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Leonard Cohen, Ruf aus dem Jenseits

Mit "Thanks For The Dance" steigt Leonard Cohen Stimme aus dem Himmel herab, dank seines Sohnes Adam, der diese posthum veröffentlichte Platte produzierte...

Von Charlotte Saintoin | Video des Tages | 28. November 2019
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Leonard Cohen meldet sich aus dem Jenseits mit Thanks For The Dance zurück, drei Jahre nach dem dämmrigen You Want It Darker. Hier hörten wir Parolen, die uns den Atem anhalten ließen ("I’m ready my Lord") und bei dem es uns mit dieser dunklen Stimme eiskalt über den Rücken lief, während die Chöre und die Orgel sich in einem Hall vermischten. Am 7. November 2016, plötzlich über Nacht, verlässt er uns. Aber der Sänger hat bereits für die Nachwelt vorgesorgt: ein Album, das posthum veröffentlicht werden sollte. Um ihm seinen letzten Wunsch zu erfüllen, hat er seinen Sohn Adam ausgesucht, der bereits an der Produktion des vorherigen Albums beteiligt war: “Ich kenne den musikalischen Wortschatz meines Vaters und wir hatten bereits viel über die Arrangements während der Sessions von 'You Want It Darker' gesprochen.“

Adam legte die neun halbnackten oder nur mit Gitarre begleiteten Texte seines Vaters wissentlich beiseite und rief die treuesten Mitstreiter, um sie einzukleiden. “Trotz alledem bin ich durch eine Phase des Zweifelns gegangen. Ich habe also beschlossen, all diese talentierten Künstler zusammenzurufen, die sich auf der Platte wiederfinden, beginnend mit Javier Mas, dem spanischen Gitarristen, der meinen Vater auf der Bühne begleitete.” Feist, Beck an der Gitarre, Daniel Lanois, Damien Rice oder Patrick Watson beteiligen sich ebenfalls.



Als ein perfekt mit dem Testament anschließendes Opus situiert es sich zwischen nüchternen Klängen der Gitarre, der Mandoline, des Klaviers oder der Chöre, die von umwerfender Schönheit zeugen. The Hills, das sich in der Dramatik langsam aufbaut oder das Licht, das von den Percussions in The Night of Santiago aufgebrochen wird, das Funkeln von The Goal oder die bescheidene Einladung zu Listen to the Hummingbird (Listen to the Hummingbird, don't listen to me) zum Schluss… scheinen nur verschönernde Elemente neben dieser tiefen Stimme des Kanadiers zu sein, die im Vordergrund steht. So wie auch seine Lieblingsthemen in den Texten: Einsamkeit, Verlust, Verletzlichkeit und das Judentum. Nach dem gefallenen Vorhang von You Want It Darker folgt mit Thanks For The Danceder Applaus. Meisterhaft.



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