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Phantom Reactor 900: Test der Stereo-Mini-Lautsprecher von Devialet

Devialet Phantom Reactor 900 Test: Entdecken Sie das kleine Lautsprecherpaar von Devialet, auf dem von unseren Sound-Experten entwickelten Qobuz-Prüfstand. Die Lautsprecher setzen das charakteristische Design von Devialet fort, und tragen dabei in einem neuen Format für alle Innenräume zum guten Ruf der Marke bei. Dynamik, Kraft und Präzision stehen im Mittelpunkt eines sehr schönen Klangerlebnisses. Mit der Integration aller wesentlichen Funktionen für einen autonomen Betrieb ersetzt der Reactor 900 vorteilhaft eine klassische Hi-Fi-Anlage.

Von Alban Amouroux | Auf dem Prüfstand | 18. September 2019
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Devialet stellt die Theorie des Hi-Fi mit seinen Geräten in Frage, die nach der Vorgabe entwickelt werden, in der jeweiligen Kategorie zu den Besten der Welt zu gehören. Die Phantom-Reihe umfasst sechs Modelle von Aktivlautsprechern, die jeweils Mono oder als Stereo-Paar betrieben werden können.

Der klassische Phantom wurde zum Reactor 900 miniaturisiert. Format und die Ästhetik wurden von einem Volumen von 12 Litern um ein Viertel (auf 3 Liter) verkleinert. Mit etwas weniger Leistung ausgestattet bietet der Reactor 900 einen niedrigeren Schalldruck. Sie sind für bescheidenere Musikwiedergaben gedacht, als es der klassische Phantom leisten kann.

Auch die Konnektivität wurde mit Ausnahme von Multirooms erneuert, die mobile Anwendung für den Phantom Reactor erscheint hier zum ersten Mal. In dieser Nische der High-End-Aktivlautsprecher sind Konkurrenzprodukte noch immer rar. Außerdem ist das sehr kleine Format des Reactor ein großer Vorteil. Es folgt der Prüfbericht der 900 W-Version in Stereo-Aufstellung.

Merkmale

Preis: 2.580 €

Funktionalität: Aktivlautsprecherpaar, 192 kHz/24-Bit DAC, AirPlay, UPnP Renderer, Bluetooth (Profile A2DP und AVRCP, Codecs AAC und SBC), kompatibel mit Audirvana und Roon

Konnektivität: analoger und optischer digitaler Mini-Klinkeneingang

Leistung: 900 Watt, 98 dB SPL, 18 Hz–21 kHz

Netzwerk: Zweiband-WLAN (A/B/G/N 2,4 GHz und 5 GHz), Ethernet RJ45 Gigabit, CPL Homeplug AV2


Design

Das Design der Devialet-Lautsprecher wird in die Geschichte der Audiotechnik eingehen: Die gestreckte Kugelform mit vorne leichter Neigung nach oben entspricht dem Ergebnis der akustischen Forschung und verleiht dem Lautsprecher eine sofort erkennbare Ästhetik, die auf der Höhe der Zeit ist.

Der vordere Teil verbirgt einen breitbandigen Aluminium-Kalottenlautsprecher, der hinter einem Maschrabiyya-Gitter die mittleren und hohen Frequenzen übernimmt. Der Bass wird von zwei Aluminiummembranen generiert, die Rücken an Rücken auf den Seitenflächen platziert sind. Es gibt keine Lüftungsöffnungen, der Phantom ist ein geschlossener Lautsprecher.

Der Reactor ist in ein Schwermetallgehäuse verbaut, um maximale Trägheit zu gewährleisten, und kommt somit auf 4,3 kg Gewicht. Die erreichte Statik ist notwendig, um den enormen Innendruck der Bassmembranen bei 900 Watt Leistung einzufassen. Damit sind diese Membranen in der Lage, die tiefsten Frequenzen zu reproduzieren - bis zu 18 Hz bei -6 dB, und 25 Hz bei -1 dB.

Konnektivität & App

Phantom Reactor sind Netzwerk-Lautsprecher, d.h. sie müssen verbunden werden. Dies ist der erste Schritt, um sie zum Laufen zu bringen. Sie haben die Wahl zwischen Zweiband-WLAN oder kabelgebundenem Gigabit-Ethernet. In Stereo können die beiden Lautsprecher auch über den Trägerstrom, d.h. über das Netzkabel, miteinander kommunizieren. Die mobile Anwendung, einfach Devialet genannt, wird für die Installation und Konfiguration verwendet.

Dem Reactor stehen mehrere Musikquellen zur Verfügung. Zunächst einmal gibt es einen gemischten analogen und optischen digitalen Kabeleingang, um z.B. ein Fernsehgerät anzuschließen. Im kabellosen Bereich bietet sich Bluetooth für eine schnelle Verbindung an. Apple-Geräte können auch mit AirPlay Musik an Reactor übertragen - qualitativ hochwertiger als per Bluetooth, jedoch auf CD-Qualität beschränkt (16/44.1). Um auf 24-Bit-Hi-Res-Qualität zu wechseln, muss entweder UPnP, oder der optische Eingang mit einem Audio-Chromecast oder einem anderen externen Netzlaufwerk verwendet werden.

Um mit Devialet Reactor Qobuz in Hi-Res zu genießen ist UPnP die ideale Lösung. Da die Devialet-Anwendung keine Möglichkeit zur Musikauswahl bietet, ist es notwendig, eine Drittanbieteranwendung wie Bubble UPnP auf Android, oder mconnect auf iOS, zu verwenden. Diese beiden Anwendungen integrieren Qobuz mit bis zu 24-Bit und 192 kHz und bieten Zugriff auf Neuerscheinungen, die Suchmaschine, Ihre persönlichen Playlists und mehr. Alternativ ist Devialet Reactor voll kompatibel mit den Hi-Res Audio-Anwendungen Audirvana und Roon für PC und Mac.

Hörerlebnis

Wir haben die beiden Reactor 900 optimal platziert: auf Ohrhöhe zum Sofa hin, wobei sie mit dem Hörer ein gleichseitiges Dreieck bildeten. Die Lautsprecher gaben uns ein dynamisches Feedback gegeben, sehr umfangreich und präsent. Beim Titel Victime des réseaux von Angèle trugen die tiefen Bässe die Melodie, ohne die anderen Tonlagen zu verdecken. Dies ist eine Konstante und eine Stärke der Reactor 900, auch wenn die 18 Hz unserer Meinung nach überschätzt werden. Die hohen und extrem hohen Töne, die bei den ZZ Top Gitarren mit Sharp Dressed Men im Vordergrund stehen, kommen sehr stark zur Geltung. Die mittleren Lagen wirken dann für einen lauten Hörstil leicht ausgehöhlt, was aber dennoch sehr angenehm ist, insbesondere bei Qualitätsaufnahmen.

Das Live-Cover von So What von Marcus Miller und dem Monte-Carlo Orchestra erfreut uns mit einem breiten und tiefen Klangerlebnis. Die verschiedenen Ebenen sind spürbar. Dies gilt auch für die intimere Aufnahme von Jeff Goldblum und Haley Reinhart in den Capitol-Studios, wo die Stimme des Sängers perfekt wiedergegeben wird. Die Reactor 900 können den Raum zwischen den Lautsprechern mit einer musikalischen Masse füllen, als würden die umgebenden Wände dahinter verschwinden. Sie liefern eine geringere Lautstärke außerhalb dieses Bereichs - was den wichtigsten Unterschied zu Lautsprechern mit klassischerer Technik ausmacht. Lassen Sie uns mit der ausgezeichneten Aufnahme des Soundtracks von La La Land, und insbesondere des Titels Herman’s Habit, abschließen. Das Fußpedal an der großen Schlagzeugtrommel, und die Resonanzen des Kontrabass' sind beeindruckend und verlieren nicht an Kraft, wenn man die Lautstärke erhöht. Wir kennen keine Lautsprecher in diesem Format, die es besser machen könnten.



Pro
Extrem kompakt
Tiefe und Verhalten der Bässe
Solides und tiefes Klangbild


Contra
Die Höhen etwas hart für manche Stücke
Leichter Mangel an Volumen auf den Seiten
Keine integrierten Musikdienste


Fazit

Die kleinen Devialet Reactor 900 hinterließen bei uns einen hervorragenden Eindruck. Die Miniatur-Abmessungen passen zu jedem Möbelstück und in jedes Regal. Die Lautsprecher lassen sich mit der mobilen Anwendung, die einen an der Hand nimmt, leicht einrichten. Mit AirPlay und UPnP werden den Reactor 900 jede beliebige Musik übertragen, einschließlich Qobuz in 192 kHz/24-Bit. Die Power ist da, um ohne Probleme Räume mit bis zu 25 oder 30 Metern im Quadrat mit Musik auszufüllen. Auch wenn sie nicht makellos sind, wird es schwierig sein, diese Klangleistung mit einem autonomen, gebrauchsfertigen und kompakten Format zu übertreffen.

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Fotos: © 2019 Devialet

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