Orville Peck, Cowboy mit Fransenmaske

Baumwollweicher Country, Gitarren-Twang und die Stimme eines Crooners. So erscheint das erste überraschende Album eines mysteriösen Sängers...

Von Sandra Zoor | Video des Tages | 2. April 2019
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Qobuz

Die Verpackung ist faszinierend. Stetson-Kappe auf dem Kopf, Maske auf den Augen und fransiger Schleier über dem Mund, Orville Peck rückt vor wie ein weiterer maskierter Rächer, getarnt, behelmt, versteckt, bereit, sich Daft Punk, Cascadeur, The Residents, MF Doom und anderen SBTRKT-Projekten anzuschließen. Auf der gleichen Ebene sieht der Mann aus wie ein Cowboy, der aus einem Traum von David Lynch entkommen ist. Eine Art unwahrscheinliche Version des Lone Ranger, dieser fiktiven Figur, die 1933 in einer Hörspiel-Serie erschien, dann fünfzehn Jahre später in einer Fernsehserie, eine wahre Ikone der amerikanischen Popkultur....

Als er schließlich seinen Mund aufmacht, ist sein Gesang der eines zeitlosen Sängers. Diese veraltete Lover Stimme, die Orville Peck nie übertreibt, lässt an Elvis, Roy Orbison, Chris Isaak, Lloyd Cole und sogar Marlon Williams denken. Mit Pony, seinem ersten (Qobuzissime !-) Album, das beim exzellenten Label Sub Pop erscheint, knüpft dieser Mysteriöse an ausgefallene romantische Balladen an. Er spielt grandiose Songs in einer Produktion, in der Hall, Twang-Gitarren, gedämpftes Schlagzeug und impressionistische Stahlgitarren die Oberhand gewinnen.

Als ob Country und Shoegaze in einer heißen Nacht der Liebe einen Deal machen würden. Gebrochene Herzen, verlassene Motels, endlose Highways und verblasste westliche Landschaften, dies ist ein wunderschönes Album, das eine faszinierende Bildsprache offenbart, bei der Orville Peck der talentierte Maler ist. Alles, was bleibt, ist, die Augen zu schließen und mit Pony zu träumen.







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