson an der Trompete, Chris Hopkins am Altsaxophon und Oliver Mewes am Schlagzeug renoviert seitdem den Fundus der großen Ära des Jazz mit spieltechnischer Raffinesse, außergewöhnlichen Arrangements und viel Humor. Und fügt ihm eigene Kompositionen hinzu. Ihre Alben stehen dabei gerne unter einem Thema: Nach Blue Pepper, Dancing, Travelin` und dem Tribute to Bix Beiderbecke folgt nun Winter Days of Schloss Elmau – ein swingender Winterspaziergang, der die ACT-Tradition herausragender, im großen Konzertsaal des Schlosses entstandener Aufnahmen weiterführt. Wo fände sich gerade für ein Winteralbum mehr Inspiration als an dies… © Act



Eines darf in dieser Auswahl nicht fehlen, auch wenn es das "klassischste" unter den hier ausgewählten Weihnachtsalben ist. Auch Robbie Williams beteiligt sich an der Weihnachtsfreude: Das Endergebnis ist The Christmas Present, ein Doppelalbum voller klassischer Weihnachtscover sowie einer großen Portion Originalsongs (wie Coco's Lullaby, das seiner Tochter gewidmet ist), die garantiert jeden in Weihnachtsstimmung versetzen. Passend zum Genre beginnt dieses Album mit heißblütigen Streichern und einer sanften Bläsersektion, um entspannende, jazzige Töne effektiv in die Musik einzubringen - ein kleiner Ausflug, den Robbie Williams, geschickt mit seiner Charts-lastigen Popmusik verzahnt. Sein Kollege Jamie Cullum ist auf dem zweiten Track vertreten, einem Cover von Slades kitschigem, aber klassischem Merry Xmas Everybody, diesem starken Opener, der einen auf die anderthalb Stunden Weihnachtsstimmung vorbereitet. Williams hat sich Deutschlands erfolgreichste Künstlerin, Helene Fischer, mit ins Boot geholt, die auf einem verführerischen Cover von Santa Baby performt sowie den legendären Rod Stewart auf Fairytales und Bryan Adams auf Christmas (Baby Please Come Home). Am überraschendsten ist jedoch der britische Champion-Schwergewichtsboxer Tyson Fury auf Bad Sharon, ein unbeschwertes Lied, das all das fröhliche Unheil lobt, das man zur Weihnachtszeit erlebt. Gegen Ende fällt der Sound eher in die Pop-Kategorie, aber die festliche Stimmung schwankt niemals. Ein fröhliches Album, bei dem die Originalsongs so originell und erfrischend und die Cover zeitlos und beruhigend sind.



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