Damals geliebt oder verhasst, ist sie heute nunmehr eine Marke, die uns nostalgisch zum Schmunzeln bringt: Hildegard Knef war ein Talent, das die Geschichte eines ganzen Jahrhunderts erzählt. Ein Rückblick auf die ergiebige Karriere einer außergewöhnlichen Künstlerin.

… Ich kam im tiefsten Winter zur Welt 

Hab' dreimal geniest, mich müde gestellt 

Der Vater war wütend, er wollt' einen Sohn 

Ich sah mich so um und wusste auch schon

… Von nun an geht's bergab

Hildegard Frieda Albertine Knef wird am 28. Dezember 1925 im bayerischen Ulm geboren. Als ihr Vater bereits wenige Monate später durch Krankheit verstirbt, siedelt die Mutter mit der kleinen Hildegard im Arm schnell in die Hauptstadt über, die in kürzester Zeit ihr Wohlfühlort und später immer wieder Gegenstand ihrer Lieder werden soll. Doch eine Karriere als Sängerin wird der deutschen Chanson-Ikone keineswegs in die Wiege gelegt.

… Anschließend hatte ich nicht viel zu tun 

Man ließ mich wachsen und zwischendurch ruhn 

Aber nach ein paar Jahren, da sprach man spontan 

Du musst jetzt was lernen – der Ärger begann

… Von nun an ging's bergab

So war es nun nicht ganz. Hildegard Knef erlebt eine einsame und anstrengende Kindheit, die überwiegend von Arbeit geprägt ist – als sie sieben Jahre alt ist, heiratet die Mutter den Schuhmachermeister und Lederfabrikanten Wilhelm Wulfestieg. Fortan hilft die Tochter mit, streicht Sohlen an, poliert Schuhe und trägt sie abends in der Dunkelheit aus. Mit neun Jahren Altersunterschied wird ihr Bruder Heinz Wulfestieg geboren. Da die Mutter selbst zu viel Arbeit hat, übernimmt Hildegard viele der mütterlichen Aufgaben, kümmert sich um ihren Bruder, kocht und macht den Haushalt. Nicht zuletzt erlebt die Familie noch vor Hildegards zehntem Lebensjahr die Bombeneinschläge in Berlin und muss sich regelmäßig nachts im Keller verstecken.

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