Qobuz Store wallpaper
Kategorie:
Warenkorb 0

Ihr Warenkorb ist leer

Elina Vähälä|Duos for Violin & Double Bass

Duos for Violin & Double Bass

Elina Vähälä & Niek de Groot

Digitales Booklet

Verfügbar in
logo Hi-Res
24-Bit 96.0 kHz - Stereo

Musik-Streaming

Hören Sie dieses Album mit unseren Apps in hoher Audio-Qualität

Testen Sie Qobuz kostenlos und hören Sie sich das Album an

Hören Sie dieses Album im Rahmen Ihres Streaming-Abonnements mit den Qobuz-Apps

Abonnement abschließen

Hören Sie dieses Album im Rahmen Ihres Streaming-Abonnements mit den Qobuz-Apps

Download

Kaufen Sie dieses Album und laden Sie es in verschiedenen Formaten herunter, je nach Ihren Bedürfnissen.

Jedes Instrument hat eben seine eigene Identität – sei es auf tonaler, technischer oder psychologischer Ebene. Aber wie es auch bei Menschen der Fall ist, verändert sich sein äußeres Erscheinungsbild im Laufe der Zeit; eine Zeitlang ist es Mode, dann ohne erkennbaren Grund verschwindet es. Die Geige, seit ihrem Triumph im späten siebzehnten Jahrhundert, war niemals solchen Schwankungen ausgesetzt – im Gegensatz zum Fundament der Streicher, dem Kontrabass. Im Wien des achtzehnten Jahrhunderts erschien es als Solo und Kammerinstrument gleichermaßen, sein Klang agil und sinnlich: ein echter Publikumsliebling. Das 19. Jahrhundert entwickelte jedoch Standardkombinationen von Instrumenten für die Kammermusik, die den Kontrabass nicht mehr miteinschloss, so dass er immer exotischer wurde – solistisch gesehen die Rolle des Elefanten, wie z.B. bei Saint-Saëns. Es sollte bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts dauern, bevor Komponisten anfingen, die Qualitäten des Instruments erneut zu erforschen, aber dann war es mit wachsender Begeisterung. Dies führte dazu, dass die Kombination Violine-Kontrabass trotz unbestreitbarer optischer und physischer Unterschiede eine Begegnung auf Augenhöhe war – der Grund, warum zahlreiche prominente zeitgenössische Komponisten sich gerne in das Abenteuer eines Violin-Kontrabass-Duetts einmischen.


Fragen fehlen nicht: sollten Kontraste akzentuiert werden oder sollten die beiden Teile vereint werden, um eine Art "Super-Instrument" zu bilden, wie es Erkki-Sven Tüür im Sinn hatte? Sollten die beiden Instrumente Protagonisten in einer "Erzählung" sein, oder treten sie eventuell als Repräsentanten grundlegender Prinzipien der menschlichen Natur – wie beim Yin und Yang des Koreaner Isang Yun? Wie zu erwarten, beschäftigen sich alle sieben Komponisten individuell mit dem Thema. Krzysztof Penderecki – ehemaliger Enfant terrible der polnischen Avantgarde, heute ein internationaler musikalischer Prinz – hat für seine Duo concertante eine klassische Form gewählt. Während sein Werk eine Kommission im traditionnellen Sinn ist, ist Together des Koreanischen Komponisten Isang Yun eine Art Geschenk an seinen Verleger und zugleich einen jugendlichen Gruß – als ideale Interpreten hatte sich Yun seine geigenspielende Enkelin und den Sohn von seinem Verleger, ein aufstrebender Kontrabassist, vorgestellt. Es war typisch für Yuns Lebensstil, dass er die beiden musikalischen Partner nicht als Rivalen empfand, sondern dass sie laut dem Titel gleiche Polaritäten einer Gemeinschaft symbolisierten.


In den letzten vier Jahrzehnten hat sich in der nordisch-baltischen Region eine besondere Musikkultur entwickelt, die sich eher auf den amerikanischen "Minimalismus" als an der zentraleuropäischen Avantgarde anlehnt. Dieser Unterschied ist besonders in den beiden Duetten des finnischen Komponisten Jaakko Kuusisto und seines Estnischen Kollegen Erkki-Sven Tüür fühlbar. Sie haben weder eine klassische Konzeption wie die von Penderecki, noch eine philosophische Grundlage wie die Yuns, sondern nehmen das Instrument als Ausgangspunkt - seine technischen Herausforderungen, seinen Klangcharakter, seine Energie, auch sogar lokale Spieltraditionen.


Dass noch ein ganz anderer Zugang zur Musik möglich ist, beweist der in Linz geborene Neurochirurg (!), Komponist und Festivalgründer Alfred Huber. Nach seinem Abschluss am Vorarlberger Landeskonservatorium in Österreich zweifelte Huber an seinem früheren Ansatz, Musik zu schaffen, deswegen auch seine Karriere als Neurochirurg. Ein Beispiel für die kreative Kombination von musikalischer Analyse und Arbeit ist das Duett (Re) actio (2012), mit dem sich Huber auf die beiden Irak-Kriege von 1991 und 2003 bezieht. Der gnadenlosen Haltung in Alfred Hubers Duett ist das zärtlich schwebende Werk des heute 91-jährigen György Kurtág diametral entgegengesetzt – Kurtág, ein Meister der Miniaturen und extrem komprimierten Aussagen. (Re) actio erschien zum ersten Mal in der Kammerkantate von 1968, später auch in Transkriptionen für Klavierduett oder, wie hier, beliebige Streicherkombinationen.


Bisher haben wir noch nicht gesehen, wie Geiger und Kontrabassisten diese Begegnung der dritten Art selbst meistern. Man könnte Elina Vähälä und Niek de Groot direkt fragen, jedoch kommt hier die Geigen-Diva Anne-Sophie Mutter zu Wort, da sie die Duette von Penderecki und Wolfgang Rihm uraufführte. "Ich erinnere mich genau, wie sehr erschrocken ich war von dem Werk Rihms, Dyade für Violine und Kontrabass. Es ist unmöglich, sich zwei verschiedenartigere Instrumente vorzustellen, in Begriffe von Klangcharakter und Tonhöhe. Rihm scherzte immer, dass er es für einen Bären und einen Elf geschrieben hatte. " Bär ist für diese Aufnahme der Kontrabassvirtuose Niek de Groot, während die Rolle der Elfin der finnischen Violinistin Elina Vähälä zukommt. © SM/Qobuz

Weitere Informationen

Duos for Violin & Double Bass

Elina Vähälä

launch qobuz app Ich habe die Qobuz Desktop-Anwendung für Windows / MacOS bereits heruntergeladen Öffnen

download qobuz app Ich habe die Qobuz Desktop-Anwendung für Windows / MacOS noch nicht heruntergeladen Downloaden Sie die Qobuz App

Sie hören derzeit Ausschnitte der Musik.

Hören Sie mehr als 80 Millionen Titel mit unseren Streaming-Abonnements

Hören Sie diese Playlist und mehr als 80 Millionen Tracks mit unseren Streaming-Abonnements

Ab 12,50€/Monat

1
Duo concertante per violino e contrabasso
00:05:19

Elina Vahala, Performer - Niek de Groot, Performer - Krzysztof Penderecki, Composer

2018 audite Musikproduktion 2018 audite Musikproduktion

Together for Violin and Double Bass (Isang Yun)

2
I. —
00:04:02

Elina Vahala, Performer - Niek de Groot, Performer - Isang Yun, Composer

2018 audite Musikproduktion 2018 audite Musikproduktion

3
II. —
00:06:23

Elina Vahala, Performer - Niek de Groot, Performer - Isang Yun, Composer

2018 audite Musikproduktion 2018 audite Musikproduktion

4
Miniö, Op. 23
00:07:02

Elina Vahala, Performer - Niek de Groot, Performer - Jaakko Kuusisto, Composer

2018 audite Musikproduktion 2018 audite Musikproduktion

5
Symbiosis
00:12:04

Elina Vahala, Performer - Niek de Groot, Performer - Erkki Sven Tuur, Composer

2018 audite Musikproduktion 2018 audite Musikproduktion

(Re)Actio, Op. 18 (Alfred Huber)

6
I. Krieg
00:04:06

Elina Vahala, Performer - Niek de Groot, Performer - Alfred Huber, Composer

2018 audite Musikproduktion 2018 audite Musikproduktion

7
II. Frieden
00:06:18

Elina Vahala, Performer - Niek de Groot, Performer - Alfred Huber, Composer

2018 audite Musikproduktion 2018 audite Musikproduktion

8
Virág az ember (for Miyako)
00:01:38

Elina Vahala, Performer - Niek de Groot, Performer - György Kurtag, Composer

2018 audite Musikproduktion 2018 audite Musikproduktion

9
Dyade for Violin and Double Bass
00:16:27

Elina Vahala, Performer - Niek de Groot, Performer - Wolfgang Rihm, Composer

2018 audite Musikproduktion 2018 audite Musikproduktion

Albumbeschreibung

Jedes Instrument hat eben seine eigene Identität – sei es auf tonaler, technischer oder psychologischer Ebene. Aber wie es auch bei Menschen der Fall ist, verändert sich sein äußeres Erscheinungsbild im Laufe der Zeit; eine Zeitlang ist es Mode, dann ohne erkennbaren Grund verschwindet es. Die Geige, seit ihrem Triumph im späten siebzehnten Jahrhundert, war niemals solchen Schwankungen ausgesetzt – im Gegensatz zum Fundament der Streicher, dem Kontrabass. Im Wien des achtzehnten Jahrhunderts erschien es als Solo und Kammerinstrument gleichermaßen, sein Klang agil und sinnlich: ein echter Publikumsliebling. Das 19. Jahrhundert entwickelte jedoch Standardkombinationen von Instrumenten für die Kammermusik, die den Kontrabass nicht mehr miteinschloss, so dass er immer exotischer wurde – solistisch gesehen die Rolle des Elefanten, wie z.B. bei Saint-Saëns. Es sollte bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts dauern, bevor Komponisten anfingen, die Qualitäten des Instruments erneut zu erforschen, aber dann war es mit wachsender Begeisterung. Dies führte dazu, dass die Kombination Violine-Kontrabass trotz unbestreitbarer optischer und physischer Unterschiede eine Begegnung auf Augenhöhe war – der Grund, warum zahlreiche prominente zeitgenössische Komponisten sich gerne in das Abenteuer eines Violin-Kontrabass-Duetts einmischen.


Fragen fehlen nicht: sollten Kontraste akzentuiert werden oder sollten die beiden Teile vereint werden, um eine Art "Super-Instrument" zu bilden, wie es Erkki-Sven Tüür im Sinn hatte? Sollten die beiden Instrumente Protagonisten in einer "Erzählung" sein, oder treten sie eventuell als Repräsentanten grundlegender Prinzipien der menschlichen Natur – wie beim Yin und Yang des Koreaner Isang Yun? Wie zu erwarten, beschäftigen sich alle sieben Komponisten individuell mit dem Thema. Krzysztof Penderecki – ehemaliger Enfant terrible der polnischen Avantgarde, heute ein internationaler musikalischer Prinz – hat für seine Duo concertante eine klassische Form gewählt. Während sein Werk eine Kommission im traditionnellen Sinn ist, ist Together des Koreanischen Komponisten Isang Yun eine Art Geschenk an seinen Verleger und zugleich einen jugendlichen Gruß – als ideale Interpreten hatte sich Yun seine geigenspielende Enkelin und den Sohn von seinem Verleger, ein aufstrebender Kontrabassist, vorgestellt. Es war typisch für Yuns Lebensstil, dass er die beiden musikalischen Partner nicht als Rivalen empfand, sondern dass sie laut dem Titel gleiche Polaritäten einer Gemeinschaft symbolisierten.


In den letzten vier Jahrzehnten hat sich in der nordisch-baltischen Region eine besondere Musikkultur entwickelt, die sich eher auf den amerikanischen "Minimalismus" als an der zentraleuropäischen Avantgarde anlehnt. Dieser Unterschied ist besonders in den beiden Duetten des finnischen Komponisten Jaakko Kuusisto und seines Estnischen Kollegen Erkki-Sven Tüür fühlbar. Sie haben weder eine klassische Konzeption wie die von Penderecki, noch eine philosophische Grundlage wie die Yuns, sondern nehmen das Instrument als Ausgangspunkt - seine technischen Herausforderungen, seinen Klangcharakter, seine Energie, auch sogar lokale Spieltraditionen.


Dass noch ein ganz anderer Zugang zur Musik möglich ist, beweist der in Linz geborene Neurochirurg (!), Komponist und Festivalgründer Alfred Huber. Nach seinem Abschluss am Vorarlberger Landeskonservatorium in Österreich zweifelte Huber an seinem früheren Ansatz, Musik zu schaffen, deswegen auch seine Karriere als Neurochirurg. Ein Beispiel für die kreative Kombination von musikalischer Analyse und Arbeit ist das Duett (Re) actio (2012), mit dem sich Huber auf die beiden Irak-Kriege von 1991 und 2003 bezieht. Der gnadenlosen Haltung in Alfred Hubers Duett ist das zärtlich schwebende Werk des heute 91-jährigen György Kurtág diametral entgegengesetzt – Kurtág, ein Meister der Miniaturen und extrem komprimierten Aussagen. (Re) actio erschien zum ersten Mal in der Kammerkantate von 1968, später auch in Transkriptionen für Klavierduett oder, wie hier, beliebige Streicherkombinationen.


Bisher haben wir noch nicht gesehen, wie Geiger und Kontrabassisten diese Begegnung der dritten Art selbst meistern. Man könnte Elina Vähälä und Niek de Groot direkt fragen, jedoch kommt hier die Geigen-Diva Anne-Sophie Mutter zu Wort, da sie die Duette von Penderecki und Wolfgang Rihm uraufführte. "Ich erinnere mich genau, wie sehr erschrocken ich war von dem Werk Rihms, Dyade für Violine und Kontrabass. Es ist unmöglich, sich zwei verschiedenartigere Instrumente vorzustellen, in Begriffe von Klangcharakter und Tonhöhe. Rihm scherzte immer, dass er es für einen Bären und einen Elf geschrieben hatte. " Bär ist für diese Aufnahme der Kontrabassvirtuose Niek de Groot, während die Rolle der Elfin der finnischen Violinistin Elina Vähälä zukommt. © SM/Qobuz

Informationen zu dem Album

Verbessern Sie diese Seite

Qobuz logo Warum Musik bei Qobuz kaufen?

Aktuelle Sonderangebote...

Delta Kream

The Black Keys

Delta Kream The Black Keys

I Dream Of Christmas

Norah Jones

I Dream Of Christmas Norah Jones

...‘Til We Meet Again - Live

Norah Jones

Ghost Song

Cécile McLorin Salvant

Ghost Song Cécile McLorin Salvant
Mehr auf Qobuz
Von Elina Vähälä

Szymanowski: Violin Concerto 1 - Zemlinsky: Lyric Symphony

Elina Vähälä

Kahn: The Works for Violin & Piano

Elina Vähälä

Haydn, J.: Violin Concertos, Hob.Viia:1, 3, 4

Elina Vähälä

Das könnte Ihnen auch gefallen...

J.S. Bach: The Complete Cello Suites

Bruno Philippe

Six Evolutions - Bach: Cello Suites

Yo-Yo Ma

Robert Schumann: Complete Piano Trios, Quartet & Quintet

Trio Wanderer

The Four Quarters

Solem Quartet

The Four Quarters Solem Quartet

Johann Sebastian Bach : Suites pour violoncelle seul (Intégrale)

Jean-Guihen Queyras

Panorama-Artikel...
Clara Schumann, zwischen Künstlerin und Ehefrau

Sie war die erfolgreichste Pianistin des 19. Jahrhunderts, musikalisches Wunderkind, Klavierpädagogin, Komponistin - und doch ist sie meist als “Frau von Robert Schumann” bekannt. Clara Schumann setzte mit ihrer Virtuosität und Musik neue Maßstäbe und zählt heutzutage zu den wichtigsten Vertreterinnen der Romantik. Nichtsdestotrotz finden ihre Werke noch immer weit weniger Aufmerksamkeit als die ihrer Zeitgenossen und vor allem als die ihres Mannes. Wir möchten einen Blick auf das Leben und Werk von Clara Wieck/Schumann werfen - als Künstlerin, Komponistin und vor allem eines: als Frau, die ihrer Zeit voraus war.

Giovanni Antonini & Il Giardino Armonico - eine neue Form der Freiheit

Giovanni Antonini, Gründungsmitglied und Leiter des 1985 entstandenen Ensembles Il Giardino Armonico, zu dem unter anderen Luca Pianco gehört, hat mit der Gesamtaufnahme aller 107 Sinfonien von Joseph Haydn ein monumentales Projekt in Angriff genommen. Vor kurzem ist der 8. Band erschienen. Das Projekt soll 2032, zum 300. Geburtstages des Vaters der Sinfonie, abgeschlossen sein. Ein Rückblick auf den Werdegang des beherzten Mailänder Dirigenten.

10 Fragen an Günter Hänssler

Der Geschichte von hänssler CLASSIC liegt zunächst eine Verlagsgeschichte zugrunde. Friedrich Hänssler senior hatte das Lied “Auf Adlers Flügeln getragen” geschrieben und suchte vergeblich nach einem Musikverlag, was ihn dazu veranlasste, selbst einen zu gründen. Günter Hänssler, Erbe dieses Familienunternehmens, erzählt uns, was die Labels hänssler CLASSIC und PROFIL besonders prägten und welche Künstler-Kollaborationen zum besonderen Klang beigetragen haben.

Aktuelles...