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John Williams, der letzte Jedi

Spielbergs Lieblingskomponist steckt hinter einer weiteren Star Wars Episode..

Von Sandra Zoor | Video des Tages | 27. Dezember 2017
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Qobuz

Als vor 40 Jahren die erste Star Wars-Episode herauskam, zeigte George Lucas eine gewisse Dreistigkeit, weil er für den Soundtrack seines Films eindeutig sinfonische Klangfarben wählte und auf einen Komponisten zurückgriff, der sich bei den Klassikern (insbesondere bei Wagner) gut auskannte. Überdies steckte die elektronische Musik zu jenem Zeitpunkt noch in ihren Kinderschuhen, und war daher in Science-Fiction-Filmen nahezu unentbehrlich.

Der Name John Williams im Nachspann einer Star Wars-Episode erzeugt im Jahre 2017 keinen verwegenen Eindruck mehr, und wenn einem in der Einleitung beim Hauptthema der Schauder den Rücken hinunterläuft, so ist das vor allem auf die inzwischen legendär gewordene Dimension zurückzuführen – sowohl im Hinblick auf die Musik als auch im Hinblick auf ihren achtzigjährigen Komponisten. Es gibt Leute, die übrigens behaupten, dass John Williams der einzige echte „letzte Jedi“ des Films ist! Anlässlich dieser achten Episode waren nichtsdestotrotz einige Stimmen (vor allem die des Filmkritikers Michel Ciment) zu vernehmen, die auf die Tatsache hinwiesen, dass John Williams‘ Zeit abgelaufen ist und er einem jüngeren Komponisten hätte Platz machen sollen. Abgesehen von diesen Erwägungen in Bezug auf das „Alter des Kapitäns“ sollten wir uns auf das Wesentliche konzentrieren und zugeben, dass die Musik dieses achten Opus nicht uninteressant ist.

Wir finden vor allem diese Dichotomie zwischen dem archetypischen Aspekt der musikalischen Themen (welche auf eindeutige Weise eine Figur oder ein Konzept illustrieren) und seiner äußerst subtilen Kunst ein Thema zu entwickeln und zu orchestrieren, faszinierend - ein Know-how, das nicht von der Hand zu weisen ist. Neben den zahlreichen epischen Stücken (The Battle of Crait, The Fathiers..) ist bei diesem Soundtrack vor allem der majestätische Aspekt des Ahch-To Island bemerkenswert, wo er einen „zurückgezogen lebenden“ Luke Skywalker beschreibt, der seine letzten Tage in heiterer Stimmung verbringen möchte. Innerhalb dieser noch dazu hervorragend komponierten, sorgfältigst gekennzeichneten Partitur wird der Zuhörer übrigens mit Canto Bight recht angenehm überrascht, einem jazzartigen Thema mit südamerikanischem Einschlag (z. T. ein Pasticcio des Brazil), das unter anderem auf Steel Pans gespielt wird! Dieses Stück liefert den Beweis, dass John Williams sich in allen musikalischen Gattungen und allen Orchesterklängen zu Hause fühlt.



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