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Die Alben

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Nova Cardinale

Superpoze

Alternativ und Indie - Erschienen am 25. März 2022 | Grand Musique Management

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama
Superpoze, der 2012 neben Dream Koala, Phazz oder Everydayz zu einem der französischen Lieblinge der Future-Beats-Szene wurde, hat sich in den letzten zehn Jahren zu einer Art Allround-Komponist entwickelt, der für Nekfeu, DJ Pone oder Lomepal produziert, mit Jacques oder Eddy de Pretto zusammenarbeitet oder Soundtracks für Filme komponiert. Und so sind seit seinem vorigen Studioalbum For We the Living (2017) fünf Jahre vergangen. Als der Mann aus dem französischen Caen als Solokünstler ins Studio zurückkehrte, war er ein wenig verblüfft. Nachdem er so viel Zeit im Dienste der Musik anderer verbracht hatte, erklärte er, sei es ihm schwergefallen, sich wieder in das wortlose Bad der elektronischen Komposition zu begeben.Die Blockade löste sich bei einem Aufenthalt in Genf, wo er schließlich akzeptierte, dass seine Instrumentalmusik sich selbst genügt. Er verbrachte eine Woche damit, zwischen Klavier, Orgel, Glockenspiel, Schlagzeug, TB-303, Rhodes, Xylophon und Vibraphon zu schreiben, um dann mit drei Stücken - den ersten drei des Albums - herauszukommen, die den Anstoß für den Rest geben sollten. Nach drei Jahren des Zweifels in denen er seine Entwürfe immer wieder wegwarf, schloss er das Album in drei Monaten ab, bevor er alles von Instrumentalisten nachspielen ließ, um die kollektive Seite wiederzufinden, die seine letzten Arbeitsjahre geprägt hatte. Letztendlich liefert Superpoze ein Album, das weniger episch, dafür aber organischer ist als seine vorherigen Alben, weniger hypnotisierend, dafür aber lyrischer (vor allem dank des Beitrags des Pianisten Guillaume Ferran, eines französischen Vertreters der neoklassischen Szene), weniger bombastisch, dafür aber beruhigender. Ein Superpoze, der erwachsen und reifer geworden ist, uns aber immer noch verblüffen kann. © Smaël Bouaici/Qobuz
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Brahms: The Violin Sonatas

Amaury Coeytaux

Duette - Erschienen am 24. September 2021 | La Dolce Volta

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Diapason d'or - 4F de Télérama - Choc de Classica
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Brahms: Piano Concerto No. 1 - Transcription for Piano Left Hand of Bach's Chaconne

Geoffroy Couteau

Instrumentalmusik - Erschienen am 24. September 2021 | La Dolce Volta

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 4F de Télérama
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Promises

Floating Points

Jazz - Erschienen am 26. März 2021 | Luaka Bop

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama - Pitchfork: Best New Music
"Pharoah ist ein Mann von unendlicher Spiritualität, der ständig nach Wahrheit strebt. Ich liebe die Kraft seines Spiels so sehr. Er ist ein großer Innovator, und es ist eine Freude und ein Privileg, dass er zugestimmt hat, Mitglied der Band zu sein. Er hat den Willen und den Verstand, zwei Eigenschaften, die ich an Menschen am meisten schätze." So sprach John Coltrane über Pharoah Sanders - diesen Hurricane, den Coltrane zu zähmen wusste und an dessen Seite er von September 1965 bis zu seinem Tod im Sommer 1967 spielte. Der Jazz der sechziger Jahre erlebt ein Free-Music-Beben wie nie zuvor. Pharoah ist ein echtes Unikat nimmt in dieser Zeit starke Soloalben voller fetziger Riffs auf, immer durchdrungen von einer unerschütterlichen Nachdenklichkeit. Selbst wenn sein Schrei zu einem Flüstern wird, bleibt dieser kraftvoll und spirituell zugleich... Es ist zweifellos die Spiritualität des heute 80 jährigen Pharoah Sanders, die Sam Shepherd alias Floating Points fasziniert. Der begnadete britische Elektrokünstler, der an der Chetham's School of Music Komposition studiert hat, ist für seine hybride Musik aus Electronica und Ambient sowie Jazz und Neo-Klassik bekannt. Und ebenso wie seine Freunde Kieran Hebden (Four Tet) und Dan Snaith (Caribou) ist er Fan von Debussy, Messiaen, Bill Evans, Gil Scott-Heron und der Krautrock-Band Harmonia und betont stets seine äußerst vielfältigen Einflüsse. Eine künstlerische Haltung, die wohl zu diesem Promises führte: dem aktuellen Projekt, das Pharoah Sanders und Floating Points zusammenbringt, die 46 Jahre und einen Ozean voneinander getrennt sind. Ein Ozean, der von den Streichern des London Symphony Orchestra (LSO) gefüllt wird, dem dritten Hauptakteur dieser brillanten Aufnahme.  Das erste Kapitel wird im Jahr 2019 in Los Angeles geschrieben, wo der Saxophonist lebt. Eine Woche lang experimentierten er und Floating Points viel und wild herum. Zurück in England bearbeitet Floating Points diese Aufnahmen und fügt die in London aufgenommenen Violinen des LSO hinzu. Das Ergebnis ist ein Wunder von beruhigender Gelassenheit. Eine lange spirituelle Spielart in neun Sätzen. Tolle Klanggebilde, Traumlandschaften, nahe am Ambient und durch die homöopathischen Abstufungen noch betörender. Der erste Teil ist introvertiert und konzentriert sich auf das Zusammenspiel zwischen Sanders und Floating Points. Der zweite Teil ist lyrischer und wird von den geschickt dosierten Geigen des mythischen Orchesters getragen...Es erinnert zuweilen an Alice Coltranes (der ebenfalls mit Pharoah spielte) schamanische Musik, an einige Aufnahmen von Claus Ogerman oder auch an Brian Enos Ambient-Periode zwischen1978 und1983. Aber Promises hat seine ganz eigene Originalität und wird von den Generationen übergreifenden und vielfältigen Werten getragen, die es vermittelt. Ein Wunderwerk. © Marc Zisman/Qobuz
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A tous les bâtards

Eddy de Pretto

Französischer Chanson - Erschienen am 25. März 2021 | Universal Music Division Romance Musique

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama
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JVLIVS II

SCH

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 19. März 2021 | Rec. 118

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Lokk

Erlend Apneseth Trio

Jazz - Erschienen am 12. März 2021 | Hubro

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Chopin: Scherzi & Ballades

Abdel Rahman El Bacha

Klassik - Erschienen am 12. März 2021 | Mirare

Hi-Res Booklet Auszeichnungen 4F de Télérama
Abdel Rahman El Bachas chronologisch angelegter, überaus uneitler und sorgfältiger Parcours durch Chopins Gesamtwerk liegt über 20 Jahre zurück. Wer den Beginn der dritten Ballade in seiner zweiten Version hört, begegnet einer unerwartet radikalisierten Deutungshaltung. Der einleitende Viertakter besteht aus zwei asymmetrischen Teilen, aber wirklich alle Interpreten jüngerer Zeit nehmen diese Takte glättend unter einen Bogen und wechseln das Pedal nicht. El Bacha aber lässt uns mit fast lehrhafter Deutlichkeit Frage und Antwort hören. Eine präzisere, der thematischen Kleinteiligkeit nachspürende, regelrecht sprechende Phrasierung ist kaum vorstellbar. Mit allem Mut zur Ungefälligkeit legt El Bacha den uns liebgewordenen Chopin-Einheitston ab, jederzeit bereit, den schönen Fluss zu brechen, wenn es der Phrasierungs-Richtigkeit dient. So zerpflückt er den Wiegenlied-Mittelsatz des ersten Scherzos zu ein- und zweitaktigen Gruppen oder drängt das berauschende Belcanto im vierten Scherzo zugunsten der forciert verdeutlichten Achtelpunktierung der Linken zurück. Dem Hörer, der sich an pianistischen Schönheitsfeiern delektiert, wird Bachas Zergliederung des ersten Themenfeldes der vierten Ballade nicht gefallen. In welchem Grade er diese Musik zur Sprache bringt, offenbart das choralhafte Seitenthema sogar noch verblüffender. Sein quasi-dialogisches Relief, auch von der gepriesenen Anna Vinnitskaya anmutig eingeebnet, wird mit sanfter Deutlichkeit hervorgeholt. Selbst jene kahlen imitatorischen Momente, die meist wie verdorrtes fossiles Material aus der berauschenden Pracht des Satzes herausragen, klingen natürlich eingewoben, so nachdrücklich zeichnet Bacha die allgegenwärtige Polyfonie des Werkes nach. Klüger, uneitler kann man kaum gegen den glättenden Einheitsgeschmack aufbegehren. © Kornemann, Matthias / www.fonoforum.de
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MP85

Michel Portal

Modern Jazz - Erschienen am 5. März 2021 | Label Bleu

Hi-Res Auszeichnungen 4F de Télérama
Stimmt nicht ganz, dass Michel Portal seit zehn Jahren keine Jazzplatte mehr gemacht hätte. 2017 gab es mit „Eternal Stories“ eine viel zu wenig beachtete Zusammenarbeit mit dem Quatuor Ébène. Sechs Jahre vorher war mit viel PR in Frankreich das Album „Baïlador“ erschienen, ein All-Star-Projekt (mit Jack DeJohnette, Ambrose Akinmusire und Lionel Loueke). Damals wie heute spielt(e) der Pianist Bojan Z eine wichtige Rolle, um die komplexen Ideen Portals zu bündeln. Auf „MP85“ treffen sich jetzt endlich ihre Universen, und anders als bei fast allen früheren Studioalben Portals spielt hier eine „echte“, live-erprobte Band. Mehrmaliges Hören offenbart kunstvolle Details. Wie Bojan Z im spannenden Opener „African Wind“ zwei Keyboards einsetzt, wie in „Full Half Moon“ Portals Liebe für Alte Musik aufleuchtet, wie seine Bewunderung für Brahms durch das ergreifende „Armenia“ weht. Plötzlich geht es dann in eine mysteriöse „Desertown“, während Bruno Chevillons gestrichener Kontrabass uns durch alle Knochen fährt. Beim 85-jährigen Maestro Portal, der sich selbst mitunter als „Mister Pharmacy“ porträtiert, ist Optimismus spürbar: der Altersschwung als Überschwang. Sonny Rollins übergab gerne das Staffelholz an einen Posaunisten, hier ist es Nils Wogram, der mit wunderbarem Feeling die ganze Band mitreißt. Die Rhythmusgruppe mit Bruno Chevillon und dem jungen flämischen Trommelwunder Lander Gyselinck in voller Fahrt zu erleben, gehört – neben Portals unvergleichlichem, im Alter noch gereifteren Klarinettenton – zu den schönsten Momenten von „MP85“. © Lippegaus, Karl / www.fonoforum.de
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Haute fidélité

Raphaël

Französischer Chanson - Erschienen am 5. März 2021 | Columbia

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Tempo

Dom La Nena

World Music - Erschienen am 26. Februar 2021 | Six Degrees Records

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CARNAGE

Nick Cave

Alternativ und Indie - Erschienen am 25. Februar 2021 | Goliath Enterprises Limited

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Mit Skeleton Tree (2016) und Ghosteen (2019) hatte Nick Cave gleich einen Doppelvertrag unterzeichnet – für Himmel und Hölle zugleich. Auf Carnage bleibt der Bandleader von The Bad Seeds weiterhin dort oben. Weit weg von den Menschen. In der Nähe von weiß der Teufel welcher Gottheit. Dieses Album trägt nicht den Namen seiner illustren Gruppe, sondern den seines Weggefährten, des seit Jahren musikalischen Leiters seines Œuvres: Warren Ellis. Mit Carnage bleiben die beiden Australier weiterhin den letzten mystischen und leicht elektronischen Arbeiten von The Bad Seeds treu, auch wenn sie nach vorne blicken. Ein paar Wochen vor der Veröffentlichung hatte Nick Cave von „einer brutalen, aber wunderschönen Platte, im Zusammenhang mit einer gesellschaftlichen Katastrophe“ gesprochen, damit meinte er natürlich die Pandemie… Der für ihn typische Sprechgesang ist immer noch derselbe und zeigt, wieviel Kraft in ihm steckt. Und dieser geniale Spinner namens Ellis findet doch tatsächlich immer auch die entsprechende Soundkulisse dazu – Streicher, Retro-Synthies, klimperndes Klavier, außerirdische Geräusche, alles kommt zum Zug – um diese irrationalen und poetischen Texte auf eine gesamtheitliche Reise zu schicken. In dem grandiosen White Elephant hat diese Methode eine faszinierende Wirkung und es geht dann mit einem Chorgesang zu Ende, der Lennons Give Peace a Chance das Wasser reichen kann. In Balcony Man schlagen Nick Cave und Warren Ellis zuerst einen Weg ein, der an experimentelles Ambient erinnert, bevor sie dann mit einem abgefahrenen Klavier/Violine-Tandem die entgegengesetzte Richtung einschlagen. Es scheint, als habe Duo vor allem bei Carnage Spaß daran, Atmosphären und Stile miteinander zu verweben, selbst wenn das bedeutet, den traditionellen Rahmen des Songs zu sprengen. Brutal und wunderschön, das ist die passende Bezeichnung. Recht wohl fühlt man sich nicht beim Betreten dieser Parallelwelt, die es so kein zweites Mal gibt. Die Welt des Rock kann noch so viele verschiedene Wesen hervorbringen, Nick Cave bleibt trotzdem ein Tier, das aus der Reihe tanzt und unaufhörlich seine künstlerischen Überzeugungen in Frage stellt. Wirklich einzigartig. © Marc Zisman/Qobuz
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New Fragility

Clap Your Hands Say Yeah

Alternativ und Indie - Erschienen am 12. Februar 2021 | Clap Your Hands Say Yeah

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Bereits vor 16 Jahren hätte Alec Ounsworth den Preis für die weltweit nöligste Fistelstimme verdient gehabt – erstplatziert, sogar noch vor Ezra Furman. Als Sänger und Mastermind der Band Clap Your Hands Say Yeah behauptet sich der Mann aus Philadelphia seit 2004 im Halb-Untergrund der Indie-Szene. Das selbstbetitelte, erste Album stach nicht nur dank des prägnant nervigen Gesangs hervor, sondern gleichermaßen mittels hervorragendem Songwriting in Geheimklassikern wie "Is This Love?". Ounsworth und Kollegen schafften es seinerzeit sogar ins landesweite US-Fernsehen zu David Lettermans "The Late Show". Den kurzen Rummel um das einstige Quintett krönte ein umjubelter Auftritt auf dem spanischen Benicassim-Festival, den man sich auf YouTube nicht entgehen lassen sollte. Es wird gemunkelt, die beiden pop-intellektuellen Davids, namentlich Bowie und Byrne, hätten sich damals bei Gigs blicken lassen. Es folgte ein ewiges Underdog-Schicksal. Während die nächsten beiden Alben noch auf den vorderen Plätzen der amerikanischen Alternative-Charts gelistet wurden, ernteten die darauffolgenden drei sogar Pitchfork-Verrisse. Die Luft war raus. Das sechste Studioalbum "New Fragility" verspricht schon im Titel neue Entwicklungen. In "Thousand Oaks", einem der uniformen Peripherieorte von Los Angeles, reich, trübselig, wohlbehütet, fand 2018 ein Massaker statt. Darüber singt Ounsworth mit gefühligem Springsteen-Pathos über den amerikanischen Traum seiner "Hesitating Nation". Hört sich ein bisschen an wie The War On Drugs oder, nochmal, Ezra Furman auf "Transangelic Exodus". "But it's a world full of trouble / An American massacre / In Southern California / But we're reasoning with messengers" zählt nicht zu den Höhepunkten der modernen Lyrik, taugt aber für einen elegischen Song über ausweglose Einsamkeit in diesem 21. Jahrhundert. Darüber, ob das 20. Jahrhundert 1999 endet, oder mit der Vorstellung des ersten iPhones 2007, oder doch erst mit der Coronakrise im März 2020 - darüber lässt sich vorzüglich streiten. Von den Gitarren bis zum Gejaule klingt auf diesem Album auf jeden Fall alles nach Vergangenheit, Arcade Fires "Funeral" erschien übrigens 2004. In "Dee, Forgiven", einer langsam walzenden Liebesballade, ergänzen dezente Analogsynthiefiguren und verzerrte Mundharmonikas den angestaubten Indiesound. Ounsworths Stimme quäkt in die höchsten Höhen seiner tiefsten Depression. Das ist wieder nix Neues, aber recht anrührend und schön. Ebenso generiert sich der Titeltrack "New Fragility" geschmackvoll museal, mit Bildern wiederum wie aus dem Boss-Archiv: "On a holiday, you said you just needed to get away / Taking some midnight drive out to Long Beach Island / Stranded, half-naked on a strange man's couch." Track Nummer sieben ist das Bekenntnis zur Nostalgie, der Mann trauert seinem vergangenen fünfzehn Minuten Berühmtheit hinterher – "CYHSY, 2005". Ein leicht bemerkenswertes Lied mit deutlichem Streichereinsatz auf diesen 41 gleichförmigen Minuten Albumlänge ist "Went Looking For Trouble". Ounsworths Verse gestalten sich hier pubertär brutal, bedienen sich reißerischer Bildsprache und wollen sehr literarisch klingen. "The rain is falling and it chases us like a rapist / Into the basement of your parents' house / Where I will sit down quiet as a mouse / And watch you eat yourself alive" schießt nicht ganz am Ziel vorbei, aber doch darüber hinaus. Dass jemand im Alter von 43 Jahren immer noch (oder wieder) von der Teenagerromantik singen muss, könnte heißen, dass ihm sonst nichts mehr einfällt als eben "neue Zerbrechlichkeit" im fortgeschrittenen Alter. Betrachtet man die aktuellen Entwicklungen am Poesiemarkt, darf allerdings festgestellt werden, dass eine Amanda Gorman nicht einmal dieses Niveau zustande bringt. Zum Abschied kläfft Ounsworth dann noch von Jesus Christus, seiner Tochter und Halluzinationen – man könnte meinen, er hätte sich diesen Themenkomplex von Kanye West abgeschaut. So gute Musik wie vom Yeezus liefert das neue Album von Clap Your Hands Say Yeah leider nicht, so viel sensationalistischen Schauwert auch nicht. Dennoch liegt hier ein Werk einer mittleren Schaffensphase am mittleren Rand der Verzweiflung vor, das insgesamt und irrational betrachtet dann doch mehr als nur eine mittelschöne Angelegenheit ist. Deswegen dann doch die entsprechende 4/5-Sternewertung. © Laut
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Start Walkin' 1965-1976

Nancy Sinatra

Country - Erschienen am 5. Februar 2021 | Boots Enterprises, Inc.

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Zuerst taucht da dieses Bild einer amerikanischen Brigitte Bardot auf, sexy und im Look der Sixties. Und einen Gainsbourg hatte Nancy Sinatra auch: Lee Hazlewood, der perfekte Kumpel mit Schnauzbart und Baritonstimme. Ihren Familiennamen, den ihres illustren Vaters, eines gewissen Frankie, den sollte sie schnell loswerden, als sie anfing, die fast schon krass aufmüpfige Tochter zu spielen… Viele verbinden mit Nancys Stimme vor allem zwei Giga-Hits: dem genialen These Boots Are Made For Walkin' und dem sinnlichen Bang Bang, den Quentin Tarantino 2003 wieder aus der Versenkung holte, als er ihn im Soundtrack von Kill Bill: Volume 1 unterbrachte. Die vom hervorragenden Label Light In The Attic orchestrierte Neuausgabe ihrer Alben kann keine Vorspeise verlockender ankündigen als diese exzellente Kompilation ihrer schönsten Songs, solo oder im Duett (John Baldwin hat alles von analogen Aufnahmen ausgehend neu gemastert). Sugar Town, So Long Babe, You Only Live Twice, Some Velvet Morning, Sand, Jackson - nichts fehlt! Und es gibt auch noch andere Leckerbissen wie Hello L.A., Bye-Bye Birmingham oder auch eine überraschende Coverversion von Joe Dassins L’Été indien! Lee Hazlewood, der hinter diesen gelungenen Produktionen und faszinierenden Arrangements steckt, verstand sich ganz großartig auf sein Handwerk. Er schuf eine einzigartige Musik, die zwar recht nach Sixties klingt, aber dermaßen originell ist mit dieser Kombination von Pop, Country, Rock, Klassik und Filmmusik. Der Elektronikfrickler, der an den Reglern stand, bekam Unterstützung von The Wrecking Crew (Hal Blaine am Schlagzeug, Al Casey, Glen Campbell, Larry Carlton an der Gitarre und Carol Kaye am Bass) mit wummernden Bässen, facettenreichen Gitarren, exotischen Instrumenten und schier unendlichen Streicherteppichen, denn er hatte das Kaliber eines Phil Spector, der zu allen möglichen Experimenten bereit war. Da brauchte dann nur noch seine Muse diese zeitlosen Melodien voller Schneid in höchster Vollendung singen. Fabelhaft. © Marc Zisman/Qobuz
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Try!

Airelle Besson

Jazz - Erschienen am 5. Februar 2021 | Papillon jaune

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Da die „richtige Mischung“ im Mittelpunkt des 2016 erschienenen Radio One stand, war es logisch, dass Airelle Besson für Try! wieder dieselben Protagonisten auf den Plan rief: die Sängerin Isabel Sörling, den Pianisten Benjamin Moussay (Klavier und Keyboards) und den Schlagzeuger Fabrice Moreau. Die Indikatoren sind dieselben, nur die Interaktionen dieser Viererbande scheint sich so etwas wie … verzehnfacht zu haben! Coronabedingt mussten sie ihre Arbeit anders gestalten. Raum und Freiheit sind umso spürbarer. Die Themen fließen ineinander über, sie sind verträumter, auch verzaubernder… Und wenn dann die Stimme der Schwedin die manchmal an Tom Harrell erinnernde Trompete der Pariserin umkreist, dann hört es sich wie ein Geschenk der Götter an. Wenn hier eine Frau der anderen ins Angesicht sieht, stehen Moussay und Moreau natürlich nie außen vor, und ihr Beitrag ist vital. Denn obwohl einzig und allein der Name Airelle Besson das Cover von Try! ziert, so sprechen sie doch alle zusammen ein- und dieselbe Sprache. Die eines genauso verspielten wie auch schelmischen Jazz. Eines erzählerischen, bildhaften Jazz, der sogar sehr offen ist und manchmal in Richtung zeitgenössischer Musik abdriftet. Dieses Quartett besitzt vor allem einen ihm ganz eigenen Klang. Ein kleines Stück Musik, das origineller nicht sein könnte. © Marc Zisman/Qobuz
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Let My People Go

Archie Shepp

Modern Jazz - Erschienen am 5. Februar 2021 | Archieball

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Im Duett zusammen mit einem Pianisten zu spielen, diesen Abstecher erlaubt sich Archie Shepp regelmäßig. Übrigens zählt jener aus dem Jahr 1977, den er gemeinsam mit Horace Parlan auf dem Album Goin’ Home für das dänische Label SteepleChase verewigt hatte, zu den schönsten Platten des amerikanischen Saxofonisten. Dieses Mal misst sich John Coltranes ehemaliger Kumpel mit den um 38 Jahre jüngeren Jason Moran. Die Stimmung ist natürlich besonnen, vor allem aber zutiefst sozialengagiert. In einem Geflecht von Hits wie Round Midnight oder Lush Life sowie spirituell gefärbten Stücken, wie das legendäre Go Down Moses, präsentieren die beiden Männer ein niederschmetterndes Gebet, in dem das unendliche Leid der Sklaven herauszuhören ist. Ihre Improvisationen sind dezent gehalten (wie faszinierend Moran ist!) und verherrlichen gleichzeitig die melodische Struktur der gewählten Themen. Der nunmehr gute dreiundachtzig Jahre alte Archie Shepp krächzt natürlich nicht mehr wie damals in den ereignisreichen Sixites, als er einer der Vorreiter der Freejazz-Szene war, aber seine Ausdauer unterstreicht zusätzlich, wie großartig die Geschichte des Jazz, der  Great Black Music und der Afroamerikaner ist. An bestimmten Stellen tauscht er ganz kurz Saxofon gegen Mikro ein und verleiht damit dem Sklavengesang seiner Ahnen eine umso kräftigere Wirkung. Da Archie Shepps Musik immer schon mit seiner militanten Haltung Hand in Hand ging, passt Let My People Go perfekt in seine Zeit. Insbesondere in jene der Black Lives Matter-Bewegung… © Marc Zisman/Qobuz
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The Dreamer

Joce Mienniel

Modern Jazz - Erschienen am 5. Februar 2021 | Drugstore Malone

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Welcome 2 Detroit - The 20th Anniversary Edition

J Dilla

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 5. Februar 2021 | BBE Music

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The Raging River

Cult of Luna

Rock - Erschienen am 5. Februar 2021 | Red Creek

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Die Entdeckung neuer Welten gehört zu den urtümlichen Antriebskräften der Menschheit. Sinnbildlich steht hier der Seefahrer, der nicht selten von imperialem Gestus getrieben ganze Nationen unterjochte. Im 20. Jahrhundert löste die Raumfahrt die Seefahrt ab und dient seitdem als Projektionsfläche für Kunst. Cult Of Luna machen dabei nicht den Fehler, sich allzu sehr an den Puls der Zeit anzubiedern, sondern begeben sich auf die Reise zu den großen Momenten der Sci-Fi-Vertonung - vor allem die der Siebziger und Achtziger. Das Sextett verwendet deren schaurige Synthies für den einzig richtigen Zweck: die Vertonung von Kälte, Unendlichkeit und Lebensunwirtlichkeit. Anders als in einer Kriegsverherrlichung wie Star Wars erklingt hier kein pompöser Orchester-Kleister. Nach dem maschinellen, an Fritz Langs "Metropolis" angelehnten Vorgänger "Vertikal" greifen die Schweden nun nach den Sternen. Die Kollaboration mit der New Yorker Sängerin Julie Christmas stellt dabei ein Novum in der bisherigen Historie von Cult Of Luna dar. Sie liefert eine Hammerleistung ab, die die beiden etatmäßigen Vokalisten Johannes Persson und Fredrik Kihlberg zusätzlich motiviert haben dürfte. So erstrahlt der Post Metal von Cult Of Luna in der Tradition von Neurosis, Isis oder The Ocean in sämtlichen Spektralfarben: Die Stimmen transportieren nicht nur Text, sondern kommen als gleichwertige Instrumente zum Einsatz. Christmas lotet dabei sämtliche Extreme aus: Sie singt liebliche Popphrasen, schmeichelt wie ein Psychopath, jault den Mond an, zündet Dicke-Eier-Shouts oder wütet wie ein Berserker durch die Hörgänge. Der Traum von Unendlichkeit beginnt mit "A Greater Call". Nach einem sphärischen Beginn reißt eine Kaskade aus Growls und Julies Melodie aus dem Hypersleep, während einen das darauffolgende Sludge-Riff in die Umlaufbahn eines düsteren Mondes katapultiert. "Chevron" setzt die Odyssee fort, getragen von Christmas' lieblicher Stimme, die sirenenhafth umschmeichelt und das nahende Ende verkündet. Sehr abwechslungsreich gehalten, gleicht das Stück im Gegensatz zum Crescendo-Aufbau des Openers einem turbulenten Parabelflug, der in der Schwerelosigkeit endet. "The Wreck Of S.S. Needle", das Solostück der Sängerin, strandet mit einer Achtziger-Horror-Synthie-Passage hoffnungslos im Nichts. Der vor purer Verzweifelung schier berstende Refrain steht im Gegensatz zum umheimlich dahin schleichenden Aufbau. "Approaching Transition" kommt als einziges Stück mit männlichem Klargesang: Eine in endloser Weite verhallende Doom-Ballade, mit verschlepptem Tempo und melancholischer Synthesizer-Linie. "Cygnus" zieht einen endgültig in die Singularität eines schwarzen Loches. Musikalisch extrem abwechslungsreich gestaltet, bildet der Track den perfekten Abschluss im ewigen Kampf zwischen Agonie und Extase. Die Sehnsucht nach fernen Welten - gerade angesichts des desaströsen Klimawandels und Artensterbens: Cult Of Luna liefern für ein mögliches Himmelfahrtskommando den perfekten Soundtrack. Neben dem durch arktische Kälte stapfenden Ihsahn und den britischen Atomisten von Mogwai das nächste Postrock/Metalrock-Highlight im April. © Laut
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Postcards From The Edge

Guy Blakeslee

Alternativ und Indie - Erschienen am 5. Februar 2021 | Entrance Records & Tapes

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