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Prince-ssin Janelle

Auf den Spuren ihres Idols Prince veröffentlicht Janelle Monáe ein 3. Album, das mehr als perfekt ist...

Von Sandra Zoor | Video des Tages | 8. Mai 2018
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Qobuz

Steht da etwa Gott neben Janelle? Bereits nach den ersten Sekunden auf Dirty Computer ertönt eine Stimme neben der Sängerin aus Kansas City, die man unter tausenden sofort wiedererkennt: Brian Wilson! Mit dem Leader der Beach Boys hat Monáe eine faszinierende Wahl für ihren Eröffnungstrack getroffen. Faszinierend und gar nicht so inkohärent. Trotz ihres großen Vorbildes Prince hat sie sich musikalisch niemals nur auf Soul, Funk und R&B beschränkt. Mit genau diesem Prince hatte sie vor seinem Tode im April 2016 noch an dieser Platte zusammen gearbeitet.

Und so ist es geradezu unmöglich, keine Parallelen zwischen Dirty Computer und dem Prince der 80er und 90er Jahre zu ziehen. Man meint, das Gitarrenriff aus Kiss auf Make Me Feel heraushören zu können. Janelle Monáe ist jedoch intelligent und vor allem talentiert genug, um auch außerhalb des Erbes des von ihr selbst so genannten ultimativen Gurus nach Inspiration zu suchen. Bei Stevie Wonder vielleicht? Auch ihn findet man im Song mit dem passenden Titel Stevie’s Dream wieder. Und auch die Featurings können sich sehen lassen: Pharrell Williams (I Got The Juice), Grimes (Pynk) und Zoe Kravitz (Screwed).

Vor allen Dingen ist Dirty Computer aber eine Platte, die nicht persönlicher und intimer hätte sein können. Ein Selbstporträt der Musikerin. So, wie sie ist. So, wie sie sein möchte. So, wie sie vom Publikum gesehen werden möchte. Janelle Monáe offenbart hier sehr viel mehr von sich als auf den zwei Vorgängeralben. Sie verfeinert ihren Stil und liefert sehr viel direktere Kompositionen, die oftmals eine Pop-Seele heraushören lassen. Die Effizienz verzehnfacht sich dadurch. Die Vereinfachung wirkt heilend. In seiner Gesamtheit klingt dieses dritte Album sehr nach Vintage. Und durch diesen leichten „Prince“-Beigeschmack denkt man beim Hören eher an die 80er und 90er als an die 2000/2010er. Und dennoch, was die Produktion angeht, könnte man moderner nicht sein. Dirty Computer klingt so trotzdem voll und ganz nach einer Platte aus dem Jahre 2018. Vielleicht sogar nach einer der ambitioniertesten des Jahres?







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