Genre :

Seratones, Power(frau)!

AJ Haynes haut mit ihrem R&B, gesprenkelt von Garage-Blues und Soul gewaltig auf den Tisch und setzt sich nebenbei noch für Frauenrechte ein. Ein Album, das sich den Titel "Power" zu recht verdien.

Von Alexis Renaudat | Video des Tages | 31. August 2019
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Seratones bringen wieder Schwung in den R&B! Für Power haben AJ Haynes & Co. Dampf gemacht und die Formel ihres Debütalbums angewandt: Garage-Blues samt einer gehörigen Portion Soul im Stil von The Marvelettes. An den Reglern stand kein anderer als Brad Shultz, der Gitarrist von Cage The Elephant. Die für Get Gone aus dem Jahre 2016 so typische Aggressivität ist nach wie vor zu spüren, sie wird sogar von einer übersättigten Rhythmussektion sowie von Haynes‘ politischer Botschaft noch verstärkt. Letztere, die nicht nur über eine unnachahmliche Stimme und ein unglaubliches Charisma verfügt, ist nämlich auch eine hundertprozentig politisch engagierte Person, die sich in Louisiana für die Frauenrechte einsetzt.



Ihre Tätigkeit als Beraterin in einer der letzten staatlichen Abtreibungseinrichtungen kommt durch den gleichnamigen Titel zum Ausdruck, in dem sie den negativen Mentalitätswandel und die rückständige Politik anprangert. „Wir machen zwei Schritte vorwärts und sie gehen einen wieder zurück." Der an die sechziger Jahre erinnernde Sound mit orchestralen Klangteppichen und besonderer Stimmbearbeitung (klingt wie mit magnetischen Tonbändern aufgenommen) trifft genau das Richtige, nicht nur wegen der Qualität, sondern auch deswegen, weil damit der Hinweis auf die Bürgerrechtsbewegung betont wird. Eine besondere Auszeichnung verdient die Ballade Crossfire, nicht nur wegen der kaum verschleierten Anspielung auf Polizeigewalt, sondern weil sie der perfekte Nachspann für einen James-Bond-Film wäre. Gänsehaut garantiert!





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