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Max Herre, 1ste Liebe Athen?

Max Herre ist zurück mit einem neuen Album voller Melancholie in den Texten, das erwachsener ist als seine Vorgänger und moderner klingt als je zuvor...

Von Sandra Zoor | Video des Tages | 11. November 2019
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Seit 2015 arbeitet Max Herre an seinem neuen Opus, man könnte sagen, seinem Comeback, auch wenn er im Untergrund weiter arbeitete. Was hat er nur all die letzten Jahre getrieben? Er nahm sich Zeit für seine Familie, seinen Beruf und produzierte für andere Künstler wie etwa das Album seiner Frau Joy Denalane, Gleisdreieck. Für die Arbeit seines Comebacks suchte er schließlich das Weite: Er reiste nach Tel Aviv und Athen. Athen, Sehnsuchtsort seiner Kindheit, eine Stadt, die tief in seiner Biographie verankert ist. Melancholisch erzählt er im gleichnamigen Song von einer Reise, die ihr Ziel verfehlte (eine gescheiterte Liebesgeschichte seiner Jugend). Das Ziel eines gelungenen Albums hat er allerdings nicht verfehlt.



Man könnte diese vergangenen vier Jahre mit dem Titel “Auf der Suche eines neuen Sounds” versehen. Denn Max Herre bleibt zwar seinen Wurzeln des Stuttgarter Hip-Hop treu, aber umhüllt ihn in eine zeitgemäße Verpackung. Auf originelle Weise schafft er es, einen Song wie Terminal C (7. Sek.) gleichzeitig nach 90er Oldschool und modernem Hip-Hop klingen zu lassen. Er ist vom Conscious Rap der Freundeskreis-Zeiten zum Grown-up Rap übergegangen, was seine Platte aber kein bisschen verstaubt klingen lässt. Moderner R&B, Trap (Villa auf der Klippe) und neue Technologien inspirieren den Künstler zu neuen Klängen, bei denen ihn Trettmann, Sugar MMFK und auch Joy Denalane unterstützen (Das Wenigste ist eine mehr als rührende Hommage an ihre gemeinsame Liebe!). Als Teil einer Generation der Ü-40 Rapper nutzt er die Freiheit, keine zurecht geschnittenen musikalischen Vorgänger zu haben und Neues auszuprobieren.



Mit dem Song Nachts stellt er eine Verbindung zum Psychedelic Rock und zum Ostrock mit Veronika Fischers gleichnamigen Titel von 1972 her, mit deren Platten er sich Anfang der 2000er Jahren auf den Berliner Flohmärkten eindeckte. Mit Athen klingt Max Herre nicht gewollt jugendlich, sondern behält seine Ernsthaftigkeit in den Texten bei, um sie in neue Klangwelten zu führen

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