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Die Alben

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2013 | Nesola

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. September 2017 | Nesola

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 8. September 2017 | Nesola

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 11. August 2017 | Nesola

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 9. Dezember 2016 | Nesola

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 30. September 2016 | Nesola

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2012 | Nesola

Seit "Ein Geschenkter Tag" sind für Max Herres Verhältnisse humane drei Jahre ins Land gezogen. Dennoch empfindet man "Hallo Welt!" durchaus als überschwänglichen Gruß zum Comeback. Kein Wunder: Deutschraps verlorener Sohn kehrt zu seiner Mutter zurück, auf diese Art und Weise kündigte man den Solodrittling des Wahlberliners groß an. Dahinter verbirgt sich allerdings nur die halbe Wahrheit. "Dass ich wieder rappe, heißt nicht, dass ich nicht mehr singe", so sein unmissverständliches Statement in "KAHEDI Dub". Und wie er singt! Gleich die locker aus dem Hut gezauberte Falsetteinlage bei "DuDuDu" macht mächtig Eindruck, schließlich hatte man den Freundeskreis-Gründer eigentlich als mittelmäßigen Sänger in Erinnerung. Der entspannte Albumhöhepunkt vereint von Sehnsucht geprägte Lyrics mit musikalischer Hängematten-Stimmung. Belege für Max Herres zurück gewonnene Liebe zum Sprechgesang liefert die Platte dennoch in Hülle und Fülle. So kredenzt er im intensiven Vorab-Freetrack "Jeder Tag Zuviel" Sozialkritik im Eiltempo. An seine Stuttgarter Wurzeln erinnert sich der 39-Jährige beim kurzen "1992" über jazziger Bassline mit unverkennbarem A Tribe Called Quest-Flavour. Wirklich gerecht wird man dem musikalischen Werk "Hallo Welt!" mit der reinen Betrachtung von Max' Rolle hinterm Mikrofon aber nicht. Gemeinsam mit seinen KAHEDI-Kollegen Samon und Roberto lässt er seiner Kreativität als Produzent nach dem Konzeptalbum "Ein Geschenkter Tag" wieder freien Lauf, bedient sich ungezwungen bei etlichen Genres und verpackt die Einflüsse in detailverliebten, ungeschliffenen Arrangements. Einzig das stetige Übergewicht der organische Sounds verbindet die unschlagbar abwechslungsreichen Instrumentals. Besonders auffällig gerät auch die großzügige Gästeliste. Gleich zwölf Sänger und MCs lud Max Herre ein, seine Stücke zu bereichern - und die Rechnung geht voll auf. Bekannte Namen aus verschiedensten Richtungen verleihen den Stücken in jedem einzelnen Fall einen erheblichen Mehrwert. Gemeinsam mit der Schweizer Singer/Songwriterin Sophie Hunger verarbeitet der Stuttgarter in "Berlin - Tel Aviv" eine interkulturelle Geschichte in eindringlichen Bildern. Verzweiflung und Unbehagen keimen im neblig trüben "Solang" auf, bei dem Max Herre seine sanfte Gesangsstimme zum Chor aufwertet. Orsons-Mitglied Tua schenkt dem eigentümlichen Track mit gewohnt hartem Streetrap-Flow einen gewohnt depressiven Part: "Meinem Leben muss es schlecht sein, es kotzt mich an." Direkt im Anschluss heißt es bei "Einstürzen Neubauen": "Rausgucken, aufmucken, laut diesen Sound pumpen!" Über brachialem Beat und im ständigen Wechselspiel zeigt sich das beeindruckend harmonierende Duo Max Herre/Samy Deluxe wütend, motiviert und gesellschaftskritisch. Auch beim lässigen "Fühlt Sich Wie Fliegen An" beweist das Deutschrap-Idol das richtige Händchen, holt Senkrechtstarter Cro und zumindest für eine Zeile ("So leicht muss Liebe sein") seinen Freund Clueso ins Boot. Die nachdenkliche Hitsingle "Wolke 7" scheint dem Melancholiker Philipp Poisel wie auf den Leib geschneidert, Herre brilliert unterdessen einmal mehr mit philosophischen Strophen. Der Stuttgarter Soulbrother Fetsum macht "Aufruhr (Freedom Time)" mit seiner simplen Hook zum unwiderstehlichen Ohrwurm. Und gemeinsam mit Nesola-Schützling Megaloh erklärt Herre zum Schluss des Albums ausführlichst, was "Rap Ist". "Rap ist Soulmusik. Du wirst nie'n guter Rapper, wenn du Soul nicht liebst", befindet er dabei und huldigt dem geliebten Genre daher auch diesmal ausgiebig. Für zwei Songs holte er sich dafür den wohl interessantesten Gast ins Boot: Aloe Blacc. Der Kalifornier stattet das ruhige "Vida" mit einer brillanten Hookline aus. Und auch "So Wundervoll", bei dem er den Refrain von Billy Prestons bzw. Joe Cockers Welthit "You Are So Beautiful" zitiert, entpuppt sich als rundum gelungen. Max Herre bleibt sich treu - indem er musikalisch neue Wege geht und auch ein Jahr vor seinem 40. Geburtstag auf höchstem Niveau polarisiert. Seinen eigenwilligen Flow, die ständige Gratwanderung zwischen Poesie und Pathos und der Hang zum Intellektuellen: All das muss man sicherlich mögen, um "Hallo Welt!" überhaupt etwas abzugewinnen. Schwer zu widerlegen ist dagegen, dass Herre mit seinem dritten Solowerk ein Manifest der musikalischen Freiheit und Openmindedness abliefert, das in der deutschsprachigen Musiklandschaft seinesgleichen sucht. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2013 | Nesola

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2012 | Nesola

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 4. November 2016 | Nesola

Drei Jahre hat es gedauert, bis der Nachfolger zu "Endlich Unendlich" in die Plattenläden kommt. Drei lange Jahre, in denen der Moabiter Megaloh zu einem der umtriebigsten Hip Hop Künstler Deutschlands mutierte. Zahlreiche Festivalauftritte, große und kleine Tourneen, Feature-Parts für alles und jeden. Nur eben das eigene Album dauerte, der Perfektionist Megaloh ließ Fans und mediale Öffentlichkeit lange warten. "Am liebsten hätte ich jedes Jahr eine Platte rausgebracht" gestand der 35-Jährige kürzlich in einem Interview. Doch im Hause Nesola lässt man sich Zeit. Das Label arbeitet mindestens so perfektionistisch wie Megaloh selbst. Doch hält "Regenmacher" auch das, was uns Künstler und Label glauben machen wollen? Nämlich dass es einen "ähnlichen thematischen Faden [habe] wie das erste Album, nur mit besseren Reimen?" Majestätisch erhebt sich zu Beginn die titelgebende Single "Regenmacher" als erster Song der LP aus den Lautsprechern. Vollmundig klingende Bläser eröffnen Megalohs zweites Major-Album, begleitet von Orgeln, boom-bappigen Snare-Drums und waberndem Bässen. Ein schneller Skip zum nächsten Track "Zug" bestätigt die erste Annahme: Zumindest am Anfang von "Regenmacher" hat sich an Megalohs Sound nicht viel geändert. Die souligen Einflüsse von Haus- und Hofproduzent Ghanaian Stallion sind unverkennbar und stilprägend für das Klangbild der Platte. Auf textlicher Ebene ist Megaloh wie immer einen Schritt voraus. Als hätte er es geahnt, nimmt er seinen Fans die wohl drängendste Frage nach drei Jahren Erfolg mit "Endlich Unendlich" aus dem Mund: "Sie fragen mich: Kann ich inzwischen von der Mukke leben?" Um sie postwendend auch gleich zu beantworten: "Könnt mir noch immer um vier Uhr morgens im Bus begegnen." Er ist auf dem Boden geblieben, aus der anfänglichen Gier (Megaloh würde es wohl selbst als Hunger bezeichnen) wurde eine neue, für ihn zunächst doch ungewohnte Bescheidenheit. Ist das zu viel Selbstsicherheit? Gar versteckte Arroganz? Wohl kaum. Megalohs Liebeserklärung an die Musik im Song "Zug" zeigt seine ungebrochene Begeisterung für Hip Hop und dessen Szene. Trotz etwas gewöhnungsbedürftiger Hook ("Es macht tuut tuut / wir überrollen alles / tuut tuut / bist du mit dabei oder schaust du nur zu?") ist der Auftakt der neuen LP durchaus gelungen. Mit "Zapp Brannigan" folgt der erste richtige Brecher des Albums. Der Klangteppich verdichtet sich, Mr. Reimkette schwingt sich zu Höchstleitungen auf. Zack! Bumm! Bäng! Mehr bleibt dazu eigentlich nicht zu sagen. Obwohl die Futurama- und Star Wars-Bezüge, etwas größenwahnsinnige Vergleiche, ein Sample von Companero Afrob und die derben Punshlines dann doch erwähnt werden sollten: "Manneken, scher dich weg Zapp Brannigan / Zapp / Nenn mich Meg' oder Black-Anakin." Wenn der Next-Eminem aka El Jeffe im Ring in den folgenden Zeilen weiter zur Flow-Backpfeife ausholt, klingt das in etwa so: "Treffsicher / fress dich / hab Recht / ich machs hässlicher / weg / ich verletz dich / hab Pest mit Asbest mit als Text dicker / check mich / verwechselt ma' Meg nicht / mach Chef-Shit / perfekte Parkett-Swinger Technik." Puh. Überstyle. Floworgasmus. Oder um es mit Megalohs eigenen Worten zu sagen: "Kennst mich / Name steht für Qualität / egal welcher Reimstyle / mein Style, alles geht!" Und das bunte Treiben geht mit "Wer Hat Die Hitze" direkt weiter. Nur wird hier das erneute Punchline-Gewitter von der Leipziger Reggae-Instanz Trettmann begleitet. Der sächsische Don Dada beschloss unlängst eine musikalische Neuausrichtung seiner selbst vorzunehmen und von Offbeat-Musik hin zu cloudigem Trap zu wandern. Nach dem erfolgreichen Feature von Megaloh auf Trettmanns Single "Was Solls" auf Tekas "Straight Out Of The Fridge"-Riddim folgt mit "Wer Hat Die Hitze" nun die Revanche. Und die von Trettmann vorgetragene Hook komplettiert die Stimmung dieses Power-Songs derart, wie es wohl kein anderer deutscher Sänger vermocht hätte. Wenn Megaloh nun propagiert: "Alle voll Kendrick, alle voll emsig, is' alles voll Trend / aber wer hat die Hitze?", versteht sich die Antwort folglich von selbst. Das Feature mit MoTrip und Sänger Maxim, "Ernte Dank", leitet dann einen musikalischen Bruch ein. Die Stimmung wird ruhiger, entspannter. Die Themen jedoch bleiben: Megaloh und die Musik. In dieses Schema fügen sich auch "Was Ihr Seht", "Alles Anders" gemeinsam mit Mentor Max Herre auf Autotune und das sehr poppige "Himmel Berühren". Letztgenannter Song könnte Megalohs "Wir Können Alles Machen!" werden. Radiotauglich eben. Aber für ein Album wirklich notwendig? Daran scheiden sich wohl die Geister. "Regenmacher" scheint im weiteren Verlauf klanglich doch variantenreicher zu sein, als anfangs angenommen. Die nigerianischen Wurzeln von Uchenna van Capelleveen, wie Megaloh mit bürgerlichem Namen heißt, kämpfen sich in "Er Ist / Voodoo Interlude" oder im sehr politischen "Wohin" energisch durch den eigentlich doch fest zusammengepressten Sound des Berliners. Auch wenn er die zurzeit gesellschaftlich wohl entwaffnenste Frage aller Fragen stellt: "Ich wusste nicht, wo ich hin kann / mein Zuhause, sie nahmen es an sich / bin auf der Flucht schon so lang / ich hatte Angst, ich erreiche dieses Land nicht / jetzt bin ich endlich da / hab es geschafft, doch sie sagen mir was anderes / sag mir gibt es einen Platz für mich hier / im Paragraf 23?" Megaloh bezieht mit "Regenmacher" somit Stellung, er gibt ungewöhnlich viel von sich preis. Politisch, persönlich und musikalisch. Dem sonst so souligen Klanggewand werden weitere Facetten angenäht. Seien es Funk und Jazz ("Schlechter Schlaf" mit Joy Denalane) oder eben Megalohs Passion Trap ("Graulila" mit Tua, "Oyoyo" mit Patrice und Musa - Anspieltipp!), von der er unlängst sogar Max Herre überzeugen konnte (zumindest was dessen Reimtechnik auf Chefkets "Rap & Soul"-Remix angeht). Abgeschlossen wird die LP gemeinsam mit Jan Delay auf "Geradeaus": Offbeat trifft auf Flow, der Refrain trifft auf Eißfelds schnöselige Stimme - und ein wirklich gutes Album trifft auf einen wirklich guten letzten Song. Basta! Man hat das Gefühl, Megaloh steht mit "Regenmacher" an einem Scheideweg: Entweder gelingt ihm damit der große Durchbruch, der Aufstieg in die 1. Liga des deutschen Hip Hop. Oder er tritt damit eben weiter auf der Stelle. Denn in einer Zeit, in der das Verlangen der Szene gefühlt etwas mehr in Richtung 'ruffe Lines auf ballernde Beats' geht, wäre ein komplettes Album in "Zapp Brannigan"-Manier sicher ein größerer Kassenschlager. Aber gut, dass "Regenmacher" nicht so einseitig gerät und sowohl mit musikalischer Vielfalt als auch textlicher Raffinesse besticht, auch wenn gelegentlich ein kleines bisschen zu viel Pathos über dem Album schwebt. Der große kommerzielle Erfolg ist Megaloh wirklich zu wünschen. Doch sollte sich dieser – und das ist zu befürchten – auch mit "Regenmacher" nicht einstellen, bleibt der Szene immerhin ein großartiger Künstler erhalten, der sich nicht blind jedem Zeitgeist beugt, sondern ihn portionsgerecht adaptiert und mit gesundem Maß einsetzt. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2012 | Nesola

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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2013 | Nesola

Booklet
Man kann von Max Herre halten, was man will. Die Tauglichkeit für ein MTV Unplugged lässt sich dem Stuttgarter Urgestein aber kaum absprechen. Nach den Fantas und Sido reiht sich der mittlerweile 40-Jährige als dritter deutscher Rap-Act in die Liste derer ein, die ein ausgestöpseltes Konzert unter der MTV-Schirmherrschaft spielen dürfen. Der Auftritt des ehemaligen Freundeskreis-Frontmanns fand im denkmalgeschützten Berliner Funkhaus Nalepastraße statt. Im klassischen Rahmen, bestehend aus einem 26-köpfigen Orchester und diversen illustren Gästen, präsentiert Herre eine Werkschau seiner 17-jährigen Musikerlaufbahn. Durch das Programm führt "Yo! MTV Raps"-Legende und Streetgraffiti-Pionier Fab 5 Freddy. "Du wirst nie 'n guter Rapper, wenn du Soul nicht liebst", erklärte Max schon vor über einem Jahr auf seiner "Hallo Welt!"-Platte. Genau diese Soul-Sozialisation spürt man in jeder Sekunde des gut zweistündigen Auftritts. Neben Anleihen von Reggae und Funk nimmt natürlich der Rap eine unverkennbare Rolle ein, um eine losgelöste Studio-Aufnahmesession-Atmosphäre zu erzeugen. Hinter den insgesamt 42 Titeln verbergen sich Perlen aus fast zwei Jahrzehnten. Direkt aus dem Schoß der Kolchose gibt's für die Heads, die Raps aus 0711 lieben, ordentlich was aus dem Freundeskreis-Frühwerk auf die Ohren. "Esperanto" ist immer noch "international verständlich" und erstrahlt durch den Afrobeat im dritten Part in neuem Schein. Auch das Streicher-Arrangement von "A-N-N-A (Immer Wenn Es Regnet)", begleitet von einer Harfe, sorgt für einen Gänsehautmoment. Mit "Tabula Rasa Pt. 1" erhält zudem ein weiterer Gassenhauer des FK-Fundus eine neue Hochglanzlackierung. Erstaunlich flüssig und homogen laufen dann die Übergänge zu neueren Erzeugnissen des Wahl-Berliners ab. Im Dreiergespann mit Afrob und Megaloh erklärt Herre mal eben, was "Rap Ist", nur um kurz darauf mit Philipp Poisel auf "Wolke 7" zu schweben. Viele Texte erhalten dabei spontane Abänderungen, die die ohnehin schon losgelöste Stimmung weiter auflockern. Mit Gregory Porter ist zudem einer der aufstrebendsten Jazz-Musiker dieser Tage mit von der Partie, der in "So Wundervoll", das den Chorus von Billy Prestons zeitlosem "You Are So Beautiful" aufgreift, einen weiteren großartigen Augenblick beisteuert. Ohnehin machen alle Gastmusiker mehr den Eindruck, ehrlich mit Spaß und Herzblut bei der Sache zu sein, als nur einem alten Weggefährten einen Gefallen zu schulden. Herres Intention, durch den speziellen Rahmen an Nirvanas "Magie und Nahbarkeit" anzuknüpfen, geht voll auf. Die fast schon jugendliche Unbeschwertheit, die musikalische Vielfalt, die nie das organische Gesamtkunstwerk aus dem Auge verliert, und die Intimität des Gigs geraten auf diese Weise einzigartig und bescheren den stromlosen Aufritten unter dem MTV-Banner einen weiteren Glanzpunkt. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2013 | Nesola

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Drei Jahre nach seinem zweiten Soloalbum Ein geschenkter Tag meldet sich Freundeskreis-Gründer Max Herre 2012 mit seiner neuen Platte Hallo Welt! zurück – und die wartet mit üppiger Gästeliste auf: Samy Deluxe rappt auf "Einstürzen Neubauen", Marteria ist auf "KAHEDI Dub" zu hören, die Schweizer Singer/Songwriterin Sophie Hunger singt auf "Berlin – Tel Aviv", der maskierte Rapper Cro gastiert auf "Fühlt sich wie fliegen an", und Soulsänger Aloe Blacc besuchte für "Vida" das Studio. Die melancholische Leadsingle des Albums, "Wolke 7" (auf der Herre von Philipp Poisel unterstützt wird), erreichte Platz 6 der deutschen Charts und stellt damit Herres ersten Top-Ten-Song dar. Das Album selbst, das auch als Limited Deluxe Edition mit zwei Bonustracks und einer CD mit Instrumentals erhältlich ist, stieg gleich auf Platz 1 ein. © TiVo
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 4. März 2016 | Nesola

Drei Jahre hat es gedauert, bis der Nachfolger zu "Endlich Unendlich" in die Plattenläden kommt. Drei lange Jahre, in denen der Moabiter Megaloh zu einem der umtriebigsten Hip Hop Künstler Deutschlands mutierte. Zahlreiche Festivalauftritte, große und kleine Tourneen, Feature-Parts für alles und jeden. Nur eben das eigene Album dauerte, der Perfektionist Megaloh ließ Fans und mediale Öffentlichkeit lange warten. "Am liebsten hätte ich jedes Jahr eine Platte rausgebracht" gestand der 35-Jährige kürzlich in einem Interview. Doch im Hause Nesola lässt man sich Zeit. Das Label arbeitet mindestens so perfektionistisch wie Megaloh selbst. Doch hält "Regenmacher" auch das, was uns Künstler und Label glauben machen wollen? Nämlich dass es einen "ähnlichen thematischen Faden [habe] wie das erste Album, nur mit besseren Reimen?" Majestätisch erhebt sich zu Beginn die titelgebende Single "Regenmacher" als erster Song der LP aus den Lautsprechern. Vollmundig klingende Bläser eröffnen Megalohs zweites Major-Album, begleitet von Orgeln, boom-bappigen Snare-Drums und waberndem Bässen. Ein schneller Skip zum nächsten Track "Zug" bestätigt die erste Annahme: Zumindest am Anfang von "Regenmacher" hat sich an Megalohs Sound nicht viel geändert. Die souligen Einflüsse von Haus- und Hofproduzent Ghanaian Stallion sind unverkennbar und stilprägend für das Klangbild der Platte. Auf textlicher Ebene ist Megaloh wie immer einen Schritt voraus. Als hätte er es geahnt, nimmt er seinen Fans die wohl drängendste Frage nach drei Jahren Erfolg mit "Endlich Unendlich" aus dem Mund: "Sie fragen mich: Kann ich inzwischen von der Mukke leben?" Um sie postwendend auch gleich zu beantworten: "Könnt mir noch immer um vier Uhr morgens im Bus begegnen." Er ist auf dem Boden geblieben, aus der anfänglichen Gier (Megaloh würde es wohl selbst als Hunger bezeichnen) wurde eine neue, für ihn zunächst doch ungewohnte Bescheidenheit. Ist das zu viel Selbstsicherheit? Gar versteckte Arroganz? Wohl kaum. Megalohs Liebeserklärung an die Musik im Song "Zug" zeigt seine ungebrochene Begeisterung für Hip Hop und dessen Szene. Trotz etwas gewöhnungsbedürftiger Hook ("Es macht tuut tuut / wir überrollen alles / tuut tuut / bist du mit dabei oder schaust du nur zu?") ist der Auftakt der neuen LP durchaus gelungen. Mit "Zapp Brannigan" folgt der erste richtige Brecher des Albums. Der Klangteppich verdichtet sich, Mr. Reimkette schwingt sich zu Höchstleitungen auf. Zack! Bumm! Bäng! Mehr bleibt dazu eigentlich nicht zu sagen. Obwohl die Futurama- und Star Wars-Bezüge, etwas größenwahnsinnige Vergleiche, ein Sample von Companero Afrob und die derben Punshlines dann doch erwähnt werden sollten: "Manneken, scher dich weg Zapp Brannigan / Zapp / Nenn mich Meg' oder Black-Anakin." Wenn der Next-Eminem aka El Jeffe im Ring in den folgenden Zeilen weiter zur Flow-Backpfeife ausholt, klingt das in etwa so: "Treffsicher / fress dich / hab Recht / ich machs hässlicher / weg / ich verletz dich / hab Pest mit Asbest mit als Text dicker / check mich / verwechselt ma' Meg nicht / mach Chef-Shit / perfekte Parkett-Swinger Technik." Puh. Überstyle. Floworgasmus. Oder um es mit Megalohs eigenen Worten zu sagen: "Kennst mich / Name steht für Qualität / egal welcher Reimstyle / mein Style, alles geht!" Und das bunte Treiben geht mit "Wer Hat Die Hitze" direkt weiter. Nur wird hier das erneute Punchline-Gewitter von der Leipziger Reggae-Instanz Trettmann begleitet. Der sächsische Don Dada beschloss unlängst eine musikalische Neuausrichtung seiner selbst vorzunehmen und von Offbeat-Musik hin zu cloudigem Trap zu wandern. Nach dem erfolgreichen Feature von Megaloh auf Trettmanns Single "Was Solls" auf Tekas "Straight Out Of The Fridge"-Riddim folgt mit "Wer Hat Die Hitze" nun die Revanche. Und die von Trettmann vorgetragene Hook komplettiert die Stimmung dieses Power-Songs derart, wie es wohl kein anderer deutscher Sänger vermocht hätte. Wenn Megaloh nun propagiert: "Alle voll Kendrick, alle voll emsig, is' alles voll Trend / aber wer hat die Hitze?", versteht sich die Antwort folglich von selbst. Das Feature mit MoTrip und Sänger Maxim, "Ernte Dank", leitet dann einen musikalischen Bruch ein. Die Stimmung wird ruhiger, entspannter. Die Themen jedoch bleiben: Megaloh und die Musik. In dieses Schema fügen sich auch "Was Ihr Seht", "Alles Anders" gemeinsam mit Mentor Max Herre auf Autotune und das sehr poppige "Himmel Berühren". Letztgenannter Song könnte Megalohs "Wir Können Alles Machen!" werden. Radiotauglich eben. Aber für ein Album wirklich notwendig? Daran scheiden sich wohl die Geister. "Regenmacher" scheint im weiteren Verlauf klanglich doch variantenreicher zu sein, als anfangs angenommen. Die nigerianischen Wurzeln von Uchenna van Capelleveen, wie Megaloh mit bürgerlichem Namen heißt, kämpfen sich in "Er Ist / Voodoo Interlude" oder im sehr politischen "Wohin" energisch durch den eigentlich doch fest zusammengepressten Sound des Berliners. Auch wenn er die zurzeit gesellschaftlich wohl entwaffnenste Frage aller Fragen stellt: "Ich wusste nicht, wo ich hin kann / mein Zuhause, sie nahmen es an sich / bin auf der Flucht schon so lang / ich hatte Angst, ich erreiche dieses Land nicht / jetzt bin ich endlich da / hab es geschafft, doch sie sagen mir was anderes / sag mir gibt es einen Platz für mich hier / im Paragraf 23?" Megaloh bezieht mit "Regenmacher" somit Stellung, er gibt ungewöhnlich viel von sich preis. Politisch, persönlich und musikalisch. Dem sonst so souligen Klanggewand werden weitere Facetten angenäht. Seien es Funk und Jazz ("Schlechter Schlaf" mit Joy Denalane) oder eben Megalohs Passion Trap ("Graulila" mit Tua, "Oyoyo" mit Patrice und Musa - Anspieltipp!), von der er unlängst sogar Max Herre überzeugen konnte (zumindest was dessen Reimtechnik auf Chefkets "Rap & Soul"-Remix angeht). Abgeschlossen wird die LP gemeinsam mit Jan Delay auf "Geradeaus": Offbeat trifft auf Flow, der Refrain trifft auf Eißfelds schnöselige Stimme - und ein wirklich gutes Album trifft auf einen wirklich guten letzten Song. Basta! Man hat das Gefühl, Megaloh steht mit "Regenmacher" an einem Scheideweg: Entweder gelingt ihm damit der große Durchbruch, der Aufstieg in die 1. Liga des deutschen Hip Hop. Oder er tritt damit eben weiter auf der Stelle. Denn in einer Zeit, in der das Verlangen der Szene gefühlt etwas mehr in Richtung 'ruffe Lines auf ballernde Beats' geht, wäre ein komplettes Album in "Zapp Brannigan"-Manier sicher ein größerer Kassenschlager. Aber gut, dass "Regenmacher" nicht so einseitig gerät und sowohl mit musikalischer Vielfalt als auch textlicher Raffinesse besticht, auch wenn gelegentlich ein kleines bisschen zu viel Pathos über dem Album schwebt. Der große kommerzielle Erfolg ist Megaloh wirklich zu wünschen. Doch sollte sich dieser – und das ist zu befürchten – auch mit "Regenmacher" nicht einstellen, bleibt der Szene immerhin ein großartiger Künstler erhalten, der sich nicht blind jedem Zeitgeist beugt, sondern ihn portionsgerecht adaptiert und mit gesundem Maß einsetzt. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 14. Dezember 2018 | Nesola

BSMG steht für "Black Super Man Group", hinter dem Trio steckt Rapper Megaloh, der mit seinen Platten Endlich unendlich (2013) und Regenmacher (2016) auf Platz 9 bzw. 2 der deutschen Charts kam und sich hier mit Rapper Musa und dem Produzenten Ghanaian Stallion zusammentut - mit beiden arbeitete er schon mehrfach zuvor. Mit ihrem Debütalbum Platz an der Sonne, veröffentlicht im September 2017, liefern die drei ein Konzeptalbum, das zu modernen Afrotrap-Produktionen Rassismus, Sklaverei und die Kolonialgeschichte thematisiert - und dabei aber auch positive Botschaften findet, ob in "Lang lebe Afrika" Menschen wie Miriam Makeba und Winnie Mandela ein Denkmal gesetzt wird oder in "Jesse Owens" der US-Leichtathlet gefeiert wird, der mehrere Weltrekorde aufstellte. © TiVo
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 22. September 2017 | Nesola

Booklet
"Wie konnten sie vergessen? Wir konnten nie vergessen. Alles ist verbunden, noch nicht alles überwunden." BSMG nehmen sich einer Vielzahl weitestgehend verdrängter heißer Eisen an. Angefangen bei der Kolonialzeit bis zu heutigen Ungerechtigkeiten setzen Megaloh und Musa vor allem das europäisch-afrikanische Verhältnis ins Zentrum ihrer Songs. Ghanaian Stallions Produktionen orientieren sich unterdessen am zeitgemäßen Afrotrap-Sound, den bereits RAF Camora und Bonez MC gewinnbringend ins Deutsche adaptierten. Diese Beats vermitteln den bleischweren Themen die dringend benötigte musikalische Leichtigkeit. Natürlich findet sich die dauerpräsente Debatte zum Umgang mit Geflüchteten wieder. BSMG weisen darauf hin, dass die bisherige internationale Migration lediglich die Ouvertüre darstelle: "Sie wollen uns zerstören, doch wie? Wir kommen in Millionen an die Grenze zu Festung Europas. Szenen wie bei 'World War Z', denn wir sind zu viele." Spätestens mit den zu erwartenden Folgen des Klimawandels dürfte das Horror-Szenario der AfD Wirklichkeit werden. Deren erklärtes Ziel besteht bekanntermaßen darin, "unsere Werte" gegen die einfallenden Hottentotten zu verteidigen. Aber um welche Werte könnte es sich dabei schon handeln? "Wie viele Stämme, zerrissen durch willkürliche Grenzen dazwischen? Wie viele Sprachen, für immer verloren? Subtraktion nennen sie Addition. Im Namen der Demokratie, der Werte des Abendlandes und der Tradition." Auf diese Scheinheiligkeit des Westens zielen Megaloh und Musa immer wieder ab: "Die Zivilisierten der Erde im Wettbewerb, um sich einen Platz zu erkämpfen. Im Jagen, Misshandeln, Berauben, Ermorden, Verachten und Schlachten von Menschen. Sie zeigten einander, wie progressiv, kultiviert und was für bessere Menschen sie waren, indem sie den anderen das Menschsein absprachen, sich selbst damit eigentlich die Menschlichkeit nahmen. Im Völkermord an den Herero und Nama, gestohlene Schädel in deutschen Museen." Insbesondere der Umgang mit den Herero und Nama unterstreicht schmerzlich die Versäumnisse des deutschen Staates. Während der Bundestag im Zuge der Armenien-Resolution die Türkei öffentlichkeitswirksam an den Pranger gestellt hat, weigerten sich die Bundesregierungen bis 2016, den Genozid im heutigen Namibia als solchen zu bezeichnen. Nebenbei rücken BSMG einen blinden Fleck der europäischen Kulturgeschichte ins Blickfeld: "Gestern ist vergeben, aber deshalb nicht vergessen. Hier die Besserwisser reden, aber bessert sich der Westen? Sind nicht Rassentheoretiker dieselben wie die Aufklärer? Luther, Montesquieu, Kant, Locke, Friedrich Hegel." Tatsächlich übte sich ein bedeutender Philosoph wie Immanuel Kant nebenbei in der Rassenlehre und konstatierte dabei: "Die Menschheit ist in ihrer größten Vollkommenheit in der Race der Weißen." Für Hegel stellte der "Neger […] den natürlichen Menschen in seiner ganzen Wildheit und Unbändigkeit dar." Ob die grenzwertigen Äußerungen dieser Persönlichkeiten die nachträgliche Beurteilung eintrüben, bietet zumindest einigen Diskussionsstoff. Bei aller Vergangenheitsbewältigung und düsterer Zustandsbeschreibung vermitteln BSMG glücklicherweise auch eine positive Aufbruchstimmung. Immerhin lautet das einleitende Credo: "Wir schaffen mehr gemeinsam." BSMG beruft sich dabei immer wieder auf identitätsstiftende Vorbilder. So widmen sie Leichtathlet "Jesse Owens", einem Goldmedaillengewinner von 1936, einen Song oder loben afrikanische und afrikanischstämmige Fußballer mit dem Beitrag "Imami". "Lang Lebe Afrika" setzt den politischen Helden des Kontinents ein leuchtendes musikalisches Denkmal. Von der Antiapartheidsaktivistin Miriam Makeba bis zu den Politikerinnen Winnie Mandela und Ellen Johnson Sirleaf handelt es sich dabei interessanterweise vor allem um Heldinnen. BSMG räumen mit "Platz An Der Sonne" dem vergessenen Kontinent seinen verdienten Platz ein. Versteckt im musikalischen trojanischen Pferd Afrotrap vermitteln Megaloh und Musa mehr Knowledge für ein bildungsaffines Publikum als der Rest der Szene zusammengenommen: ein beachtliches Beispiel dafür, was Hip Hop noch immer zu leisten im Stande ist. © Laut
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CD24,49 Fr.

Hip-Hop/Rap - Erschienen am 4. März 2016 | Nesola

Drei Jahre hat es gedauert, bis der Nachfolger zu "Endlich Unendlich" in die Plattenläden kommt. Drei lange Jahre, in denen der Moabiter Megaloh zu einem der umtriebigsten Hip Hop Künstler Deutschlands mutierte. Zahlreiche Festivalauftritte, große und kleine Tourneen, Feature-Parts für alles und jeden. Nur eben das eigene Album dauerte, der Perfektionist Megaloh ließ Fans und mediale Öffentlichkeit lange warten. "Am liebsten hätte ich jedes Jahr eine Platte rausgebracht" gestand der 35-Jährige kürzlich in einem Interview. Doch im Hause Nesola lässt man sich Zeit. Das Label arbeitet mindestens so perfektionistisch wie Megaloh selbst. Doch hält "Regenmacher" auch das, was uns Künstler und Label glauben machen wollen? Nämlich dass es einen "ähnlichen thematischen Faden [habe] wie das erste Album, nur mit besseren Reimen?" Majestätisch erhebt sich zu Beginn die titelgebende Single "Regenmacher" als erster Song der LP aus den Lautsprechern. Vollmundig klingende Bläser eröffnen Megalohs zweites Major-Album, begleitet von Orgeln, boom-bappigen Snare-Drums und waberndem Bässen. Ein schneller Skip zum nächsten Track "Zug" bestätigt die erste Annahme: Zumindest am Anfang von "Regenmacher" hat sich an Megalohs Sound nicht viel geändert. Die souligen Einflüsse von Haus- und Hofproduzent Ghanaian Stallion sind unverkennbar und stilprägend für das Klangbild der Platte. Auf textlicher Ebene ist Megaloh wie immer einen Schritt voraus. Als hätte er es geahnt, nimmt er seinen Fans die wohl drängendste Frage nach drei Jahren Erfolg mit "Endlich Unendlich" aus dem Mund: "Sie fragen mich: Kann ich inzwischen von der Mukke leben?" Um sie postwendend auch gleich zu beantworten: "Könnt mir noch immer um vier Uhr morgens im Bus begegnen." Er ist auf dem Boden geblieben, aus der anfänglichen Gier (Megaloh würde es wohl selbst als Hunger bezeichnen) wurde eine neue, für ihn zunächst doch ungewohnte Bescheidenheit. Ist das zu viel Selbstsicherheit? Gar versteckte Arroganz? Wohl kaum. Megalohs Liebeserklärung an die Musik im Song "Zug" zeigt seine ungebrochene Begeisterung für Hip Hop und dessen Szene. Trotz etwas gewöhnungsbedürftiger Hook ("Es macht tuut tuut / wir überrollen alles / tuut tuut / bist du mit dabei oder schaust du nur zu?") ist der Auftakt der neuen LP durchaus gelungen. Mit "Zapp Brannigan" folgt der erste richtige Brecher des Albums. Der Klangteppich verdichtet sich, Mr. Reimkette schwingt sich zu Höchstleitungen auf. Zack! Bumm! Bäng! Mehr bleibt dazu eigentlich nicht zu sagen. Obwohl die Futurama- und Star Wars-Bezüge, etwas größenwahnsinnige Vergleiche, ein Sample von Companero Afrob und die derben Punshlines dann doch erwähnt werden sollten: "Manneken, scher dich weg Zapp Brannigan / Zapp / Nenn mich Meg' oder Black-Anakin." Wenn der Next-Eminem aka El Jeffe im Ring in den folgenden Zeilen weiter zur Flow-Backpfeife ausholt, klingt das in etwa so: "Treffsicher / fress dich / hab Recht / ich machs hässlicher / weg / ich verletz dich / hab Pest mit Asbest mit als Text dicker / check mich / verwechselt ma' Meg nicht / mach Chef-Shit / perfekte Parkett-Swinger Technik." Puh. Überstyle. Floworgasmus. Oder um es mit Megalohs eigenen Worten zu sagen: "Kennst mich / Name steht für Qualität / egal welcher Reimstyle / mein Style, alles geht!" Und das bunte Treiben geht mit "Wer Hat Die Hitze" direkt weiter. Nur wird hier das erneute Punchline-Gewitter von der Leipziger Reggae-Instanz Trettmann begleitet. Der sächsische Don Dada beschloss unlängst eine musikalische Neuausrichtung seiner selbst vorzunehmen und von Offbeat-Musik hin zu cloudigem Trap zu wandern. Nach dem erfolgreichen Feature von Megaloh auf Trettmanns Single "Was Solls" auf Tekas "Straight Out Of The Fridge"-Riddim folgt mit "Wer Hat Die Hitze" nun die Revanche. Und die von Trettmann vorgetragene Hook komplettiert die Stimmung dieses Power-Songs derart, wie es wohl kein anderer deutscher Sänger vermocht hätte. Wenn Megaloh nun propagiert: "Alle voll Kendrick, alle voll emsig, is' alles voll Trend / aber wer hat die Hitze?", versteht sich die Antwort folglich von selbst. Das Feature mit MoTrip und Sänger Maxim, "Ernte Dank", leitet dann einen musikalischen Bruch ein. Die Stimmung wird ruhiger, entspannter. Die Themen jedoch bleiben: Megaloh und die Musik. In dieses Schema fügen sich auch "Was Ihr Seht", "Alles Anders" gemeinsam mit Mentor Max Herre auf Autotune und das sehr poppige "Himmel Berühren". Letztgenannter Song könnte Megalohs "Wir Können Alles Machen!" werden. Radiotauglich eben. Aber für ein Album wirklich notwendig? Daran scheiden sich wohl die Geister. "Regenmacher" scheint im weiteren Verlauf klanglich doch variantenreicher zu sein, als anfangs angenommen. Die nigerianischen Wurzeln von Uchenna van Capelleveen, wie Megaloh mit bürgerlichem Namen heißt, kämpfen sich in "Er Ist / Voodoo Interlude" oder im sehr politischen "Wohin" energisch durch den eigentlich doch fest zusammengepressten Sound des Berliners. Auch wenn er die zurzeit gesellschaftlich wohl entwaffnenste Frage aller Fragen stellt: "Ich wusste nicht, wo ich hin kann / mein Zuhause, sie nahmen es an sich / bin auf der Flucht schon so lang / ich hatte Angst, ich erreiche dieses Land nicht / jetzt bin ich endlich da / hab es geschafft, doch sie sagen mir was anderes / sag mir gibt es einen Platz für mich hier / im Paragraf 23?" Megaloh bezieht mit "Regenmacher" somit Stellung, er gibt ungewöhnlich viel von sich preis. Politisch, persönlich und musikalisch. Dem sonst so souligen Klanggewand werden weitere Facetten angenäht. Seien es Funk und Jazz ("Schlechter Schlaf" mit Joy Denalane) oder eben Megalohs Passion Trap ("Graulila" mit Tua, "Oyoyo" mit Patrice und Musa - Anspieltipp!), von der er unlängst sogar Max Herre überzeugen konnte (zumindest was dessen Reimtechnik auf Chefkets "Rap & Soul"-Remix angeht). Abgeschlossen wird die LP gemeinsam mit Jan Delay auf "Geradeaus": Offbeat trifft auf Flow, der Refrain trifft auf Eißfelds schnöselige Stimme - und ein wirklich gutes Album trifft auf einen wirklich guten letzten Song. Basta! Man hat das Gefühl, Megaloh steht mit "Regenmacher" an einem Scheideweg: Entweder gelingt ihm damit der große Durchbruch, der Aufstieg in die 1. Liga des deutschen Hip Hop. Oder er tritt damit eben weiter auf der Stelle. Denn in einer Zeit, in der das Verlangen der Szene gefühlt etwas mehr in Richtung 'ruffe Lines auf ballernde Beats' geht, wäre ein komplettes Album in "Zapp Brannigan"-Manier sicher ein größerer Kassenschlager. Aber gut, dass "Regenmacher" nicht so einseitig gerät und sowohl mit musikalischer Vielfalt als auch textlicher Raffinesse besticht, auch wenn gelegentlich ein kleines bisschen zu viel Pathos über dem Album schwebt. Der große kommerzielle Erfolg ist Megaloh wirklich zu wünschen. Doch sollte sich dieser – und das ist zu befürchten – auch mit "Regenmacher" nicht einstellen, bleibt der Szene immerhin ein großartiger Künstler erhalten, der sich nicht blind jedem Zeitgeist beugt, sondern ihn portionsgerecht adaptiert und mit gesundem Maß einsetzt. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2013 | Nesola

Booklet
Megaloh – seit langem Bestandteil der deutschen Rapszene und bei EMI MP als Topline-Writer und Vocal Coach unter Vertrag – veröffentlicht 2013 mit Endlich unendlich sein erstes Album und überzeugt bereits zu Beginn mit persönlichem Songwriting – beispielsweise auf dem Track "Vaterfigur" (feat. Chima), der den Hörer kurzzeitig ein Begleiter auf seinem Lebensweg sein lässt. Soundtechnisch sind die Songs jeweils in eine Soul-angelehnte Instrumentierung gekleidet, obgleich sich aber auch Facetten der goldenen Hip-Hop-Ära finden lassen ("Dr.Cooper") und auch Pop-Elemente zu Tage treten ("fliegen davon"). Prominent besetzt auch die Gästeliste, auf der sich unter anderem Max Herre, Samy Deluxe, Marteria oder Joy Denalane die Ehre geben. © TiVo
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2013 | Nesola

Booklet
Man kann von Max Herre halten, was man will. Die Tauglichkeit für ein MTV Unplugged lässt sich dem Stuttgarter Urgestein aber kaum absprechen. Nach den Fantas und Sido reiht sich der mittlerweile 40-Jährige als dritter deutscher Rap-Act in die Liste derer ein, die ein ausgestöpseltes Konzert unter der MTV-Schirmherrschaft spielen dürfen. Der Auftritt des ehemaligen Freundeskreis-Frontmanns fand im denkmalgeschützten Berliner Funkhaus Nalepastraße statt. Im klassischen Rahmen, bestehend aus einem 26-köpfigen Orchester und diversen illustren Gästen, präsentiert Herre eine Werkschau seiner 17-jährigen Musikerlaufbahn. Durch das Programm führt "Yo! MTV Raps"-Legende und Streetgraffiti-Pionier Fab 5 Freddy. "Du wirst nie 'n guter Rapper, wenn du Soul nicht liebst", erklärte Max schon vor über einem Jahr auf seiner "Hallo Welt!"-Platte. Genau diese Soul-Sozialisation spürt man in jeder Sekunde des gut zweistündigen Auftritts. Neben Anleihen von Reggae und Funk nimmt natürlich der Rap eine unverkennbare Rolle ein, um eine losgelöste Studio-Aufnahmesession-Atmosphäre zu erzeugen. Hinter den insgesamt 42 Titeln verbergen sich Perlen aus fast zwei Jahrzehnten. Direkt aus dem Schoß der Kolchose gibt's für die Heads, die Raps aus 0711 lieben, ordentlich was aus dem Freundeskreis-Frühwerk auf die Ohren. "Esperanto" ist immer noch "international verständlich" und erstrahlt durch den Afrobeat im dritten Part in neuem Schein. Auch das Streicher-Arrangement von "A-N-N-A (Immer Wenn Es Regnet)", begleitet von einer Harfe, sorgt für einen Gänsehautmoment. Mit "Tabula Rasa Pt. 1" erhält zudem ein weiterer Gassenhauer des FK-Fundus eine neue Hochglanzlackierung. Erstaunlich flüssig und homogen laufen dann die Übergänge zu neueren Erzeugnissen des Wahl-Berliners ab. Im Dreiergespann mit Afrob und Megaloh erklärt Herre mal eben, was "Rap Ist", nur um kurz darauf mit Philipp Poisel auf "Wolke 7" zu schweben. Viele Texte erhalten dabei spontane Abänderungen, die die ohnehin schon losgelöste Stimmung weiter auflockern. Mit Gregory Porter ist zudem einer der aufstrebendsten Jazz-Musiker dieser Tage mit von der Partie, der in "So Wundervoll", das den Chorus von Billy Prestons zeitlosem "You Are So Beautiful" aufgreift, einen weiteren großartigen Augenblick beisteuert. Ohnehin machen alle Gastmusiker mehr den Eindruck, ehrlich mit Spaß und Herzblut bei der Sache zu sein, als nur einem alten Weggefährten einen Gefallen zu schulden. Herres Intention, durch den speziellen Rahmen an Nirvanas "Magie und Nahbarkeit" anzuknüpfen, geht voll auf. Die fast schon jugendliche Unbeschwertheit, die musikalische Vielfalt, die nie das organische Gesamtkunstwerk aus dem Auge verliert, und die Intimität des Gigs geraten auf diese Weise einzigartig und bescheren den stromlosen Aufritten unter dem MTV-Banner einen weiteren Glanzpunkt. © Laut
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Hip-Hop/Rap - Erschienen am 1. Januar 2012 | Nesola

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Seit "Ein Geschenkter Tag" sind für Max Herres Verhältnisse humane drei Jahre ins Land gezogen. Dennoch empfindet man "Hallo Welt!" durchaus als überschwänglichen Gruß zum Comeback. Kein Wunder: Deutschraps verlorener Sohn kehrt zu seiner Mutter zurück, auf diese Art und Weise kündigte man den Solodrittling des Wahlberliners groß an. Dahinter verbirgt sich allerdings nur die halbe Wahrheit. "Dass ich wieder rappe, heißt nicht, dass ich nicht mehr singe", so sein unmissverständliches Statement in "KAHEDI Dub". Und wie er singt! Gleich die locker aus dem Hut gezauberte Falsetteinlage bei "DuDuDu" macht mächtig Eindruck, schließlich hatte man den Freundeskreis-Gründer eigentlich als mittelmäßigen Sänger in Erinnerung. Der entspannte Albumhöhepunkt vereint von Sehnsucht geprägte Lyrics mit musikalischer Hängematten-Stimmung. Belege für Max Herres zurück gewonnene Liebe zum Sprechgesang liefert die Platte dennoch in Hülle und Fülle. So kredenzt er im intensiven Vorab-Freetrack "Jeder Tag Zuviel" Sozialkritik im Eiltempo. An seine Stuttgarter Wurzeln erinnert sich der 39-Jährige beim kurzen "1992" über jazziger Bassline mit unverkennbarem A Tribe Called Quest-Flavour. Wirklich gerecht wird man dem musikalischen Werk "Hallo Welt!" mit der reinen Betrachtung von Max' Rolle hinterm Mikrofon aber nicht. Gemeinsam mit seinen KAHEDI-Kollegen Samon und Roberto lässt er seiner Kreativität als Produzent nach dem Konzeptalbum "Ein Geschenkter Tag" wieder freien Lauf, bedient sich ungezwungen bei etlichen Genres und verpackt die Einflüsse in detailverliebten, ungeschliffenen Arrangements. Einzig das stetige Übergewicht der organische Sounds verbindet die unschlagbar abwechslungsreichen Instrumentals. Besonders auffällig gerät auch die großzügige Gästeliste. Gleich zwölf Sänger und MCs lud Max Herre ein, seine Stücke zu bereichern - und die Rechnung geht voll auf. Bekannte Namen aus verschiedensten Richtungen verleihen den Stücken in jedem einzelnen Fall einen erheblichen Mehrwert. Gemeinsam mit der Schweizer Singer/Songwriterin Sophie Hunger verarbeitet der Stuttgarter in "Berlin - Tel Aviv" eine interkulturelle Geschichte in eindringlichen Bildern. Verzweiflung und Unbehagen keimen im neblig trüben "Solang" auf, bei dem Max Herre seine sanfte Gesangsstimme zum Chor aufwertet. Orsons-Mitglied Tua schenkt dem eigentümlichen Track mit gewohnt hartem Streetrap-Flow einen gewohnt depressiven Part: "Meinem Leben muss es schlecht sein, es kotzt mich an." Direkt im Anschluss heißt es bei "Einstürzen Neubauen": "Rausgucken, aufmucken, laut diesen Sound pumpen!" Über brachialem Beat und im ständigen Wechselspiel zeigt sich das beeindruckend harmonierende Duo Max Herre/Samy Deluxe wütend, motiviert und gesellschaftskritisch. Auch beim lässigen "Fühlt Sich Wie Fliegen An" beweist das Deutschrap-Idol das richtige Händchen, holt Senkrechtstarter Cro und zumindest für eine Zeile ("So leicht muss Liebe sein") seinen Freund Clueso ins Boot. Die nachdenkliche Hitsingle "Wolke 7" scheint dem Melancholiker Philipp Poisel wie auf den Leib geschneidert, Herre brilliert unterdessen einmal mehr mit philosophischen Strophen. Der Stuttgarter Soulbrother Fetsum macht "Aufruhr (Freedom Time)" mit seiner simplen Hook zum unwiderstehlichen Ohrwurm. Und gemeinsam mit Nesola-Schützling Megaloh erklärt Herre zum Schluss des Albums ausführlichst, was "Rap Ist". "Rap ist Soulmusik. Du wirst nie'n guter Rapper, wenn du Soul nicht liebst", befindet er dabei und huldigt dem geliebten Genre daher auch diesmal ausgiebig. Für zwei Songs holte er sich dafür den wohl interessantesten Gast ins Boot: Aloe Blacc. Der Kalifornier stattet das ruhige "Vida" mit einer brillanten Hookline aus. Und auch "So Wundervoll", bei dem er den Refrain von Billy Prestons bzw. Joe Cockers Welthit "You Are So Beautiful" zitiert, entpuppt sich als rundum gelungen. Max Herre bleibt sich treu - indem er musikalisch neue Wege geht und auch ein Jahr vor seinem 40. Geburtstag auf höchstem Niveau polarisiert. Seinen eigenwilligen Flow, die ständige Gratwanderung zwischen Poesie und Pathos und der Hang zum Intellektuellen: All das muss man sicherlich mögen, um "Hallo Welt!" überhaupt etwas abzugewinnen. Schwer zu widerlegen ist dagegen, dass Herre mit seinem dritten Solowerk ein Manifest der musikalischen Freiheit und Openmindedness abliefert, das in der deutschsprachigen Musiklandschaft seinesgleichen sucht. © Laut