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Kamasi Washington: wie im Himmel, so auf Erden

Der Saxophonist, der derzeit zu den beliebtesten seiner Art gehört, bringt ein Doppelalbum heraus!

Von Charlotte Fiedler | Video des Tages | 4. Juli 2018
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Qobuz

Nach einem Triple-Album folgt nun eine Doppelplatte! Kamasi Washington machte mit seinem Album The Epic im Jahre 2015 die Jazzszene unsicher und auch das sehr umfangreiche Werk Heaven and Earth scheint einen vergleichbaren Effekt mit sich zu bringen. Die Platte ist wie ein Tsunami aus vielseitigem Jazz. Genauso mystisch wie sein Vorgänger. Ebenfalls ein Werk, das in kollektiver Arbeit entstanden ist, und genauso eklektisch (wir finden hierauf ein Cover von Freddie Hubbards Hubtones sowie das Thema aus dem Bruce Lee-Film Todesgrüße aus Shanghai). Die Musik des Kaliforniers lässt sich dabei nach wie vor in keine Kategorie einordnen. Und es scheint, als wäre genau dies sein Ziel. Seine Einzigartigkeit und sein Anderssein werden auch ein weiteres Mal darin deutlich, dass er von Brainfeeder aus dem Hause von Flying Lotus zu Young Turks gewechselt ist, dem Label von The xx, FKA Twigs und Sampha, welches nicht wirklich für Jazzkünstler oder –werke bekannt ist…

Man muss einfach nur die Augen schließen und sich mitreißen lassen von diesen Musiksequenzen, in denen man das Erbe unterschiedlichster Künstler heraushören kann: der Afro-Futurismus von Sun Ra, die schamanistischen Trancen von Pharoah Sanders, das Pan-Afrikan Peoples Arkestra von Horace Tapscott, ein (angenehmes!) Gebrülle wie bei Gato Barbieri, die Anfänge von Weather Report, Ausflüge in die Funk-Universen von Roy Ayers, und Ausweichrouten hin zum musikalischen Erbe von Albert Ayler oder John Coltrane…

Kasami versteht Heaven und Earth nicht als zwei unterschiedliche Platten, sondern vielmehr als zwei Reisen, die gleichzeitig stattfinden: „Earth beschreibt das, was ich lebe und was ich erlebe. Heaven hingegen beschreibt, wie ich mir das Leben vorstelle.“ Die stilistische (und mehr als zwei Stunden und 20 Minuten andauernde!) Üppigkeit des Albums sowie die 180°-Vision des Musikers der Jazzmusik (neben vielen anderen Stilen) sind vielleicht zunächst etwas schwer verdaulich. Gleichzeitig fesselt uns seine Kreativität von der ersten Sekunde an. Eins ist jedenfalls sicher: Egal ob positiv oder negativ, gleichgültig bleibt hier auf jeden Fall niemand…







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