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Im Musikhimmel mit The Düsseldorf Düsterboys

Peter Rubel und Pedro Goncalves Crescenti, ehemalig International Music, veröffentlichen ein in Zuckerwatte gepacktes Debütalbum unter der neuen Band The Düsseldorf Düsterboys und umhüllen uns mit einem Folk à la Kings of Convenience...

Von Sandra Zoor | Video des Tages | 25. Oktober 2019
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International Music. Man erinnert sich vage an diesen Bandnamen, aber vor allem an ein Album mit dem Titel Die besten Jahre, das nur ein Vorbote von dem ist, was Peter Rubel und Pedro Goncalves Crescenti nun mit Fabian Neubauer, Pianist und Organist und dem Schlagzeuger Edis Ludwig unter dem Namen The Düsseldorf Düsterboys herausbringen.

Mit dem Folk, den sie bereits als Duo an den Tag gelegt hatten, treiben sie es auf Nenn mich Musik noch einige Schritte weiter und kreieren eine Welt, in der man wie in einem vom Sonnenuntergang rosa gefärbten Himmel schwebt. Sie versetzen uns mit ihrem Album in den Zustand eines Wachtraums. Gelegentlich katapultieren sie uns in die Vergangenheit wie etwa mit Kaffee aus der Küche oder Messwein, wobei die Jungs einen sanften Rock’n’Roll an den Tag legen, wie er im Buche steht. Als hätten sie einen Vintage-Filter über den Song gelegt, befördern sie uns in die vergangenen Zeiten, als der Rock’n’Roll gerade seinen Einzug fand. Zu ihrer deutschen Poesie fügen sie Fremdsprachen hinzu, die den Hörer zum Träumen veranlassen wie etwa in Parties mit italienischen Phrasen oder Federleichte Tage mit portugiesischem Touch...



Und so federleicht sind auch die Arrangements und die Message, die sie verbreiten: Sollte mal irgendetwas schief gehen im Leben, einfach mal die Beatles hören oder nach Teneriffa abziehn' (und das Ganze verstärkt sich mit einer leisen Melodie auf der Oboe und einem “la la la”, sollte man das Leben immer noch als zu beschwerlich empfinden oder seinen Liebeskummer nicht vergessen können). Was einem von diesem Album bleibt ist diese pure Schönheit musikalischer Einfachheit - selbst mit einem Leichenwagen wird es leichter, wenn man ihn nach Teneriffa karrt! - Teneriffa scheint in dem Song die Antwort auf alles zu sein. Und selbst der depressive Song Alkoholgedanken endet in einer perfekten Kadenz, womit der Kater schon vorzeitig auskuriert zu sein scheint. Können wir nicht alle ein bisschen federleicht gebrauchen? Nenn mich Musik ist nicht nur etwas für Fans von den Kings of Convenience. Es ist eines der besten Alben, die man seit langem gehört hat.



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