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Die Alben

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Electronic - Erschienen am 1. Oktober 2013 | Mute

Auszeichnungen 5/6 de Magic - Sélection Les Inrocks
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Rock - Erschienen am 1. Oktober 2013 | Mute

Auszeichnungen 3F de Télérama - 4 étoiles Rock and Folk - Sélection Les Inrocks
Der Porno-Schnäuzer ist verschwunden, die demonstrativ demonstrativen Momente ebenfalls. Nach ihrer Grundsatzerklärung räkeln sich die Herren Scalvunos, Ellis, Casey und Cave entspannt in einem Whirlpool mit frischem Sumpfwasser. Entspannt? Nun ja - einigen wir uns auf "weniger angespannt". Wobei die Cover der beiden Alben Inhalte und Differenzen perfekt widerspiegeln, vom brüllenden Affen im Regen zum Wolf, der durch die Halle schleicht. Immer eine Spur daneben, aber das bitte möglichst effektiv. 2010 wollte man die schon auf dem Debüt angedeutete Klangverliebtheit ausbauen, die Songs mit seltsam psychedelischen Effekten aufladen und im selben Atemzug ein wenig subtiler und morastiger gestalten. Der Truck, der 2007 noch mit Hochgeschwindigkeit und ohne Rücksicht auf Verluste den Highway hinunterbretterte, steckt nun tief im Sumpf, während die Räder freidrehen und den Dreck voller Spaß und Gewinn in alle Richtungen schleudern. Der Hörer wird nicht einfach nur überfahren, sondern bekommt Zeit, das bizarre Etwas angemessen zu würdigen. Mit "What I Know" streut man eine ins Dunkel tastende Ballade mit ambienten Qualitäten ein, das knapp siebenminütige "When My Baby Comes" versinkt nach der Hälft im Strudel eines bewusstseinserweiternden Codas, beim Closer "Bellringer Blues" leiern die Bänder und "Palaces Of Montezuma" entpuppt sich gar als das eingängigste Liebeslied, das Cave seit sehr langer Zeit einfiel. Neu oder revolutionär ist natürlich auch dieses Album nicht, die Leistung von Grinderman besteht eher darin, Nick Cave aus der Sackgasse zu befreien, von dem Sockel zu holen, auf den er nach "The Boatman's Call" geraten war. Ihn in eine Position zu bringen, in der seine Arbeit wieder als relevant und aufregend durchgeht. Wie die Auflistung kulturell - mehr oder weniger - bedeutender Gegenstände, die der Narrator seiner Angebeteten in "Palaces Of Montezuma" verspricht, wenn sie ihn denn nur erhören würde: Urplötzlich taucht hier "the spinal chord of JFK" auf. "Wrapped in Marilyn Monroe's negligé"! Ein Reim, so naheliegend und bescheuert, dass man sich wundert, wieso in den knapp 47 Jahren seit Dallas noch niemand darauf gekommen ist. Und weil Grinderman Grinderman sind und niemandem etwas beweisen müssen, koppelt man als erste Single nicht etwa diesen Track sondern das sperrige "Heathen Child" aus. Nicht, dass hier noch jemand auf falsche Gedanken kommt. Und spielte eine Version mit King Crimson-Wizard Robert Fripp an der Gitarre ein, die als exklusive B-Seite das Licht der Welt erblicken wird. Bei einem Benefizkonzert im Mai ließ Cave sich zwischen den breit grinsenden Pink Floyd-Veteranen Roger Waters und David Gilmour ablichten. Und wisst Ihr was? Dabei sah er richtig gut aus. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 1. Oktober 2013 | Mute

Auszeichnungen Album du mois de Tsugi - Sélection Les Inrocks
Yeasayers Debütalbum "All Hour Cymbals" war wegen seiner stilistischen Vielfalt 2008 noch von so manchen Rock-Journalisten etwas beiläufig als Weltmusik abgetan worden. Das war zwar wohlwollend gemeint, mit afrikanischen Rhythmen, Indianer-Getrommel und Bollywood-Gesängen kam man ja sonst nur als Tourist in Kontakt. Und doch glaubte man in der ersten Welt nicht so Recht, dass diese New Yorker Offbeat-Hippies mit kulturellen Stilmitteln der zweiten und dritten Welt Pop erfolgreich umschreiben können, wenn das schon Phil Collins nicht geschafft hat. Dabei haben Bands wie Vampire Weekend, Grizzly Bear und Animal Collective in der Zwischenzeit munter weitergemacht, mit ihrer Version von retrofuturistischem, globalisiertem Bastel-Pop. Und auch Yeasayer, die ohne Weiterentwicklung Indie-Exoten mit Vorführeffekt geblieben wären, haben sich auf "Odd Blood" mit 80er-Sampling und experimentellem Songdesign noch einmal ein Stück weit neu erfunden. Dabei irritiert einen dieses Album, es legt es geradezu darauf an. Wäre da nicht diese eindringlich-stampfende Klaviermelodie, man würde bereits beim Opener "The Children" glauben, dass hier eine Hymne auf Vinyl zu langsam abgespielt wird. Dabei ist der verzerrte Gesang genauso gewollt wie das jazzige Saxophon und die insgesamt irrlichternde Elektronik, die an die Noise-Avantgardisten Black Dice erinnert, die überhaupt einen Beratervertrag für das Album unterschrieben haben müssen. Es scheint, als hätten Yeasayer konsequent an der Entpersonalisierung ihrer Musik gearbeitet. Einzig Chris Keating lässt sich mit seinem exaltierten Gesang, der wie bei den Dirty Projectors oft geradezu diagonal zum Bandsound liegt, noch als Handlungssubjekt identifizieren. Er ist es auch, der die Single "Ambling Alp" - übrigens wieder so ein Song, über den man trotz lässigem, elektronisch ausgekleidetem Reggae-Beat und an die Talking Heads erinnerndem Melodieentwurf am liebsten ein Antiviren-Programm laufen lassen würde – mit Metal-Falsett als Bridge heil ins Ziel bringt. Ein Hit. Das folgende "Madder Red" ist ein relativ gitarrenlastiger Midtempo-Song, dessen schwärmerische Gedudel im Refrain wenn nicht an Peter Gabriel, dann auf jeden Fall an den Überschwang der Hidden Cameras erinnert. "I Remember" wiederum wäre mit Stardust-Elektronik und entschleunigtem Popmoment ganz nach dem Geschmack von Noah Lennox, der bei seinen Songs für Animal Collective und Panda Bear einen ähnlichen Ansatz wählt. Yeasayer gehen jedoch noch weiter. Gewinnen mit mainstreamtauglichem Dance-Pop ("O.N.E."), wie ihn sich Kylie Minogue sonst maßgeschneidert zimmern lässt, auf ganzer Linie. Übertreiben es etwas mit den R'n'B-Spielereien, ehe man merkt, dass "Love Me Girl" dadurch erst grandios wird. Scheitern aber auch mit der arg nervösen Soft Cell-Adaption "Rome". Man muss sich schon auf einige Freak-Outs einlassen, dann dürfte man mit "Odd Blood" – mehr noch als mit dem schnell abgenützten "All Hour Cymbals" - viel Freude haben. Oder um es mit dem Song "Mondegreen" noch einmal auf den Punkt zu bringen: Der klingt, als würden UB 40 in einem Raumschiff bei Lichtgeschwindigkeit für eine Horde Aliens eine Party feiern: "Make Love Till The Morning Light", hechelt Chris Keating, das Saxophon röhrt. Sagt mal, Yeasayer, geht’s noch? © Laut
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Rock - Erschienen am 1. Oktober 2013 | Mute

Auszeichnungen Sélection Les Inrocks
Der Albumtitel "Milk Famous" habe keine tiefere Bedeutung, muss sich Sänger Stephen Patterson nun unentwegt in Interviews erklären. Es seien einfach zwei Worte, die plötzlich da waren, sehr gut miteinander harmonierten und auf die sich alle einigen konnten. Diese Entstehungsweise des Titels egibt insofern Sinn, als dass auch die Musik der White Rabbits, dieser fließende, unglaublich eng geknüpfte Klangteppich, kaum auszudefinieren ist. Schon "It's Frightening" deutete im Jahr 2009 an, dass man es hier nicht mit einer x-beliebigen Indie-Band aus Brooklyn zu tun hatte. Die im Line Up geführten zwei Drummer beeindruckten nicht mit Lautstärke, sondern mit kunstvoll aufeinander abgestimmten Tonspuren. Wer sich an den damaligen Song "They Done Wrong / We Done Wrong" erinnert, bekommt eine ungefähre Vorstellung davon, wie sich die stets schwerelos scheinenden Melodiebögen auf "Milk Famous" immer wieder voneinander abgrenzen, kurz unentschlossen flimmern, um dann doch irgendwie wieder zusammen zu finden. Mit Produzent Mike McCarthy, der schon wirre Meisterwerke wie Trail Of Deads "So Divided" sowie mehrere Spoon-Alben auf dem Kerbholz hat, stand da natürlich auch ein Mann an den Reglern, bei dem man mit einem Faible für Weirdo-Pop samt sonischer Experimentierfreude offene Türen einrennt. So begrüßt uns im herausragenden Opener "Heavy Metal" gleich ein rückwärtslaufendes Piano-Loop, das mit dem federnden Basslauf und Pattersons ungewohnt hoher Stimme eine minimalistische Basis bildet. Schon hier überrascht die zaghafte Zurückhaltung, mit der sich Gitarre und zwei Schlagzeug-Kits der Songstruktur unterordnen und dem Soudbild gerade dadurch einen eigenen Stempel aufdrücken. Es sind stellenweise begeisternde, intuitiv-verschachtelte Arrangements, die die Band aus Missouri im Zeitraum von nur drei Monaten im Studio austüftelte und deren unverhohlener Perfektionismus auch in der ein oder anderen narkotischen Ausprägung an Bands wie Radiohead und Phoenix erinnert. "I'm Not Me" und "Temporary" sind weitere versponnene Highlights, die vergleichsweise straight und noch am ehesten die rockige Vergangenheit der Gruppe durchklingen lassen. Den psychedelischsten Elektro-Teppich rollen sie in "Hold It To The Fire" aus, während "Danny Come Inside" hintenraus einfach immer weiter läuft und sich spiralförmig mit Chören, Synth-Tupfern und punktiertem Bassläufen dreht. Ziemlich lässiger Scheiß also, was die Jungs mit Album Nummer drei vorlegen. Wer auf Songs steht, die völlig anders aufhören, als sie beginnen, macht mit "Milk Famous" sicher nix falsch. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 8. Mai 2012 | Secretly Canadian

Booklet Auszeichnungen 5/6 de Magic - Sélection Les Inrocks
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Alternativ und Indie - Erschienen am 30. April 2012 | Ribbon Music

Hi-Res Auszeichnungen 5/6 de Magic - Sélection Les Inrocks - Hi-Res Audio
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Yo

Jazz - Erschienen am 17. April 2012 | Jazz Village

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Qobuz' Schallplattensammlung - Sélection Les Inrocks - Qobuz Referenz - Hi-Res Audio - Sélection JAZZ NEWS
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Alternativ und Indie - Erschienen am 16. April 2012 | Domino Recording Co

Auszeichnungen Sélection Les Inrocks
Einer Primaballerina gleich tanzt "Lighthouse" auf leichten Klaviernoten in die "Adventures In Your Own Backyard". Nach knappen drei Minuten mutiert sie jedoch ohne Vorwarnung zum finsteren Schurken eines Italo-Westerns. Clint Eastwood zieht ein letztes Mal an seinem Zigarillo. High Noon steht vor der Tür, und ein verlorenes Morricone-Tumbleweed kreuzt den menschenleeren Hinterhof. Diese Wandlung um 180% kommt ohne Knalleffekt aus. Ohne "Schau mal wie Kreativ ich bin". Sie ensteht ganz natürlich. "Adventures In Your Own Backyard" zeigt sich zärtlich und phantasievoll, schwermütig und abenteuerlustig. Patrick Watson wirkt wie das gute Engelchen auf der linken Schulter von Tom Waits. Das positive Negativbild des Ausnahmekünstlers, hell und bis in die hinterste Ecke erleuchtet. Der melancholische Streifschuss "Into Giants" trifft mit seinem kurzen Bläsereinsatz kurz vor Ende die Fab Four. Links antäuschen, rechts schießen. Eine Methode, die sich über das ganze Album der vierköpfigen Formation zieht. Hinter jeder Ecke wartet eine kleine verspielte Überraschung und sorgt für Spannung. In "The Quiet Crowd" lässt sich die warme Spätsommersonne erahnen, die zärtlich das Gesicht streichelt. Patrick Watson und seine Mitstreiter plündern mit gehauchtem Gesang in musikalischen Gefilden, in denen sonst der stolze Freibeuter Sufjan Stevens sein Unwesen treibt. Nur wenige Lieder wie "Words In The Fire" oder das Instrumental "The Things You Do" bleiben ein wenig zu verschlafen hinter den anderen zurück. Doch was zählt ist die Mission. Ihr könnt es schaffen. Im Gegensatz zu Leidensgenossen aus der Singer/Songwriter-Szene begnügt sich Patrick Watson nicht mit dem ewigen melancholischen Rumgenudel auf drei Akkorden. Diese Musik findet sich wieder in Tagträumereien, nimmt über die Gesamtlänge des Longplayer mehr und mehr eine cinemaskopische Gestalt an. Der Soundtrack wurde geliefert, der Film fehlt noch und liegt in unserer eigenen Phantasie begraben. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 16. April 2012 | Double Six Records

Hi-Res Auszeichnungen Pitchfork: Best New Music - Sélection Les Inrocks - Hi-Res Audio
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Rock - Erschienen am 13. April 2012 | Parlophone UK

Auszeichnungen Sélection Les Inrocks
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Aus aller Welt - Erschienen am 2. April 2012 | Because Music

Hi-Res Auszeichnungen Victoire de la musique - Sélection Les Inrocks - Hi-Res Audio
Damon Albarn ist weg. An seine Stelle sind Musiker getreten, deren Auflistung jedes Hipster-Herz höher schlagen lässt. Aber das Gute an "Folila" ist, dass dies nicht einmal wichtig ist. Denn der Longplayer hat wieder die Ecken und Kanten, die den beiden blinden Musikern aus Mali auf "Welcome To Mali" zuvor abgeschliffen wurden. "Folila" - auf deutsch "Kommt und musiziert mit uns!" - hat wieder Eier, ist das Bruce Springsteen-Album von Amadou & Mariam. Eigentlich sollte dem poppigen Vorgänger ein Doppelrelease folgen. Die Idee war, Songs mit Gästen und getrennt davon auch mit Musikern aus Bamako einzuspielen. Zwei Sichtweisen auf eine musikalische Welt. Am Ende entschieden sich Amadou & Mariam aber, beide zu verknüpfen. In Paris wurden die Aufnahmen ineinander verwoben. Mit einem Weltmusik-Rocker erster Güte, der von der Gitarre von Nick Zinner (Yeah Yeah Yeahs) unterstützt wird, setzt "Dougou Badia" ein. Mariam und Santigold puschen sich gegenseitig voran. Das Spiel ihrer Stimmen setzt den Track unter Strom. Ein Konzept, das auch im später folgendem "C'est Pas Facile Pour Les Aigles" mit Ebony Bones aufgeht. Mit den zwei stimmgebenden Vierteln von TV On The Radio geht es in zurückgelehnter Entspanntheit auf "Willy Kataso" weiter. "Wari", mit Amp Fidler eingespielt, entpuppt sich als dreckiger Afro-Blues. Das natürlich nicht alle Kombinationen funktionieren, liegt fast in der Natur eines solchen All-Star-Albums. In "Metemya" bekommt man vom Einfluss Jake Shears von den Scissor Sisters nichts mit. Geradezu ärgerlich ist aber der Country-Hip Hop, den "Nebe Miri" mit Theophilus London zu bieten hat. Die tiefsten Spuren hinterlässt Bertrand Cantat. Seine verzweifelte rauchige Stimme ist ebenso wie sein Mundharmonika- und Gitarrenspiel an vier Songs beteiligt. In anderen Kritiken musste ich lesen, dass es doch zweifelhaft sei, einem solchen Menschen so viel Platz einzugestehen. 2004 wurde der ehemalige Sänger von Noir Désir des Totschlags an Marie Trintignant und unterlassener Hilfeleistung schuldig gesprochen und zu acht Jahren Haft verurteilt. Hat er nach dieser Zeit nicht eine zweite Chance verdient? Ist seine Tat mit der Haft gesühnt? Sein musikalischer Einfluss auf "Folia" ist jedenfalls groß, spürbar umweht die mit ihm aufgenommen Songs ein leichter Hauch von "Des Visages, Des Figures", dem letzten Release von Noir Désir. Cantat geht ganz in seiner Arbeit mit dem musikalischem Duo auf und es entsteht über die Stücke hinweg eine eigene kleine Band - Amadou, Bertrand & Mariam. Eine mehr als gelungene Zusammenarbeit. "Sans Toi" und "Chérie" wurden ohne Gast aufgenommen. Locker aus der Hand geschüttelt beweisen die beiden wohl besten Stücke, dass der ganze Starrummelplatz gar nicht nötig gewesen wäre. "Chérie" entlässt uns mit einem Kinderlachen wieder in einen Alltag, der nach den vielen Farben von "Folila" für einen kurzen Moment etwas matt und grau erscheint. © Laut
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Alternativ und Indie - Erschienen am 2. April 2012 | geographic

Hi-Res Auszeichnungen 5/6 de Magic - Sélection Les Inrocks - Hi-Res Audio
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Alternativ und Indie - Erschienen am 2. April 2012 | XL Recordings

Auszeichnungen Sélection Les Inrocks
"Ich bin ein exzellentes Beispiel dafür, dass im Rahmen der konventionellen, zivilisierten Gesellschaft jeder das tun kann, was er will", erklärt Willis Earl Beal in der Textsammlung, die sein vorliegendes Debüt begleitet. Womit er sicherlich Recht hat. Doch etwas zu tun und damit Aufmerksamkeit zu erregen, sind zwei Paar Stiefel. Ob Beal nur eine Sternschnuppe bleibt oder zum Dauerbrenner wird, bleibt abzuwarten. Bis auf den bei den Haaren herbei gezogenen Titel "Acousmatic Sourcery" ist das Album vor allem eines: außergewöhnlich. Besser: begeisternd. Fast könnte man meinen, Robert Johnson sei aus dem Grab auferstanden. Nicht nur wegen der grausigen Qualität der Aufnahmen: damals auf Schellack-Rohlingen, hier mit einem Karaoke-Kassetten-Recorder, Flohmarktinstrumenten und Topfdeckeln. Vor allem wegen der Inbrunst der Darstellung und der existentialistischen Tiefe, die sie ausströmen. Hunderte Stücke habe er auf diese Weise aufgenommen, so Beal. Von der Heimatstadt Chicago war er nach Tucson gezogen und hatte sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten. Die Lieder seien aus Verzweiflung und Langeweile entstanden, als Weg, mit der Außenwelt zu kommunizieren. In der Wüstenstadt hat er Demokassetten mit Kontaktdaten verteilt oder einfach liegen gelassen. Wer eines der Exemplare fand und hörte, dürfte genauso erstaunt sein wie nun bei der offiziellen Version: verträumte, verspielte Gitarrenklänge, die einige Oktaven höher liegen als normal, mal gezupft, mal angeschlagen, durchgehend akustisch oder nur leicht verzerrt. Dumpfe Schläge, die den Rhythmus vorgeben. Eine Stimme wie aus dem Jenseits, tief, mitfühlend, mal zärtlich, mal brüllend, aber auf merkwürdige Weise abwesend. Texte über Liebe, vor allem enttäuschte, Existenzzweifel, Tod. Delta-Blues in seiner reinsten Form, ins 21. Jahrhundert versetzt. Denn mit engen, verrauchten Bretterbuden brauchte sich Beal nicht herumzuschlagen. Auch seine Taktik hatte Erfolg: Tatsächlich riefen Leute an, andere stellten seine Demos ins Netz. Plötzlich war er ein Underground-Star, insbesondere in Großbritannien. Das Label XL Recordings war so begeistert, dass es ihn unter Vertrag nahm. Nun ist Beal ein Labelkollege von Jack White, M.I.A., Vampire Weekend und Radiohead. Und statt ihn in ein Studio zu stecken, schickten sie ihn erst mal on the road. Und veröffentlichten die Demoaufnahmen ohne große Überarbeitung mit einer ausführlichen Textsammlung und expliziten Zeichnungen. Beal selbst bezeichnet das Paket gar als Roman. "Acousmatic Sorcery" ist eine jener Platten, die ein bleibende Spur hinterlassen. Mal schauen, ob es Beal gelingt, unter gewöhnlichen Umständen weitere folgen zu lassen. © Laut
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Rock - Erschienen am 30. März 2012 | Nonesuch

Booklet Auszeichnungen Sélection Les Inrocks - Le top 6 JAZZ NEWS
Hin und wieder blutet das Herz einer Neuzeit-Ikone, wenn seine Jugendhelden zum musikalischen Lebensabend hin vor sich hinsiechen und ihr Denkmal immer mehr mehr bröckelt. So erging es seinerzeit Rick Rubin mit Johnny Cash. Und auch der alternde Blues-Veteran Dr. John kann sich glücklich schätzen, dass einer seiner zahlreichen Jünger ganz dicke im Geschäft ist und gewillt war, dem alten Barden aus Louisiana unter die Arme zu greifen. Für Dr. John erweist sich die Unterstützung von Dan Auerbach, seines Zeichens Sänger der The Black Keys, jedenfalls als Segen, denn selten klang der Altmeisters so zeitgemäß und homogen wie auf seinem mittlerweile gefühlt 200sten Album "Locked Down". Knisternd, rauschend und funkig angehaucht schiebt sich der musikalische Background auf dem Titeltrack in bester Old School-Manier in den Vordergrund, ehe sich Dr. Johns knarzige Stimme bestimmt und frischer denn je positioniert. Background-Chöre aus Zeiten, als Shaft noch zwischen Brooklyn und Manhattan nach dem Rechten sah, inklusive. Bläser-Einsätze, Hammond-Orgeln und Auerbachs immer wieder punktuell eingestreute Gitarrenarbeit machen Songs wie "Revolution", "Big Shot", "Getaway" oder "You Lie" zu wahren Blues-Monstern. Mit jedem Durchlauf wachsen die insgesamt zehn Songs zu immer größeren Klang-Mysterien, die hinter fast jedem gespielten Akkord Neues zu Tage fördern. Es ist schon beeindruckend, wie das Duo John/Auerbach stilistisch verwandtes Material so zusammen bastelt, dass es zu keiner Zeit auch nur ansatzweise in Monotonie oder Beliebigkeit abdriftet. Wenn es sich die Herren auf "My Children, My Angels" dann auch noch chillend gemütlich machen und rumpelnde Beats und Minimal-Riffs für gut fünf Minuten hinten anstellen, ist man der psychedelisch angehauchten Stimmung endgültig erlegen. "Locked Down" klingt wie ein Raritäten- oder B-Sides Album der The Black Keys, was keinesfalls abwertend gemeint ist. Ganz im Gegenteil: Wenn es jemand verdient hat, im Windschatten des Akron-Duos für Aufsehen zu sorgen, dann ist das sicherlich Dr. John; denn wer weiß, was die Blues-Weirdoz heute treiben würden, wenn es den alten Mann aus New Orleans nicht geben würde. © Laut
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Französischer Chanson - Erschienen am 26. März 2012 | naïve

Hi-Res Booklet Auszeichnungen Sélection Les Inrocks - Qobuzissime - Hi-Res Audio
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Pop/Rock - Erschienen am 26. März 2012 | Patchrock

Auszeichnungen Sélection Les Inrocks
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Jazz - Erschienen am 20. März 2012 | Jazz Village

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 16. März 2012 | Odd Future

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Funk - Erschienen am 13. März 2012 | Truth & Soul Records

Auszeichnungen Sélection Les Inrocks
Chemie ist, wenn es stinkt und kracht. Die Chemie, aus der Retro-Soul entsteht, ist im Jahr 2012 eine altbekannte. Anfang des Jahrtausends riefen ihn unter anderem Sharon Jones, Daptone und Konsorten ins Leben, später machte ihn Amy Winehouse der Öffentlichkeit bekannt. Duffy verwässerte das Genre bis zur Unkenntlichkeit. Momentan steuert es mit Michael Kiwanuka seinem nächsten Höhepunkt entgegen. Aufregend ist der ehemalige Trend nach zehnjährigem Bestehen sicher nicht mehr, aber zwischen all den Alltags-Releases fühlt es sich immer noch einfach ausgezeichnet an, ein so dreckiges und lebendiges Soul-Album wie "Faithful Man" in die Finger zu bekommen. Doch ist Lee Fields überhaupt Retro? Der Mann ist seit 1969 im Geschäft und findet nach seiner Anfangszeit mit The Expressions erstmals wieder junge Musiker, die verstehen, worum es ihm beim Soul geht. Seele mit Wucht und Authentizität. Hinzu kommen diesmal die Produzenten Jeff Silverman und Leon Michels, die sich bereits um Aloe Blaccs "Good Things" verdient gemacht haben. Mit dem Opener und Titeltrack "Faithful Man" zeigt sich die Eingangstür einladend offen. Der Song liefert die Antwort auf die Frage nach dem Album, dem Soul und den ganzen Rest. Die 42 von Lee Fields. Wer "Faithful Man" nicht mag, ist hier falsch, muss zurück auf Los, hat aber die Chance auf die Schlossallee verpasst. Der Track gibt sich bittersüß, zeichnet die Romanze eines verheirateten Mannes zu einer 23-jährigen Dame. Verführerisch haucht sie ihm in Gestalt von Nicole Wray die Worte "Don't you know if you play the game / Things will never be the same" zu. Mit seiner vom Leben gezeichneten Stimme, halb Al Green, halb James Brown, antwortet Fields mit einem verzweifelten "Don't make me do wrong." Seit dem Klassiker "(If Loving You Is Wrong) I Don't Want to Be Right", bekannt gemacht von Luther Ingram, trug niemand mehr eine solche Situation mit so viel Herzschmerz vor. Die Kombination aus Fields' Vocals und dem Backing von Nicole Wray bleibt über die ganze Platte erhalten, führt immer wieder zu bewegenden Momenten. Nur für einen kurzen Moment in "Wish You Were Here" darf Wray vollkommen aus dem Schatten des alten Soul-Rabauken treten. Leider wirkt sie ausgerechnet in diesem Moment seltsam deplatziert und austauschbar. Das hindert "Wish You Were Here" aber nicht daran, ein hinreißender Seelenschunkler zu sein. Mit Wah-Wah-Gitarre getränkt, an samtigen Klavierakkorden entlang hangelnd, gibt Lee Fields seine Pop-Single "You're The Kind Of Girl" zum Besten. Der guten alten "Moonlight Mile" von den Stones hauchen The Expressions mit Flöten, Sitar und einem Solo, für das Wurlitzer-Pianos gebaut wurden, ein letztes Mal Leben ein. Wenn man der Platte etwas vorwerfen mag, dann vielleicht, dass sie hier und da zu viel will, dass es in manch einem Song zu einem Arrangement-Overkill kommt. Fields wirkt dann mit seinen Texten voller Liebe, Betrug, Verlust und Sehnsucht in die Ecke gedrängt, gegen alles anschreiend. Mit dem regnerischen "Walk On Thru That Door" schließt "Faithful Man". Die Bassnoten tropfen herab, die Geigen erheben sich flehend gen Himmel. Nicht nur die sich verzehrende Fuzz-Gitarre erinnert an die Delfonics, während Fields die Worte "I'll just walk on thru that door / This is my last goodbye" aus sich presst. Na, das wollen wir nach diesem Album doch nun wirklich nicht hoffen, denn wie er selbst in "I Still Got It" sagt: "Take my hat, my shoes, my girl / I still got it / Take my car, my house, my bank / I still got it." Deswegen verabschieden wir uns lieber mit einem freudigen "Auf bald!" © Laut
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Blues - Erschienen am 13. März 2012 | Telarc

Auszeichnungen 3F de Télérama - Sélection Les Inrocks