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Video des Tages

Nancy holt die Boots wieder raus

Von Marc Zisman |

Rückblende auf die Sixties-Hits von Frank Sinatras Tochter anlässlich einer neuen Serie von hochkarätigen Remasterings. Bang, bang!

Zuerst taucht da dieses Bild einer amerikanischen Brigitte Bardot auf, sexy und im Look der Sixties. Und einen Gainsbourg hatte Nancy Sinatra auch: Lee Hazlewood, der perfekte Kumpel mit Schnauzbart und Baritonstimme. Ihren Familiennamen, den ihres illustren Vaters, eines gewissen Frankie, den sollte sie schnell loswerden, als sie anfing, die fast schon krass aufmüpfige Tochter zu spielen…

Viele verbinden mit Nancys Stimme vor allem zwei Giga-Hits: dem genialen These Boots Are Made For Walkin' und dem sinnlichen Bang Bang, den Quentin Tarantino 2003 wieder aus der Versenkung holte, als er ihn im Soundtrack von Kill Bill: Volume 1 unterbrachte.

Die vom hervorragenden Label Light In The Attic orchestrierte Neuausgabe ihrer Alben kann keine Vorspeise verlockender ankündigen als diese exzellente Kompilation ihrer schönsten Songs, solo oder im Duett (John Baldwin hat alles von analogen Aufnahmen ausgehend neu gemastert). Sugar Town, So Long Babe, You Only Live Twice, Some Velvet Morning, Sand, Jackson - nichts fehlt! Und es gibt auch noch andere Leckerbissen wie Hello L.A., Bye-Bye Birmingham oder auch eine überraschende Coverversion von Joe Dassins L’Été indien!

Lee Hazlewood, der hinter diesen gelungenen Produktionen und faszinierenden Arrangements steckt, verstand sich ganz großartig auf sein Handwerk. Er schuf eine einzigartige Musik, die zwar recht nach Sixties klingt, aber dermaßen originell ist mit dieser Kombination von Pop, Country, Rock, Klassik und Filmmusik. Der Elektronikfrickler, der an den Reglern stand, bekam Unterstützung von The Wrecking Crew (Hal Blaine am Schlagzeug, Al Casey, Glen Campbell, Larry Carlton an der Gitarre und Carol Kaye am Bass) mit wummernden Bässen, facettenreichen Gitarren, exotischen Instrumenten und schier unendlichen Streicherteppichen, denn er hatte das Kaliber eines Phil Spector, der zu allen möglichen Experimenten bereit war. Da brauchte dann nur noch seine Muse diese zeitlosen Melodien voller Schneid in höchster Vollendung singen. Fabelhaft.

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