Seong-Jin Cho und Mozart

Das koreanische Talent nimmt das Konzert Nr. 20 sowie zwei Sonaten mit dem kanadischen Dirigenten Yannick Nézet-Séguin auf...

Von Sandra Zoor | Video des Tages | 3. Januar 2019
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Nachdem er 2015 beim Chopin-Wettbewerb in Warschau den ersten Preis gewonnen hatte, begann für den koreanischen Pianisten Seong-Jin Cho (geb. 1994) eine glänzende Weltkarriere, die ihn inzwischen durch die ganze Welt hingeführt hat. Nach seinen ersten drei Alben, zwei davon sind Chopin gewidmet (normal…), ein drittes Debussy (schon ungewöhnlicher), konzentriert er sich hier auf Mozart, insbesondere auf das Klavierkonzert in d-Moll, für das er beim Tschaikowsky-Wettbewerb 2011 den dritten Preis erhalten hatte.

Der Pianist erklärt übrigens, dass Mozart für ihn eine Art Jugendliebe darstellt, was er mit großem Feingefühl auf der vorliegenden Einspielung beweist. Man muss dazu sagen, dass er hier in der Begleitung von Yannick Nézet-Séguin – einem Meister in der Kunst der Begleitung, ebenso in der Oper wie im konzertanten Bereich – einen ganz besonderen Komplizen gefunden hat. Es sei darauf hingewiesen, dass Cho die von Beethoven komponierten Kadenzen ausgewählt hat.

Sein Album enthält zwei Sonaten, beide auch von Mozart, in Dur-Tonarten, die zu dem düsteren und theatralen Klavierkonzert in starken Kontrast treten. Auch hier sucht der Pianist vor allem Klarheit und sangliche Melodielinien und weniger Virtuosität – die trotz allem präsent ist, auch wenn Mozarts Klaviersonaten keine fingertechnischen Monstrositäten sind.

Das Album schließt mit der Fantasie in d-Moll, einem der berühmtesten Werke, auch wenn es sich dabei nur um ein Fragment eines Satzes handelt – das unvollendet geblieben oder dessen Ende verlorengegangen ist. Die letzten 10 Takte wurden von einem Verleger hinzugefügt.





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