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Nina Simone, Gipfel einer Karriere

Von Marc Zisman | Video des Tages | 5. Februar 2020
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Ihre erste Einspielung bei Philips, dem Label, bei dem sie zwischen 1964 und 1967 unter Vertrag stand, machte Nina Simone mit diesem Live-Mitschnitt aus der Carnegie Hall. Ihre Aufführung hatte sie schon ein Jahr zuvor auf derselben legendären Bühne zum Besten gegeben.

In der Zwischenzeit hatte sich ihr Status geändert, denn die Sängerin war eine der bedeutendsten Stimmen der Bürgerrechtsbewegung geworden. Den Beweis dafür liefert das Album mit Old Jim Crow, Pirate Jenny, Go Limp, allen voran aber Mississippi Goddam, diesem unglaublichen Song, mit dem diese Platte zu Ende geht, und der auf (den am 12. Juni 1963 von einem Ku Klux Klan-Mitglied ermordeten Bürgerrechtsaktivisten) Medgar Evers verweist und auf den Bombenanschlag auf die Baptistenkirche “16th Street Baptist Church” (der ebenfalls von KKK-Anhängern verübt worden war und dem am 15. September 1963 vier Mädchen zum Opfer gefallen waren ).

Begleitet wird Nina Simone von einem ausgezeichneten Trio (Rudy Stevenson an der Gitarre, Lisle Atkinson am Kontrabass und Bobby Hamilton am Schlagzeug), das ihr eine schlichte, beinahe in den Hintergrund tretende Komposition unterbreitet hat, die nie darauf ausgerichtet ist, die Ohren des Publikums zu schonen. Mehr denn je ist sie ganz sie selbst, sie skandiert, zeigt sich entrüstet, fleht, ist ganz in sich gekehrt, ruft auf und versucht, den Wahnsinn der Menschen zu verstehen. Hier zeigt sie mehr als auf all ihren anderen Platten aus jener Zeit, was sie so einzigartig macht. Mit dieser eindringlichen starken Stimme, die einem unter die Haut geht und sich ganz anders anhört als die einer Billie, Ella oder Sarah. Wie selten zuvor sind auf In Concert Leiden und Freiheit unisono und mit solch einer Kraft zu hören.



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